Die Entscheidung der Krähentochter von Oliver Becker

Buchvorstellungund Rezension

Die Entscheidung der Krähentochter von Oliver Becker

Originalausgabe erschienen 2013unter dem Titel „Die Entscheidung der Krähentochter“,, 468 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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Kurzgefasst:

Der Schwarzwald während des Dreißigjährigen Krieges. In Teichdorf sorgt ein rätselhafter Fremder für Unruhe. Bernina, die Krähentochter, gewährt ihm dennoch Unterschlupf. Am nächsten Tag ist er verschwunden und mit ihm die wertvolle Familienchronik.

Das meint Histo-Couch.de: „Neues Ungemach für Bernina und ihre Familie“87Treffer

Rezension von Rita Dell'Agnese

Noch immer tobt der 30jährige Krieg. Bernina lebt mit ihrem schwedischen Ehemann Nils Norby auf dem Petersthal-Hof, unterstützt durch den treuen Knecht Baldus. Das Eheglück sollte durch die Geburt des ersten Kindes perfekt werden. Doch die Tochter kommt tot zur Welt und Bernina versinkt in düsterem Kummer. Sie mag kaum jemanden an sich heranlassen. Dennoch zeigt sich die Hofherrin großzügig, als eines Tages ein Fremder namens Mentiri auf dem Hof erscheint und um Unterkunft bittet. Als der Mann am nächsten Tag verschwunden ist, fehlt auch die Familienchronik, die Berninas Vater angelegt hatte. Um auf andere Gedanken zu kommen, reist Bernina nach Freiburg zum Markt. Bei dieser Gelegenheit möchte sie ihre Freundin Helene besuchen. Doch just zu dieser Zeit wird die Stadt belagert. Nils, der seine Frau und den sie begleitenden Knecht Baldus abholen möchte, gerät auf der Reise nach Freiburg in einen Hinterhalt, aus dem er sich nur mit viel Glück befreien kann. Das kostet ihn Zeit. Als er Freiburg erreicht, sind Bernina und Baldus verschwunden. Nils hat keine Ahnung, dass seine Frau nicht nur den Fremden wiedergesehen hat, der ihre Chronik stahl, sondern auch einem geheimnisvollen Mann begegnet ist, den sie zu kennen glaubt.

Charaktere entwickeln sich

Die Hauptfigur Bernina ist reifer geworden. Dazu trägt auch die Trauer um das tote Kind bei, die das junge Mädchen zur Frau heranwachsen ließ. Damit zeigt Autor Oliver Becker, dass er sehr intensiv an seinen Charakteren arbeitet. Alle Figuren, die bereits in den ersten beiden Teilen der Trilogie oder nur in Band zwei auftauchten, haben sich gegenüber früher leicht verändert. Der Autor folgt damit dem natürlichen Ablauf des Lebens. Geprägt durch die Kriegsjahre wirken die einzelnen Protagonisten teilweise etwas weniger naiv, etwas müder oder auch stärker – je nachdem, in welcher Position sie stehen. Für Bernina gilt, dass sie ihr jugendliches Ungestüm weitgehend abgelegt hat, auch wenn sie nach wie vor eine große Bereitschaft zeigt, sich in Abenteuer zu stürzen. Die neue Reife bekommt der Protagonistin jedoch gut. Gekonnt flicht der Autor auch neue Figuren ins Geschehen ein. Sie bekommen genügend Raum, um sich zu entfalten, ohne den Charakter des Romans zu verändern.

Schöne Erzählweise

Der flüssige, mitunter gar leicht humorvolle Schreibstil des Autors macht es leicht, den Ereignissen zu folgen und am Buch dran zu bleiben. Er versteht es, Spannung aufzubauen und die Leser mit verschiedenen Situationen zu konfrontieren, die es schwierig machen, sich den weiteren Verlauf des Romans zusammen zu reimen. Allerdings kann Oliver Becker nicht aus seiner Haut. Einige Szenen wiederholen sich in allen Romanen und sind bis zum Ende denn doch etwas gar strapaziert. Dazu gehört das Auftauchen von dunklen Reitern im Dort, das bei den Menschen Angst und Schrecken auslöst. Wer alle drei Bände rund um die Krähentochter Bernina gelesen hat, wird hier bestenfalls amüsiert schmunzeln, andere dürften sich an dem stereotypen Bild eher stören. Da hätte sich Oliver Becker etwas zurückhalten müssen.

