Das Amulett des Dschingis Khan von Nina Blazon

Buchvorstellungund Rezension

Das Amulett des Dschingis Khan von Nina Blazon

Originalausgabe erschienen 2008unter dem Titel „Das Amulett des Dschingis Khan“,, 328 Seiten.ISBN 3794180682.

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Kurzgefasst:

Wegen einer schlangenähnlichen Hautveränderung am Arm wird der polnische Junge Krystian in Krakau als „Schlangenmensch“ ausgestellt. Als Mongolen die Stadt angreifen, wird Krystian beinahe von einem Krieger entführt. Ein Mönch rettet den Jungen und nimmt sich seiner an. Von dem Angriff hat Krystian ein Amulett zurückbehalten, das er dem Krieger entrissen hat. Es zeigt ein schlangenartiges Wesen. Gibt es noch mehr Menschen wie Krystian? Vielleicht bei den Mongolen? Als der Mönch Wilhelm zu einer Missionsreise in die Mongolei aufbricht, sieht Krystian seine Chance: Er ist entschlossen, das Rätsel der Schlangenmenschen und seiner eigenen Herkunft zu lösen. Eine Reise voller Gefahren beginnt …

Das meint Histo-Couch.de: „Überfall der Höllenreiter“89Treffer

Rezension von Kirsten Lambeck

Nina Blazons historischer Jugendroman beginnt dramatisch: der erst sechsjährige Krystian, gerade aus den Käfigen einer Menagerie entflohen, wo er wegen einer Schlangenzeichnung seiner Haut ausgestellt war, wird im Jahre 1241 Zeuge eines Mongolenüberfalls auf seine Heimatstadt Krakau. Im Chaos des tobenden Angriffs wird der Junge auf das Pferd eines Mongolen gezogen und vor dem Feuertod gerettet. Den Sturz des Pferdes überlebt Krystian schwerverletzt und wird von italienischen Franziskanern gesund gepflegt. Zurück bleibt ein deutliches Hinken und ein Amulett des Reiters, das einen Schlangenmenschen zeigt.

Flucht nach Konstantinopel

Mit den wandernden Mönchen gelangt der Junge nach Italien und wächst mit der Gewissheit auf, selbst Novize zu werden. Er selbst, als Kleinkind als Schlangenmensch ausgestellt und auch in Italien stets als „Serpente“ – Schlange – verspottet, verspürt eine besondere Anziehungskraft des mongolischen Amuletts und trägt es stets bei sich. In einem italienischen Bergdorf kommt es zur Katastrophe: ein Kind wurde von einer Schlange gebissen, und der Mob beschuldigt Krystian, die Schlange verhext zu haben. Hastig flieht der Junge, doch er wendet sich nicht an das Kloster, in das er als Novize eintreten soll, sondern schlägt sich nach Konstantinopel durch.

Dort, so hat er von seinem Ziehvater Bruder Matteo erfahren, soll eine Missionsreise im Auftrag von Ludwig dem Heiligen starten – zu den Mongolen. Geschickt gelingt es ihm, den Führer der Expedition, Wilhelm von Rubruk, davon zu überzeugen, ihn mitzunehmen. Eine gefahrvolle Reise voller seltsamer Begegnungen beginnt. Krystian, der entschlossen ist, das Geheimnis des Amuletts und der mongolischen Schlangenmenschen zu lösen, begegnet den mongolischen Nomaden mit viel Neugier und Respekt. Besonders fasziniert ihn die für ihn scheinbar unerreichbare Alan, die auf ihre Weise eine Außenseiterin in der mongolischen Gesellschaft ist.
Krystian trennt sich von seiner Reisegesellschaft und macht sich auf einen langen Weg, der ihn am Ende bis nach Karakorum, der mongolischen Hauptstadt im fernen Osten Asiens führt.

