Die Salbenmacherin und die Hure von Silvia Stolzenburg

Buchvorstellungund Rezension

Die Salbenmacherin und die Hure von Silvia Stolzenburg

Originalausgabe erschienen 2017unter dem Titel „Die Salbenmacherin und die Hure“,, 374 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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Kurzgefasst:

Nürnberg, 1409. Brütende Sommerhitze liegt über der Stadt. Seit Wochen hat es nicht mehr geregnet, und die Menschen der Handelsmetropole werden zusehends dünnhäutiger und gereizter. Während immer mehr Nürnberger an einem rätselhaften Fieber erkranken, wird ein grauenhaft zugerichteter Leichnam am Ufer der Pegnitz an Land gespült. Dem Toten fehlen nicht nur der Kopf und die Hände – er scheint fachmännisch ausgeweidet worden zu sein. Die Nürnberger sind entsetzt. Als zwei Nächte später angeblich ein Werwolf in den Wäldern rings um die Stadt gesichtet wird, greift Panik um sich. Gehen Dämonen um?

Das meint Histo-Couch.de: „Und wieder steckt die Salbenmacherin in Schwierigkeiten“85Treffer

Rezension von Karin Speck

Es ist Sommer im Nürnberg des Jahres 1409. Die Hitze ist schon fast unerträglich, einzig Olivera genießt das Wetter. Erinnert es sie doch an ihre Heimat. Doch dann wird am Ufer der Pegnitz eine Leiche gefunden. Der Körper ist grauenhaft entstellt, ihm fehlen Kopf und Hände. Schon bald machen furchtbare Gerüchte die Runde. Des Nachts wurde angeblich ein Werwolf gesehen. Droht der Stadt jetzt mit der Hitze auch noch Gefahr durch Dämonen oder Schlimmerem?

Zwei Jungen, die sich aufmachen einen Mord zu klären

Olivera und ihr Mann haben sich ihr Leben eingerichtet und gehen ihrer Arbeit nach, als dieser schreckliche Mord geschieht. Eigentlich will die patente Salbenmacherin mit allem gar nichts zu tun haben, aber ihre Neugierde bringt sie immer wieder dazu, doch mehr erfahren zu wollen.

Jona, der Junge, der schon aus dem Vorgängerband bekannt ist, spielt hier eine nicht unwesentliche Rolle. In ihm steckt die jugendliche Neugierde und so macht er sich nachts mit seinem Freund Casper auf die Suche nach dem Werwolf. Gekonnt schildert die Autorin die Erlebnisse der Jungen und der Leser streift gemeinsam mit ihnen durch das nächtliche Nürnberg. Fast tritt Olivera hier in den Hintergrund. Die Charaktere der Jungen werden noch weiter vertieft, sie haben mehr Raum bekommen. Die Autorin schildert lebhaft von ihren Sorgen, Ängsten und Nöten. Kleine Rückblenden sorgen zwar dafür, dass der Leser einiges aus den Vorgängerbänden erfährt, aber sicher macht es etwas mehr Spaß hier zu lesen, wenn man diese eben auch kennt. Die einzelnen Charaktere entwickeln sich eben von Band zu Band weiter. Für die eigentliche Handlung ist es aber nicht zwingend erforderlich, sie ist in sich abgeschlossen. 

Eine Autorin, die es versteht Spannung aufzubauen

Die Geschichte selbst ist logisch aufgebaut und die Spannung steigt von Seite zu Seite, ohne zu früh zu verraten, wer hinter der eigentlichen Tat steckt. Hier ist deutlich zu spüren, dass Silvia Stolzenburg es versteht, Spannung aufzubauen. (Sie schreibt auch Thriller, die in der Gegenwart spielen). Wobei die Salbenmacherin hier nicht unbedingt als Ermittlerin auftritt, eigentlich scheint sie mehr eine Randfigur zu sein, die das Ganze zusammenhält und beobachtet. Auf diese Weise ersteht aber auch ein schönes Gesamtbild der damaligen Zeit.

Auch hier klärt wieder ein Nachwort Fiktion und Wahrheit und eine Bibliografie lädt dazu ein, selbst ein wenig in die Geschichte des Mittelalters einzutauchen.

Aufregende Jagd nach einem Mörder

Mit Die Salbenmacherin und die Hure hat Silvia Stolzenburg wieder einen spannenden, historischen Roman abgeliefert. Für Jonas, Casper und nicht zuletzt auch für Olivera ist es eine aufregende Jagd nach einem Mörder in den Mauern Nürnbergs, für die Leser ein Lesevergnügen.