Gute Eindrücke

Abgesehen vom Geschehen – man trifft bei diesem Roman durchaus auch auf Krimielemente – bietet Die Entscheidung der Krähentochter viel Wissen rund um den 30jährigen Krieg. Das Kriegsgeschehen kommt in diesem dritten Teil der Trilogie recht deutlich zum Ausdruck. Die Leser erleben die Bewohner der betroffenen Gebiete vor allem als Opfer des Grauens. Sie haben Hunger, müssen immer marodierende Truppen oder Söldner fürchten und können nur wenig dazu beitragen, dass das Geschehen ein Ende nimmt. Das hat Oliver Becker überzeugend aufgearbeitet und dargestellt. Er zeigt auch eindrücklich auf, wie weit der Krieg von Kriegsherren vorangetrieben wird und welchen Einfluss Geld und Macht spielen. Ein wirklich gelungener Abschluss der Trilogie mit viel Hintergrund.

Ihre Meinung zu »Oliver Becker: Die Entscheidung der Krähentochter«

Cappuccino-Mama zu »Oliver Becker: Die Entscheidung der Krähentochter«24.07.2013
Freund oder Feind?

Von mir sehnlichst erwartet: Der dritte Teil der Krähentochter-Reihe. Die beiden Vörgänger-Bücher konnten mich restlos überzeugen, sowohl durch die spannende Handlung, als auch durch den mitreißenden, gut lesbaren Schreibstil. Einen kleinen Wehmutstropfen gibt es dennoch – es handelt sich bei der Krähentochter-Reihe um eine Trilogie - soll nach diesem Buch wirklich Schluss sein? Doch die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt...


Das Cover:

Wie schon bei den beiden vorherigen Krähentochter-Bänden, ist hier das Titelbild aus einem Gemälde der damaligen Zeit entnommen (in etwa) – diesmal wurde das Bild „Hl. Katharina von Alexandrien“ von Caravaggio ausgewählt. Dieses Bild gefällt mir aufgrund des Aussehens und der Farbgebung übrigens am Besten von den dreien. Einen Hinweis zum Originalgemälde: Bei dem Coverbild handelt es sich nur um einen Bildausschnitt, wobei die Farben verändert wurden und das Bild in der gespiegelten Form verwendet wurde. Das Entstehungsdatum ist nicht konkret angegeben – die Angaben reichen von 1595 bis 1598. Insofern datiert das Bild auf die Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648).

Einen Unterschied weist die Cover-Gestaltung dennoch auf. Bislang waren die Cover dieser Serie komplett matt gestaltet, bei diesem Band jedoch wurde die junge Frau auf dem Umschlagbild erstmals glänzend hervorgehoben. Einerseits wirkt dies sehr edel und auch schön, andererseits ist es damit um einen Teil des einheitlichen Gestaltungsstils geschehen, was mich persönlich allerdings nicht im geringsten stört.

Ein weiteres Gestaltungselement, das sich bei allen drei Bänden wiederholt, sind die schwarzen Krähen auf dem dunkelgrünen Grund, die den Hintergrund für das Titelmotiv bilden. Hierbei variiert aber sowohl die Gestaltung, als auch der Farbton etwas. Die Innenseiten der Buchdeckel sind ebenfalls mit einem Krähenmotiv bedruckt. Was mir immer wieder gefällt: Dem Buch liegt ein Lesezeichen bei, das auf einer Seite einen Ausschnitt des Covers zeigt, auf der anderen eine Krähe, sowie den Slogan von Gmeiner - „Wir machen' s spannend“.


