Im Schatten des Kauribaums von Sarah Lark

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2011unter dem Titel „Im Schatten des Kauribaums“,, 848 Seiten.ISBN 3-7857-6047-7.

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Kurzgefasst:

Neuseeland 1875: Lizzie und Michael Drury haben sich den Traum von einer großen Schaffarm erfüllt, vor ihnen liegt eine verheißungsvolle Zukunft. Doch ihr Leben gerät jäh aus den Fugen, als ihre älteste Tochter Matariki entführt wird – von ihrem leiblichen Vater, dem Maori-Häuptling Kahu Heke …Während die Drurys um ihre Tochter bangen, steht der Familie Burton ein scheinbar glückliches Ereignis bevor: Kathleens Sohn Colin kehrt nach Neuseeland zurück. Noch ahnt niemand, was der junge Mann heraufbeschwören wird …

Das meint Histo-Couch.de: „Aufschlussreiche Begegnung mit der Maori-Kultur“88Treffer

Rezension von Rita Dell'Agnese

Die Familiensaga um die Burtons und Drurys geht weiter. Im zweiten Band der Saga konzentriert sich Sarah Lark auf die Nachkommen der beiden Familien – besonders aber auf Matariki Drury. Sie wird von Kahu Heke auf die Nordinsel entführt, wo sie den kriegswilligen Maori als Häuptlingstochter Mut machen soll. Zum ersten Mal verlässt Matariki die sie umsorgende Umgebung und muss sich, allein auf sich gestellt, durchschlagen. Ihr zur Seite steht der junge Maori Kupe, der wie Matariki ein Gänger zwischen zwei Welten ist – einerseits der Maorikultur verbunden, andererseits aber sehr westlich geprägt. Während es bei den Problemen, die Matariki zu bewältigen hat, um ethnische Fragen handelt, muss sich Heather mit der Identitätsfrage einer ganz anderen Welt befassen. Und sich auf die Suche nach sich selber machen.

Stärker als der erste Teil

Der zweite Teil der Kauri-Reihe ist definitiv stärker als der Auftakt. Tiefer noch geht Sarah Lark darin auf die Kultur der Maori ein und erzählt deren Geschichte von gewaltlosem Widerstand, von Aufstand und Anpassung. Dabei beruft sich die Autorin auf eine Reihe von überlieferten Ereignissen aus der Zeit von 1875, als sich in Neuseeland die Maori gegen die rücksichtslose Beschlagnahmung ihres Landes zu wehren versuchten. Sie beschreibt aber auch den Kampf der Frauen gegen den Teufel Alkohol und um das Frauenstimmrecht, das ihnen bis dahin verwehrt geblieben ist. Diese Eckdaten stellt Sarah Lark in Kontext zur Lebensgeschichte ihrer fiktiven Familien. Dass sie dabei in die Kiste der ganz großen Gefühle greift, ist auch in einem historischen Roman durchaus in Ordnung. Sie verzichtet auf zu schwülstige Szenen und lässt dadurch genügend Raum für eigene Phantasien.

Mitleiden und Mitleben

Es ist nicht zuletzt der lebendigen Sprache von Sarah Lark zu verdanken, dass die 830 Seiten wie im Flug vorbei gehen. Es gibt trotz des ausladenden Umfangs nur wenige Längen im Buch und auch diese sind angesichts der bunten Story gut zu verkraften. In angenehmem Tempo erzählt die Autorin von den einzelnen Schicksalen der Familienmitglieder, denen man zum großen Teil bereits im ersten Band begegnet ist. Neu hinzu gekommen ist eine irische Familie, die eine frische Note ins Geschehen bringt und noch einmal für zusätzliche bange Stunden sorgen. Grundsätzlich wird man – lässt man sich wirklich auf dieses Buch ein, was es durchaus verdient – nicht umhin kommen, das eine oder andere Mal leer zu schlucken, bang dem Ausgang entgegen zu fiebern und sich für eine der Figuren zu freuen, wenn sich eine unerwartete Wendung zum Guten ergibt.

Sehr angenehm ist der Humor, den Sarah Lark in die Geschichte eingebaut hat und der vereinzelt die düstere Atmosphäre, die durch die Verschlagenheit einzelner Charaktere entsteht, wieder aufzulockern vermag. Die Autorin hat definitiv das Rezept gefunden, einen Mainstream-Roman zu verfassen, der nicht in Belanglosigkeit versinkt, sondern mit unerwarteter Tiefe aufwarten kann.

Eher ein Buch für Frauen

Trotz der höchst interessanten Darstellung der Maori-Geschichte wird Im Schatten des Kauribaums aber wohl ein typischer Roman für Frauen bleiben. Die heraufbeschworenen Gefühle dürften vor allem die weibliche Leserschaft ansprechen, zumal Sarah Lark auf die typisch männlichen Elemente wie ausufernde Schlachtenszenen oder wilde Abenteuer ganz verzichtet. Diejenigen Leserinnen aber, die sich für die Neuseeland-Romane interessieren, bekommen hier großes Kopfkino vorgesetzt, das alle Elemente enthält, die ein unterhaltsamer und zu Herzen gehender Roman haben sollte.

 

Ihre Meinung zu »Sarah Lark: Im Schatten des Kauribaums«

Elke Voigt zu »Sarah Lark: Im Schatten des Kauribaums«14.04.2011
Die ersten 4 Bücher habe ich verschlungen, hauptsächlich, weil ich in 3 NZ-Aufenthalten die Orte der Handlung, besonders die Canterbury Plains und die Legende um den Schafsdieb und seinen Hund, die Maoris und die Geschichte Neuseelands kennengelernt habe. Das 5. Buch werde ich mir bald kaufen, denn mich fasziniert alles, was mit NZ zu tun hat und ich würde so gern noch einmal hinfliegen. Leider ist es mir mit 75 Jahren gesundheitlich nicht mehr möglich.
Marie zu »Sarah Lark: Im Schatten des Kauribaums«15.03.2011
Wunderbare Fortsetzung des Romans "Das Gold der Maori". Beim Lesen wird es einem nie langweilig, die Spannung wird von der ersten bis zur letzten Seite wunderbar gehalten, wirkt dabei aber nicht aufgesetzt, sondern authentisch. Man fühlt sich mitten in den Roman hineinversetzt - gerade weil auch auf die Figuren aus der Warden - Triologie immer kurz mit angeschnitten werden. Sarah Lark beschreibt nicht nur eine familiäre Konstellation, die einen tief berührt, sondern nimmt auch Rücksicht auf die politischen Gegebenheiten zu dieser Zeit! Ein wunderbarar Roman für alle Neuseeland Dans und unbedingt zu empfehlen für die Leser der ersten Neuseeland Triologie!
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