Der Klang des Muschelhorns von Sarah Lark

Buchvorstellungund Rezension

Der Klang des Muschelhorns von Sarah Lark

Originalausgabe erschienen 2014unter dem Titel „Der Klang des Muschelhorns“,, 912 Seiten.ISBN 3-7857-2497-7.

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Kurzgefasst:

Neuseeland, Canterbury Plains, 1853. Auf Rata Station ist die nächste Generation herangewachsen: Cat und Ida sind stolz auf ihre wunderbaren Töchter Carol und Linda. Von den Nachbarn jedoch wird die Familie mit ihrer erfolgreichen Farm mit Unmut und Neid betrachtet. Als ein schrecklicher Schicksalsschlag die Familie in tiefe Verzweiflung stürzt, ist Rata Station plötzlich in Gefahr …Werden Carol und Linda ihre gesicherte Zukunft und ihr Zuhause verlieren?

Das meint Histo-Couch.de: „Eine neue Sicht auf die Maori“78

Rezension von Rita Dell'Agnese

Sarah Lark ist für ihre Neuseeland-Romane bekannt. Immer spielt auch die Geschichte der Maori eine Rolle. Besonders deutlich kommt dies bei Der Klang des Muschelhorns zum Ausdruck. Die Autorin führt darin die Familiengeschichte weiter, die sie in Die Zeit der Feuerblüten begonnen hat. Im zweiten Band geht es nun um die Töchter der Protagonisten: Linda und Carol, aber auch Mara. Zunächst scheint zumindest die Zukunft von Carol unter einem guten Stern zu stehen: Sie ist mit Oliver verlobt, dem Sohn der reichen Familie Butler. Die Hochzeit steht unmittelbar bevor, als ein tragischer Schicksalsschlag die Familie erschüttert. Linda, Carol und Mara verlieren Rata Station und müssen – plötzlich mittellos geworden – erkennen, dass sie von der „guten“ Gesellschaft ausgeschlossen werden. Carol und Mara machen sich auf den Weg zu Ida und Karl, die sich auf der Nordinsel eine neue Existenz aufgebaut haben. Linda hingegen flüchtet sich in die Ehe mit dem zwielichtigen Fitz und zieht mit ihm los, um Gold zu schürfen. Dem Paar ist wenig Glück beschieden, was vor allem an der Spielsucht von Fitz liegt. Nur mit Mühe gelingt es Linda immer wieder, eine bescheidene Existenz aufzubauen. Carol und Mara ist nicht mehr Glück beschieden. Sie geraten auf ihrer Reise zu den Eltern in Gefangenschaft von Hau Hau-Kriegern und werden als weiße Sklavinnen mitgeschleppt. Besonders Mara scheint unter diesem Los zu zerbrechen. Sie verliert ihre jugendliche Unbekümmertheit und wird zu einem ängstlichen, in sich gekehrten Wesen.

Unbedingt Band eins lesen

Um den Geschehnissen folgen zu können, ist es sinnvoll, zuerst den ersten Band der Familiengeschichte zu lesen. Zwar schreibt Sarah Lark hier einen in sich abgeschlossenen Roman, doch bevölkert sie ihn mit so vielen Protagonisten, dass es schwierig wird, sich zurechtzufinden. Das gilt schon für Leserinnen und Leser, die mit dem ersten Band vertraut sind, ungleich aber stärker für diejenigen, die den Anfang der Geschichte nicht kennen. Besonders die verwandtschaftlichen Verhältnisse, die eine entscheidende Rolle spielen, erschließen sich nur schwer, wenn die Vorkenntnisse fehlen. Auch die Entwicklung der Maori-Kriege, der Hau Hau-Bewegung und anderer politischer Geschehnisse bedingen Vorkenntnisse, um sie nachvollziehen zu können. In diesem Sinne stellt Sarah Lark ihre Leser vor eine größere Herausforderung, als man es bei ihren Trilogien gewöhnt ist.