Die Handlung:

Schwarzwald um 1644 – die letzten Kriegsjahre sind angebrochen. Bernina und und der Schwede Nils Norby, der einst Offizier beim Schwedenkönig Gustav Adolf war, sind inzwischen verheiratet und leben auf dem Petersthal-Hof. Doch eines trübt die Beziehung der beiden Eheleute: Das heiß ersehnte Töchterlein der beiden kam tot zur Welt und Bernina, regelrecht betäubt durch den erlittenen Verlust, versinkt in ihrem Kummer um das verlorene Kind.

Eines Tages taucht ein geheimnisvoller Fremder, er nennt sich Mentiri, auf dem Petersthal-Hof auf und Bernina gewährt dem Reisenden eine Unterkunft. Nachdem der Fremde am nächsten Tag verschwunden ist, stellt Bernina fest, dass die Familienchronik, die ihr Vater einst verfasst hatte, verschwunden ist.

Bald darauf macht Bernina sich, in Begleitung ihres treuen Knechts Baldus, auf den Weg nach Freiburg. Dort findet der Markt statt und Bernina freut sich auf ein Wiedersehen mit ihrer Freundin Helene. Doch leider geraten Bernina und Baldus in Freiburg in Gefahr: Die Stadt wird belagert und Bernina und Baldus treffen einen geheimnisvollen Mann, der der jungen Frau überraschenderweise bekannt vorkommt. Doch leider sind auch Bösewichte in Freiburg unterwegs, die den beiden nicht wohlgesonnen sind, und Bernina und Baldus sind in der Stadt gefangen – ohne Aussicht auf Flucht...


Meine Meinung:

Die Ereignisse der Vorgängerbücher scheinen sich zu wiederholen: Wieder tauchen fremde Reiter im Dorf auf – diesmal drei Stück an der Zahl. Und wie schon früher, verbreiten auch diese Männer wieder einmal Angst und Schrecken.

Und dann unterläuft Bernina ein folgenschwerer Fehler: Sie bietet einem Herrn namens Mentiri eine Übernachtungsmöglichkeit und muss feststellen, dass dieser Herr ihr zum Dank die Familienchronik entwendet, die Berninas verstorbener Vater einst verfasst hat. Doch was will ein wildfremder Mensch mit diesem Schriftstück, welchen Nutzen zieht er aus dem Diebstahl desselben? Nachdem Bernina schon soviel durchmachen musste, hätte sie da nicht weniger leichtgläubig und misstrauischer dem Fremden gegenüber sein müssen? Aber wieder einmal bemerkt man, auch im dritten Band der Krähentochter-Reihe, dass Bernina ein herzensguter und auch mutiger Mensch ist.

Dass Baldus, der treue Knecht, auch im dritten Band stets an Berninas Seite ist und ihr hilfreich zur Seite steht, gefällt mir sehr gut, habe ich den „Gnom“ (als dieser wird der kleinwüchsige, „verwachsene“ Mann bezeichnet) doch schon im vorherigen Buch in mein Herz geschlossen.

Erleichtert habe ich auch festgestellt, dass Bernina und Nils Norby ein gemeinsames Leben führen. Nils, der sich einst so sehr für Bernina eingesetzt hatte, um ihre Liebe kämpfte und von dem Bernina schließlich ein Kind erwartete. Schon im letzten Buch habe ich Nils in mein Herz geschlossen, trotz seines „Vorlebens“. Schade, dass Autor Oliver Becker der jungen Frau ihr Mutterglück nicht „gönnte“, dass Bernina einen weiteren, schweren Schicksalsschlag verkraften musste: Den Verlust des sehnlichst erwarteten Kindes.

Bernina ist zwar eine sehr starke Frau, doch der Verlust des Kindes setzt ihr sehr zu – verständlicherweise. Aber mehr noch: Bernina wirft dieses Ereignis regelrecht aus der Bahn. Sie leidet still vor sich hin und „vergisst“ darüber fast die Beziehung zu ihrem Mann Nils, der ebenfalls unter dieser „Entfremdung“ leidet.

