Noch immer schwelt die Glut von Robert Merle

Buchvorstellungund Rezension

Noch immer schwelt die Glut von Robert Merle

Originalausgabe erschienen 1982unter dem Titel „Le Prince que voilà“,deutsche Ausgabe erstmals 2002, 533 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Christel Gersch.

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Kurzgefasst:

Was geschah nach der Bartholomäusnacht? Pierre de Siorac, Hugenotte, frischgebackener Mediziner und charmanter Verführer, kehrt zwei Jahre nach dem Massaker vom August 1572 nach Paris zurück. Er wird Leibarzt König Heinrichs III. und sein Geheimagent. Denn noch immer schwelt die Glut des religiösen Fanatismus, die Katholische Liga führt einen unerklärten Krieg gegen den toleranzbereiten König. An seinem Ende wird Pierre Zeuge eines der spektakulärsten Morde in der französischen Geschichte.

Das meint Histo-Couch.de: „Hofarzt und Agent seiner Majestät“91Treffer

Rezension von Almut Oetjen

Noch immer schwelt die Glut, der vierte Band der Reihe Fortune de France, setzt die Geschichte der Familie de Siorac zur Zeit der Hugenottenkriege fort. Der dritte Band endete mit der Flucht Pierres, seines Dieners Miroul, des Schweizers Fröhlich und des Fechtmeisters Giacomi aus Paris während der Bartholomäusnacht. Der vierte Band beginnt mit dem zweijährigen Aufenthalt der Freunde auf dem heimischen Anwesen Mespech. Heinrich III. tritt im Jahr 1574 die Thronnachfolge seines toten Bruders Karl IX. an. Angelina kann nach dem Tod ihres streng katholischen Vaters Pierre endlich heiraten. Nach der Hochzeit Pierres gibt es einen Dekadensprung in das Jahr 1584. Pierre und seine Familie leben in Paris. Angelina zieht die gemeinsamen sechs Kinder auf. Pierre ist Hofarzt des Königs. Als die politische Lage sich verschlechtert, bittet der König Pierre, für ihn als Agent zu arbeiten.

Mein Name ist Siorac, Pierre Siorac

Pierre führt eine Doppelexistenz als Arzt und Spion. Als Agent im Auftrag seines Königs kommt er viel herum und bekommt reichlich Gelegenheiten, sich zu verkleiden und den Degen gegen seine Gegner zu führen. Er sucht Heinrich von Navarra im Süden des Landes auf und unternimmt eine Reise nach England zu Königin Elisabeth. Zudem hat er weiterhin mit schönen Frauen zu tun, ist jedoch seit seiner Heirat sehr zurückhaltend.

Einmal mehr vereint der umspannende erzählerische Bogen eine Vielzahl kleiner Episoden, die mal köstlich, mal bedrückend und oft an einer Weggabelung für den Fortgang der Handlung angelegt sind. Pierre ist auch nach Jahren der Entwicklung noch ein äußerst pragmatisch denkender Mensch. Damit er und sein Bruder Samson heiraten können, besorgt er gefälschte katholische Taufscheine. In einer der aufregendsten Episoden lädt die Schwester des Herzogs von Guise, die „Dame Hinkefuß“ genannte Herzogin von Montpensier, Pierre zu sich ein. Sie versuchen einander auszuspionieren, führen eine dialogisch trickreiche Auseinandersetzung, bis die Herzogin Pierre zu einer nur für sie reizvollen Variante des Beischlafs nötigt, in deren Verlauf der eher unbeteiligte Pierre ein Schreiben entdeckt und an sich nimmt, aus dem hervorgeht, dass Guise gegen den König intrigiert.

 

Die Mode will es …Und die Mode, wer will die?

 

Eine vorzügliche Fortsetzung der Reihe auf hohem Niveau

Noch immer schwelt die Glut ist ein weiterer spannender und intelligenter historischer Abenteuerroman über den Hugenotten Pierre de Siorac. Merle erzählt die privaten Geschichten in meist längeren Episoden. Das Kernensemble wird bisweilen durch anderes Personal ergänzt; so treten einmal mehr Fogacer und Madame de Joyeuse auf, ein seit dem ersten Band guter Bekannter stirbt, mit Chicot, dem Hofnarren, kommt eine Figur von großem, teils unverschämtem und obszönem Sprachwitz hinzu. Der private und der politische (historische) Erzählstrang beeinflussen sich wechselseitig, beide treiben die komplexe Erzählung voran. Es gibt kein Schicksal, nur persönliche Triebkräfte. Pierres Agententätigkeit bietet Gelegenheit, ausgefeilte politische Ränke- und Koalitionsspiele sowie militärische Strategiespiele zu gestalten, die transparent und unterhaltsam beschrieben sind. Machiavelli, der in der Reihe bisweilen eine Rolle spielt, wird hier am Rand ausgelotet: ist es noch tragbar, sich zum Schein mit seinem Todfeind zu verbünden, um den politischen Freund zum Schein zu bekriegen? Der vierte Teil der Fortune de France-Reihe macht in jedem Fall Appetit auf mehr.

Ihre Meinung zu »Robert Merle: Noch immer schwelt die Glut«

Susannah zu »Robert Merle: Noch immer schwelt die Glut«20.04.2008
Die Bartholomäusnacht ist überstanden, Pierre, frischgebackener Mediziner und Hugenotte, hat das Gemetzel mit seinem Diener Miroul und seinen treuen Freunden Samson, Fröhlich und Giacomo überlebt. Frisch vermählt ziehen sich die jungen Männer zurück - bis Heinrich III. den Thron betritt und Pierre de Siorac zu sich an den Hof ruft. Doch das Wohlwollen des Königs ist in dieser Zeit nicht viel wert - vom eigenen Volk belächelt, von Paris gehasst, von der katholischen Liga um den Herzog von Guise bedrängt, droht Heinrich III., ein König ohne Volk zu werden. Und nebenbei bedroht die spanische Armada Königin Elisabeth.

Genial, mal wieder! Robert Merles vierter Teil über die französischen Glaubenskriege - spannend und packend wie immer! Wunderschöne Einblicke in das damalige Leben, beeindruckende Zeichnungen historischer Figuren, liebevolle, einfallsreiche Charaktere, alles, was der historisch interessierte Leser wünscht. Ich freu mich auf die weiteren Teile!
anath zu »Robert Merle: Noch immer schwelt die Glut«15.08.2007
Chevalier Pierre de Siorac ist mittlerweile Leibarzt König Heinrichs III. und sein Geheimagent.Und während der König um seine politische Unabhängigkeit von Spanien und vom französischen Hochadel kämpft,schwelt weiter die Glut der Auseinandersetzung zwischen Hugenotten und Katholiken.
Mittendrin Pierre,der schwer verliebt um sein persönliches Glück kämpfen muß und vom König auf diverse Missionen geschickt wird.
Dabei hindert ihn die große, unerreichbar scheinende Liebe nicht, das eine oder andere amouröse Abenteuer zu erleben und sich immer wieder aus höchster Gefahr zu retten,den Degen immer locker zur Hand...

Eines versteht Merle wie kaum ein Zweiter:seine Leser zu fesseln.Wer das Buch zur Hand nimmt,sollte für die nächsten Abende keine Verabredungen treffen,er würde sich ärgern,das Buch aus der Hand legen zu müssen.
Bis ins letzte Detail genau recherchiert,spannend und amüsant.
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