Die Schwester der Königin von Philippa Gregory

Buchvorstellungund Rezension

Die Schwester der Königin von Philippa Gregory

Originalausgabe erschienen 2001unter dem Titel „The Other Boleyn Girl“,deutsche Ausgabe erstmals 2004, 692 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Ulrike Seeberger.

»Die Schwester der Königin« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

Kurzgefasst:

Mary Boleyn wird mit vierzehn die Geliebte des Königs Henry VIII. Als inoffizielle Herrscherin muß sie jedoch erkennen, daß sie nur ein Spielball in den Machtplänen ihrer Familie ist. Denn weder Korruption, Ehebruch oder Mord können den Aufstieg der neuen Favoritin, ihrer Schwester Anne, aufhalten. Aber das wichtigste für Henry VIII. ist ein Thronfolger&

Das meint Histo-Couch.de: „Die bewegende Geschichte der Familie Boleyn“86Treffer

Rezension von Vanessa Brinker

Anne Boleyn. Dieser Name ist jedem bekannt, der sich ein bisschen mit der Geschichte Englands oder mit Heinrich VIII, König von England, befasst hat. Viele Sagen und Gerüchte ranken sich um Anne, die angeblich den König verhext hat. Verhext hat sie ihn vielleicht, aber nicht mit Zaubersprüchen oder irgendeinem Liebestränklein. Viel mehr hat sie es geschafft, den König von England für sich zu gewinnen. Sie mauserte sich von einer Bürgerstochter zur Königin von England – und zahlte letzten Endes nicht nur einen viel zu hohen Preis für die Krone, sondern opferte für ihren Erfolg sogar ihr Leben …

Das andere Boleyn-Mädchen

Mary Boleyn, die Schwester der bekannten Anne, ist gerade vierzehn Jahre alt, als sie zur Hofdame von Königin Katherine von Aragón wird. Das junge Mädchen ist es gewohnt zu tun, was ihre Eltern von ihr fordern und so hat sie schon als dreizehnjährige ihren Mann William Carey auf deren Geheiß hin geheiratet. Am englischen Hof fühlt sich die junge Mary wohl und genießt das Ansehen der Königin, die sie oftmals den anderen Hofdamen vorzieht. Als ihre ältere Schwester Anne vom französischen Hof an den englischen zurückkehrt, ändert sich Marys beschauliches Leben dramatisch.

Anne fällt mit ihrer französischen Art sofort unter allen anderen Hofdamen auf, sie hält nicht nur an der französischen Mode fest, sondern auch den französischen Manieren, die sich erheblich von denen der Engländer unterscheiden. Neben diesem Paradiesvogel muss die ruhige und eher schüchterne Mary einfach auffallen – nicht zuletzt auch dem König selbst.

Spielball einer ehrgeizigen Familie

Als das Interesse des englischen Königs immer offensichtlicher wird, findet sich die komplette Familie Boleyn im Stadthaus der Howards zu einem Familienrat zusammen. Marys Onkel, das Familienoberhaupt der Howards, schreibt von jetzt an die Regeln, an die sich die ganze Familie Howard/ Boleyn zu halten hat. Der ehrgeizige Onkel verfolgt große Pläne, Pläne, die nicht nur ihn, sondern die ganze Familie im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf kosten könnte, würden die falschen Leute davon Wind bekommen. Er sieht den Stern der Boleyns am königlichen Hofe aufgehen und seine Nichte Mary an der Seite des Königs- als seine Königin. Bis dahin ist es freilich noch ein langer Weg, denn erst einmal wäre da die kleine, aber nicht zu verachtende Tatsache, dass der König schon lange verheiratet ist und die Königin demnach den Boleyns im Weg steht.

Geschickt unterstützt die komplette Familie Mary, die nunmehr nichts anderes ist als der Spielball ihrer Familie. Sie wird ihrem Mann weggenommen und auf ihre Rolle als Mätresse Henrys vorbereitet. Und in der Tat dauert es nicht lange, bis Mary im Bett des Königs liegt und ihm zwei gesunde Kinder schenkt- eine Tochter und einen Sohn. Da die Königin ihrem Mann nie einen Sohn schenken konnte, sieht sich der Howard-Clan schon am Ziel seiner Träume, da beginnt der König sich immer mehr für Anne zu interessieren.

