Stefan Zweig

Stefan Zweig zählt zu den bekanntesten deutschsprachigen Schriftstellern, die auch international berühmt geworden sind. Er wurde am 28. November 1881 in Wien geboren. Sein Vater Moritz Zweig war Textilunternehmer, und seine Frau Ida Brettauer Nachfahrin eines reichen Kaufmannsgeschlechts aus Hohenems. Gemeinsam mit seinem Bruder Alfred wuchsen sie am Wiener Schottenring auf, führten aber kein wirklich religiöses, jüdisches Leben.

Zweig studierte von 1891 bis 1899 Romanistik und Germanistik und schloß 1904 seine Promotion ab. Bereits während des Studium veröffentlichte er Gedichte, die deutlich den Einfluss von Hugo von Hoffmannsthal und Rainer Maria Rilke zeigten. 1901 kamen die ersten Gedichte heraus, und 1904 erschien seine erste Novelle. Neben seinen eigenen Veröffentlichungen übersetzte er auch Werke von Èmile Verhaerens, Baudelaire und Verlaine. Die Bücher erschienen im Insel-Verlag, mit dessen Verleger Anton Kippenberg er schließlich freundschaftlich verbunden war. 1910 besuchte Zweig Indien und 1912 Amerika, die ersten von vielen weiteren Reisen, auf denen er immer wieder Kontakte zu anderen Schiftstellern und Künstlern knüpfte. Davon zeugen auch zahlreiche lang anhaltende Korrespondenzen.

Als der Erste Weltkrieg ausbrach, meldete sich Zweig freiwillig zum Militär, wurde aber wegen Untauglichkeit ausgemustert und im Archiv des Kriegsministeriums eingesetzt, wo er zusammen mit Rilke arbeitete. Der Verlauf des Krieges machte Zweig mit der Zeit zum Kriegsgegner, und so wurde er 1917 zunächst beurlaubt und später ganz entlassen. Als Konsequenz zog er in die neutrale Schweiz und arbeitete als Korrespondent für die Wiener Neue Freie Presse und schrieb Beiträge für die ungarisch-deutsche Zeitung Pester Lloyd.

Nach Kriegsende ging Zweig nach Salzburg und heiratete 1920 Friderike von Winternitz. Er trat vehement gegen Nationalismus ein und war starker Befürworter eines geistig geeinten Europas. Die in dieser Zeit entstandenen Schriften gehören zu seinen erfolgreichsten Büchern. 1928 bereiste der die Sowjetunion, wo auf Betreiben von Maxim Gorki seine Bücher auch auf Russisch erschienen.

Aufgrund der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 emigrierte Zweig 1934 nach London. Seine Bücher durften im Insel-Verlag nicht mehr erscheinen, allerdings rissen seine Kontakte nach Deutschland nicht ab. So verfasste er 1933 das Libretto für die Oper Die schweigsame Frau von Richard Strauss. Auch kam im selben Jahr die Verfilmung seiner Novelle Brennendes Geheimnis in die Kinos, wurde aber im Hinblick auf den Reichstagsbrand von Joseph Goebbels verboten, und zudem befahl Goebbels die Entfernung aller Bücher Stefan Zweigs aus dem Buchhandel. 1936 wurden alle Bücher Zweigs in Deutschland verboten.

Nach der Scheidung von seiner ersten Frau 1938 heiratete er 1939 Charlotte Altmann. Zweig nahm nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs die englische Staatsbürgerschaft an und verließ trotzdem London. Im selben Jahr erschien mit Ungeduld des Herzens sein einziger Roman. Über New York, Argentinien und Parahuay ging er 1940 nach Brasilien.

1942 erschien seine Schachnovelle, und am 22. Februar desselben Jahres beging er in Pétropolis bei Rio de Janeiro durch Einnahme einer Überdosis des Barbiturats Veronal Selbstmord. Seine Frau wartete seinen Tod ab und beging ebenfalls durch Einnahme einer Überdosis Morphin Suizid. Wohl als Folge seiner Perspektivlosigkeit und seiner Verzweiflung über das NS-Regime waren sie aus freiem Willen aus dem Leben geschieden. In Zweigs letztem Wohnhaus in Pétropolis wurde ein Museum errichtet, das seinen Namen trägt, aber als Erinnerung an alle Künstler und Intellektuellen gedacht ist, die vor und während des Zweiten Weltkrieges ins Exil gingen.

Historische Romanbiographien von Stefan Zweig:

Weitere Veröffentlichungen von Stefan Zweig (Auswahl):

  • (1911) Brennendes Geheimnis
  • (1920) Marceline Desbordes-Valmore
  • (1921) Romain Rolland
  • (1922) Brief einer Unbekannten
  • (1923) Frans Masereel (mit Arthur Holitscher)
  • (1925) Die Augen des ewigen Bruders
  • (1927) Der Flüchtling
  • (1932) Die Heilung durch den Geist. Mesmer – Mary Baker Eddy – Freud
  • (1934) Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam
  • (1936) Castellio gegen Calvin oder Ein Gewissen gegen die Gewalt
  • (1939) Ungeduld des Herzens (Roman)
  • (1942) Schachnovelle
  • (1946) Balzac (posthum)

Mehr über Stefan Zweig: