Die Versuchung der Ratsherrentochter von Petra Waldherr

Buchvorstellungund Rezension

Die Versuchung der Ratsherrentochter von Petra Waldherr

Originalausgabe erschienen 2017unter dem Titel „Die Versuchung der Ratsherrentochter“,, 380 Seiten.ISBN 3839221609.

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Kurzgefasst:

1524. Die Wymphener Ratsherrentochter Anna, ehemals unschuldig wegen Mordes zum Tode verurteilt, will gemeinsam mit ihrem Gemahl Michael die erdrückende Last aus der Vergangenheit endlich hinter sich lassen. Auch an ihm haftet immer noch ein schwerwiegender Makel  seine Vergangenheit als städtischer Henker. Voller Hoffnung machen sie sich auf den Weg nach Haydelberch, um ein neues Leben zu beginnen. Doch schon bald wandelt sich der Wunsch nach einer besseren Zukunft zu einem Kampf auf Leben und Tod ...

Das meint Histo-Couch.de: „Anna und Michael, auf dem Weg in ein ehrliches Leben“85Treffer

Rezension von Karin Speck

Michael, der ehemalige Henker von Wymphen und seine Frau Anna, haben gemeinsam beschlossen, ihrer Vergangenheit den Rücken zu kehren. Sie wollen sich in Haydelberch eine neue Heimat erschaffen. Doch so einfach, wie die Ratsherrentochter sich das vorgestellt hat, ist es dann doch nicht. Sie brechen eines Morgens voller Hoffnung auf, nur um auf dem Weg in ihre neue Zukunft über einige Schwierigkeiten zu stolpern.

Trotz Rückblenden empfiehlt es sich Band 1 gelesen zu haben

Der Roman Die Versuchung der Ratsherrentochter ist der zweite Band über eine junge Frau, die des Mordes angeklagt wurde und durch das beherzte Eingreifen eines Henkers am Leben blieb. Die Geschichte schließt direkt an den Vorgänger Die Ratsherrentochter an. Es empfiehlt sich, Band 1 gelesen zu haben, da die Vorgeschichte einiges zum Verständnis der Handlungsweise und Gedankengänge der Protagonisten beiträgt. Auch wenn einige kleine Rückblenden von den Ereignissen in der Vergangenheit erzählen, könnte es durchaus sein, dass diese nicht reichen und der Leser zu mindestens die Handlungsweise der Charaktere besser versteht, wenn eben Band 1 bereits gelesen wurde.

Langsamer Einstieg, um dann immer besser zu werden

Anna und ihr Mann geraten hier ganz ohne ihr eigenes Zutun in Schwierigkeiten. Die Geschichte startet langsam und erzählt zunächst, wie es der Familie geht und was sie planen. Die einzelnen Charaktere werden vorgestellt und es gibt ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Völlig unspektakulär startet die Familie dann ihre Reise. Nicht nur die Spannung steigert sich langsam, auch vergrößert sich die Reisetruppe so nach und nach. Kleine Streitereien und Eifersüchteleien untereinander sorgen zudem für einige Abwechslung und stiften auch hin und wieder Verwirrung bei dem ehemaligen Henker und seiner Frau. Dinge geschehen, die zunächst nichts miteinander zu tun zu haben scheinen, aber dann später fügt sich alles zusammen und sie ergeben ein stimmiges Gesamtbild.

Petra Waldherr schildert auch hier wieder, wie sich das Leben in dieser Zeit gestaltet hat. Sie erzählt von den Gefühlen der Menschen, von ihrem Glauben und ihrer Lebensweise. Auch wenn dieser zweite Band vielleicht nicht ganz mit dem Vorgänger mithalten kann, ist er immer noch lesenswert.

Der Titel sowie der Untertitel scheinen zunächst auch überhaupt nicht zum Inhalt des Buches passen zu wollen. Erst am Ende wird der Zusammenhang klar, dies ist vermutlich auch so gewollt.

