Maria Christina - Tagebuch einer Tochter von Rebecca Novak

Buchvorstellungund Rezension

Maria Christina - Tagebuch einer Tochter von Rebecca Novak

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „Maria Christina - Tagebuch einer Tochter“,, 528 Seiten.ISBN 394006145X.

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Kurzgefasst:

Sie ist die Lieblingstochter der österreichischen Kaiserin Maria Theresia und Schwester der legendären Marie Antoinette. Vor allem aber ist sie ein junges Mädchen mit einem Tagebuch. Ihm vertraut Maria Christina ihre Geheimnisse an und hält nebenbei ihr Leben am Wiener Hof gegen Ende des 18. Jahrhunderts fest, als die österreichische Monarchie auf dem Höhepunkt ihrer Macht steht – ein Leben zwischen rauschenden Bällen, glanzvollen Dîners und herrlichen Sommern auf Schloss Schönbrunn. Doch auch Krankheit und tragische Todesfälle machen vor dem Hof nicht Halt. Und dann ist da noch die aufregende erste Liebe. Die könnte so schön sein, gäbe es nicht die rigide Heiratspolitik der Habsburger …

Das meint Histo-Couch.de: „Eine Liebesgeschichte vor historischem Hintergrund in rosaroter Verpackung“45

Rezension von Birgit Borloni

Das Erstlingswerk von Rebecca Novak ist zumindest optisch auffallend und ungewöhnlich. Nicht nur das Cover ist in einem zarten Rosa gehalten, sondern auch sämtliche Seiten haben diese Farbe. Das weckt, zusammen mit dem Klappentext, natürlich gewisse Erwartungen bzw. Befürchtungen, die das Buch auch zum großen Teil bestätigt.
Mal ehrlich, ein rosa Buch, in dem es um rauschende Feste am Wiener Hof, um Schicksalsschläge und die erste große Liebe, die von der Heiratspolitik bedroht wird, geht, legt den Schluss nahe, dass sich viel Herz-Schmerz und wenig Tiefgang zwischen den Buchdeckeln verbirgt. Nach Beendigung der Lektüre kann man dieser Behauptung im Großen und Ganzen zustimmen.

In Tagebuchform lässt Rebecca Novak ihre Leser, bzw. vermutlich hauptsächlich Leserinnen, am Leben der Maria Christina teilhaben. Sechs Jahre lang vertraut die Erzherzogin ihre Gedanken und Gefühle ihrem Tagebuch an und macht somit die Leser zu ihren Vertrauten, die hemmungslos mitfiebern, mitleiden und sich mit ihr freuen können.
Der erste Teil des Buches ist auch noch akzeptabel. Natürlich stehen hauptsächlich die Gedanken und Gefühle Maria Christinas im Vordergrund, die dafür sorgen, dass es eine leicht zu lesende Lektüre ist. Doch liefert die Autorin auch einiges an Hintergrundinformationen, z.B. bezüglich des Siebenjährigen Krieges. Natürlich nehmen diese Berichte nicht allzu großen Raum ein, immerhin dreht sich das Leben einer Erzherzogin nicht ausschließlich um Politik, aber es findet sich genug, um das Interesse des historisch interessierten Lesers an dieser Epoche zu wecken. Zudem zeigt die Autorin die Distanz Maria Christinas zu ihren Geschwistern auf, die sie um ihre Vorzugsstellung bei ihrer Mutter stark beneideten. Die intensive und innige Freundschaft zwischen Maria Christina und ihrer Schwägerin Isabella von Parma, die strenge Heiratspolitik der Habsburger und der Schrecken der Blattern sind weitere Themen, die recht gut dargestellt werden. Allerdings fragt man sich gerade bei der Darstellung der tiefen Verbindung zwischen Maria Christina und Isabella (die wohl auch nicht nur Freundschaft war), wie es sein kann, dass sich eine kaiserliche Tochter, die von Kindheit an Staatsverpflichtungen und Repräsentationen gewöhnt sein sollte, so bockig und schmollend zeigen kann, wenn diese Dinge ihren eigenen Wünschen zuwider laufen.