Ihre Meinung zu »Silvia Stolzenburg: Die Salbenmacherin und die Hure«

mabuerele zu »Silvia Stolzenburg: Die Salbenmacherin und die Hure«21.09.2017
„...Tatsächlich hatte sich mit dem Umzug in das neue Haus am Burgberg Oliveras Kundschaft zum Teil gewandelt. Neben den Salben und Tränken für jüngere Haut, strahlendere Augen und glänzenderes Haar wurde vor allem nach dem süßen Konfekt verlangt, das Götz inzwischen selbst herstellte...“

Wir schreiben das Jahr 1409. In Nürnberg wird ein Toter aus der Pregnitz gefischt, der grausam zugerichtet ist. Nicht nur der Henker, auch der Apotheker Götz und seine Frau Olivera kommen zur Totenschau. Während die drei der Meinung sind, dass der Mann von menschlicher Hand ermordet wurde, vertritt der Medicus den Standpunkt, dass ein Werwolf sein Unwesen treiben könnte.
Die Autorin hat einen fesselnden und abwechslungsreichen historischen Kriminalroman geschrieben. Es ist der dritte Teil um die Salbenmacherin Olivera. Wichtige Informationen zu den vorherigen Teilen sind geschickt im Text integriert. Das Buch hat mich schnell wieder in seinen Bann gezogen.
Das liegt unter anderen an dem angenehmen Schriftstil und der vielschichtigen Handlung. Gut wird beschrieben, wie Olivera Salben und Tränke zubereitet. Obiges Zitat zeigt, dass Eitelkeiten keine Erfindungen der Neuzeit sind. Gleichzeitig erfahre ich einiges über die Medizin der damaligen Zeit, denn Olivera unterstützt mit ihren Kenntnissen das Spital. Die Feindschaft zwischen dem Medicus und dem Apotheker allerdings lässt in Olivera alte Ängste wieder aufleben, denn sie ist schwanger und fürchtet um ihr Kind. Deshalb zieht sie sich dieses Mal auch etwas von den Ermittlungen zurück.
Anders verhält sich der Apothekerjunge Jona, den Götz bei sich aufgenommen hat. Zusammen mit seinem Freund Casper will er den Werwolf fangen. Deutlich wird, wie die Hysterie in der Stadt nach einem weiteren Mord zunimmt. Der Stadtwache fällt es nicht leicht, die Bevölkerung in die Schranken zu weisen.
Ein weiterer Handlungsstrang spielt sich im Frauenhaus ab. Die 16jährige Gerlin hofft, sich irgendwann freikaufen zu können und möchte gern als Magd in Spital arbeiten. Ihre Freundin Eva allerdings hat einen festen Schlafmann, der ihr ein Geschenk und die Freiheit versprochen hat. Dafür lässt sie sich sogar verprügeln.
Als besonderes Stilmittel darf ich ab und an die Gedanken des Täters verfolgen. Er hat Blut geleckt und fühlt sich unangreifbar. Raffiniert gelingt es ihm immer wieder, seine Spuren zu verwischen.
Die Verhältnisse der damaligen Zeit werden gut dargestellt, sei es das Markttreiben, Gerichtsbarkeit und Folter, aber auch die regen Diskussionen im Rat. Breiten Raum nehmen die Emotionen der Protagonisten ein. Jona schwankt zwischen Abenteuerlust und Angst. Gerlin möchte ihrer Freundin helfen und bringt dabei viel Mut auf. Olivera setzt sich gegen Aberglauben und Vorurteile zur Wehr.
Eine Bibliografie und ein inhaltsreicher Nachwort ergänzen die Geschichte.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Dazu haben der hohe Spannungsbogen und die sympathischen Protagonisten beigetragen.
Stephanie P zu »Silvia Stolzenburg: Die Salbenmacherin und die Hure«13.09.2017
In Nürnberg im 15 Jahrhundert werden mehrere verstümmelte Leichen gefunden. Schnell verhärtet sich unter der abergläubischen Bevölkerung der Verdacht, dass ein Werwolf sein Unwesen in der Stadt treibt. Als ein Verdächtiger während seiner Folter die Taten gesteht und auf dem Scheiterhaufen zu Tode kommt gehen die Nürnberger davon aus, dass die Taten des Werwolfs zu Ende sind, doch es kommt erneut zum Fund eines enthaupteten Toten. Sowohl eine Prostituierte als auch zwei Jungen begeben sich auf die Suche nach dem Werwolf. Sie kommen dem Täter dabei auf die Schliche und begeben sich in große Lebensgefahr.
Silvia Stolzenburg hat mit ihrem flüssigen und bildlichen Schreibstil einen lesenswerten historischen Roman verfasst. Das Buch konnte mich schnell fesseln und die Autorin konnte gleich zu Beginn des Buches Spannung aufbauen und bis zum Ende des Buches aufrecht erhalten. Vor allem die bildlichen Beschreibungen der Autorin machen beim Lesen besonders viel Spaß, da sich der Leser alle Orte und Protagonisten sehr gut vorstellen kann und diese besonders authentisch werden.
Die einzelnen Kapitel sind eher kurz und logisch aufgebaut, wodurch unnötige Längen und Wiederholungen vermieden werden können. Als Leser kann man sofort in die Handlung einsteigen und dieser ohne Probleme folgen. Obwohl „die Salbenmacherin und die Hure“ bereits der dritte Teil rund um Olivera ist, kann man auch ohne die anderen Teile zu kennen sofort und problemlos in die Handlung einsteigen und dieser folgen.
