Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten von Robert C. Marley

Buchvorstellungund Rezension

Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten von Robert C. Marley

Originalausgabe erschienen 2014unter dem Titel „Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten“,, 250 Seiten.ISBN 3940855537.

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Kurzgefasst:

London 1893, Gordon Wigfield, ein ehrbarer Goldschmied und Damenfreund wurde in seiner Werkstatt auf bestialische Weise ermordet. Chief Inspector Donald Sutherland Swanson nimmt die Ermittlungen auf. Doch es bleibt nicht bei einer Leiche. Die Nachforschungen führen Swanson schließlich in die höchsten Kreise der Gesellschaft. Welche Rolle spielen Oscar Wilde und sein Geliebter Lord Douglas? Und was weiß Arthur Conan Doyle? Die Karten werden neu gemischt als sich herausstellt, dass der in den Kellern des Londoner Bankhauses Parr am Cavendish Square aufbewahrte „Blaue Hope-Diamant“ eine Imitation ist...

Das meint Histo-Couch.de: „Aus dem Leben eines legendären Edelsteins“80

Rezension von Jörg Kijanski

London im Jahr 1893. Archibald Horne arbeitet in einem kleinen Juweliergeschäft zusammen mit seinem Vorgesetzten Gordon Wigfield, den er eines Tages nach dem Betreten der Werkstatt brutal ermordet vorfindet. Offenbar wurde Wigfield erschlagen, an einen Stuhl gefesselt und ihm unmittelbar vor seinem Tod geschmolzenes Gold in den Rachen gegossen. Chief Inspector Donald Sutherland Swanson und Sergeant Peter Phelps von Scotland Yard übernehmen die Ermittlungen. Schon bald stellen die Beamten fest, dass Wigfield ein ausgeprägtes Liebesleben führte, so dass ein gehörnter Ehemann als Täter eine nahe liegende Vermutung ist, zumal außer einer recht wertlosen Anstecknadel nichts gestohlen wurde. Wenige Tage später wird die Leiche eines weiteren Juweliers in Lewes, Sussex, gefunden. Auch dieser Mord wurde auffällig arrangiert und in Szene gesetzt, doch Zeugen gibt es nicht.

„Das heißt gar nichts. In einer kleinen Stadt wie der unseren hat der Normalbürger für alles eine plausible Erklärung. Wenn die Gattin des Bürgermeisters alle paar Wochen ein blaues Auge hat, ist sie eben wieder mal unglücklich gefallen. Und nächtliche Schreie werden hier Magenkrämpfen zugeschrieben. Eine verzweifelte Frau könnte unter aller Augen in der Ouse Selbstmord begehen, und wir würden es für Tauchübungen halten.“

Im Laufe der Ermittlungen lernen die Polizisten einige bekannte Persönlichkeiten kennen, wie beispielsweise Oscar Wilde und Arthur Conan Doyle, deren Rolle zunächst undurchsichtig ist. Als klar wird, dass die Morde womöglich im Zusammenhang mit dem legendären Hope-Diamanten stehen, auf dem seit jeher ein starker Fluch lastet, wird die Situation immer verworrener…

Eine spannende Zeitreise in das 19. Jahrhundert

Der blaue Hope-Diamant ist einer der berühmtesten Edelsteine der Welt und brachte nicht wenigen seiner Besitzer großes Unglück. Womöglich liegt ja tatsächlich ein Fluch auf ihm. Robert Marley, selbst Goldschmiedemeister, erzählt eine spannende Geschichte, die vor allem viel über die damalige Zeit erzählt. In Neuseeland haben die Frauen soeben das Wahlrecht erhalten, in England will man davon nichts wissen. Auch in der Verbrechensbekämpfung ereignen sich bahnbrechende Dinge. So erschien kürzlich Sir Francis Galtons kleines Büchlein „Fingerabdrücke“ und der Franzose Alphonse Bertillon entwickelte die nach ihm benannte „Bertillonage“. Seine Idee war, verurteilten Verbrecher unter anderem Nase und Ohren zu vermessen, um so eine aussagekräftige Verbrecherdatei erstellen zu können; er erfand also ein frühes biometrisches Erkennungsverfahren.

