Ich, Maximilian, Kaiser der Welt von Peter Prange

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2014unter dem Titel „Ich, Maximilian, Kaiser der Welt“,, 672 Seiten.ISBN 3651000699.

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Kurzgefasst:

Er wird einmal über halb Europa herrschen doch als er seiner Lebensliebe Rosina von Krain begegnet, ist er noch ein Bettelprinz, der sich am verarmten Wiener Kaiserhof nach Ruhm und Ehre sehnt. Angetrieben von seiner Idee, das alte römisch-deutsche Kaiserreich wiederaufzurichten, wirbt er um Maria, die Erbin von Burgund. Fortan wird er ein Zerrissener sein in der Liebe zu zwei ganz unterschiedlichen Frauen und im Zwiespalt zwischen Kalkül und Gefühl. Als Herrscher stößt er in seinem Reich das Tor zur Neuzeit auf aber um welchen Preis? 

Das meint Histo-Couch.de: „Maximilian, ein Leben als Prinz, König und Kaiser“98Treffer

Rezension von Karin Speck

Peter Pranges Roman über Maximilian I. von Habsburg beginnt 1519 mit seinem Tod. Die ersten Zeilen liest der Leser an seinem Sterbebett, sein Leben wird im Rückblick erzählt, angefangen mit seinen Jugendjahren bis zu seiner Königskrönung. Rosina von Kraig wird seine Geliebte und begleitet ihn viele Jahre seines Lebens. Für seinen Traum vom Kaiserreich wirbt er aber auch um die Gunst von Maria von Burgund. Sie ist die reiche Erbin des Herzogtums Burgund und der Schlüssel zu Macht und Reichtum.

Das Leben des Mannes Maximilian und die Frauen, die hinter ihm standen

Das Leben von Maximilian I. war lang und umfangreich. Es gab viele Kriege und noch mehr Intrigen in seinem Leben. Peter Prange ist es aber vortrefflich gelungen, dieses Leben in Worte zu fassen. Er hat ein Bild von diesem Kaiser geschaffen, das lebendig wirkt. Prange hat geschickt seine fiktive Geschichte um die historischen Fakten gewoben. Es ist ein Bild entstanden, wie das Leben des Kaisers gewesen sein könnte. Fiktion und Wahrheit verschwimmen hier zu einer Einheit. Er erzählt nicht nur von dem Jungen, der eines Tages Kaiser werden soll, sondern vor allem von dem Mann Max. Von seinen Schwächen und Vorlieben und von den Frauen, die ihn begleitet und geliebt haben. Da dieser Mann aber von 1459 bis 1519 gelebt hat, kann natürlich nur ein kleiner Teil seines Lebens erzählt werden. Es ist eben keine Biografie, sondern ein Roman und dafür wirklich gut gelungen.

Der Autor hat einen weiteren Handlungsstrang Rosina von Kraig gewidmet. Diese Frau war die Geliebte von Max. Sie lebte an seiner Seite, hatte aber auch ein eigenes Leben. Prange hat sie geschickt mit eingebaut und lebendig werden lassen. Außerdem schildert er ausführlich das Leben von Max an der Seite von Maria von Burgund. Diese Frau war nicht nur die reiche Erbin, sondern wurde ihm auch zur geliebten Ehefrau. Durch die Frauen kommt ein wenig Abwechslung in die Handlung, da die Zeit des Prinzen und Königs ansonsten doch sehr vom Kriegshandwerk geprägt war. Auch diese Seite wird ausführlich geschildert.

Der Roman, als Hardcover erschienen, hat fast alles, was sich der Leser wünscht. Im Buchdeckel befindet sich ein Stammbaum des Kaisers, Originalzitate findet man am Anfang jedes Teils. Der Roman ist in mehrere Teile untergliedert. Der Leser behält so den Überblick über die Jahreszahlen. Am Schluss gibt es zudem ein sehr ausführliches Nachwort, in dem jeder nachlesen kann, welche Ereignisse der Geschichte real sind. Dies ist sehr informativ und interessant zu lesen. Das Cover passt wunderbar zu diesem Roman. Ein Schwert dominiert es, Symbol für die Macht der Herrscher und im Hintergrund das Kriegsvolk.

