Die Mutter der Königin von Philippa Gregory

Buchvorstellungund Rezension

Die Mutter der Königin von Philippa Gregory

Originalausgabe erschienen 2011unter dem Titel „The Lady of the Rivers“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 672 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Astrid Becker, Elvira Willems.

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Kurzgefasst:

Herrin der Flüsse, Seherin des Schicksals, Mutter der weißen Königin. Sie sei so rein, dass sie ein Einhorn fangen könne, sagt man über Jacquetta von Luxemburg. Ihrer Vermählung mit dem mächtigen Duke of Bedford, dem engsten Berater König Henrys VI., sieht die junge Frau mit Furcht entgegen. Denn ihr Herz gehört Bedfords Junker Richard Woodville. Als der ungeliebte Gemahl unerwartet stirbt, schließen die beiden heimlich den Bund der Ehe – eine beispiellose Überschreitung der Standesgrenzen. Dann nimmt der König die junge Marguerite d’Anjou zur Frau, und Jacquetta steigt zur engsten Vertrauten der neuen Königin auf. Intrigen und Missgunst beherrschen bald das Leben bei Hofe. Doch mit unerschütterlicher Loyalität kämpft Jacquetta für das Herrscherpaar – und für ihre Tochter Elizabeth, die sie für etwas Höheres geboren sieht: die Krone des englischen Königreichs und die weiße Rose von York.

Das meint Histo-Couch.de: „Der Beginn der Rosenkriege, spannend und authentisch aufbereitet“88Treffer

Rezension von Daniela Loisl

England Mitte des 15. Jahrhunderts. Jaquetta von Luxemburg, ein reines, hübsches und gehorsames Mädchen, wird mit dem mächtigen Duke of Bedford, John of Lancaster, verheiratet. Der Duke wählt sie nicht nur aufgrund ihres Aussehens, sondern weil er sich erhofft, dass sie, wie ihm zugetragen wurde, in die Zukunft sehen kann. Um Jaquetta ständig zu schützen, stellt ihr Gatte ihr Richard Woodville zur Seite, nicht ahnend, dass seine junge Frau diesen mit gänzlich anderen Blicken ansieht als ihn selbst.

Nach dem Tod ihres Mannes ist der Weg endlich frei für die beiden und Richard und Jaquetta heiraten still und heimlich. Die junge Königin, Marguerite d`Anjou, findet in Jaquetta eine loyale Vertraute und will sie stets an ihrer Seite haben. Aber Jaquetta handelt nicht ganz uneigennützig, denn sie weiß, dass ihre Blutlinie ihrer Tochter den Weg ins Königshaus ebnen könnte …

Spannend und ereignisreich

Wie schon in den ersten beiden Bänden erzählt auch in diesem Buch die Protagonistin ihre Geschichte selbst. Hatte man im zweiten Band mit einer etwas unsympathischen Protagonistin zu kämpfen, so hat Gregory mit Jaquetta wieder eine Figur geschaffen, mit der der Leser sich leichter identifizieren kann.

Gleich zu Beginn trifft man auf eine sehr bekannte Figur, Johanna von Orleans. Geschickt – und vor allem glaubwürdig – hat die Autorin die Ereignisse um Johanna mit in die Geschichte eingewoben, sodass Johannas Gefangenschaft nicht nur als „Aufhänger“ dient, sondern auch als ein interessanter Exkurs zum Mythos der Jeanne d`Arc dient.

So ist schon der Beginn des Buches spannend und ebenso geht es auch weiter. Man begleitet das junge Mädchen Jaquetta und erlebt ihre Entwicklung bis zur starken Frau und Kämpferin mit. Dass Gregory sich auf sicherem Terrain bewegt, weiß man von ihren anderen Büchern und es kommt auch hier wieder zum Ausdruck. Es sind nicht nur die Figuren, die die Zeit der Häuser York und Lancaster nochmals zum Leben erwecken, sondern auch die so real geschaffene Atmosphäre, die den Großteil dazu beiträgt.

Alte Bekannte

Wer die ersten beiden Teile gelesen hat, wird schnell feststellen, dass man nicht nur so mancher Figur aus dem ersten Band wieder begegnet, sondern auch die Schauplätze nochmals betritt. Dies ist aber auch nicht verwunderlich, wäre dieses Buch doch eigentlich, von der zeitlichen Abfolge her, der erste Band.

Hat Gregory mit Elizabeth Woodville und Margaret Beaufort hervorragende Einblicke in das Geschehen rund um den Kampf der Krone gewährt, zeigt sie in diesem Band, wie die Strippen schon zu Beginn richtig gelegt wurden, um später nur noch daran ziehen zu müssen. Der Blick hinter die Kulissen, wo Intrigen gesponnen, Fallen gestellt und durch Missgunst und Neid gehässige Gerüchte gestreut werden, ist immer wieder spannend und mitreißend.

Sprachlich einfach, aber nicht platt

Philippa Gregorys Bücher fesseln durch ihr breites Wissen rund um die Geschehnisse der englischen Geschichte zur Zeit der Tudors und die Machtkämpfe um die Krone. Die Autorin erzählt die Geschichte in einer einfach zu lesenden Sprache, gleitet aber nie ab ins Seichte oder Triviale, sondern ermöglicht dem Leser, sich ganz in die Gedankenwelt der Protagonistin zu versetzen.

