Der Fluch von Pendle Hill von Oscar de Muriel

Buchvorstellung

Originalausgabe erschienen 2016unter dem Titel „A Fever of the Blood“,deutsche Ausgabe erstmals 2018, 512 Seiten.ISBN 3-442-48506-1.Übersetzung ins Deutsche von Peter Beyer.

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Kurzgefasst:

Neujahr 1889. In Edinburghs berüchtigter Irrenanstalt ermordet ein gefährlicher Psychopath eine Krankenschwester. Kurz bevor ihm die Flucht gelingt, unterhält er sich mit einer jungen Patientin, die seit Jahren kein Wort gesprochen hat. Wieso hat sie ihr Schweigen gebrochen? Sind die Gerüchte von schwarzer Magie wahr, die in den Fluren der Anstalt kursieren? Inspector McGray geht der Fall sehr nahe, denn die junge Frau ist seine Schwester. Zusammen mit seinem Partner Ian Frey verfolgt er den Mörder durch das ganze Königreich – bis zum Pendle Hill, Sitz der gefürchteten Hexen von Lancashire, wo die beiden genialen Ermittler einem furchtbaren Geheimnis auf die Spur kommen ...

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tassieteufel zu »Oscar de Muriel: Der Fluch von Pendle Hill«12.02.2018
Kaum hat das Jahr 1889 begonnen, werden Ian Frey und Adolphus McGray mit einem neuen Fall konfrontiert. In der berüchtigten Edinburgher Irrenanstalt ermordet ein gefährlicher Patient eine Krankenschwester und flüchtet aus der Anstalt. Kurz vor seiner Flucht beobachtet eine Krankenschwester, wie der Mörder noch mit einer anderen Patientin spricht und das ist ausgerechnet McGrays Schwester Pansy, die schon seit Jahren kein Wort mehr gesprochen hat. Daher geht der Fall McGray besonders nahe und er verfolgt ihn mit besonderer Beharrlichkeit, erst recht als er erfährt, dass der geflüchtete Patient schon jahrelang als tot gilt. Ihre Suche führt den kultivierten Engländer und den rauhbeinigen Schotten bis in die Grafschaft Lancashire zum Pendle Hill, einem berüchtigten Ort an dem immer noch Hexen ihr Unwesen treiben sollen.

Trotz ihres ersten erfolgreich abgeschlossenen Falles sind die beiden gegensätzlichen Ermittler immer noch wie Hund und Katze, scheinen keinerlei freundschaftliche Gefühle füreinander zu hegen, sondern nutzen vielmehr jede Gelegenheit sich zu beharken und vor allem McGray wird nicht müde, reichlich Schimpfworte über Frey auszugießen. Auch als sie am Neujahrsmorgen zu ihrem nächsten Fall gerufen werden, trauen sie sich gegenseitig keinen Zentimeter über den Weg, noch dazu wo scheinbar McGrays geliebte Schwester in den Fall verwickelt ist. Die Ermittlungen in der Irrenanstalt gestalten sich schwierig, der flüchtige Mörder galt schon seit Jahren als tot und seine einflußreiche Familie macht ihre ganze Macht geltend, damit das auch so bleibt. Das erschwert zusätzlich die Ermittlungen, zumal sich McGray mit dem Familienoberhaupt des Entflohenen eine Art Privatfehde liefert. Frey möchte das McGray von dem Fall abgezogen wird, wegen seiner privaten Verwicklungen in die Sache, doch der ungehobelte Schotte denkt gar nicht dran, den Fall abzugeben, scheinen sich doch all seine Befürchtungen was Hexen betrifft, zu bestätigen. Während McGrey seinen okkulten und übersinnlichen Ermittlungen nachgeht, versucht Frey mit Logik und wissenschaftlichen Erkenntnissen dagegen zu halten. Diese unterschiedliche Herangehensweise führt dazu, dass sie am Ende auch diesen Fall gemeinsam lösen können. Bis es aber so weit ist, müssen die ungleichen Ermittler im tiefsten Winter und bei eisiger Kälte einen wahren Parforceritt absolvieren, der sie nicht nur durch Schottland, sondern auch halb England bis nach Lancashire zum Pendle Hill führt. Dabei müssen die beiden Ermittler so einiges einstecken, dass ihnen sowohl körperlich als auch geistig alles abverlangt.
Der Schreibstil des Autors ist flott und angenehm zu lesen, dabei aber bis auf kleine Ausnahmen durchaus an die viktorianische Zeit angepaßt. Gerade die teils etwas deftigen Wortgefechte des ungleichen Duos sorgen auch wieder für Humor und ein wenig Auflockerung in dem ansonsten recht düsteren Geschehen. Der Storyaufbau ist dem Autor sehr geschickt gelungen, denn es gibt doch einige Wendungen, die nicht vorhersehbar waren und der Geschichte mehrmals eine andere Richtung geben. Nicht jeder ist der, der er zu sein scheint und so haben Frey und McGray mit reichlich Fallstricken zu kämpfen, müssen sich mit Gift, sprühendem Feuer, Flüchen und bösartigen Hexen herumschlagen. Am Ende wird alles stimmig zusammengeführt und insgesamt ist der Schluß eine runde Sache, der kaum Fragen offen läßt.
Beide Hauptfiguren bekommen in diesem 2. Teil ein wenig mehr Profil, trotzdem bleibt vieles noch im Dunklen, also reichlich Raum für weitere Fälle des ungleichen Duos, die hoffentlich nicht zu lange auf sich warten lassen.

FaziT: rasante und wendungsreiche Mörderjagd im viktorianischen England, die keine Wünsche offen läßt und mit einem ungleichen Ermittlerduo überzeugt, das sich einfach herrliche Schlagabtäusche liefert.
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