Peter Härtling

Der Schriftsteller Peter Härtling wurde am 13. November 1933 in Chemnitz geboren und verbrachte seine Kindheit in Hartmannsdorf bei Chemnitz, wo sein Vater eine Rechtsanwaltskanzlei unterhielt. Während des Zweiten Weltkrieges zog die Familie zunächst nach Olmütz in Mähren und zu Ende des Krieges musste sie vor der Roten Armee fliehen und gelangte nach Zwettl in Niederösterreich. Kurz nach Kriegsende starb der Vater in sowjetischer Gefangenschaft.

Nach dem Krieg zog Härtling mit der Restfamilie nach Nürtingen, wo der das Max-Planck-Gymnasium besuchte und anschließend Volontär bei der Nürtinger Zeitung wurde. 1946 nahm sich seine Mutter das Leben, eine Folge der Vergewaltigung, die sie 1945 durch russische Soldaten hatte erleiden müssen und die der Sohn hat mit ansehen müssen.

1948 lernte Härtling den Bildhauer Fritz Ruoff kennen, der sein Mentor wurde. 1954 wurde Härtling Redakteur bei der Heidenheimer Zeitung und wechselte 1956 bis 1962 zur Deutschen Zeitung. In diesen Zeitraum fiel auch 1959 seine Hochzeit mit der Psychologin Mechthild Meier, mit der er vier Kinder hatte. 1962 bis 1964 war er Redakteur bei der Zeitschrift Der Monat und wurde deren Mitherausgeber, was er bis 1970 machte.

1967 war Härtling Cheflektor beim S. Fischer Verlag und von 1968 bis Ende 1973 dort ebenfalls in der Geschäftsleitung tätig. Seit 1974 war er als freier Schriftsteller tätig und veröffentlichte neben Lyrik auch Kinderbücher, Romane, Erzählungen, Gedichte, Essays, ein Theaterstück, Aufsätze, Reden und Interviews. Bekannt wurde er vor allem durch seine Romanbiografien von historischen Persönlichkeiten.

Im Wintersemester 1983/84 hielt er seine Frankfurter Poetik-Vorlesungen. 1985 bis 1991 war er Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands. 1998 bis 2006 war Härtling Präsident der Hölderlin-Gesellschaft und zudem Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, der Akademie der Künste Berlin, des PEN-Zentrums und weiteren Institutionen.

Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen und Literaturpreisen gehören die Ehrenbürgerschaft der Stadt Nürtingen 2004, das Große Bundesverdienstkreuz des Verdienstordnens der Bundesrepublik Deutschland 1995, die Ehrendoktorwürde der Justus-Liebig-Universität Gießen 2001, der Deutsche Bücherpreis für sein Gesamtwerk 2003, der Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg 2011, 2013 der Hölderlin-Preis, 2014 der Hessische Kulturpreis und zuletzt 2015 der Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis.

Ab 2012 war Härtling ehrenamtlich als Botschafter für die Deutsche Lungenstiftung tätig. Er starb am 10. Juli 2017 in Rüsselsheim am Main und hatte seit 1973 bis zu seinem Tod in Mörfelden-Walldorf gelebt. Noch vor seinem Tod wurden rund 20 Schulen nach ihm benannt.

Historische Romane von Peter Härtling:

Weitere Romane von Peter Härtling:

  • (1959) Im Schein des Kometen
  • (1964) Niembsch oder Der Stillstand
  • (1966) Janek. Porträt einer Erinnerung
  • (1969) Das Familienfest oder Das Ende der Geschichte
  • (1971) Ein Abend eine Nacht ein Morgen
  • (1980) Nachgetragene Liebe
  • (1983) Das Windrad
  • (1990) Mein Roman
  • (1994) Bozena
  • (2008) O’Bär an Enkel Samuel
  • (2017) Djadi, Flüchtlingsjunge

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