Die Tochter des Klosterschmieds von Peter Dempf

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2017unter dem Titel „Die Tochter des Klosterschmieds“,, 448 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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Kurzgefasst:

Burg Pfaffenstein an der Mosel, 776. Als Ulas Vater brutal die Hand abgeschlagen wird, weil ein vom ihm geschmiedetes Schwert im Kampf zerbrochen ist, muss sie ihm bei der Arbeit helfen. Ula erlernt das Schmiedehandwerk und beginnt bald darauf, mit Material und Werkzeugen zu experimentieren. Es gelingt ihr, ein Schwert von herausragender Qualität zu fertigen. Ein Schwert so hart, dass andere Waffen daran wie Glas zerschellen. Ein Schmied, der solche Waffen herstellen kann, ist ein unbezahlbarer Schatz. Und so beginnt die Jagd auf Ula …

Das meint Histo-Couch.de: „Das Schicksal einer Schmiedin“65

Rezension von Karin Speck

Interessante Details über die Herstellung von Schwertern, leider hält der Rest der Geschichte nicht stand

Im 8. Jahrhundert lebt eine junge Frau, die von ihrem Vater die Kunst des Schmiedens von Schwertern erlernt. Sie ist das einzige Kind des Schmieds und somit seine einzige Hoffnung seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Denn sein Herr und Ritter hat dem Schmied, als Bestrafung für das Herstellen brüchiger Waffen, die Hand abgeschlagen. Jetzt müssen er und Ula von dem leben, was sie als Schmiede im Kloster erwirtschaften können. Ula ist gezwungen mit anzupacken, wenn sie überleben wollen. Wieder Erwarten macht ihr die Arbeit Spaß und sie hat sich das Ziel gesetzt, selbst eine mehr als gute Schmiedin zu werden. Ein Weg, der sich als nicht so einfach erweist, wie gedacht. 

Historische Fakten um die Herstellung von Schwerter im Mittelalter

Die intensiven Beschreibungen der Waffenherstellung sind gelungen. Der Autor versteht es, dem Leser die Kunst ein Schwert zu schmieden zu erklären. In vielen kleinen Details erfährt man so, wie und was es brauchte, um ein gutes Schwert zustande zu bringen. Die Ulfberth-Schwerter, um die es hier geht, sind Legende. Diese Schwerter waren damals sozusagen das Beste, was es an Waffen gab und somit teuer und legendär. Sie von einer Frau entstehen zu lassen, ist vielleicht etwas gewagt. Gehört doch eine Menge Kraft dazu, ein solches Schwert zu schmieden. Aber warum nicht?

Hier eine Frau dieses Handwerk erlernen zu lassen, klingt zwar etwas seltsam, aber als Tochter eines Schmiedes, noch dazu als sein einziges Kind, ist es wohl doch glaubwürdig, dass sie ihre Zeit in der Schmiede verbrachte und so eben auch dieses Handwerk erlernte. Wer kann heute schon noch sagen, ob so was damals möglich war oder eher nicht. Leider lässt die Geschichte dann ein wenig zu wünschen übrig. Das Leben als Schmiedin verlangt viel von Ula ab. Sie muss fliehen und sich durchschlagen. Dabei hat sie immer wieder Hilfe. Diese Geschehnisse sind einfach vorhersehbar und wenig überzeugend. Ihr zur Seite steht der Lehrjunge Jecklin. Sein Ansinnen ist von Anfang an klar.

Schwache Geschichte rund um die Protagonisten

Auch sind die Charaktere eher einfach gezeichnet. Ula ist das liebe Mädchen, das einfach nur ihr Ziel erreichen möchte. Jecklin ist der junge Mann an ihrer Seite, der seine eigenen Ziele verfolgt und dann gibt es natürlich die Widersacher, die alles daran setzen, Ula zu vernichten und sie ihrer Schwerter zu berauben. Hier wäre bestimmt mehr Potenzial gewesen, um eine glaubwürdige und spannende Geschichte entstehen zu lassen, aber irgendwie wirkt sie nicht richtig ausgereift. Den Protagonisten fehlt es einfach an Tiefe. Die ganze Geschichte ist leicht durchschaubar und birgt nur wenig Spannung.

Gleich zu Beginn ist ein Personenregister vorhanden und im hinteren Teil befindet sich ein Glossar der fremden Begriffe. In seinem Nachwort klärt Dempf kurz Fiktion und Wahrheit.

Die Schwerter retten die Geschichte

Die Tochter des Klosterschmieds ist ein Roman vor historischer Kulisse. Dass Entstehen der Schwerter, woher sie stammten und wie sie geschmiedet wurden, ist richtig interessant zu lesen. Der Autor hat diese Details facettenreich und vor allem glaubwürdig geschildert. Leider ist ihm die Geschichte von Ula und ihrem Lehrbuben nicht so glaubwürdig gelungen. Es liegt sicher nicht nur daran, dass ein Mädchen als Schmiedin arbeiten soll, die ganze Geschichte, um die junge Frau herum wirkt zu konstruiert und irgendwie nicht echt. Man mag als Leser historischer Romane vermutlich nicht wirklich an das Schicksal Ulas und ihrer Gefährten glauben. Aber die Kunst des Schmiedens ist einfach richtig gut geschildert und rettet damit die gesamte Geschichte.   

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