Lebendige Geschichte, vortrefflich erzählt

Ich, Maximilian, Kaiser der Welt ist ein großartiger, historischer Roman über einen Kaiser, der sich die Welt Untertan machen wollte. Hier wird er lebendig und zum Greifen nah. Der Autor hat es vortrefflich geschafft, Max ein Gesicht zu geben. Nicht nur der Machtmensch wird hier beschrieben, sondern auch der Mann, der Geliebte und der Vater, der er war. Wobei man natürlich nicht vergessen darf, dass es sich hier um einen Roman handelt und nicht um eine Biografie, weshalb auch schon mal einige Ereignisse etwas angepasst wurden, wie im Nachwort nachzulesen ist. Als Roman bietet Prange aber eben wirklich gute Unterhaltung. 

Ihre Meinung zu »Peter Prange: Ich, Maximilian, Kaiser der Welt«

Simba22 zu »Peter Prange: Ich, Maximilian, Kaiser der Welt«20.07.2016
Sehr unterhaltsam erzählt und durch die Dialoge werden Gefühle und Handlungen der historischen Personen greifbar und lebendig. Erlaubt einen mitreissenden Spaziergang durch das Leben von Maximilian, dem letzten Ritter. Gelungen fand ich auch die starken Frauenfiguren Marie von Burgund und Margarete von York.
Erm zu »Peter Prange: Ich, Maximilian, Kaiser der Welt«18.05.2016
Den Rezensionen von Ulla Rieckhof und Peter Pachl ist vollständig zustimmen. Kritiken wie z. B. die von Venatrix lassen mich dagegen ratlos zurück. Kann es wirklich sein, dass die tatsächlich dasselbe Buch gelesen haben, das mir als gelungener historischer Roman untergejubelt wurde.

Denn gewisse Kriterien wie z. B. die Qualität einer Recherche sind doch objektiv überprüfbar und können nicht einfach auf nur auf den unterschiedlichen Geschmack zurückgeführt werden.

Prange führt uns, die Leserinnen und Leser in eine Welt, angeblich das ausgehende Spätmittelalter. Allerdings war selbst der fiktive Wilde Westen des guten Karl Mays im 19. Jahrhundert authentischer. Das konnte selbst ein Lieschen Müller besser.

In diesem siedelt Prange zwei angeblich historische Geschichten an, die beide das Niveau eines Groschenromans haben:
Die erste Geschichte erzählt das Märchen vom armen Mädchen, partout des armen Hoffräuleins, das schließlich die wahre Frau an der Seite eines Kaisers wurde.
Im Nachwort ist Prange noch dreist genug, ihre fiktive Karriere noch ausdrücklich zur historischen Tatsache zu machen. Zwar hatte der historische Maximilian I. in seiner Jugend tatsächlich eine Beziehung mit einer Rosina, die Details wie die Sexszene im Stall, ihre Schwangerschaft und alles weitere ist allerdings erfunden.

Die zweite Geschichte, die Mär um einen bösen Superschurken, der mit banalen Morden und recht schlichten Intrigen ca. 40 Jahre Geschichte im Alleingang bestimmt, weil er die reichste Erbin Europas nicht in sein Bett gekriegt hat.

Schon der Titel ist irreführend, denn eigentlich müsste er lauten. "Ich, Rosina, Geliebte des Kaisers" oder "Ich, Commynes, der Todfeind des Kaisers".

Der Titelheld, der zuletzt den Titel Kaiser annimmt, trägt zwar den Namen Maximilian I., ist, im Unterschied zum historischen Maximilian I. eine farblose Figur ohne Eigenschaften, ein 08 / 15 - Helden, der eindeutig noch weniger wissen dürfte, als Jon Snow und bis zum Schluss nicht kapiert hat, dass er alles Ungemach seines Lebens dem absolut allmächtigen Bösewicht Commynes verdankt, auf dessen Intrigen er halt reagieren muss.

Warum Prange gerade den historischen (Erz-)Herzog / König / Kaiser / Maximilian I. ausgewählt hat, würde mich sehr interessieren, hat doch sein Maximilian außer einigen Lebensdaten nichts mit seinem historischen Pendant gemein. Nun, bei Goethes Egmont, ist das auch nicht anders, aber Goethes Figur ist kein Langeweiler.