Insgesamt zeigt sich bereits im ersten Teil, dass der Roman sicherlich kein Meilenstein im Genre des historischen Romans werden wird, doch versprach das Buch immerhin eine solide, unterhaltsame, kurzweilige Lektüre, die Interesse an dieser Epoche weckt. Dieser Eindruck wird im zweiten Teil leider komplett zunichte gemacht. Hier gleitet der Roman nicht nur zu einer mehr oder minder reinen Liebesgeschichte ab, er wird schlichtweg unglaubwürdig.
Maria Theresia galt als streng katholisch und auf Tugendhaftigkeit bedacht, so dass es unmöglich gewesen sein dürfte, dass ihre Tochter vor der Hochzeit heimlich ganze Nächte in den Armen ihres Geliebten verbringt und das auch noch von ihrer Oberhofmeisterin eingefädelt und gebilligt. Ebenso erscheint es unglaublich, dass sie sich auf den Armen ihres Geliebten in ihre Gemächer tragen lassen kann, ohne auch nur einem Bediensteten zu begegnen. Auch tägliche mehrstündige, heimliche Treffen wären im strengen spanischen Hofprotokoll sicherlich nicht realisierbar gewesen. Somit gleitet der Roman in genau das ab, was die Aufmachung befürchten lässt: Eine rosarote Liebesgeschichte, die Herzen höher schlagen lassen soll, die aber mit dem historischen Umfeld nicht das Geringste mehr zu tun hat.
Daran ändern auch die eingefügten Ausschnitte aus Originalbriefen sowie die schöne Ausstattung mit Ahnentafel, Zeittafel, Nachwort der Autorin und Portraits nichts.

Für alle Liebhaber von romantischen Liebesgeschichten, die auch Kitsch genießen können und mit ihrer Heldin mitleiden und mitfiebern wollen, bietet dieser Roman alles, was sie sich wünschen und wird ihnen wunderbare Stunden bescheren, die den kalten Winter vergessen machen.
Alle Leser, die sich von einem historischen Roman mehr als Liebesgeplänkel wünschen und die vor allem auf historische Genauigkeit Wert legen, könnten von dem rosaroten Zuckerguss Zahnschmerzen bekommen.

 

Ihre Meinung zu »Rebecca Novak: Maria Christina - Tagebuch einer Tochter«

FanOfBooks zu »Rebecca Novak: Maria Christina - Tagebuch einer Tochter«01.12.2014
"Maria Christina'" von Rebecca Novak ist in mehrfacher Hinsicht unbedingt zu empfehlen,' zum Selbstlesen oder als Weihnachtsgeschenk!

Die Gestaltung des Buches ist einfach ein Traum! Es ist komplett rosa!- nicht nur der Umschlag, sondern jede einzelne Seite! Das ist wirklich mal etwas ganz Neues und eine super Idee, wie ich finde. Papier und Aufmachung wirken außerdem sehr edel.

Aber worum geht es in '"Maria Christina"' eigentlich?
Im Mittelpunkt steht,' wie der Titel schon andeutet, die Erzherzogin Maria Christina, Tochter der österreichischen Kaiserin Maria Theresia und Schwester der späteren französischen Königin Marie Antoinette. Man erlebt die Geschehnisse am Wiener Hof der 1760er Jahre aus ihrer Perspektive, da das Buch in Tagebuchform verfasst ist. So kann man unmittelbar an Maria Christinas Gedanken, ihren Träumen und ihren Wahrnehmungen verschiedenster Ereignisse teilhaben. Man erlebt ihre Schwärmereien für verschiedene Prinzen mit, ihre Ängste bezüglich einer möglichen Verheiratung gegen ihren Willen, die Zwistigkeiten mit ihren Geschwistern, und begleitet sie auf Ausflüge nach Schönbrunn, und Vieles mehr... Nebenbei erfährt man auch noch Einiges über die politische Lage des Kaiserreiches, seiner Gegner und Bündnispartner, über die existentiellen Bedrohungen jener Zeit, wie die Pocken und Kriege, und über gesellschaftliche Ereignisse, wie einen Auftritt des jungen Mozarts am Wiener Hof.

Alles in allem ist der Autorin ein wirklich wunderbarer Roman gelungen, noch dazu hervorragend historisch recherchiert, ' auf was auch der Stammbaum am Ende, die beigefügten Portraits und die Literaturliste zum Weiterlesen hindeuten. Man taucht vollkommen ab in die damalige Zeit - einfach toll !!!