Durch seine zahlreichen historischen Bezüge erzeugt der Roman eine hohe Sogwirkung, zu der die ab und an auftretenden „Persönlichkeiten“ ihren Anteil beitragen (bis hin zu einem kleinen Mädchen namens Agatha Clarissa Miller). Köstlich zu lesen, wie Arthur Conan Doyle in bester Manier seines Meisterdetektives, mit einer Lupe über den Fußboden kriecht, wenngleich Swanson von dessen Methoden nicht viel zu halten scheint.

„Conan Doyle ist kein schlechter Bursche. Er meint es nicht böse, aber seine Theorien funktionieren nur im Strand Magazine. Das lässt sich kaum ins wahre Leben übertragen. Der Täter ist einen Meter siebzig groß, hat kleine Füße und das alles? Er ist mir ein bisschen zu selbstgefällig.“

Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten ist ein lesenswertes, kurzweiliges Krimivergnügen, welches in jeder Hinsicht „klassisch“ angelegt ist und die Auflösung daher etwas unverhofft daher kommt. Auf weitere Fälle von Robert Marley darf man sich freuen. Sehr gerne dürfen diese wieder in der Vergangenheit spielen.

Ihre Meinung zu »Robert C. Marley: Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten«

Petra zu »Robert C. Marley: Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten«14.07.2017
Der obige Beschreibungstext lässt auf zeitgeschichtliche Details schließen.
Als solches ist mir aufgefallen, dass der Buttler - Ende des 19. Jahrhunderts - eine Flasche sorgfältig wieder verschraubt ;-)

Ich konnte zwar nicht das Geburtsdatum des Schraubverschlusses finden, allerdings habe ich einen Hinweis darauf gefunden, dass zunächst mal nur billige Getränke/Weine in Schraubflaschen abgefüllt wurden.
Ein Cognac? Eher unwahrscheinlich ;-)
wurm200 zu »Robert C. Marley: Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten«21.05.2016
Robert C. Marley
Inspector Swanson und der Fluch des Hope - Diamanten
DRYAS

Autor: Robert C. Marley, geboren 1971, ist Autor, Kriminalhistoriker, Goldschmiedemeister und Mitglied des Syndikats – der Vereinigung deutschsprachiger Krimiautoren. Seit seiner Jugend liebt er Sherlock Holmes und Agatha Christie und besitzt ein privates Kriminalmuseum. Der Autor lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in einer sehr alten Stadt in Ostwestfalen. (Quelle: DRYAS)

Colleen und Adam dürfen Ihren Dad endlich mal zu seiner Arbeit, in der Goldschmiede begleiten. In de Goldschmiede angekommen, machen die beiden Kinder tolle Entdeckungen und schauen dabei zu, wie ein Goldring geschmiedet wird. Plötzlich hören sie den Schrei ihres Vaters, als dieser auch schon in die Werkstatt taumelt. In seiner Brust steckt ein Messer und im Hintergrund stehen die Angreifer.

Das Buch besteht aus insgesamt Fünf Teilen und zehn Kapitel plus Prolog und Epilog. Die Teile des Buches tragen alle einen eigenen Titel und sind am Beginn mit einer Seite gekennzeichnet, auf der man eine Zeichnung findet (meistens eine Mauer). Die Kapitelangabe steht oben rechts und ist immer durch eine kleine Straßenlaterne gekennzeichnet, unter der wir die Kapitelangabe finden.
Zu Beginn des Buches finden wir eine Anmerkung des Autors bezüglich der Realität der Handlung. So finden wir in dem Buch viele bekannte Namen (Jack the Ripper, Oscar Wilde, Arthur Conan Doyle, …). Ebenfalls Original sind die Schauplätze und die Tatsache, dass es den Diamanten ebenfalls gibt. Da die Handlung in der Vergangenheit liegt, findet der Leser nicht die sonstigen Methoden aus Kriminalbüchern, sondern an die Epoche angepasste Mittel. Hier besteht oftmals das Problem, einen Krimi authentisch zu schreiben, dies gelingt dem Autor jedoch ohne Probleme (Fingerabdrücke erst am Anfang der Entwicklung, Archive; …). Zu jeder Zeit der Handlung hat der Leser das Gefühl wirklich in der Zeit zu sein. Hin und wieder finden wir sogar Methoden vom berühmtesten Dedektiv der Geschichte wieder, Sherlock Holmes. Daran erkennt man, wovon der Autor sich hat inspirieren lassen.