Kurzerhand beschließt der Familienrat die Rollen der beiden Boleyn-Mädchen zu vertauschen. Der Stern Marys geht bei Hofe ebenso schnell wieder unter, wie er aufgegangen ist und sie muss nun mit ansehen, wie Anne in der Hierarchie des Hofes und der Gunst des Königs immer weiter steigt. Und schließlich vollbringt Anne das, was es auf der Welt bis dahin noch nie gegeben hat – sie wird Königin von England …

Macht und Ansehen gelten mehr als die eigene Familie

Philippa Gregory schafft es mit diesem Roman den englischen Hof und alle mit ihm verbundenen Menschen vor dem inneren Auge Wirklichkeit werden zu lassen. Viel Großes geschieht in der Zeit zwischen 1521 und 1536, Dinge, die die Welt bisher nicht erlebt hat. Ein König stellt sich nicht nur gegen einen Teil seines Hofes und seines Landes, sondern überwirft sich auch mit der Kirche und gründet eine neue mit sich selbst als Oberhaupt. Auslöser für diese wirren Zeiten sind eine nicht gesicherte Zukunft des Thrones, weil die Königin dem Land keinen Thronfolger schenken konnte, eine Familie, die für ihre Träume über Leichen geht und eine Frau, die einen Mann geschickt mit ihren Reizen verführt. Ein hoher Einsatz, um den alle Beteiligten in einem Spiel spielen, bei dem es letzten Endes nur Verlierer gibt. Sowohl die Boleyns als auch der König selbst nehmen es in Kauf ihre eigenen Familien zu zerstören und unglücklich zu machen.

Henrys Streben nach einem Sohn und Thronfolger wurde über die Jahre zu einer „fixen“ Idee. Es reichte ihm nicht, dass er wenigstens zwei außereheliche Söhne hatte, er wollte einen ehelichen Sohn. Dafür war er bereit alles zu geben und zu tun. Da er zu den Mensch zählte, die sich alles gerne schönreden lassen und für Komplimente sehr empfänglich sind, ist es kein großes Kunststück für Anne, sich bei ihm Liebkind zu machen. Viel schwieriger ist es, diesen Mann bei Laune zu halten, denn der König ist nicht einer der Geduldigsten. Gregory schafft es mit ihren sehr authentischen Charakteren Szenen zu zeichnen, die den Leser bewegen und in denen das volle Ausmaß dieses Drahtseilaktes, den Mary und später auch Anne zu bewältigen haben, zum Vorschein kommt.

Hochmut kommt stets vor dem Fall

Hochspannung ist es nicht, was einen in diesem Buch erwartet. Aber es brennt dem Leser unter den Nägeln, zu erfahren, mit welchen Schachzügen die Boleyns und Howards nun wieder aufwarten, um den König in die Richtung zu lenken, in die sie ihn haben wollen. Fast 700 Seiten lang leidet der Leser mit Mary und fiebert mit Anne- immer im Hinterkopf, in welcher Katastrophe diese wahre Geschichte schließlich enden wird.

Es macht traurig zu sehen, wohin der Wunsch der Boleyns führt, immer mehr Macht anzuhäufen. Sie verstricken sich immer weiter in eine Geschichte, die alle nur noch tiefer ins Verderben reißt. Mary liebt den König und muss mit ansehen, wie ihre Schwester sich einen Platz an seiner Seite erkämpft. Anne, die ebenfalls ihre große Liebe für dieses Machtspiel aufgeben muss und dadurch noch berechnender und kälter wird, entwickelt eine Habgier, die nach ihres gleichen sucht. Aber das Ergreifendste an diesem Buch ist die Schilderung der Katharina von Aragón, die ihr trauriges Schicksal schließlich annimmt.

