Köln 1371 von Stefan Blankertz

Buchvorstellungund Rezension

Köln 1371 von Stefan Blankertz

Originalausgabe erschienen 2006unter dem Titel „Köln 1371“,, 224 Seiten.ISBN 3897054558.

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Kurzgefasst:

Köln 1371. Ein Streit zwischen aufstrebenden Handwerkszünften mit den Webern an der Spitze und alteingesessenen Ratsgeschlechtern erschüttert die Stadt. Verleumdung, Hinterlist und sogar Mord werden als Waffen eingesetzt. Vor dieser aufwühlenden Kulisse muss der Kaufmannslehrling Peter Nicol zusammen mit seinem Freund Johann herausfinden, wem in Köln überhaupt noch zu trauen ist. Während die Stadt im Chaos eines Bürgerkrieges, der „;Weberschlacht“; vom 20. November 1371, zu versinken droht, machen sie sich auf die Jagd nach einem Mörder. 

Das meint histo-couch.de: „;Kölscher Klüngel anno 1371“;80

Rezension von Jörg Kijanski

Fast anderthalb Jahre ist es her, dass sich der Weber und Volksheld Henken von Turne auf dem Neumarkt vom Volke feiern lies, da es unter seiner Führung den Ämtern der Handwerker gelang, sich die Mehrheit im Weiten Rat der Stadt zu sichern und zudem die Rechte der Mitglieder des Engen Rates deutlich zu beschneiden. Jene Geschlechter (Patrizier), welche die Handwerker am meisten ausgenommen hatten, wurden gar in die Verbannung geschickt, woraufhin sie in die Immunität des Klosterstiftes St. Kunibert flüchteten.

Ausgelöst wurde der Machtwechsel durch die Machenschaften des vor Jahren nach Aachen verbannten Weinhändlers Edmund Birkelin, welcher durch Bemühen seiner Freunde nach Köln zurückkehren sollte. Wie der Kaufmann Gernard Gir von Covelshofen allerdings vorab durchsickern lies, sollte ihm dabei die Alleinherrschaft für den Weinhandel in Köln zugesichert worden sein. Dies rief den Weinhändler Richard Nicol auf den Plan, der sich daraufhin mit den Webern verbündete und somit den Umsturz vorantrieb.

Fragen über Fragen

Heute, am 16. November 1371, erfährt Richards Sohn, der 15jährige Peter, dass sein Vater ermordet wurde. Als er daraufhin nach Hause eilt, findet er unter den Trauergästen auch Henken von Turne, der sich um die Familie kümmern möchte und Peter mitteilt, der Mörder müsse ein Handlanger von Edmund Birkelin sein. Gernard Gir von Covelshofen hingegen beschuldigt die Weber der Tat, doch Peter ist verunsichert. Warum sollten die Weber seinen Vater ermordet haben, nachdem dieser ihnen maßgeblich mit an die Macht verholfen hat? Andererseits war Richard das Verbindungsglied der Geschlechter zu den Webern und außerdem schuldete er Edmund viel Geld? Und seit wann tötet der Gläubiger den Schuldner?

Peter versucht mit seinem besten Freund Johann den Mord an seinem Vater aufzuklären und erfährt kurze Zeit später von Gernard, dass dieser die Stadt verlassen will, da er einen Drohbrief von Edmund erhalten habe: „;Verräter verdienen den Tod. E.“; Wenig später ist Gernard tot. Erschlagen, genau wie Richard…

Spannung durch Blindspuren

Der kurzweilige Mittelalter-Krimi „;Köln 1371“; beginnt in seiner eigentlichen Handlung am 16.11.1371 und endet wenige Tage später am 20.11.1371 mit der sogenannten. „;Weberschlacht“;, in deren Schlachtgetümmel der Mörder letztlich gestellt wird. Die Hintergründe der politischen Verhältnisse und Entwicklungen werden umfassend beleuchtet, ohne dabei die Fortführung des eigentlichen Krimiplots zu vernachlässigen. Ebenso schafft es Autor Stefan Blankertz, die damalige Zeit sehr lebendig werden zu lassen, so dass rund
220 Seiten ein nahezu rundum gelungenes Lesevergnügen bieten.

Die aus der Ich-Perspektive des 15jährigen Peter Nicol geschriebene Geschichte ist kurzweilig und dank verschiedener Blindspuren zudem recht spannend. Den viel geschmähten „;Kölschen Klüngel“; gab es offenbar bereits im Mittelalter und so kann man nie ganz sicher sein, wer auf wessen Seite steht und vor allem wer welche (eigenen) Ziele verfolgt. Ein wenig befremdlich ist, dass keine „;offiziellen“; Ermittlungen in den beiden Mordfällen erfolgen, galten Richard Nicol und Gernard Gir von Covelshofen doch immerhin als angesehene Kaufleute. Und ob man sich – gerade im Mittelalter – als Jugendlicher so forsch verhielt wie hier Peter und sein Freund Johann, darf ebenfalls stark bezweifelt werden, wenngleich man vergleichbare Fälle bereits aus anderen Romanen kennt. Ein Verweis auf John Grishams „;Der Klient“; sei in diesem Zusammenhang gestattet.

Stil vs. Charaktere

Die Charaktere sind ein wenig schwach gezeichnet, was man dem geringen Buchumfang anlasten kann. Dafür glänzt das Buch „;fürbass“; in sprachlicher Hinsicht. Abschließend sei die ansprechende Aufmachung des Buches lobend erwähnt, denn neben einer Kapitelübersicht finden sich zudem ein Personenverzeichnis sowie ein ausführliches Glossar.

„;Köln 1371“; ist trotz des geringen Umfanges eine intensive Reise in das Mittelalter mit einem spannenden und kurzweiligen Krimirätsel vor einer eben solchen politischen Kulisse.

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