Cover: Das Cover besteht hauptsächlich aus der Farbe, blau. Damit passt die Farbe auch perfekt zum Inhalt des Buches. Denn der Diamant, um den es geht, ist ebenfalls blau. Oben auf dem Cover sehen wir zusätzlich noch eine Abbildung des Diamanten. Auf dem unteren Drittel des Covers haben wir eine Abbildung von London. Damit finden wir den Handlungsort auch im Cover wieder. Was dafür sorgt, das dass Buch in jedem Regal ein Blickfang ist, ist die blaue Färbung, die sich ebenfalls auf dem Buchrücken und außen an den Seiten wiederfindet (das Buch scheint von außen blau).

Fazit: Bei dem Buch handelt es sich um einen Krimi, der ohne viel Action auskommt. Dafür finden wir viel Logik und Köpfchen wieder. Spannung finden wir dennoch von Anfang bis Ende. Gerade für Leser, die auf Historische Krimis steht, ist dieses Buch absolut zu empfehlen. Aber auch alle anderen können sich den Kauf sicherlich trauen. Von mir gibt es 4/5 Sterne.
Anne2006 zu »Robert C. Marley: Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten«01.06.2015
„Inspector Swanson und der Fluch des Hope Diamant“en ist in mehrererlei Hinsicht bemerkenswert. Erstens gefiel mir das Cover sehr gut. Es wurde mit Gefühl für das Genre und die viktorianische Zeit gestaltet, und ist somit ein echter Hingucker. Und 2. wurde auch der Innenteil de sbuches mit Liebe gestaltet. Zwischenseiten mit viktorianischer Gaslaterne, Kapitelanfänge, die das Motiv weitertragen, eine Serifenschrift und alles in allem ein gelungenes Layout zeigen dem Leser, dass der Verlag sich mit dem Buch Mühe gegeben hat. Es ist ein Buch, welches der Besitzer gerne in sein Regal stellt und gelegentlich mal wieder herausholt, um es anzusehen.
Kommen wir zum Inhalt: Ich beschränke mich hier auf folgende Hinweise: Inspector Swanson und sein Untergebener Phelps suchen einen mehrfachen Mörder in London, der einen Faible für Goldschmiede hat, die er ziemlich grausig zu Tode richtet. Als sich dann noch herausstellt, dass der berühmte Hope-Diamant eine Fälschung ist und illustre Persönlichkeiten wie Sir Arthur Conan Doyle oder Oscar Wilde ihre Hilfe bei der Lösung des Falles anbieten, wird die Sache interessant.
Mir gefiel die Leichtigkeit mit der der Autor die Szenerie beschreibt. Die skurrilen Figuren haben es mir hier besonders angetan. Einem Film gleich, kommen einige Leute besonders lebendig hervor. Der Autor hat ein Händchen für das Amüsante in Situationen. Ein Schmunzeln also ist garantiert.
Es ist offensichtlich, dass der Autor sich mit dem Goldschmiedehandwerk bestens auskennt. Und so lernt man als Leser am Rande des Buches eine ganze Menge. Der Fall ist gut durchdacht und stellenweise rasant. Mir persönlich war der Auftritt Oscar Wildes zu klischeehaft. Anderen jedoch scheint er zu gefallen.
Was mir nicht gefiel war die Sprache. Der Autor hat sich für eine moderne Sprechweise entschieden, was ich persönlich unglücklich finde. Wenn in England um 1878 und 1893 die Eltern und Kinder ähnlich miteinander gesprochen haben, wie in Deutschland zu der Zeit, dann vermute ich ganz stark, dass kein Kind damals zu seinem Vater „Dad“ gesagt haben dürfte oder mit ihm locker im Garten herumtollte. Diese und andere Lockerheiten bezüglich der Sprache und des Verhaltens, die eher an heutiges Benehmen erinnern, haben für mich das viktorianische Bild stark beschädigt.
Ann zu »Robert C. Marley: Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten«01.06.2015
„Inspector Swanson und der Fluch des Hope Diamant“en ist in mehrererlei Hinsicht bemerkenswert. Erstens gefiel mir das Cover sehr gut. Es wurde mit Gefühl für das Genre und die viktorianische Zeit gestaltet, und ist somit ein echter Hingucker. Und 2. wurde auch der Innenteil de sbuches mit Liebe gestaltet. Zwischenseiten mit viktorianischer Gaslaterne, Kapitelanfänge, die das Motiv weitertragen, eine Serifenschrift und alles in allem ein gelungenes Layout zeigen dem Leser, dass der Verlag sich mit dem Buch Mühe gegeben hat. Es ist ein Buch, welches der Besitzer gerne in sein Regal stellt und gelegentlich mal wieder herausholt, um es anzusehen.
Kommen wir zum Inhalt: Ich beschränke mich hier auf folgende Hinweise: Inspector Swanson und sein Untergebener Phelps suchen einen mehrfachen Mörder in London, der einen Faible für Goldschmiede hat, die er ziemlich grausig zu Tode richtet. Als sich dann noch herausstellt, dass der berühmte Hope-Diamant eine Fälschung ist und illustre Persönlichkeiten wie Sir Arthur Conan Doyle oder Oscar Wilde ihre Hilfe bei der Lösung des Falles anbieten, wird die Sache interessant.
Mir gefiel die Leichtigkeit mit der der Autor die Szenerie beschreibt. Die skurrilen Figuren haben es mir hier besonders angetan. Einem Film gleich, kommen einige Leute besonders lebendig hervor. Der Autor hat ein Händchen für das Amüsante in Situationen. Ein Schmunzeln also ist garantiert.
Es ist offensichtlich, dass der Autor sich mit dem Goldschmiedehandwerk bestens auskennt. Und so lernt man als Leser am Rande des Buches eine ganze Menge. Der Fall ist gut durchdacht und stellenweise rasant. Mir persönlich war der Auftritt Oscar Wildes zu klischeehaft. Anderen jedoch scheint er zu gefallen.
Was mir nicht gefiel war die Sprache. Der Autor hat sich für eine moderne Sprechweise entschieden, was ich persönlich unglücklich finde. Wenn in England um 1878 und 1893 die Eltern und Kinder ähnlich miteinander gesprochen haben, wie in Deutschland zu der Zeit, dann vermute ich ganz stark, dass kein Kind damals zu seinem Vater „Dad“ gesagt haben dürfte oder mit ihm locker im Garten herumtollte. Diese und andere Lockerheiten bezüglich der Sprache des Verhaltens, die eher an heutiges Benehmen erinnern, haben für mich das viktorianische Bild stark beschädigt.
PMelittaM zu »Robert C. Marley: Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten«04.05.2015
1893: Inspector Swanson bekommt es mit einem besonders grausamen Mord zu tun – und es wird nicht der einzige gewesen sein. Hängen die Morde zusammen, und wenn ja, wie? Wer könnte ein Interesse daran haben, auf so brutale und gleichzeitig einfallsreiche Art zu töten?

