Die Gebeine von Avalon von Phil Rickman
Buchvorstellung
Originalausgabe erschienen 2010 unter dem Titel „The Bones of Avalon“, deutsche Ausgabe erstmals 2011 , 640 Seiten. ISBN 3862520013. Übersetzung ins Deutsche von Alexandra Hinrichsen.
Kurzgefasst:
Wer schützt die Königin gegen die Mächte der Finsternis? Panik am Hofe von Elisabeth I.: Der Astrologe Nostradamus hat den Sturz der jungen Königin vorhergesagt, sollte es ihr nicht gelingen, „die Knochen ihres Ahnherrn zu finden“. Gleichzeitig wird ruchbar, in der gewaltigen Ruine des Klosters von Glastonbury sei das Grab von König Artus entdeckt worden. Sofort schickt Elisabeth den fähigsten Mann auf die Suche: Dr. John Dee, Hofastrologe und aller verborgenen Wissenschaften kundig. Doch Glastonbury ist eine Stadt voller Geheimnisse. Bald verliebt sich der junge Gelehrte in die Tochter des Wundarztes. Erst spät erfährt er, dass ihre Mutter als Hexe starb. Wieder flammt der Hexenwahn auf in Glastonbury, grausame Morde geschehen, und am Ende steht John Dee tief in den Gewölben des Klosters einem stummen Feind gegenüber …
Ihre Meinung zu »Phil Rickman: Die Gebeine von Avalon«
- tassieteufel zu »Phil Rickman: Die Gebeine von Avalon« 28.07.2012
-
Dr. John Dee, Zauberer und Hofastrologe von Königin Elizabeth I wird von dieser in das ferne Glastonbury gesandt, um dort nach den Gebeinen ihres Ahnherren König Artus zu suchen, denn laut einer Prophezeiung von Nostradamus wird die Königin gestürzt, sollte es ihr nicht gelingen, die Gebeine ihres Ahnherren zu küssen. Begleitet wird Dr. Dee von Robert Dudley, dem obersten Stallmeister und Günstling der Königin. Doch was sie dann in Glastonbury erwartet, hätten sie in ihren kühnsten Träumen nicht erwartet. In der ehemaligen Hochburg des Katholizismus kursieren Aberglaube und Hexenwahn. Dann geschieht ein grausamer Ritualmord und die Tochter des Ortsansässigen Arztes gerät in den Verdacht eine Hexe zu sein und den Mord verübt zu haben, doch gerade zu dieser jungen Frau fühlt sich John Dee zunehmend hingezogen.
Der Einstieg ins Buch ist zunächst nicht ganz einfach. Zwar beginnt der Roman recht spannend mit dem Fund einer rätselhaften Wachspuppe, hier wird sofort das Interesse des Lesers geweckt, doch dieser Erzählstrang endet recht abrupt ohne dann je eine befriedigende Auflösung zu finden. Der weitere Verlauf der Geschichte ist dann zunächst recht dialoglastig und etwas langatmig, da recht ausufernd verschiedene philosophische Thesen erörtert werden. Zudem stören diverse Rückblicke, die immer recht abrupt eingeflochten werden, den Lesefluß. Hier muß man als Leser schon ein wenig Durchhaltevermögen beweisen und aufpassen, dass man nicht den roten Faden verliert. Phil Rickmann flicht in seine Geschichte auch viel Wissen über die damalige politische Situation ein, was natürlich für den Verlauf der Geschichte wichtig ist. Wer sich gut in der elisabethanischen Zeit auskennt, hat es hier vermutlich leichter, den Ausführungen zu folgen, ich mußte ab und an mal zurück blättern, aber das lag ev. auch daran, das ich nicht immer so viel Zeit zum Lesen hatte, wie wünschenswert gewesen wäre. Interessant waren die vermittelten Informationen allemal und so weit ich das beurteilen kann, hat der Autor auch hervorragend recherchiert und ist bei seiner Figurenzeichnung nah an den historisch belegten Figuren geblieben.