Ich hoffe auf eine baldige Fortsetzung !!!
Hedwig zu »Rebecca Novak: Maria Christina - Tagebuch einer Tochter«01.05.2011
Durch die Erzählung in Tagebuchform, fühlt sich der Leser sehr verbunden mit der Heldin des Roman,
Maria Christina.
Alle kennen ihre berühmte Mutter - Maria Theresia, den Vater, den Bruder Josef und die spätere Königin von Frankreich. Maria Christina ist viel weniger bekannt, in Wien kennt natürlich jeder die "Albertina" aber wer weiß schon, wie dieser Name zustande gekommen ist.
Der Roman erzählt auf sehr einfühlsame Weise über fünf Jahre des Lebens von Maria Christina und alle Erlebnisse in dieser Zeit, welche sehr in die Tiefe gehen.
Dies ist wirklich einmal ein "anderer" Roman und lässt hoffen, von dieser Autorin ähnliches wieder lesen zu dürfen
Adelheid23 zu »Rebecca Novak: Maria Christina - Tagebuch einer Tochter«24.01.2011
Endlich mal etwas Anderes!
"Maria Christina" hebt sich (und das nicht nur äußerlich) ENDLICH mal von den ganzen anderen historischen Romanen ab - und das nur im positiven Sinn! Ich habe von der ersten bis zur letzten Seite mitgefiebert, wenn Maria Christina, die Tochter von Maria Theresia, in ihr Tagebuch schreibt. Die Autorin lässt den Leser so leicht und beschwingt in die Geschichte und das Leben am Wiener Hof eintauchen, dass man das Buch WIRKLICH gar nicht mehr weglegen möchte. Auch ohne Mord und Todschlag kann ein historischer Roman spannend und mitreissend sein. Das ist Rebecca Novak glänzend gelungen. Und ich muss mich meinen Vorrednern anschließen. Die geschichtlichen Ereignisse in diesem Buch werden mehr als korrekt und detailliert dargestellt. Die Liebesgeschichte ist lediglich der rote Faden, der durch das Buch führt. Und gebt mal zu: welche Leserin freut sich heutzutage nicht über eine Geschichte, die in einer großen Liebe endet?
Für alle Liebhaber von Désirée oder Jane Austen ist \"Maria Christina\" wirklich ein Tipp, den man nicht verpassen sollte! Und das auch und vor allem, weil die Histo-Couch wohl anderer Meinung ist. Ich finde, einer so jungen Autorin sollte man nicht durch eine so negative Kritik den Weg verbauen!!!
Gretchen zu »Rebecca Novak: Maria Christina - Tagebuch einer Tochter«22.01.2011
Ich fand Maria Christina super! Der Roman hat alle Erwartungen erfüllt, die er geweckt hat: Rosa wie der Rokoko, aber trotzdem sehr stilvoll. Eine meist vergnügliche Tagebuchlektüre, der es aber dank ihrer historischen Fundiertheit nie an Substanz mangelt. Und eine sehr schöne Gestaltung der einzelnen Charaktere, der jungen Marie Antoinette, der mächtigen Maria Theresia und des schwierigen Joseph II. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen - ein richtig schöner Schmöker.
RomanFan84 zu »Rebecca Novak: Maria Christina - Tagebuch einer Tochter«19.01.2011
Ich schließe mich meiner Vorrednerin an und widerspreche der histo-couch-Rezension.
"Maria Christina" mag aufgrund der "rosa" Erscheinungsweise vielleicht kitschig wirken, alles in allem ist es aber einfach ein wunderschöner, nicht übermäßig kitschiger Roman, der einem wunderbare Unterhaltung garantiert (leider viel zu kurz, ich hätte noch ewig weiterlesen können)!
Die sich im Roman langsam entwickelnde Liebesgeschichte zwischen der jungen Habsburgerin Maria Christina und Albert von Sachsen fand ich sehr anrührend, das war wirklich "das" Element des Buches, was bewirkt hat, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte!