Im dritten Band erscheint ein weiterer neuer Protagonist auf der Bildfläche: Gotthold von Mollenhauer. Ein äußerst spannender Charakter, schwer einzuordnen, ebenso schwer (bzw. gar nicht) durchschaubar. Bernina kommt der Mann seltsam bekannt vor, doch wo hat sie ihn schon einmal gesehen? Und sie grübelt, ob er nun Freund oder Feind ist. Ich mochte diesen geheimnisvollen Mann eigentlich recht gerne. Auf mich wirkte der alte Herr zwar wie ein Spitzbube und Hochstapler, aber er wirkte dabei dennoch eher wie ein Gentleman, als wie ein Verbrecher. Doch wer steckt nur hinter diesem Herrn von Mollenhauer?

Und dann ist da noch Jan Simons, ein Bibliothekar aus Prag, der im Zusammenhang mit verschwundenen Büchern Erwähnung findet. Welche Rolle spielt er in diesem Buch? Aus der Heidelberger Bibliothek verschwanden damals übrigens wirklich Bücher – Oliver Becker hat auch dieses Ereignis hervorragend in seinen Roman eingearbeitet.

Und auch ein Feldherr, namens Franz von Lorathot, erscheint in diesem dritten Band erstmals auf der Bildfläche, um einen Gegner „auszuschalten“. Doch hinter wem ist dieser Mann so vehement her? Hier tappte ich lange Zeit im Dunkeln – trotz einiger Vermutungen diesbezüglich.

Dann wären da noch eine junge Frau namens Alwine, die es wirklich schwer hatte, in ihrem Leben. Das weckte in mir erst einmal das Mitleid, doch dann veränderte sich meine Meinung im Laufe der Handlung ins Negative. Lorentz, Alwines Freund hatte sicherlich einen äußerst schlechten Einfluss auf sie, doch auch Baldus hatte es nie leicht und dennoch meisterte er, allen Widrigkeiten zum Trotz, sein Leben.

Noch eine Anmerkung: Nach all den Kriegsjahren, man befindet sich in den letzten Jahren des Dreißigjährigen Kriegs, wird deutlich, dass nicht jeder das Ende des Krieges herbeisehnt, während das normale Volk sich von ganzem Herzen nichts mehr als den Frieden wünscht. Denn Kriegsherren und Söldner leben vom Krieg und sichern sich dadurch einen gewissen Wohlstand – so mancher gelangt dadurch gar zu Reichtum. Krieg bedeutet für sie ein geregeltes Einkommen, Frieden dagegen einen finanziellen Verlust, da das Geld auf andere Art und Weise verdient werden muss. Dies wurde hier sehr anschaulich wiedergegeben.

In diesem Band hatte ich sowieso den Eindruck, der Krieg würde nochmals so richtig wüten – sich nochmals aufbäumen. Es herrscht größte Not, die Bevölkerung hungert. Nicht immer tobte in dieser Serie der Krieg so unbarmherzig, doch hier erlebt man die ganze Macht dieser Bestie, die alles zerstört. Wie auch schon in den anderen Bänden, fand ich es auch hier toll, dass man trotz der herrschenden Kriegszeiten, dennoch beim Lesen nicht von Kampfhandlungen und politischen Hintergründen „erschlagen“ wird.

Schade, dass nicht jeder der Protagonisten, die ich mochte, am Ende des Romans noch lebt. Aber dies wäre zu schön gewesen – aber auch unrealistisch, vor allem zu Kriegszeiten. Allerdings mag es mitunter unrealistisch wirken, dass verwundete Männer gegen gesunde kämpfen und siegen, dass sich Personen aus aussichtslosen Lagen befreien können,..., ABER: Würde man immer alles nur realistisch schildern, so wäre die Handlung entweder todlangweilig, oder die Helden wären bereits im zweiten Kapitel tot – und das wünscht man sich als Leser ja wahrlich nicht!