Nachdem Dr. Dee und Robert Dudley in Glastonbury eingetroffen sind, nimmt die Geschichte aber zusehends an Fahrt auf, es wird spannender und mysteriöser, der ganze Ort scheint voller Geheimnisse und jeder den Dr. Dee befragt, scheint sein eigenes Süppchen zu kochen. Der faszinierenden Mythos um Artus und seine Tafelrunde beschäftigt auch heute noch viele Menschen, da wundert es wenig, das auch Menschen früherer Zeitalter davon verzaubert waren. Hier versteht es der Autor meisterhaft, Mythologie, Religion und Aberglaube miteinander zu verknüpfen, ebenso wie die Beschreibungen des Lebens im 16. Jahrhundert und die etwas schwierige politische Situation zu Beginn der Regentschaft von Elisabeth der I. Die Grundstimmung im Roman ist eher düster gehalten, es gibt viele leicht unheimliche Szenen, der Auffund der Leiche, nächtliche Aktionen bei Nebel auf dem unheimlichen Glastonbury Tor, eine Hexenjagd, dazu paßt auch das ehr unheimlich gehaltene Buchcover…… Hier entsteht für den Leser ein sehr plastisches Bild, das einen mit der Hauptfigur John Dee mitfiebern läßt. Überhaupt hat mir die Figur des Dr. Dee sehr gut gefallen, er ist ein Charakter mit Ecken und Kanten und keineswegs der typische Held. Die kleine Liebesgeschichte zwischen ihm und Nell Borrow ist sehr glaubwürdig und stimmig in die Geschichte integriert, ohne den eigentlichen Handlungsstrang zu überlagern, das hat mir gut gefallen. In Glastonbury ergeben sich dann eine Vielzahl von Handlungssträngen, die aber am Ende alle geschickt mit der eigentlichen Suche nach den Knochen von Artus verwoben werden und es ergibt sich eine Auflösung die mich wirklich verblüfft hat! Dr. Dee deckt hier eine zwar fiktive Verschwörung auf, die aber vom Autor derart geschickt konstruiert wurde, das sie beinah wahr sein könnte!!
Im Nachwort erläutert der Autor, was Wahrheit und was Fiktion ist, so das der geneigte Leser hier nocheinmal detailliert unterscheiden kann.
FaziT: nach leichten Anfangsschwierigkeiten bekommt der Leser hier einen spannenden Mix aus fundiertem historischen Roman, Mysteriethriller u. Krimi, das Durchhalten lohnt hier wirklich!
- Mel.E zu »Phil Rickman: Die Gebeine von Avalon« 22.04.2012
-
Wo bleibt die Spannung?
Ich gestehe, daß ich ich mich durch dieses Buch regelrecht durchgequält habe und 640 Seiten wirklich darauf gewartet habe, daß endlich etwas passiert, daß es spannend wird, aber leider bleib das Buch langatmig und langweilig. Lange schon, habe ich nicht mehr das Bedürfnis gehabt ein Buch abzubrechen, aber hier war ich tatsächlich kurz davor. Historisches fasziniert mich meist sehr und ich habe wirklich etwas Großes erwartet, schon alleine durch das wirklich ansprechende Cover. Artus und seine Gebeine entpuppt sich als Aufhänger, der sich durch das komplette Buch zieht, mich aber nicht in seinen Bann ziehen konnte, obwohl ich die Sage um Artus und Morgaine le Fey wirklich spannend finde und auch schon einige Bücher darüber gelesen habe. John Dee, um den es sich in diesem Buch dreht, hat Tagebücher hinterlassen, auf die dieser Roman aufgebaut ist. Wo ist Wahrheit, wo Fiktion? Normalerweise stört mich die Ich - Form in einem Buch nicht, aber die Hauptperson und ihre Gedanken haben es einfach nicht geschafft mich mitzureissen, sondern mich eher gelangweilt.
Bücher sind eindeutig Geschmackssache, wie ich immer wieder feststellen muss. Mich hat es einfach nicht gepackt, daher 3 gutgemeinte Sterne. Mehr ist leider nicht drin!