Und diese Liebesgeschichte hat mit dem historischen Umfeld, denke ich, sehr wohl was zu tun, da bekannt ist, dass Maria Christina in der Tat die Einzige der Töchter Maria Theresias war, die ihren Traumprinzen heiraten durfte, die also nicht aus diplomatischen Gründen und gegen ihr Innerstes verheiratet bzw. verschachert wurde -das beruht also absolut auf Tatsachen! Auch die Unterstützung der Mutter, der Kaiserin, war dem jungen Liebespaar sicher - auch das ist historisch belegt.
Überhaupt scheint mir der Roman historisch sehr fundiert und gut recherchiert - allein die vielen Briefe, die im Roman im Original-Ton abgedruckt sind, untermauern das.
Und ist es nicht eben ein "Roman", weil es auch fiktive Bausteine gibt? Das Buch soll ja keine nüchterne Biografie sein - genau deshalb gibt es ja historische Romane - um einen wahren Kern gut lesbar und unterhaltend zu vermitteln - und das tut "Maria Christina"!
Ich habe das Buch auf Empfehlung gekauft und es seitdem vielfach weiterempfohlen und auch daraufhin immer nur gutes Feedback zurückbekommen.
Alles in Allem ein tolles Buch und trotz dieser schlechten histo-couch-Rezension wert, gelesen zu werden, noch dazu, da es ein Erstlingswerk ist - ich bin gespannt, was man in Zukunft noch von der Autorin hören wird! Ich möchte hier wirklich einmal eine Lanze brechen für diese junge Autorin!
daisy zu »Rebecca Novak: Maria Christina - Tagebuch einer Tochter«11.01.2011
Der Roman "Maria Christina- Tagenbuch einer Tochter" hat mich sehr positiv überrascht. Denn ich war zunächst skeptisch, ob mir die Erzählstruktur eines Tagebuchs gefallen könnte oder ob dieser Stil auf die Dauer nicht zu Langatmigkeiten führen würde. Diese Befürchtung ist für mich (zum Glück) nicht eingetreten.
Auch ein bisschen Briefroman ist Rebecca Novaks Erstlingswerk, in dem einige Briefe an und von Maria Christina geschickt in den Roman eingebettet sind.
Ja, es ist ein historischer Liebesroman, der m.E. kitschfrei von zwei jungen Menschen erzählt, die sich ineinander verlieben und heiraten wollen. Dass im Hause Habsburg Liebesheiraten in der Regel nicht vorgesehen sind, gibt nicht nur einen Einblick in das "Dilemma" Maria Christinas, sondern wird auch in diversen Nebensträngen verdeutlicht, die den Zeitgeist des Kaiserreiches unter Maria Theresia beschreiben, was v.a. am Leid der Isabella von Parma gezeigt wird. Geheiratet wurde eben nicht aus Vergnügen, sondern aufgrund politischen Kalküls. Auch das Leben bei Hof will gelernt sein.
"Maria Christina" ist für mich weitaus mehr als eine Liebesgeschichte. Das Buch hat mich gut unterhalten und mir viel Wissenswertes über die Habsburger- Familiengeschichte eröffnet. Die Perspektive des Ich-Erzählers passt sowohl sehr gut zur subjektiv beleuchteten Geschichte Maria Christinas als auch zur Zeit der Aufklärung, in der es plötzlich das "Individuum" gab.
Wer sich an einer Liebesgeschichte im historischen Roman nicht stört, sowie sich für die Geschichte der Habsburger interessiert, dem sei dieser Roman empfohlen.
roschi12 zu »Rebecca Novak: Maria Christina - Tagebuch einer Tochter«15.11.2010
Das Leben am Hofe der Habsburger wird hier so intensiv nachempfunden und liebevoll geschildert wie es bisher noch ganz selten einem Autoren gelungen ist. Ganz hervorragend und detailgenau recherchiert und sprachlich so wundervoll interpretiert, dass zu keiner Sekunde die Versuchung aufkommt, eine Lesepause einzulegen. Die Autorin, Rebecca Novak, hat versprochen, an einer Fortsetzung zu arbeiten. Schon jetzt an dieser Stelle Danke für dieses Versprechen und ein großes Kompliment für ihren Erstlingsroman(!). "Maria Christina-Tagebuch einer Tochter" ist ein wirklich empfehlenswertes Buch für jeden oder jede Leser/in, der/die an historischer Information interessiert ist und sich nach Romantik sehnt.
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