In unseren grünen Jahren von Robert Merle

Buchvorstellungund Rezension

In unseren grünen Jahren von Robert Merle

Originalausgabe erschienen 1979unter dem Titel „En nos vertes années“,deutsche Ausgabe erstmals 1996, 456 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Andreas Klotsch.

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Kurzgefasst:

Das dramatische Jahrhundert der französischen Religionskriege: Es ist der Sommer 1566 und die Bartholomäusnacht noch weit, aber der Bürgerkrieg zwischen Katholiken und Reformierten schwelt schon seit Jahren. Der Heißsporn Pierre de Siorac, Student der Medizin, braucht alle seine Begabungen – Edelmut, gepaart mit List, gewandter Umgang mit Degen und Pistole, nicht zuletzt seine unwiderstehliche Ausstrahlung auf Frauen – um in so mörderischen Zeiten am Leben zu bleiben …

Das meint Histo-Couch.de: „Vom Erwachsenwerden im Krieg“92Treffer

Rezension von Almut Oetjen

In unseren grünen Jahren, der zweite Band der Reihe Fortune de France, setzt die Geschichte der Familie de Siorac zur Zeit der Hugenottenkriege fort. Der erste Band endet mit dem Aufbruch Pierre de Sioracs, seines Halbbruders Samson und seines Dieners Miroul nach Montpellier. Die Fortsetzung umspannt den Zeitraum von Sommer 1566 bis zur Rückkehr der drei Freunde nach Montpellier kurz nach der „Michelade“, dem Massaker von Nîmes im September 1567.

Pierre, Samson und Miroul treffen während ihrer Reise auf den Baron Caudebec und eine Pilgergruppe. Caudebecs argwöhnischer Beichtvater misstraut Pierre, hält ihn für einen Ketzer. Hieraus entwickeln sich einige dramatisch-komische Szenen.

In Montpellier kommen die drei Freunde bei Pierres Onkel, dem Apotheker Meister Sanche unter. Pierre beginnt sein Medizinstudium, nicht ohne Schwierigkeiten. Er lässt sich auf eine Liaison mit Madame de Joyeuse ein, die ihm auch im Moment der Gefahr nützlich ist. Wegen eines Grabraubes und zweier Skandale muss er Montpellier verlassen und begibt sich mit Samson und Miroul nach Nîmes, gerade als sich dort einmal mehr die Gewalt entlädt.

Studenten leben, Nachbarn töten Nachbarn

Pierres Zeit als Student bestimmt In unseren grünen Jahren. Der Roman beschreibt, wie das Studium und seine Rahmenbedingungen aussehen. Die Leser erfahren manches über Naturheilmittel der Zeit und lernen Tischsitten kennen: so wird beim Essen schon mal über die Beschaffenheit von Kot und deren medizinische Aussagefähigkeit diskutiert. Das Studium und die vielfältigen Freizeitgestaltungen überdecken aber nicht, dass die Menschen in ständiger Angst vor Übergriffen leben, es herrscht eine (latente) Atmosphäre der Gewalt.

Andere Orte, die gleichen politischen Probleme

Die wichtigsten Handlungsorte sind Montpellier und Nîmes. Von den politischen Bedingungen des zweiten Hugenottenkrieges (1567-1568) erfahren wir am Rande, oft durch kurze Hinweise, da wir hier auf Pierres jugendliche Sicht der Dinge angewiesen sind. Pierre erzählt nicht mehr auf überwiegender Grundlage der Aufzeichnungen seines Vaters, sondern sehr viel unmittelbarer.

Besonders intensiv beschreibt Merle zwei Ereignisse: das rücksichtslose Vorgehen der katholischen Kirche gegen „Ketzer“ in Montpellier, einen Prozess, Folter, die Hinrichtung eines Menschen durch Feuer, die Blutgier des Pöbels; die Wirren der „Michelade“, die Metzelei von Nîmes, gewalttätige Ausschreitungen von Hugenotten gegen Katholiken, die Blutgier des Pöbels.

Robert Merle ist mit In unseren grünen Jahren ein spannender und intelligenter historischer Abenteuerroman über den Hugenotten Pierre de Siorac gelungen. Er zeichnet ein faszinierendes Zeitbild und erhält durchgehend die Aufmerksamkeit der Leser. Der zweite Band ist eine hochwertige Fortsetzung der Reihe.

 

Ihre Meinung zu »Robert Merle: In unseren grünen Jahren«

maupe zu »Robert Merle: In unseren grünen Jahren«25.07.2011
Der Autor schreibt wirklich mit einem Augenzwinkern und das bei einer wirklich schön verwendeten Sprache. Viele Sätze einfach ein Genuss.

Der erste Band war tatsächlich ein Einstieg. Gut als Hintergrundwissen. In diesem Band jetzt geht es richtig los um den jungen Siorac und mit all seinen "Fehlern" wächst er einem sehr schnell ans Herz.

Es ist tatsächlich geschehen, der dritte Band muss her.
anath zu »Robert Merle: In unseren grünen Jahren«15.08.2007
Pierre de Siorac zieht nach Montpellier um Medizin zu studieren.Mit ihm ziehen sein Halbbruder Samson und sein Diener Miroul. Alle drei,voran Pierre,lernen in Montpellier nicht nur für ihre Profession sondern erleben zahlreiche Abenteuer und mehr als einmal geht es um ihr Leben.
Pierre jedoch erweist sich nicht nur als feuriger Liebhaber und talentierter Medicus.Während der Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten immer bedrohlicher wird gelingt es ihm mit Witz und Charme,unterstützt durch den listigen und gewandten Miroul,seinen Kopf und den der anderen beiden,immer wieder aus der Schlinge zu ziehen.

Hat man erst mal angefangen mag man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.Merle hat hier einen Historienschmöker im besten Sinne hinterlassen und vermittelt so viel Wissenswertes über Zeit und Leute,über den beginnenden Religionskrieg in Frankreich und die Hintergründe der Politik,das dieses Buch jede brave Geschichtsstunde aus dem Rennen schlägt.
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