Ich hatte große Probleme, mich in den Roman hineinzulesen, obwohl ich gerne (Kriminal)Romane, die im viktorianischen England spielen, lese. Erst nach etwa einem Drittel des Buches hatte ich das Gefühl, dass der Roman mir vielleicht doch gefallen könnte. Meine Probleme hatten zum Einen damit zu tun, dass ich nicht das Gefühl hatte, dass der Roman tatsächlich im viktorianischen Zeitalter spielt, die gesellschaftlichen Hintergründe und das Verhalten der Charaktere passen nicht, zum Anderen fing der Roman recht langweilig an, schon der Prolog entlockte mir eher ein Gähnen. Schließlich habe ich aufgehört, mich über den fehlenden viktorianischen Hintergrund zu ärgern und habe mich mehr und mehr für die Auflösung des Falles interessiert. Auch dem Humor, der mich zuerst eher nervte und manchmal etwas holzhammerartig daher kommt, konnte ich erst nach und nach mehr abgewinnen, hin und wieder musste ich dann doch schmunzeln.

Auch wenn ich einen gut recherchierten gesellschaftlichen Hintergrund vermisst habe, fließt doch einiges historisches Wissen in Bezug auf die englische Kriminalgeschichte ein, z. B. die Entdeckung der Fingerabdrücke, gefallen hat mir auch das Auftreten historischer Persönlichkeiten, u. a. geben sich hier Arthur Conan Doyle und Oscar Wilde die Ehre. Im Nachwort kann man übrigens erfahren, was aus den historischen und den fiktiven Charakteren später geworden ist.