Klare Rollenzuteilung

Wie von der Autorin gewohnt, sind die Charaktere klar in „Gut“ und „Böse“ eingeteilt. Die einzelnen Figuren erleben zwar eine Entwicklung, sie bleiben aber der einmal zugeschriebenen Richtung treu. Das lässt Ecken und Kanten vermissen und macht die Charaktere etwas flach. Allerdings gleicht die Menge der handelnden Personen das Manko wieder aus. Es bleibt letztlich abwechslungsreich, auch wenn die Figuren sehr schnell durchschaubar sind und ihre Handlungen keine Überraschungen mehr darstellen. Man mag angesichts der bunten Ereignisse und aufgrund des stetigen Wechsels der Schauplätze und Szenen verzeihen, dass die Charaktere etwas einfach und einseitig bleiben. Selbst die überlegene Linda, deutlich Tochter ihrer ebenso starken wie erfolgreichen Mutter Cat, bleibt in ihrer Heldenrolle weitgehend sympathisch.

Weniger wäre mehr

Obwohl von der Thematik her spannend, hat sich Sarah Lark in diesem über 900 Seiten starken Roman etwas stark ausgetobt. Es gibt etliche Längen und es braucht da und dort einiges an Biss, sich durch die langen, teilweise wiederkehrenden Beschreibungen durchzuarbeiten. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen. Geschickt gleist Sarah Lark den dritten Teil der Trilogie auf – gleich drei Kinder begründen eine neue Generation, die sich erneut beweisen muss. Wer die ersten beiden Teile gelesen hat, wird um diesen dritten, die Geschichte abschließenden Band kaum herum kommen.

Ihre Meinung zu »Sarah Lark: Der Klang des Muschelhorns«

Salatdrache zu »Sarah Lark: Der Klang des Muschelhorns«14.03.2016
910 Seiten, die es einfach in sich hatten. Der zweiten Band von Sarah Lark mittlerweile dritten Neuseelandtrilogie ist absolut gelungen, für alle Sarah Lark Fans ein typischen Werk ihrer Feder und meiner Meinung nach richtig super

Was fand ich gut?
- alle Charaktere sind minutiös ausgearbeitet, d.h. äußert detailliert in ihrem Aussehen, Verhalten und ihrer Denkweise beschrieben
--> Mitfiebern garantiert
- die Perspektiven springen im Buch immer zwischen den Hauptpersonen (Mara, Linda, Carol, Franz und Eru) hin und her und treiben gleichzeitig die Handlung voran. Die Spannung bleibt hierbei gewahrt.
- unfassbare, nicht zu erahnende Wendungen, die mich tief berührten
- Die Geschichte ist eingearbeitet in den historischen Kontext

Einziger Minuspunkt meinerseits: Historie ist gut und schön, interessant und alles, allerdings war es in diesem Buch zumindest für mich teilweise schwer fassbar und teilweise verwirrend. Viele Begriffe, diese kaum aussprechbar, geschweige denn merkbar, irritierten mich und brachten mich manchmal etwas durcheinander. Im Nachwort der Autorin wird dies allerdings erläutert und aufgeklärt. Von daher bin ich von diesem Buch begeistert. Eine fantastische Familiensaga!
Susan zu »Sarah Lark: Der Klang des Muschelhorns«17.07.2015
Ich habe alle Romane von "Sarah Lark" gelesen. Sie sind hinreißend, packend, spannend geschrieben. 2006 war ich selbst für 4 Wochen in Neuseeland und habe zugleich den ersten Roman von der Autorin gelesen. Ich erkundige mich regelmäßig, ob schon wieder ein neuer Roman herausgekommen ist. Ich kann alle Romane an alle Lesebegeisterte nur wärmstens empfehlen, denn auch wenn man eine längere Zeit in einem dieser Bände nicht weitergelesen hat, man kommt sehr schnell wieder in diese Familiengeschichten hinein. Die Autorin soll bitte weiterschreiben!!!
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