Und auch die Krone von England kann Anne nicht zu einer glücklichen Frau machen. Zum Zeitpunkt ihrer Hinrichtung- als Zeichen seiner einstigen Liebe hat Henry noch für einen der fähigsten Scharfrichter gesorgt- steht schon eine neue Frau an seiner Seite. Für all diese emotionalen Eindrücke findet Philippa Gregory die passenden Worte.

Einen geschichtlichen Fehler weist dieses Buch jedoch auf, der den Leser nachhaltig verwirrt. Mary Tudor, die Schwester von Henry VIII wird immer wieder als Königin Mary bezeichnet. Sie war zwar Königin von Frankreich, kommt aber nach dem Tod ihres ersten Mannes als Witwe in ihr Heimatland zurück. In Frankreich regiert ein neuer König und demnach ist seine Frau Königin. Mary heiratet in England Charles Brandon und führt in zweiter Ehe lediglich noch den Titel Herzogin von Suffolk.

Die Schwester der Königin ist ein sehr interessanter Roman, der unterhaltend und leicht geschrieben ist. Die Autorin verzichtet auf umständliche Sätze und kompliziert erklärte Familienverhältnisse. Wer sich einen kleinen Einblick in das Leben der unglücklichen Boleyn-Mädchen gönnen möchte, kann mit diesem Buch nichts falsch machen. 

Ihre Meinung zu »Philippa Gregory: Die Schwester der Königin«

Carolina Schwarz zu »Philippa Gregory: Die Schwester der Königin«14.09.2017
Dies ist das erste Buch dieser Autorin, das ich gelesen habe und es hat mich in seinen Bann gezogen, ich habe Teile davon zweimal gelesen. In den letzten Jahrzehnten habe ich eigentlich nur Krimis und Thriller gelesen, In meiner Jugend jedoch viele historische Romane wie zB. Kenilworth oder Ivanhoe von Scott. Liebesromane lese ich eigentlich nie. Dieses Buch hat mich richtig gefesselt, ich bin richtig eingetaucht in die Welt der Tudors. Also, es hat mir sehr gefallen. Und ich habe schon ein nächstes Buch von rau Gregory gekauft.
isabelle zu »Philippa Gregory: Die Schwester der Königin«09.10.2013
Ich fand das Buch langweilig, banal und repetitiv. Es war mir vollkommen unmöglich, mich auch nur mit einer einzigen Figur zu identifizieren.

Ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, warum das Buch so ein Erfolg war - vielleicht, weil jede/r schon einmal von Anne gehört hat, aber Mary bis zum Buch/Film relativ unbekannt war? Wegen des Hypes um die Tudors (siehe Fernsehserie) im Allgemeinen?
Laurelie zu »Philippa Gregory: Die Schwester der Königin«06.07.2011
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und hatte Mühe es wegzulegen. Innerhalb zweier Tagen hatte ich es durch und war restlos begeistert.
Die Geschichte wird von Anfang bis Ende spannend gehalten und liebevoll detailiert geschrieben.
Es verhalf, mir einen Einblick zu Zeiten Heinrich VIII gewähren, mitzufühlen und fiebern. Was mir dazu sehr geholfen hat, war die Erzählung der Ichform Mary's, die eigentlich eine eher nebensächliche Rolle bei Hof hatte.

Es wird ganz bestimmt nicht das letzte Buch Gregory's sein, das ich lesen werde!
Sana zu »Philippa Gregory: Die Schwester der Königin«22.09.2010
Diese Autorin ist einfach eine große Erzählerin. Auch wenn der Stoff bekannt scheint, gewinnt sie ihm durch ihre leichte und eingängige Erzählweise wieder neue Seiten ab. Heinrich ist so ein Widerling gewesen, schüttelt man sich als heutige Frau ja nur beim Gedanken dran. Warum und aus welch unterschiedlichen Gründen die Schwestern sich dem Herrscher zuwenden ist spannend dargestellt. Das Buch ist deutlich besser als alle Verfilmungen!
PrettyLucky zu »Philippa Gregory: Die Schwester der Königin«08.05.2010
Hallo, ich würde gerne mehr über die Geschichte von König Heinrich und seinen Frauen erfahren. Mir hat das Buch super gut gefallen, aber ich würde es gern mal aus einem anderen, sagen wir mal, realistischeren Blickwinkel lesen. Kann mir irgenjemand einen Tipp zu einem gleichwertigen Buch geben, welches sich mit diesem Thema befasst? Würde mich sehr freuen!
toma zu »Philippa Gregory: Die Schwester der Königin«27.01.2010
Dies ist das erste HISTORISCHE Buch, dass ich von P.G. lese und wird auch das letzte sein. (ihren Roman "die Schwiegertochter" finde ich phantastisch!)
Der historische Hintergrund um die "Boleyn-Mädchen" stimmt natürlich, nur habe ich zu dem Thema schon sehr viele... und VIEL BESSERE ... Bücher gelesen

