Der Seher des Pharao von Pauline Gedge

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Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel „The Twice Born“, deutsche Ausgabe erstmals 2009 , 522 Seiten. ISBN 3-492-26330-5. Übersetzung ins Deutsche von Birgit Brandau.

Kurzgefasst:

Der hochbegabte Schreiberschüler Huy hat viele Neider bis ihn schließlich ein Mitschüler tödlich attackiert. Doch nach fünf Tagen kehrt er von den Toten zurück und verfügt daraufhin über göttliche Gaben, die ihn noch viel mächtiger und magischer werden lassen, als zuvor: Der Pharao beruft ihn schließlich an seinen Hof, und aus dem kleinen Huy wird „Amenophis, Sohn des Hapu“, Architekt des bis heute berühmten Luxor-Tempels. Zugleich gewinnt er das Vertrauen der schönen Prinzessin Senetamu …

 

Ihre Meinung zu »Pauline Gedge: Der Seher des Pharao«

Antje Schmalzbauer zu »Pauline Gedge: Der Seher des Pharao« 18.11.2009
Huy ist ein kleiner intelligenter Junge aus Hut-Herib in Ägypten. Von seinem reichen Onkel wird er auf eine Schule geschickt und findet dort nicht nur Freunde. Seine Begabung fordert auch die Neider heraus. Einer dieser Neider erschlägt ihn eines Tages mit einem Wurfholz. Fünf Tage später kehrt er, nach dem Willen der Götter, von den Toten zurück und verfügt daraufhin über göttliche Gaben. Seine seherischen Fähigkeiten sind von ihm ungewollt und machen ihm das Leben schwer. Auch die Frau, die er liebt kann er nicht heiraten und so kehrt er, nachdem er die Schule beendet hat, von Iunu nach Hut-Herib zurück, um als einfacher Schreiber zu arbeiten. Ischat, seine Freundin aus Kindertagen unterstützt ihn als Dienerin und er bringt ihr das Schreiben bei. Doch bald sprechen sich seine Fähigkeiten in der Stadt und auch im ganzen Land herum und der Pharao wird auf ihn aufmerksam. Er weissagt dem Pharao und sein Schicksal nimmt seinen Lauf.

Der Seher des Pharao ist der erste Teil einer Trilogie und man darf auf die Fortsetzungen gespannt sein. Allerdings dürfte es schwer sein, für jemanden, der sich in der Geschichte Ägyptens nicht auskennt, sich gleich zurecht zu finden. Ein Glossar wäre da hilfreich gewesen. So heißt es recherchieren oder sich einfach mit dem Lesen zufrieden geben. Das Buch ist flüssig zu lesen und es macht Spaß in das alte Ägypten ein zu tauchen. Pauline Gedge schreibt lebendig und bunt. Man wird hineinversetzt in eine wunderbare Welt, aber auch in das Leiden von Huy.

Mit hat das Buch gut gefallen und ich freue mich schon auf die Weiteren. Ich habe schon viel über Ägypten gelesen und bin immer wieder fasziniert davon.

Was mich sehr gestört hat, waren die vielen Druckfehler. Leider ist der Beruf des Korrekturlesers wohl schon ausgestorben.
Moehrchen zu »Pauline Gedge: Der Seher des Pharao« 03.10.2009
Huys Aufstieg zum Seher

Pauline Gedge wurde 1945 in Auckland in Neuseeland geboren. Sie wuchs in England und Kanada, wo sie heute noch lebt, auf . Sie arbeitet heute als Schriftstellerin und hat schon viele Romane verfasst, die im Ägypten des Altertums spielen.

Der Roman beginnt kurz vor dem vierten Namensgebungstag des kleinen Huy, Sohn des Hapu. Sein Onkel ermöglicht ihm den Besuch einer Tempelschule. Schweren Herzens geht Huy auf diese Schule, lernt dort Freunde aber auch Feinde kennen und erweist sich als begabter Schüler. Er wird schließlich von einem seiner Mitschüler erschlagen, erwacht aber mehrere Tage später im Haus der Toten wieder. Huy hat in diesen Tagen eine göttliche Wandlung erfahren, die seinen weiteren Lebensweg bestimmen wird.

Pauline Gedge erweckt das Ägypten des Altertums, zur Zeit Tutmosis' und Amenhoteps - also zur Zeit der 18. Dynastie (14. Jahrhundert v. Chr.) -, vor unseren Augen zum Leben. Sie beschreibt, wie das ganze Leben in Ägypten von der Nilschwemme abhängig war, dass die Ägypter zahlreiche Götter verehrten und dass man kaum eine Chance hatte, aus dem Stand, in den man hineingeboren wurde, aufzusteigen. Bildung war teuer, man musste dafür viel Geld zahlen und hatte, wenn man aus einem niedrigen Stand kam, kaum die Chance dies aufzubringen. Huy konnte auch nur dank eines vermögenden, kinderlosen Onkels die Schule besuchen.

Verwirrt hat mich - als nicht so mit den ägyptischen Bräuchen und Göttern Vertraute - die ganze Götterwelt der Ägypter. Leider hat die Autorin es versäumt, diese - vielleicht in einem Anhang - näher zu erklären und deren Funktion zu beschreiben. Man lernt zwar einiges zusammen mit Huy, dem die ganzen Funktionen der Götter durch seine Erziehung auch nicht so geläufig sind, aber er weiß immer noch mehr als man selber.

Das Buch ist flüssig zu lesen, jedoch hat es bei mir bis zur Mitte des Buches gebraucht, bis es mich endlich gepackt hat und ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht. Davor plätschert die Handlung etwas dahin und es passiert nicht viel Spektakuläres bzw. Interessantes - vielleicht liegt es ja auch daran, dass ich eher in der Spannungsliteratur zu Hause bin und eher selten historische Romane lese. Leider übertreibt es die Autorin auch damit, dass Buch Thot - das Huy lesen muss - in aller Ausführlichkeit darzustellen, so dass es stellenweise fast langweilig wird.

Ein historischer Roman, der erst mit der Zeit an Fahrt gewinnt. Für Einsteiger in die Materie des alten Ägypten teilweise etwas holprig, für Kenner sicher ein Schmankerl.

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