Die einzelnen Charaktere sind sehr authentisch beschrieben, was zur Folge hat, dass der Leser schnell Sympathie oder Antipathie entwickeln kann. Mir persönlich kam Olivera aber leider etwas zu wenig im Buch vor, beziehungsweise hatte sie meiner Meinung nach nicht unbedingt eine besonders wichtige Rolle. Vor allem die Prostituierte Gerlin war mir sehr sympathisch und ich würde mir in einer Fortsetzung wünschen, dass auch sie wieder Platz findet.
Bei bestimmten Begriffen, wie beispielsweise Kastellan oder Offizin, hätte ich mir für ein leichteres Verständnis ein Glossar gewünscht. Ohne Glossar musste ich die Begriffe im Internet nachschlagen, was meinen Lesefluss leider immer wieder beeinträchtigt hat.
„Die Salbenmacherin und die Hure“ wirkt geschichtlich sehr gut recherchiert. Besonders die ausführlich und sehr glaubhaft beschriebenen Kapitel rund um die Heilkunst und Foltermethoden machen die Handlung besonders authentisch. Als Leser merkt man schnell, dass die Autorin wirklich gut recherchiert und sich mit den Themen ausführlich befasst hat.
FAZIT:
„Die Salbenmacherin und die Hure“ ist ein gelungener historischer Roman, der geschickt eingearbeitete Krimielemente enthält. Leider hat das fehlende Glossar meinen Lesefluss hin und wieder beeinflusst. Ich würde mich freuen eine Fortsetzung, auf die ich aufgrund des offenen Endes hoffe, zu lesen.
Stephanie P zu »Silvia Stolzenburg: Die Salbenmacherin und die Hure«13.09.2017
In Nürnberg im 15 Jahrhundert werden mehrere verstümmelte Leichen gefunden. Schnell verhärtet sich unter der abergläubischen Bevölkerung der Verdacht, dass ein Werwolf sein Unwesen in der Stadt treibt. Als ein Verdächtiger während seiner Folter die Taten gesteht und auf dem Scheiterhaufen zu Tode kommt gehen die Nürnberger davon aus, dass die Taten des Werwolfs zu Ende sind, doch es kommt erneut zum Fund eines enthaupteten Toten. Sowohl eine Prostituierte als auch zwei Jungen begeben sich auf die Suche nach dem Werwolf. Sie kommen dem Täter dabei auf die Schliche und begeben sich in große Lebensgefahr.
Silvia Stolzenburg hat mit ihrem flüssigen und bildlichen Schreibstil einen lesenswerten historischen Roman verfasst. Das Buch konnte mich schnell fesseln und die Autorin konnte gleich zu Beginn des Buches Spannung aufbauen und bis zum Ende des Buches aufrecht erhalten. Vor allem die bildlichen Beschreibungen der Autorin machen beim Lesen besonders viel Spaß, da sich der Leser alle Orte und Protagonisten sehr gut vorstellen kann und diese besonders authentisch werden.
Die einzelnen Kapitel sind eher kurz und logisch aufgebaut, wodurch unnötige Längen und Wiederholungen vermieden werden können. Als Leser kann man sofort in die Handlung einsteigen und dieser ohne Probleme folgen. Obwohl „die Salbenmacherin und die Hure“ bereits der dritte Teil rund um Olivera ist, kann man auch ohne die anderen Teile zu kennen sofort und problemlos in die Handlung einsteigen und dieser folgen.
Die einzelnen Charaktere sind sehr authentisch beschrieben, was zur Folge hat, dass der Leser schnell Sympathie oder Antipathie entwickeln kann. Mir persönlich kam Olivera aber leider etwas zu wenig im Buch vor, beziehungsweise hatte sie meiner Meinung nach nicht unbedingt eine besonders wichtige Rolle. Vor allem die Prostituierte Gerlin war mir sehr sympathisch und ich würde mir in einer Fortsetzung wünschen, dass auch sie wieder Platz findet.
Bei bestimmten Begriffen, wie beispielsweise Kastellan oder Offizin, hätte ich mir für ein leichteres Verständnis ein Glossar gewünscht. Ohne Glossar musste ich die Begriffe im Internet nachschlagen, was meinen Lesefluss leider immer wieder beeinträchtigt hat.
„Die Salbenmacherin und die Hure“ wirkt geschichtlich sehr gut recherchiert. Besonders die ausführlich und sehr glaubhaft beschriebenen Kapitel rund um die Heilkunst und Foltermethoden machen die Handlung besonders authentisch. Als Leser merkt man schnell, dass die Autorin wirklich gut recherchiert und sich mit den Themen ausführlich befasst hat.
FAZIT:
„Die Salbenmacherin und die Hure“ ist ein gelungener historischer Roman, der geschickt eingearbeitete Krimielemente enthält. Leider hat das fehlende Glossar meinen Lesefluss hin und wieder beeinflusst. Ich würde mich freuen eine Fortsetzung, auf die ich aufgrund des offenen Endes hoffe, zu lesen.
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