Mich stört, die Langatmigkeit, alles wird bis ins Kleinste ausgewalzt und wiederholt sich ständig.
Ich habe das Gefühl, dass die Autorin diese ganze Zeitspanne nur auf das königliche Bett konzentriert.
WAS darin passiert, klingt zwar nur an, dafür wird aber das Drumherum immer wieder genauestens geschildert.
Allein auf 18 Seiten hintereinander war 12x das Wort "Begierde" zu lesen, Anne passt JEDEN Abend auf, dass Mary sich ihr "xxx" wäscht, bevor Bruder George sie zu Henry bringt ... Anne DARF ja nicht, um ihre Trümpfe nicht zu früh herzugeben . DAFÜR bringt Mary ihr bei, wie sie Henry trotzdem "Wonne bereiten kann", damit er nicht die Lust verliert ... "bist du heiss auf ihn ?" ist das allabendliche Thema zwischen den Schwestern ...

Heinrich VIII. und sein Streben nach einem Nachfolger ... wodurch England sich radikal veränderte... fast NUR auf das Sexuelle zu fokussieren, wird der wahren Geschichte in keinster Weise gerecht, aber "Sex sells" nunmal ... MIR ist das zu seicht
Teufelsweib zu »Philippa Gregory: Die Schwester der Königin«25.10.2009
Ich hab das Buch regelrecht verschlungen. Ich konnte nur kurze Pausen ertagen, denn ich wolte unbedingt erfahren, wie es weitergeht, wirklich packend. Jeder Charakter ist so liebevoll gestaltet, man fühlt richtig mit ihnen mit. Das einzige, das mich etwas genervt hat war die immer wiederkehrenden Ereignisse, fast als säße man in einem Karussel. Das tut dem Buch allerding keinen Abbruch. Ich empfehle es auf jeden Fall weiter es ist mehr als lesenswert.
Katherine zu »Philippa Gregory: Die Schwester der Königin«14.06.2009
Das Buch hat mich von anfang an gefesselt und Ich konnte es kaum aus der Hand legen. Ich find es schlimm was die Familie mit den Boleyn Mädchen gemacht haben und wie Anne mit Mary umgegangen ist.
Leider war nicht alles richtig in dem Buch was Ich aber zum Glück erst danach rausgefunden habe. Trotzdem fand Ich es richtig gut und Ich würde es jedem weiterempfehlen.
Ellen_702 zu »Philippa Gregory: Die Schwester der Königin«11.12.2008
Philippa Gregory erzählt eine Geschichte vom englischen Hof, die von Macht, Hass und Intrigen nur so strotzt.