Interessante Charaktere habe ich überhaupt keine gefunden, von einigen wenigen Ausnahmen wie z. B. Margarete von York abgesehen werden nur Klischees bedient, diese zum Teil recht billig (Witzfiguren, Zerrbilder) und in einigen Fällen auch an (und sogar über) der Grenze dessen, was selbst in einem Groschenroman noch akzeptabel ist. (Ein gutes Beispiel ist z. B. der Herzog von Mailand, den Prange auf eine "jüdische Krämerkarikatur" reduziert hat. Nur auf das "Jiddeln" hat Prange wenigstens verzichtet.)

Im Nachwort präsentiert sich Prange dann als der große Philosoph und Geschichtskenner. (Probleme, die er bei einer wirklich sehr guten Recherche gehabt haben müsste, sind ihm eindeutig unbekannt!) Sehr peinlich für ihn!

Während andere Autorinnen und Autoren ihr Nachwort nützen, um uns, den Leserinnen und Lesern zu verraten, warum die eine oder andere Veränderung von eindeutig belegten Fakten vorgenommen wurde, tut Prange so, als hätte er nur Kleinigkeiten verändert.
Mich hätte z. B. sehr interessiert, warum er gerade den "lustigen Rat" Kunz von der Rosen, der nach den überlieferten Fakten ein geistreicher und scharfsichtiger Beobachter seiner Zeit (und Kaiser Maximilian I. offensichtlich treu ergeben) war, in einen Trivialbösewicht, der missgestaltet ist und als Auftragskiller und Spion für den Superschurken Commynes die übelsten Ränke und Taten ausführt, verwandelt hat. Interessant wäre auch gewesen, warum Prange den ausgesprochen tragischen Unfallstod der Herzogin Maria von Burgund in einen 08 / 15 - Mord geändert hat, zudem für diese Änderung absolut keine dramaturgische Notwendigkeit zu erkennen ist.

Ein seitenlanger, unübersichtlicher Anhang, in dem ein (nur oberflächlicher) Wulst an Geschichtsfakten aufgelistet ist, soll uns, den Lesern und Leserinnen weismachen, dass dieses Machwerk ein gut recherchierter Roman ist.

Wusste Prange es wirklich nicht besser oder zeigt dies, für wie blöd er uns, seine Leserinnen und Leser hält?

Das Beste an diesem Machwerk, das angeblich ein besonders guter historischer Roman mit viel Wissen sein will, ist das Buchcover, das wirklich sehr edel gestaltet ist. Nur leider, auch eine schöne Verpackung kann den Inhalt nicht retten.

Insgesamt ist dieser Roman nicht nur einer der schlechtesten historischen Romane, die ich je gelesen habe, sondern nicht einmal als Groschenroman überzeugt er.