- KimVi zu »Phil Rickman: Die Gebeine von Avalon« 14.10.2011
-
Nostradamus Vorhersage versetzt Königin Elisabeth I. in helle Aufregung. Denn der Astrologe ist davon überzeugt, dass der Thron in Gefahr ist, falls es Elisabeth nicht gelingt, die Knochen ihres Ahnherren Artus zu finden. Deshalb beauftragt die Königin ihren eigenen Hofastrologen, Dr. John Dee, mit der Suche. Er gilt als fähigster Mann in diesem Bereich und genießt das königliche Vertrauen. Gemeinsam mit seinem Freund Sir Robert Dudley reist er zum Kloster von Glastonbury, da sich an diesem Ort das Grab des legendären Artus befinden soll. Um sich ungestört der Suche zu widmen, beziehen die beiden Vertrauten der Königin nicht unter ihrem echten Namen das Quartier. Schon bald stellen sie fest, dass Glastonbury eine Stadt voller Geheimnisse ist, die sich nur schwer ergründen lassen. Als ein Diener Dudleys grausam ermordet aufgefunden wird, überschlagen sich die Ereignisse. Die Tochter des ansässigen Arztes gerät in den Verdacht eine Hexe zu sein. Da Dr. Dee sich stark zu der jungen Frau hingezogen fühlt, setzt er alles daran, sie aus den Klauen der Ankläger zu befreien. Dabei kommt Dr. Dee einer gefährlichen Intrige auf die Spur....
Am Anfang des Buch befindet sich eine Skizze von Glastonbury. An dieser kleinen Karte kann man sich während des Lesens orientieren und sich so die Umgebung des Handlungsortes vorstellen. Dann wird der Hauptprotagonist Dr. John Dee und die damalige Lage, und deren Bedeutung für Königin Elisabeth I., kurz beschrieben. Dadurch wird man vor dem Lesen mit den nötigen Hintergrundinformationen versorgt. In Phil Rickmans Geschichte um die Gebeine von Avalon, spielen einige historische Persönlichkeiten eine Rolle. Im Nachwort erfährt man in welcher Form sich historisch belegte Ereignisse und Personen mit der künstlerischen Freiheit des Autors mischen. Die eigentliche Handlung wird in der Ich-Perspektive, aus der Sicht von Dr. John Dee, geschildert.
John Dee wirkt sehr sympathisch. Man kann sich gut in ihn hineinversetzen und seinen Gedankengängen folgen. Gerade dieser Aspekt ist mir bei einer Erzählung in der Ich-Form sehr wichtig. Denn wenn mir die Person, in deren Haut ich beim Lesen schlüpfe, unsympathisch ist und noch dazu vollkommen unüberlegt handelt, fällt es mir schwer, mich auf die Handlung einzulassen. Da besteht bei diesem Hauptprotagonisten allerdings keine Gefahr. Er hat natürlich auch Fehler und Schwächen, doch gerade diese lassen ihn so sympathisch und lebendig wirken.
Der Einstieg in die Geschichte gelingt auf den ersten Seiten zunächst recht mühelos. Denn durch das Auffinden der rätselhaften Wachsfigur ist das Interesse an der Handlung sofort geweckt. Doch leider hält es, meiner Meinung nach, nicht lange an. Denn schon bald verliert sich das Geschehen in langatmigen Ausführungen und Dialogen. Der Autor versteht es, wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung einzuflechten, sodass man eine gute Übersicht über die damalige Lage und die Gepflogenheiten der Handlungszeit erhält. Doch diese Flut an Informationen, gepaart mit den philosophischen Gedankengängen und Ausführungen des Hauptprotagonisten, hemmt den Lesefluss und führt manchmal dazu, dass die Gedanken beim Lesen abschweifen. Ab etwa der Mitte des Buchs nimmt die Handlung allerdings deutlich an Fahrt auf und die bisher vermisste Spannung stellt sich ein. Wenn man diesen Punkt erreicht hat, fällt es schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Denn dann möchte man, gemeinsam mit Dr. Dee, unbedingt den Geheimnissen von Glastonbury auf die Spur kommen.
Der Schreibstil von Phil Rickman ist gewöhnungsbedürftig. Gerade am Anfang einer Erzählung wirkt er oft etwas zähflüssig. Dennoch gelingt es ihm hervorragend, die Atmosphäre der damaligen Zeit einzufangen und glaubhaft zu vermitteln. Gerade die düstere und geheimnisvolle Stimmung in Glastonbury, trägt später viel zu der aufkommenden Spannung bei. Die Handlungen und Dialoge sind der Handlungszeit angepasst und wirken nicht zu modern.