Ein kleines Glossar, bzw. Anmerkungen in Form von Fußnoten auf der jeweiligen Seite, hätte ich mir diesmal gewünscht. So wurde beispielsweise die Größe von Nils mit sechs Fuß angegeben. Leider ohne Hinweis darauf, wieviel dies in der heutigen Zeit als Meterangabe ist. Recherchiert habe ich letztendlich, dass sechs Fuß wohl einer Größe von etwa 1,80 m entspricht – für die damalige Zeit war Nils also in der Tat ein Hüne. Aber auch Phiole, Latrine,... wären geeignete „Kandidaten“ für ein Glossar oder eine Fußnote gewesen – nicht, dass ich die Erklärungen benötigt hätte, aber es gibt ja (glücklicherweise) auch jüngere Leute, die historische Romane lesen, oder auch „Neueinsteiger“. Sehr schön fand ich, dass es in diesem Buch (zum ersten Mal übrigens) noch ein Nachwort des Autors gibt – in Form von Anmerkungen zum Schreiben eines historischen Romans, zur Recherche, Verweis auf andere Bücher, Fiktion und Wirklichkeit,... und einer Danksagung.

Einen kleinen Wehmutstropfen gibt es allerdings leider doch noch, was aber nichts mit der Handlung zu tun hat, sondern vielmehr mit dem Buch selbst: Die beiden vorherigen Bücher aus der Serie sahen nach dem Lesen noch wie neu aus – von Leserillen keine Spur. Dieser dritte Band wurde, ich habe beim Verlag nachgefragt, in einer anderen Druckerei gedruckt. Das Buch soll anders gebunden sein und dadurch robuster sein. Leider geht das auf Kosten der Optik. Trotz sorgfältigster Behandlung gibt es hier nun nach dem Lesen einige leichte Leserillen und das Buch ist „rundgelesen“. Schade eigentlich, denn mir sind Bücher sozusagen heilig – sie bleiben in meinem Regal und ich freue mich immer sehr, wenn die Bücher dann, rein optisch gesehen, schön dastehen.


Fazit:

Wie bereits erwartet, hat auch dieses Buch mich in keiner Weise enttäuscht. Eine gelungene Fortsetzung mit so manchen Überraschungen – ein Roman voll Spannung, Hoffnung und den Kampf um die Liebe. Der Schreibstil von Oliver Becker gefällt mir sehr gut, da er sich gut und angenehm lesen lässt. Die Handlung ist spannend und kurzweilig, ohne irgendwelche Längen.

Auch wenn man die beiden ersten Bände nicht gelesen hat, kann man dieses Buch sicherlich dennoch problemlos und ohne irgendwelche Vorkenntnisse lesen – aber am schönsten ist es doch immer, wenn man eine tolle Serie komplett liest. Ich hoffe, dass man sich doch noch irgendwann auf ein Wiedersehen mit Bernina und Nils freuen darf. Von mir erhält dieser historische Roman eine absolute Leseempfehlung und somit 5 Sterne.
Goch9 zu »Oliver Becker: Die Entscheidung der Krähentochter«30.05.2013
Die Krähentochter

