Das Spiel der Königsmacher von Priska Lo Cascio

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2018unter dem Titel „Das Spiel der Königsmacher“,, 560 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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Kurzgefasst:

Frankfurt im Jahr 911: Als Ludwig IV. im Sterben liegt, ruft er die Adeligen und Stammesfürsten des Ostfränkischen Reiches zu sich. Unter den vielen Reisenden zur Königswahl sind auch der sächsische Krieger Liuthar und Sarhild, eine fränkische Adelige, deren Familie beim König in Ungnade gefallen ist. Unversehens werden die beiden zum Spielball der Fürsten. Denn die Großen des Reichs wählen den Franken Konrad zum neuen König und übergehen damit Liuthars Landesherrn Heinrich, künftiger Herzog der Sachsen, der auf Rache sinnt. Zugleich erfährt Sarhild, dass der kranke König keines natürlichen Todes stirbt. In einer Welt, in der jeder jeden hintergeht, bleibt Sarhild und Liuthar nur eines: Den Aufstieg Heinrichs voranzutreiben ...

Das meint Histo-Couch.de: „Ein Spiel voller Intrigen um die Macht im Reich“88Treffer

Rezension von Karin Speck

Die Geschichte um Heinrich I. des Ostfrankenreiches ist spannend. Es ist der Beginn des 10. Jahrhunderts. Viele Intrigen und Ränkespiele führten dazu, dass dieser Mann sein Ziel erreichte. Mithilfe der Protagonisten Liuthar, der in den Diensten des Sachsen stand, und der adligen Sarhild, die um ihre Rechte und ihre Freiheit kämpft, kann der Leser hautnah dabei sein, wie der Adel und die Kirche um die Vorherrschaft im Reich streiten.

Zwischen den Fronten

Die Autorin beginnt mit dem Tod Ludwigs IV. Jetzt ist es an den Stammesfürsten, einen neuen König zu wählen. Ihre Wahl fällt auf Konrad I., aber nicht jeder im Reich ist damit einverstanden. Im Gegenteil, an allen Ecken und Enden brodelt es. Jeder, der auch nur ein kleines Herzogtum sein eigen nennt, will für sich das Beste herausholen. Zwischen diese Fronten geraten Liuthar und Sarhild. Durch sie bekommt auch der Leser zu hören, was vorgeht, wer mit wem Bündnisse geschlossen hat und wer wohl eher dem Untergang geweiht ist. Priska Lo Cascio hat diese Ereignisse wunderbar in Szene gesetzt und lässt ihre Protagonisten lebendig werden, ohne dabei zu sehr abzudriften.

Es gibt hier zwar auch eine Liebesgeschichte, aber diese ist nicht so vordergründig, auch wenn ihr Ende vielleicht vorhersehbar war. Dafür sind die Charaktere liebevoll gestaltet worden. Sarhild kämpft um ihre Rechte auf eine Art und Weise, wie man es sich nur wünschen kann. Durch sie bekommt man Einblicke, wie es wohl für eine Frau gewesen sein muss, ohne Familie und ohne Schutz. Liuthar ist hingegen ganz der Kämpfer, der strahlende Ritter auf seinem Ross, aber auch er hat seine schwachen Seiten. Überhaupt hat die Autorin ihre Charaktere gut ausgearbeitet und lässt sie nicht nur im strahlenden Licht stehen, sondern zeigt auch ihre Schattenseiten.

Historisches Wissen und Sinn für Humor

Der Erzählstil ist nicht nur leicht zu lesen, durch die Verwendung alter Ortsnamen und alter Begriffe stellt sich auch das Gefühl ein, in der damaligen Zeit zu sein. Es werden aber nicht nur die Ereignisse geschildert, auch blitzt immer wieder Humor durch und so gibt es die eine oder andere Szene, die zur Belustigung beiträgt. Lo Cascio vermittelt nicht nur historisches Wissen, sondern erzählt ihre Geschichte so, wie sie durchaus gewesen sein könnte. Dabei ist es ihr gelungen, die Ereignisse von allen Seiten zu beleuchten. Sie schildert zum einen aus dem Leben Heinrichs und dann wieder aus der Sicht der Kirche, hauptsächlich vertreten durch den Bischof Salomo von Constantia und dann immer wieder aus dem Leben von Liuthar oder Sarhild. Hierbei ist zu spüren, dass die Autorin im Vorfeld wohl gute Recherchearbeit geleistet hat. Ihre Geschichte klingt jedenfalls glaubhaft und nachvollziehbar.

In einem ausführlichen Anhang wird noch so einiges geklärt. Es gibt nicht nur ein Personenregister oder ausführliches Nachwort, sondern auch eine Übersetzungsliste der alten Ortsnamen und eine Begriffserklärung.

Lebendige Geschichte aus einer längst vergangenen Epoche

Das Spiel der Königsmacher ist ein historischer Roman einer längst vergangen Epoche. Mit viel Charme lässt die Autorin diese Zeit lebendig werden und beweist mit ihrem Roman, dass es noch jede Menge Geschichten aus längst vergangenen Zeiten zu erzählen gibt.

Den Namen Priska Lo Cascio sollte man sich sicher merken. Bleibt zu hoffen, dass es von dieser Autorin noch so einige schöne historische Romane geben wird. Dass sie es kann, hat sie mit dem vorliegenden Roman bewiesen.

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