Rafael Sabatini

Der italienische Schriftsteller Rafael Sabatini wurde am 29. April 1875 in Jesi in Marken in Mittelitalien geboren und ist der Sohn des Tenors Vincenzo Sabatini und der englischen Sopranistin Anna Trafford. Da sein Vater am Konservatorium in Porto als Gesangslehrer wirkte, zog die Familie bald nach Portugal, später liessen sie sich in Zug in der Schweiz nieder.

Im Alter von 17 Jahren beendete Rafael seine Schulzeit und ging nach London, um eine kaufmännische Ausbildung zu machen. Anschließend war er zehn Jahre Angestellter einer Bank. Parallel dazu übersetzte er die Korrespondenz britischer Firmen aus dem Italienischen und Portugiesischen und macht sich so einen Namen.

Im Jahr 1901 veröffentlichte er seine erste Kurzgeschichte in einem britischen Wochenblatt, und im folgenden Jahr erschien sein erster Roman The Lovers of Yvonne, der aber von der Kritik vernichtet wurde. Dennoch schrieb er weiter und verfasste so über 30 Romane, allesamt genau recherchiert und von einer wachsenden Leserzahl aufgenommen. Seine Entscheidung, seine Romane trotz seiner vielen Sprachkenntnisse auf englisch zu schreiben, rührt von seiner Aussage, dass die besten Geschichten auf englisch geschrieben würden.

1905 heiratete er Ruth Goad Dixon, eine Tochter des Papiermagnaten Lancelot Steele Dixon. Sie zogen in die Nähe von London und wurde 1909 Eltern des Sohnes Rafael-Angelo, genannt Binkie. Er entschied sich, auch aufgrund seines wachsenden Erfolges als Schriftsteller, nur noch für das Schreiben, und so entstand neben vielen Kurzgeschichten ab nun jedes Jahr ein Roman, darunter 1915 einer seiner bis heute bekanntesten, The Sea Hawk (dt. Der Seehabicht).

Während des Ersten Weltkriegs nahm er die britische Staatsbürgerschaft an, als die italienische Armee ihn einziehen wollte, und er wurde Übersetzer im Nachrichtendienst.

Mit Scaramouche (dt. Scaramouche) begann 1921 sein internationaler Ruhm, zumal er auch in den USA verlegt wurde. Ein Jahr später folgte Captain Blood (dt. Captain Blood), und die Verlage brachten Neuauflagen seiner bisherigen Romane auf den Markt, was ihn schlagartig weltberühmt machte. 1927 zog er mit seiner Familie an die Grenze von Wales und England nach Tintern Abbey. Bis dahin hatte er bis zur Erschöpfung gearbeitet, seine Romane sollten verfilmt werden und Scaramouche sogar zu einer Oper umgearbeitet werden.

Noch im selben Jahr kam es zur Katastrophe: Sein Sohn Binkie kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben, und da er der einzige Halt war, der seine Ehe mit Ruth aufrecht hielt, folgte im Jahr 1931 die einvernehmliche Scheidung. Der Tod seines einzigen Kindes machte ihm schwer zu schaffen, und so schaffte er auch nicht viel zu schreiben. Zudem liessen seine Buchverkäufe massiv nach, und er ging in die USA auf Lesereise.

1931 kaufte er sich eine alte Mühle bei Hay-on-Wye, wo er bis zum Ende seines Lebens wohnen blieb. 1935 heiratete er mit 60 Jahren erneut, und zwar Christine Dixon, seine vormalige Schwägerin und Ehefrau von Ruths Bruder. Sein Leben begann wieder an Stabilität, und er schrieb wieder ruhiger und konnte sich seinen beiden liebsten Hobbys, Fischen und Ski fahren, widmen. Christine hatte einen Sohn aus erster Ehe, genannt Lanty, der zu Kriegsbeginn in die Royal Air Force eintrat und Pilot wurde. Die Tragödie geschah, als er über das Mühlenanwesen flog, ihnen zuwinkte und aus ungeklärter Ursache vor Christines und Rafales Augen abstürzte und ums Leben kam. Sie kamen viele Jahre nicht über Lantys Tod hinweg, erst nachdem Christine einige blaue schweizer Bergblumen in Form eines Flugzeugs an die Absturzstelle gepflanzt hatte.

In den 1940ern begannen Sabatinis Magenprobleme, und er schrieb nun weniger als einen Roman pro Jahr. Er und seine Frau verbrachten seit jeher jeden Januar in Adelboden in der Schweiz, und so fuhren sie auch 1950 dort hin, obwohl Rafael bereits todkrank war. Er starb am 13. Februar 1950 und wurde in Adelboden begraben. Christine schuf später eine Skulptur für sein Grab, die einen Mann zeigt, der auf dem Boden liegt, das Gesicht nach unten, mit einem Stift in der Hand.

Rafael Sabatini gilt als einer der letzten Romanciers, seine Romane wurden in unzählige Sprachen übersetzt und auch verfilmt, u.a. mit Eroll Flynn. Zu seinen Werken zählen neben seinen Romanen und Kurzgeschichten auch Sachbücher und ein Theaterstück.

Historische Romane von Rafael Sabatini:

  • (1901) The Lovers of Yvonne (auch unter The Suitors of Yvonne erschienen)
  • (1904) The Tavern Knight
  • (1905) Bardelys the Magnificent
  • (1906) The Trampling of the Lilies
  • (1907) Love-At-Arms
  • (1908) The Shame of Motley
  • (1909) St. Martin´s Summer
  • (1910) Mistress Wilding (auch unter Anthony Wilding erschienen)
  • (1911) The Lion´s Skin
  • (1913) The Strolling Saint
  • (1914) The Gates of Doom
  • (1915) Der Seefalke (auch unter Der Seehabicht erschienen)
    The Sea Hawk
  • (1917) The Snare
  • (1921) Scaramouche
    Scaramouche
  • (1922) Captain Blood (auch unter Peter Bluts Odyssee erschienen)
    Captain Blood
  • (1923) Fortune´s Fool
  • (1924) The Carolinian
  • (1926) Bellarion
    Bellarion
  • (1928) The Hounds of God
  • (1929) The Romantic Prince
  • (1930) The King´s Minion (auch unter The Minion erschienen)
  • (1931) Scaramouche the Kingmaker
  • (1932) Der Schwarze Schwan
    The Black Swan
  • (1933) The Stalking Horse
  • (1934) Venetian Masque
  • (1935) Chivalry
  • (1936) Scaramis
  • (1937) The Lost King
  • (1939) The Sword of Islam
  • (1940) The Marquis of Carabas (auch unter Master-At-Arms erschienen)
  • (1941) Columbus
  • (1944) King In Prussia (auch unter The Birth of Mischief erschienen)
  • (1949) The Gamester
  • (1953) Saga of the Sea (posthum)
  • (2004) The Treasure Ship (posthum)

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