Schade, denn der historische Stoff hätte sehr viel Potential gehabt.
Helmut Pachl zu »Peter Prange: Ich, Maximilian, Kaiser der Welt«27.04.2016
Von einem "Kaiser der Welt" ist weit und breit nichts zu lesen.
Es wird Maximilian als Prinz und später als eingeheirateter Herzog von Burgund beschrieben. In der Hauptsache geht es darum, in den Erbfolgekriegen nach dem Tod seiner Frau Burgund sich und seinem Sohn zu sichern.
Man hat im Übrigen das Gefühl, eher einen Liebesroman zu lesen, da sich sein Verhältnis zu seiner Geliebten wie ein roter Faden durch dieses Buch zieht.
Ulla Rieckhof zu »Peter Prange: Ich, Maximilian, Kaiser der Welt«22.08.2015
Als Leserin von zahlreichen Biografien halte ich dieses Buch für überhaupt nicht gelungen. Leider bin ich auf die Werbetrommel hereingefallen. Ich erwarte viel mehr historisches Material anstatt dauernder trivialer Dialoge zwischen Maximilian und den verschiedenen Personen, die sich bestimmt nicht auf diesem Niveau abgespielt haben. Peter Prange sollte sich besonders an französischen Biografien ein Beispiel nehmen, bei denen ein interessierter Leser überaus viele historische Details erfährt anstelle langweiliger und fiktiver Dialoge. Ein großes Quellenstudium steckt in dieser Schwarte nicht drin, die ich keinem empfehlen würde. Schade um die 19,90 €!
venatrix zu »Peter Prange: Ich, Maximilian, Kaiser der Welt«09.03.2015
Peter Prange entführt den Leser in die Welt des ausgehenden Spätmittelalters. Nicht umsonst wird Maximilian I. der "letzte Ritter" genannt.
In diesem sehr gut recherchierten Roman wird die Lebensgeschichte des Sohnes von Kaiser Friedrich III. bis zur Krönung als "Römischer Kaiser Deutscher Nation" gezeigt.
Sehr gut sind auch die "Vater-Sohn"-Konflikte sowohl zwischen Friedrich und Maximilian als auch dann zwischen Maximilian und seinem Sohn Philipp dargestellt.
Persönliches Glück ist weder dem Herrscher selbst, noch den Kindern oder Geschwistern erlaubt. Alles hat sich der Staaträson unterzuordnen.
Die Mitglieder der Herrscherfamilien sind Figuren auf dem Schachbrett der Macht.
Die Wandlung des unbekümmerten "Bettelprinzen" zum Kaiser, der nicht davor zurückschreckt mit Waffengewalt und List seine Machtanspruch durchzusetzen, ist hervorragend gelungen. Auch der Zwiespalt, in dem sich Maximilian befunden haben muss, wurde nicht ausgespart.
Teile des auf den letzten Seiten des Buches angeführte "Triumphzuges" war 2013 in der Wiener Albertina zu sehen. Eine beeindruckende Darstellung, auch wenn es Maximilian hier mit der Geschichte nicht allzu genau nimmt und seine Abstammung (und damit seinen Herrschaftsanspruch) auf Gaius Julius Caesar zurückführt.
Empfehlenswert!
Hedwig zu »Peter Prange: Ich, Maximilian, Kaiser der Welt«11.01.2015
Die Person des Maximilian ist wohl allen bekannt, wer hat nicht in der Schule davon gehört?
Anfänglich war mir aber die Liebesgeschichte zwischen Max und seiner Geliebten ein wenig zu viel im Vordergrund, so richtig gepackt hat mich der Roman erst nach rund 200 Seiten, denn erst ab Beginn seiner Ehe mit Maria von Burgund wurde über die politischen Ränke und Kriege ausführlicher geschrieben, so im Detial kannte ich das Ringen um die Herzogskrone von Burgund bis jetzt nicht.
So gesehen ist das Buch geschichtlich sehr interessant, natürlich ist es ein Roman und keine Biographie und daher steht auch die Liebe mit im Vordergrund. Maximilian wird sein Leben lang von seiner Jugendliebe begleitet, wobei Maria von Burgund, seine erste Ehefrau wohl eine wesentliche Rolle in seinem Leben gespielt haben wird, schon auch wegen der beiden gemeinsamen Kinder.
Philipp sein Sohn, später bekannt wegen seiner spanischen Ehefrau, welche sich auch dann nicht von ihm trennen konnte, als er schon lange tot war und mit seinem Sarg herumgereist ist, aber auch Margarethe, die spätere langjährige Regentin von Burgund.
Für mich hat der Roman über Maximilian also einige Lücken zu anderen bekannten historischen Personen geschlossen.
Schade für mich ist trotzdem, dass der Roman mit der Krönung zum Kaiser endet und auch danach gibt es vermutlich noch einiges über Maximilian zu erzählen.
Dem Autor war offensichtlich vor allem der Weg vom Kaisersohn zum Kaiser der wichtigste Teil im Leben von Maximilian.
Der Schreibstil ist einfach zu lesen, der Stammbaum am Beginn des Buches und die damalige Landkarte am Ende des Buches helfen immer wieder zwischendurch, alles noch besser zu verstehen.
Fazit, ein gelungener Roman, der aber das Leben von Maximilian nicht wirklich bis zum Ende beschreibt, obwohl der Roman mit dem Tot von Maximilian beginnt.
Das würde die Möglichkeit für einen 2. Band eröffnen, vermutlich aber ist im Roman alles beschrieben, was im Leben dieser historischen Persönlichkeit am wichtigesten war.
Meinerseits gibt es eine ausdrückliche Leseempfehlung für diesen Roman.
LG Hedwig
€nigma zu »Peter Prange: Ich, Maximilian, Kaiser der Welt«08.01.2015
Zum Inhalt
Beginnend mit seinem Tod im Jahre 1519 (Prolog) zeichnet der Roman in einem Rückblick das Leben Maximilians von Habsburg (1459 - 1519) von seiner Jugend als Sohn des Kaisers Friedrich III bis zu seiner eigenen Kaiserkrönung nach. Im Gegensatz zu seinem ruhigen, bedächtigen Vater ist Maximilian, "der letzte Ritter", vom Ideal der Ehre geprägt und führt in seinem Leben unzählige Feldzüge an. Vor allem gegen die Franzosen muss er immer wieder Krieg führen, denn die französischen Könige Ludwig XI ("die Spinne") und später dessen Sohn Karl VIII wollen sich zunächst Burgund, das Herzogtum von Maximilians früh verstorbener Ehefrau Marie einverleiben, welches Maximilian für seinen Sohn Philipp erhalten will. Auch in anderen Belangen lassen sie keine Gelegenheit aus, um gegen Maximilian zu intrigieren. Doch auch innerhalb des Herzogtums kommt es immer wieder zu Unruhen: Unter dem Strumpfwirker Jan von Coppenhole, der die Regentschaft Maximilians für seinen minderjährigen Sohn ablehnt, kommt es wiederholt zu Aufständen der Genter Bürger.
Auch die privaten Verhältnisse des Protagonisten spielen eine große Rolle im Roman. Maximilian ist als junger Mann hin und her gerissen zwischen zwei geliebten Frauen, seiner Ehefrau Marie von Burgund und seiner Jugendliebe Rosina von Kraig, der er über die Jahre hinweg immer wieder begegnet. Ebenso ist das wechselvolle Verhältnis zu seinem Sohn Philipp für Maximilians Leben sehr bedeutsam...