Mary Boleyn, dass eindeutig liebenswertere Boleyn-Mädchen, wird zum Spielball ihrer ehrgeizigen Familie. Sie ist zwar mit William Carey verheiratet wird aber trotzdem von ihrer Familie in das Bett von Henry VIII geschoben. Mary hat zwar ein schlechtes Gewissen ihrer geliebten Königen gegenüber trotzdem lässt sie sich wie ein Marionette behandeln. So protestiert sie auch kaum, als Henry VIII sich ihrer Schwester zuwendet. Nun muss sie ihre ältere Schwester Anne bedienen und wird Zeugin ihres rasanten Aufstiegs. Anne selbst will ganz weit nach oben und setzt alles auf eine Karte, um auf den englischen Thron zu kommen. Anne ist ein echtes Biest, wäre sie meine Schwester gewesen hätte ich sie schon längst im Stich gelassen und hätte ihr Ende als berechtigt empfunden. Nicht aber Mary, bleibt sie doch bis zum Schluss ihrer Schwester treu, egal wie schlecht sie von Anne behandelt wird. Mary selbst habe ich sehr gemocht, auch wenn sie mir manchmal zu einfach gestrickt war. Anne habe ich verabscheut, keine Schwestern könnten so unterschiedlich sein wie diese beiden. Von Henry VIII war ich etwas enttäuscht gewesen, er spiegelt alle schlechten Eigenschaften wieder, die ein Mann nur besitzen kann. Habe ich seinen Vater in Rebecca Gablés "Das Spiel der Könige" "kennen gelernt", so erscheint mir sein 2. geborener Sohn mehr als verdorben.

Philippa Gregory erzählt eine wahre Geschichte, die sich auch tatsächlich so abgespielt haben könnte, wie sie es in ihrer Geschichte erzählt. Die Story ist gut recherchiert und der Leser hat das Gefühl mitten drin zu sein. An manchen Stellen war es mir doch zu langatmig gewesen, dass Buch hätte ruhig einige Seiten weniger haben können, manche Szenen waren unnötig und dienten nur dazu den Seitenumfang zu mehren. Zu mindestens hatte ich diesen Eindruck. Dennoch habe ich mich gut unterhalten gefühlt.
jordis zu »Philippa Gregory: Die Schwester der Königin«02.11.2008
"Die Schwester der Königin" war mal wieder so ein Buch, was man echt total entspannt "runterliest". Als ich es zum ersten Mal in der Hand hatte und die knapp 700 Seiten sah, hatte ich ja so meine Zweifel, aber dieses Buch hat sich unglaublich toll gelesen und man mochte es kaum aus der Hand legen.

Dazu trägt sich der Umstand mit bei, dass das Buch zum großen Teil aus Dialogen besteht. Dabei handelt es sich um einen sehr interessanten literarischen Kniff, denn der geneigte Leser wird über die Dialoge (zwischen den Boleyn-Schwestern, Henry VIII. sowie anderen beteiligten Personen) auf einer sehr persönlichen Ebene Zeuge der Geschehnisse am englischen Hofe als auch des Europas des 16. Jahrhundert.

Bei der "Ich-Erzählerin" (ungewöhnlich für einen historischen Roman, aber im Nachhinein doch sehr nahe an den Ereignissen) handelt es sich um Mary Boleyn, eben die Schwester der späteren Königin Anne Boleyn. Man erlebt deren Entwicklung von einem 13jährigen unbedarften Kind hin zu einer reifen und selbstbewussten Frau. Auch wenn diese Entwicklung vor allem von anderen Menschen vorangetrieben wird.

So wird man als Leser in das Leben bei Hofe als auch das der Landadligen mit einbezogen, erlebt, wie speziell die Frauen nur Figuren auf einem Schachbrett der Mächtigen und Ehrgeizigen sind und sich deren Vorhaben beugen müssen - ob es ihr Unglück bedeutet oder nicht. Besonders die Boleyn-Schwestern wurden so zu Huren, Spioninnen oder Giftmischerinnen, nur um dem Aufstieg ihrer eigenen Familie behilflich zu sein.

Fast "nebenbei" lernt man so die Hintergründe für die Veränderungen in dieser wichtigen historischen Epoche kennen und nimmt gleichzeitig Anteil an den Personen, die in diese Veränderungen verwickelt sind. Man versteht die Gründe, warum sie diese voran treiben (etwa die ehrgeizige Anne Boleyn) oder verhindern wollen (die konservative wie gläubige Königin Katherine von Aragon) und welche Auswirkungen dies für die weitere historische Entwicklung hatte (Ausbau der anglikanischen Kirche, Elisabeth I.).

Ich war richtig traurig, dass das Buch nicht mit den Kindern der Protagonisten, etwa Mary der Katholischen und Elisabeth I. weitergeht. Ein 2. Teil wäre insofern großartig!

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 20.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Die Schwester der Königin

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.