Obwohl Gregorys Romane sicher nicht zu den literarischen Highlights gehören, versteht es die Autorin, ihre Leser zu fesseln und ihnen wahre Historie mit stimmiger und glaubhafter Fiktion zu vermitteln. Da es über Jaquette nicht sehr viele historisch belegte Quellen gibt, war das Fingerspitzengefühl der Autorin besonders gefragt.
Ihre Gabe, sich mit viel Empathie in die unterschiedlichsten Charaktere zu versetzen, ermöglicht es ihr stets, ein sehr reales Bild der erzählenden Person, wie eben hier Jaquetta Woodville, zu kreieren, sodass man durch die unterschiedlichen Perspektiven einen sehr guten Gesamtüberblick in die damaligen Ereignisse erhält.

Im nächsten Band der Reihe wird es um die Tochter des „Königsmachers“ Richard Neville gehen. Ist auch dieser vierte Band in ähnlicher Qualität wie die ersten Bücher, darf man sich wieder auf spannende und interessante Lesestunden freuen.

Ihre Meinung zu »Philippa Gregory: Die Mutter der Königin«

UV zu »Philippa Gregory: Die Mutter der Königin«03.10.2016
Ich finde die Bewertung der Bücher als "spannend" oder "historisch fundiert" usw. sehr erstaunlich. Zwar baut sie keine Anachronismen ein, allerdings muss Gregory durch die Wahl iher jeweiligen Protagonistinnen, die sich logischerweise abseits des Geschehens (seien es Schlachten oder Verhandlungen) aufhalten, die meisten Ereignisse aus zweiter Hand schildern. Das ständige Paraphrasieren wichtiger historischer Ereignisse wirkt auf Dauer ermüdend und nimmt den Großteil der Spannung (da könnte ich genausogut die entsprechenden Fakten in einem Sachbuch nachlesen). Auch die Charaktere wirken zweidimensional, der Schreibstil - erste Person Präsens - ist einfach schlecht.
Offensichtlich beherrscht die Autorin die einfache Regel des "Show, don't tell" nicht. Hier ist alles "tell" und nichts "show". Schade.
DOro zu »Philippa Gregory: Die Mutter der Königin«16.10.2014
EInfach nur spannend.
Wer ein LIebhaber von historischen Romanen ist, muss dieses Buch lesen.
"SO rein, dass sie ein Einhorn fangen kann"....DAmit fangen die Probleme an, denn nur wird sie wegen ihrer Reinheit und ihrer"Sehensgabe" stark begehrt.
Ihre echte und wahre LIebe kommt aber erst spaeter.HAt sie den richtigen Schritt getan?
Wird sie evtl. als Hexe der der HAeresie beschuldigt.
anath zu »Philippa Gregory: Die Mutter der Königin«21.12.2012
Was für ein dicker Wälzer! Und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen! Eine hochspannende Persönlichkeit hat Philippa Gregory da entdeckt und uns zurück gegeben. Diese Jaquetta von Luxemburg, Duchess of Bedfort, Lady Rivers und Mutter der "weißen Königin" Catherine Woodville ist eine Persönlichkeit von Format, die völlig zu Unrecht im Nebel der Geschichte verschwunden ist. Und Philippa Gregory gebührt großer Dank dafür, daß Leben dieser Frau erforscht und für uns aufgeschrieben zu haben. Natürlich wäre dies keine "echte Gregory" wenn es langweilig und öde zugehen würde in diesem Buch. Es wird gelebt, geliebt, gelacht und geweint. Und mit der Gechichte Jaquettas erzählt die Autorin auch die Vorgeschichte der Rosenkriege, läßt den Leser miterleben, in welchen Nöten die Menschen in England waren unter einem wenig tauglichen König und einer wohl noch weniger tauglichen Königin.
Dieses Buch ist so packend geschrieben, daß der Leser mit fiebert und bangt, obwohl er längst weiß, was der Lauf der Geschichte schließlich bringen wird. Es sind Längen in dem Buch, in denen der Spannungsbogen abzuflachen scheint. Erst viel später wird einem bewußt, daß diese Längen, dieser Leerlauf, genau das ist, was in England damals passiert ist und daß es uns Lesern nun genauso geht wie denen, die diese Zeit mit erlebten: Warten, daß endlich etwas passiert, daß sich endlich etwas ändert. Und es wird auch beim Lesen verständlich, warum Menschen unabdingbar zum Haus Lancaster hielten. Genauso wie begreifbar wird, warum Menschen sich abwandten und zum Haus York wechselten.
Da Jaquetta aus vornehmsten Luxemburger Haus stammt und zunächst in die Verwandtschaft des englischen Königs einheiratet , hat sie immer den besten Blick auf die Spiele der Macht. Philippa Gregory schildert sie als eine beherzte und kluge Frau, voll Emotionen, voll auch von Wärme und liebevoller Zuwendung für die Menschen, die ihr nahestehen.
Und so ist man gerne bereit, ihr durch dieses Buch zu folgen, so dick es auch sein mag, und mit ihr die Höhen und Tiefen ihres Lebens und der englischen Geschichte zu erleben.
Ein ganz tolles Buch und meine dringende Empfehlung!
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