Beurteilung
Es ist fast unmöglich, diesem komplexen Roman mit einer kurzen Inhaltsangabe gerecht zu werden. Der Autor hat akribisch recherchiert und eine gewaltige Menge an "Personal" aufgefahren. Diese Personen sind historisch verbürgt und es sind sehr interessante Charaktere darunter, wie z.B. Philippe de Commynes (Berater am burgundischen Hof Karls des Kühnen, der später zu Ludwig VI überlief) und der Hofnarr Kunz von der Rosen (Hofnarr, Intrigant und eine Art von Spion). Die Charakterisierung der Romanfiguren ist gelungen, es gibt keine Schwarz-Weiß-Malerei und ihre Handlungen bleiben nachvollziehbar. Wenngleich der Autor offenbar seinen Protagonisten ins Herz geschlossen hat, verschweigt er auch dessen weniger einnehmende Eigenschaften nicht.
Der Roman ist mit seinen Hauptteilen samt weiterer Kapiteleinteilung übersichtlich gegliedert, durch den Habsburger Familienstammbaum, die Europakarte im hinteren Einband, das Personenverzeichnis und das Nachwort mit chronologischer Zeitleiste wird dem Leser das Verständnis dieser anspruchsvollen Lektüre erleichtert.
Es gelingt dem Autor, auch dem Leser mit weniger geschichtlichen Vorkenntnissen die europäische Geschichte des ausgehenden 15. Jahrhunderts unterhaltsam nahezubringen, eine sehr interessante Zeit, in der das Mittelalter von der beginnenden Neuzeit abgelöst wird.
Der Roman ist jedoch nicht nur sehr informativ, sondern auch in einem fesselnden Sprachstil erzählt. Im Gegensatz zu anderen Werken werden hier die Details der Feldzüge nicht so sehr vertieft, sodass es keine gefühlten Längen gibt. Dennoch sollte man die 672 Seiten nicht zu schnell herunterlesen, sondern sich Zeit nehmen, um die Fülle an Eindrücken verarbeiten zu können.

Fazit
Ein großartiger historischer Roman, ebenso informativ wie unterhaltsam!
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