Die Charaktere bleiben allesamt recht blass, was ich sehr schade finde, einzig Swanson lernt man etwas besser kennen. Die Geschichte ist, nicht nur am Anfang, recht spannungsarm, sie lädt aber durchaus zum Miträtseln ein, wer mitdenkt, kann auch den Täter entlarven (mir zumindest ist das gelungen), die Auflösung ist logisch aufgebaut und bietet einige überraschende Wendungen.

Diesen Monat (Mai 2015) wird der zweite Roman mit Inspector Swanson erscheinen, der ein Prequel sein wird, dort geht es dann um die Jack-the-Ripper-Morde, auf die schon hier immer wieder verwiesen wird.

Ich werde dem Autor auf jeden Fall noch eine Chance geben, denn am Ende habe ich mich ganz gut unterhalten gefühlt. Insgesamt ist es ein Kriminalroman zum Zwischendurchlesen, der keine hohen Ansprüche stellt, aber auch nicht lange im Gedächtnis haften bleibt. Ich vergebe 3,5 Sterne, die ich, wie gewohnt, aufrunde.
tassieteufel zu »Robert C. Marley: Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten«22.07.2014
London Ende des 19. Jahrhunderts: der angesehene Goldschmied Gordon Wigfield wurde in seiner Werkstatt brutal ermordet. Zunächst vermutet Scotland Yard die reichlichen Damenbekanntschaften des Juweliers als Hintergrund für die Tat, doch schon bald hat Inspektor Swanson einen weiteren toten Goldschmied und die Spur führt in höchste Kreise und zu einem sagenumwobenen Diamanten.
Robert Marley der selbst Goldschmiedemeister ist, gelingt mit seinem historischen Krimi und den Verwicklungen rund um den Hope Diamanten eine spannende Zeitreise in das ausgehende 19. Jahrhundert, in das man beim Lesen eintauchen kann. Die Atmosphäre der viktorianischen Zeit hat der Autor gut eingefangen und der Zeitgeist spiegelt sich sowohl im Schreibstil als auch im Agieren der Personen wieder.
Trotz der recht brutalen Morde, macht es definitiv Spaß das Buch zu lesen! Die steifen Konventionen der viktorianischen Gesellschaft, hinter deren Kulissen es nichts desto trotz auch frivol und leichtlebig zugeht, bieten reichlich Raum für skurrile Szenen und wohldosierten, trockenen englischen Humor und auch wenn Inspektor Swanson als Hauptfigur ein wenig blass bleibt, so sind doch die Nebencharaktere wirklich hervorragend charakterisiert. Und gerade bei diesen Nebenfiguren findet man eine große Anzahl historisch verbürgter Personen. So trifft der Leser auf Arthur Conan Doyle, der wie der von ihm erschaffene Sherlock Holmes messerscharf kombiniert und mit der Lupe am Boden herumkriecht, ebenso wie Oskar Wilde, Lord Francis Hope, John Theodore Tussaud und die spätere Agatha Christie. Auch der ermittelnde Inspektor Swanson hat tatsächlich gelebt. Ebenso durchziehen den Roman reichlich historischen Fakten, es wird über das Frauenwahlrecht lamentiert, neumodische Ermittlungsmethoden wie das Abnehmen von Fingerabdrücken oder das Installieren von Telefonen halten Einzug. All diese kleinen Details verleihen der Geschichte zwar Authentizität, aber die Fülle der Informationen und die vielen bekannten Personen auf nur 250 Seiten überfrachtet die Story andererseits auch ein wenig, so dass man das Gefühl hat, der Autor wollte alle ihm bekannten Fakten in die Story hineinpacken und daher bleibt neben all den netten kleinen Szenen rund um die historisch verbürgten Figuren der eigentliche Krimifall ein wenig auf der Strecke.

FaziT: Insgesamt eine sehr unterhaltsame Lektüre mit viel Lokalkolorit und zeitgemäßem Flair, liebevoll und detailreich gezeichneten Figuren und einem Krimifall der ein wenig spannender hätte sein können.
Ihr Kommentar zu Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten

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