Insgesamt gesehen habe ich mich beim Lesen dieses historischen Romans recht gut unterhalten. Ab der zweiten Hälfte hätte das Buch sicher mindestens eine vier Sterne Bewertung verdient. Aufgrund des eher zähen Starts und der zum Teil recht langatmigen Ausführungen, bekommt dieses Exemplar auf meiner persönlichen Bewertungsskala allerdings nur drei Sterne.
- Sonea84 zu »Phil Rickman: Die Gebeine von Avalon« 01.10.2011
-
Die Geschichte beginnt in London und man bekommt einen guten Eindruck vom Leben in der elisabethanischen Zeit. Teilweise hatte ich das Gefühl die Gerüche wirklich wahrzunehmen. Rickman schafft es den Leser in eine andere Zeit zu entführen. Doch ich muss auch sagen, dass ich einige Seiten brauchte, um mich an den Schreibstil zu gewöhnen, aber dann lies es sich gut lesen. Ich würde den Schreibstil zwischen "alltäglich" und "gehoben" ansiedeln. Trotzdem konnte ich es dann einfach so "weglesen" !
Nachdem man sich mit John Dee durch London bewegt hat, tritt dieser nun seinen Auftrag an, die Gebeine von Avalon ausfindig zu machen. An seiner Seite ist sein Freund Robert Dudley. Darüber habe ich mich persönlich sehr gefreut, denn Dudley begegnet man im Zusammenhang mit Elisabeth I. öfter. ;)
In Glastonbury quatieren sich die Beiden unter falschen Namen in einem Gasthof ein und die heimliche Suche nach Artus beginnt. Dieses Dorf und ihre skurrilen Bewohne sind einfach fantastisch beschrieben! Hier passiert nun einiges, was ich natürlich nicht vorwegnehmen möchte. Aber eines sei gesagt, es ist auf den ersten Blick vielleicht anderes als in Wirklichkeit. Und es gibt viele Geheimnisse zu entdecken.
Der ganze Roman ist recht düster gehalten und vermischt Magie, Religion und Aberglaube sehr gut. Es ergeben sich in Glastonbuy mehrere Handlungsstränge und man ist jetzt nicht "nur" auf der Suche nach Knochen. Viele kleine Geschichten ergeben sich und einige von denen führen nachher zusammen.
Meiner Meinung nach kann man sogar noch etwas aus diesem Buch lernen. Wie ich schon sagte, benötigt man nicht unbedingt ein historisches Vorwissen. Der Autor streut allerlei Information rund um die Tudors, Wissenschaften, Religionen und überhaupt England zu dieser Zeit in seinen Roman ein. Selbst wenn ich schon einiges vorher wusste, konnte ich doch noch etwas dazu lernen und es störte auch nicht den Lesefluss.
Dieser historische Roman ist auf alle Fälle noch ein Stückchen mehr, da es meiner Meinung nach "Krimielemente" enthält. Für alle, die vielleicht Angst haben, dieser Roman ist halb Liebesroman, die kann ich beruhigen! Die auf dem Klappentext angesprochene "Verliebtheit" spielt nur am Rande eine Rolle und ist weit von einer romantisch wirkenden Liebe entfernt.
Viel mehr lässt sich leider über dieses tolle Buch nicht sagen, ohne die Handlung vorweg zu nehmen und die Spannung zu zerstören. Einen kleinen Abzug in meiner Bewertung gebe ich, weil einmal der Einstieg in die Geschichte doch etwas dauerte und weil ich mir persönlich mehr Auftritte von Elisabeth I. gewünscht hätte. Aber allen sei gesagt, dass das Ende und die "Auflösung" auf jeden Fall für den etwas langsamen Einstieg entschädigt!
Ich finde dieses Buch klasse und würde mich freuen, wenn Rickman vielleicht mehr in diese Richtung schreiben würde. Dieses Buch enthält einen guten Mix aus Geschichte, Magie und Krimi! Besonders die düstere Stimmung hat mir gefallen und hat mich nicht mehr losgelassen! Die Charaktere sind jeder für sich sehr gut beschrieben und gut ausgearbeitet.
Eins sei noch gesagt, für jeden der wissen möchte, was denn nun wahr und was Fiktion ist, hat der Autor dies kurz am Ende des Buches zusammengefasst.
Ich bin froh, dass ich dieses Buch lesen durfte und kann es wirklich nur wärmstens empfehlen!!!
Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Roman mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern dabei nicht die Spannung. Danke!