Der Schwarzwald während des 30-jährigen Krieges. Erst wird ihr die Familienchronik gestohlen, dann machen drei schwarze Reiter die Gegend um den Petersthal-Hof unsicher und wilde Gerüchte verschrecken die Landbevölkerung. Bernina und Nils Norby, die glaubten sich auf dem Petersthal-Hof eine ruhige Existenz aufgebaut zu haben, werden von den Kämpfen des 30-jährigen Krieges eingeholt.
Bernina hält sich in Freiburg auf, wo sie ihre Freundin treffen will, als sich wie ein tödlicher Ring die Belagerung durch die Armee des Feldmarschalls Franz von Lorathot um die Stadt schließt. Bernina und Nils haben einen langen und aufreibenden Kampf um ihr Leben und ihre Zukunft vor sich.
Dieses Buch ist der dritte Teil einer Trilogie um Bernina, der Krähentochter. Auch wer die ersten beiden Teile nicht gelesen hat, wird von dieser Geschichte in seinen Bann gezogen. Nah an den historischen Begebenheiten wird hier von den Abenteuern einer jungen Frau mit bewegender Vergangenheit und ihrem Ehemann, einem ehemaligen berühmt berüchtigten Kämpfer aus Gustav II. Adolf – Armee erzählt.
Manches Mal erschien mir Bernina zu naiv und vertrauensselig, manchmal war mir Nils etwas zu widerstandsfähig und ausdauernd im Kampf, aber die Mischung aus Geschichtlichem, Gefühl und Kampfesgeist haben daraus einen spannenden und unterhaltsamen historischen Roman gemacht.
„Die Anmerkungen des Autors“ haben mir nochmal deutlich vor Augen geführt, wie schwierig der Spagat zwischen historischer Authentizität und Unterhaltung ist. Als Leser historischer Romane bin ich immer wieder darüber begeistert, dass es Autoren gibt, die sich durch trockene, teilweise schwer zu lesende Quellen kämpfen um mir dann einen Einblick in eine bestimmte vergangene Zeitspanne zu geben. Es ist dabei durchaus nachvollziehbar, dass die geschichtlichen Ereignisse der Spannung wegen auch mal etwas gebeugt oder verändert werden. Und wenn in der Nachbetrachtung alles richtiggestellt wird, dann haben wir auch noch etwas gelernt.
Cysiay zu »Oliver Becker: Die Entscheidung der Krähentochter«26.05.2013
Eine wirklich spannende Fortsetzung des ersten Band „Das Geheimnis der Krähentochter“.
Mit dem 3ten Band der Trilogie hat Oliver Becker sich selbst um weiten selbst übertroffen. Selten lese ich Buch Reihen wo die Nachfolge Bücher noch besser werden wie der Erste Band.

Viele Pluspunkte erhält das Buch unter anderem dafür das es als eigenständiges Buch gelesen werden kann, ohne die zwei vorherigen Bücher gelesen haben zu müssen. Eingebaut wurden ein paar samtene Rückblenden, die aber so in die Geschichte eingewoben worden sind, das man sie als solche gar nicht richtig wahrnimmt.

Betont werden sollte auch, dass es jede menge Historische Parallelen zur wirklichen Geschichte gibt. So gab es sowohl die große Schlacht um Freiburg wie auch Maximilian I. Kurfürsten von Bayern.

Besonders schön umgesetzt ist die Weiterentwicklung der Protagonistin Bernina. Sie ist richtig erwachsen geworden und hat sich somit in einen wissbegierigen und tiefgründigen Charakter entwickelt.
Eine Weiterentwicklung bei Roman Figuren macht für mich eine wirklich gute Buchreihe im übrigen unter anderem mit aus.

Spannend, dramatisch, realistisch und äußerst bildhaft hat Oliver Becker verstanden die Geschichte um Bernina und Nils, die Schlacht von Freiburg und die Schrecken der Zeit um dem 30 Jährigen Krieg herum zu erzählen, ohne in überflüssigen Details unter zu gehen.

„Mit dumpfer Klarheit wurde Norby bewusst dass er in seinem Leben niemals auf einen besseren Fechter getroffen war. Hast du Angst?, pochte urplötzlich eine lautlose Frage in seinem Kopf. Hast du Angst, dass du es nicht schaffst? Zum ersten Mal? Sein Herz klopfte derart heftig, dass es schmerzte.“

Schreibstil technisch ist dieses Buch auch um Längen besser wie schon Band 1. Trotz des anspruchsvollen Schreibstil ist ein super Lesefluss absolut gegeben. Auch die Emotionen die mich im Band 1 nicht erreicht haben, kamen in Band 3 total an mich ran. Die düstere Atmosphäre hat sich Kriegszeiten entsprechend gehalten.

Abgerundet wird der Roman letztendlich durch ein bewegendes Ende und dem wirklich tollen Nachwort des Autors.

Ich selber bin begeistert von diesem Roman und werde auch noch Band 2 nachträglich lesen!!!
Von mir gibt es wirklich guten Gewissens 95 Punkte und somit 5 Sterne.
Empfehlen kann ich dieses Buch in erster Linie Lesern die sich für Historische Romane interessieren. Unter anderem auch Leser die quasi „Anfänger im Genre Historische Romane sind“.

Danke an dieser Stelle an Oliver Becker und den Gmeiner Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
Ihr Kommentar zu Die Entscheidung der Krähentochter

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