Lutetias Geheimnisse von Pierre Assouline

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Originalausgabe erschienen 2005 unter dem Titel „Lutetia“, deutsche Ausgabe erstmals 2006 , 448 Seiten. ISBN 3896672878. Übersetzung ins Deutsche von Wieland Grommes.

Kurzgefasst:

Édouard Kiefer ist Hoteldetektiv des Pariser Luxushotels Lutetia. Er kennt die Gewohnheiten seiner Gäste, ob Heinrich Mann, Peggy Guggenheim oder Antoine de Saint-Exupéry. Als Paris im Juni 1940 kapituliert, nistet sich der deutsche Geheimdienst unter Wilhelm Canaris in den prunkvollen Räumen ein. Édouard, der von seiner Mutter die Liebe zur deutschen Kultur geerbt hat, wird Dolmetscher und gerät in Verdacht, mit den Nazis zu kollaborieren. In Wahrheit unternimmt er alles, um seine jüdische Geliebte zu beschützen.

In den dreißiger Jahren ist das Palasthotel Lutetia nicht nur eine Drehscheibe wahrer und eingebildeter Snobs, sondern auch Treffpunkt der deutschen Exilanten. Hier kündigen sich große politische Veränderungen an. In den Weinkellern, im Aufzug oder im Tee-Salon nehmen menschliche Dramen ihren Lauf: vom Diebstahl über den Ehebruch bis zum Duell. Geradezu magisch zieht das Lutetia Menschen mit einem Hang zum Doppelleben an. Selbst der pflichtbewusste Hoteldetektiv Édouard Kiefer, ein Protestant und Junggeselle, hat eine heimliche Geliebte: Natalie Clary, die er seit früher Jugend kennt und verehrt. Als Frankreich von den deutschen Truppen überrollt und das Hotel Lutetia zum Hauptquartier der so genannten deutschen Abwehr wird, verschwindet Natalie aus dem Hotel – aber nicht aus dem Leben von Édouard, der bald nicht mehr weiß, wem er dienen soll: dem Land, dem Hotel – seiner einzigen Heimstatt – oder jenen Kollegen, die sich im Widerstand engagieren?

 

Ihre Meinung zu »Pierre Assouline: Lutetias Geheimnisse«

zeilensprung zu »Pierre Assouline: Lutetias Geheimnisse« 21.09.2014
Der in Casablanca geborene Schriftsteller Pierre Assouline hat von 1971 bis 2004 an "Lutetias Geheimnisse" gearbeitet und das Ergebnis ist ein ungeheuer vielschichtiges Hotel-Epos, dass den Wandel vom Luxustempel zur von deutscher Abwehr und französischer Resistance gleichermaßen besetzten Schaltzentrale hin zum Aufnahmelager rückgeführter KZ-Häftlinge vollziehen muss.

Edouard Kiefer stammt aus dem Elsass. Zu Beginn der Dreißiger Jahre wird der gescheiterte Polizist Privatdetektiv im Hotel Lutetia, dass zu den ersten Adressen in Paris gehört. Er verrichtet diskret und zuverlässig seine Arbeit, kennt jeden Winkel des Hotels und auch die vielen Eigenheiten der mehr als schillernden Klientel. Intellektuelle, Künstler, Großindustrielle und Adel - wer etwas auf sich hält, steigt im Lutetia ab. Kiefer durchschaut die Welt des Hotels genau, er kennt die Spielregeln und ahnt, dass bald im Hotel alles anders werden wird. Während sich in den späten Dreißiger Jahren die Emigranten die Klinke in die Hand geben, wird das Hotel unmittelbar nach der Besatzung von deutschen Militärs besetzt. Kiefer dient den Besatzern als Dolmetscher und gleichzeitig versorgt er die Resistance mit Informationen - ein wahrhaft gewagtes Spiel! Und schließlich geraten das Hotel und Kiefer noch einmal in den Mittelpunkt der zeitgeschichtlichen Ereignisse, denn das Haus wird zur ersten Anlaufstelle für die vielen traumatisierten KZ-Häftlinge Frankreichs...

Pierre Assouline hat einen ganz besonderen Roman verfasst, der semi-dokumentarischen Charakter hat. Während der erste Teil einen Kosmos für sich beschreibt, dabei fast anekdotenhaften Charakter hat, ist er im zweiten und dritten Teil vor allem der historischen Wahrheit verpflichtet. Der dritte Teil wiederum ist die gelungenste Passage des Buches, denn er beschreibt das Grauen und das Trauma der ehemaligen KZ-Häftlinge auf ungeheuer einfühlende Art! Ihm gelingen zudem sehr viele interessante Charakterbeschreibungen und mit seinem Protagonisten hat er eine Romanfigur erschaffen, die dem Leser lange in Erinnerung bleiben wird.

"Lutetias Geheimnisse" ist allerdings kein "Bettkantenbuch". Man braucht ein wenig Zeit, um sich in diesem "Universum in der Nussschale" zurecht zu finden.
Für geübte Leser ist dieses Buch allerdings ein großer Genuss!

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