Kleine Fußnoten erläutern schon während des Lesens die Zusammenhänge zur historischen Geschichte. Auch wenn sie einen vielleicht etwas aus dem Lesefluss bringen, sind sie trotzdem interessant zu lesen und zeugen auch davon, wie gut hier im Vorfeld recherchiert wurde. Ein umfangreiches Personenregister und ein Glossar der fremden Begriffe am Schluss vervollständigen das Buch.

Kurzweilige Unterhaltung

Diese Fortsetzung der Geschichte Die Ratsherrentochter sorgt für kurzweilige Unterhaltung. Trotzdem hätte es gern einiges spannender sein dürfen, manche Szenen haben sich einfach zu sehr in die Länge gezogen. Erst am Ende fallen alle Puzzleteile zusammen und ergeben ein stimmiges Gesamtbild der ganzen Geschichte. 

Ihre Meinung zu »Petra Waldherr: Die Versuchung der Ratsherrentochter«

mabuerele zu »Petra Waldherr: Die Versuchung der Ratsherrentochter«21.07.2017
Wir schreiben das Jahr 1524. Michael bekommt immer noch zu spüren, dass die Bewohner in Wympfen in ihm den ehemaligen Scharfrichter sehen. Anna, Ratsherrentochter und seine Frau, möchte mit Michael nach Haydelberch ziehen. Dort hat sie Verwandte und beide könnten sich eine neue Zukunft aufbauen. Als sie Station in Bischoffsheimb machen, ahnen Michael und Anna nicht, dass es bald um Leben und Tod gehen wird. Selbst als Anna eine tote junge Frau im Wald findet, ist sie sich der Gefahr nicht bewusst.

Die Autorin hat einen spannenden historischen Krimi geschrieben. Die Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen.

Da es der zweite Teil mit den Protagonisten ist, werden am Anfang die wichtigsten Fakten zum Vorgängerband zusammengefasst.

Der Schriftstil lässt sich angenehm lesen. Gut gefallen hat mir, dass die Ortsnamen entsprechend der Zeit geschrieben wurden. Ab und an verwendet die Autorin historische Begriffe, die zum Teil selbsterklärend oder im Anhang aufgeführt sind.

Die Protagonisten werden gut charakterisiert. Michael kennt sich durch seinen früheren Beruf auch in der Heilkunde aus. Bei der Geburt eines Kälbchens darf ich ihm über die Schulter schauen. Doch auch die Deutung von menschlichen Beschwerden und ihre Behandlung beherrscht er.

Anna ist eine selbstbewusste junge Frau. Allerdings weiß sie, wie gefährlich es ist, wenn sie ohne Haube gesehen wird, da sie auf Grund der Vorgänge in Teil I kurze Haare trägt.

Bei ihrer Abreise wissen beide nicht, dass sie zwei Begleiter auf ihren Weg haben werden.

Sehr gefühlvoll sind die Abschiedsszenen gestaltet. Michael weiß nicht, ob er seine Schwester und deren Kinder je wiedersehen wird. Reisen sind ein riskantes Unterfangen.

Im Gegensatz zu den Protagonisten ist mir relativ schnell klar, wer der Täter ist. Sein Motiv ist makaber.

Vielfältige Informationen über die Verhältnisse der Zeit wurden gekonnt in die Geschichte integriert, seien es die Methoden des Weinbaus oder das Marktgeschehen. Hier blitzt ab und an ein feiner Humor auf.

Gut herausgearbeitet werden die Emotionen der Protagonisten. Annas Eifersucht, Michaels Neugierde und die Todesangst sind Beispiele dafür. Behutsam wird geschildert, wie sich Anna zunehmend sexuell gegenüber Michael öffnet und ihre Wünsche erkennen lässt.

Die Geschichte verfügt über einen hohen Spannungsbogen. Der ist auch dem raffinierten Manipulationsmethoden des Täters geschuldet. Selbst ich als Leser weiß oft nicht, was er eigentlich vor hat und mit seinem Handeln bezweckt.

Ein kurzes Nachwort, eine Quellenangabe, ein Personenverzeichnis und, wie schon erwähnt, ein Begriffsverzeichnis ergänzen das Buch.

Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Sie zeigt, wie schwierig es schon in der damaligen Zeit war, gegen Vorurteile kämpfen zu müssen.
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