Fesselnd für Jugendliche und Erwachsene

Nina Blazons Das Amulett des Dschinghis Khan ist für Jugendliche wie auch für Erwachsene gleichermaßen spannend und faszinierend. Die Autorin verwendet eine leicht altertümlich wirkende, aber zur Geschichte gut passende Sprache. Sie beschreibt die unterschiedlichen Stationen von Krystians Leben immer detailgenau und fesselnd, ohne darüber die Handlung aus den Augen zu verlieren.

Treibende Kraft: Das Rätsel um Krystians Amulett

Das Erzähltempo steigert sich ständig – und auch die Selbständigkeit des Protagonisten wächst zunehmend. Ist er in den ersten Kapiteln eher Objekt, das von Schicksalsschlägen durch halb Europa getrieben wird, handelt er ab seiner Flucht nach Konstantinopel immer planvoller und folgt seinem inneren Drang, das Rätsel seiner Verbindung zu den Schlangenmenschen zu lösen. Dass dies am Ende nicht ganz schlüssig ist, schadet dem Lesegenuss nicht.

Außenseitertum und Kulturkonflikt

Inhaltlich setzt sich der Roman vor allem mit der Frage des Umgangs mit Außenseitern auseinander: Krystian, der Hinkefuß mit dem Schlangenmal, der schon als kleines Kind völlig bindungslos leben musste, findet in der Mongolei seinen Platz im Leben. Er, der sich nur schwerfällig bewegen kann, wird zum Reiter in einer Reitergesellschaft. Aber auch der Konflikt der Kulturen und Religionen wird zum Thema: Die von ihrer Lebensweise überzeugten Mönche betreten das fremde Land zunächst sehr überheblich, müssen aber dann erkennen, dass sie es keineswegs mit Primitiven zu tun bekommen.

Keine Schwarz-Weiß-Malerei

Dabei gelingt es Nina Blazon, Schwarz-Weiß-Malerei fast vollständig zu vermeiden und den christlichen Mönchen keine grundguten Wilden gegenüberzustellen. Die Motive jeder einzelnen Person und das Erwachsenwerden Krystians werden immer wieder deutlich. Besonders auch: Dieses Buch eignet sich, anders als so viele Jugendbücher, nicht nur für eine Zielgruppe. Mädchen und Jungen ab 12 Jahren werden sich bei Krystians Suche nach einem Platz im Leben wiederfinden und gefesselt sein.

 

Ihre Meinung zu »Nina Blazon: Das Amulett des Dschingis Khan«

Doris Berger zu »Nina Blazon: Das Amulett des Dschingis Khan«19.01.2015
Mitte des 13. Jahrhunderts n. Chr. herrschen große Unsicherheit und Angst in Osteuropa. Mongolische Reiterhorden drängen heran, brandschatzen und morden. Der polnische Junge Krystian erlebt, wie Krakau überfallen wird. Er glaubt, dass seine letzte Stunde geschlagen hat, denn einer der Reiter zerrt ihn zu sich hoch auf den Sattel. Doch das Pferd stürzt und Krystian spürt im letzten Augenblick, bevor er das Bewusstsein verliert, einen seltsamen Gegenstand in seiner Hand, ein Amulett mit der Darstellung eines Schlangenmenschen.
Mitleidige Franziskanermönche finden und pflegen ihn. Können sie auch seine Seele retten? Hat er überhaupt eine? Er ist ein Gezeichneter von Geburt an, denn er trägt ein Schlangenmuster auf der rechten Schulter und wurde als "Schlangenkind" auf dem Markt zur Schau gestellt.
Jetzt aber schlägt sein Lebensweg eine ganz andere Richtung ein. Einer der berühmtesten Franziskaner, Wilhelm von Rubruk, wird von König Ludwig dem Heiligen zu den Mongolen geschickt, um ihnen das Christentum nahe zu bringen und Krystian darf ihn begleiten. Wird er in Asien mehr über Herkunft und Bedeutung des Amuletts erfahren? Gibt es bei den Mongolen tatsächlich Schlangenmenschen? Und ist er selbst einer? Eine lange, mühselige und gefährliche Reise beginnt, in der Krystian erstaunliche Dinge über fremde Kulturen und Religionen erfährt, über Freundschaft und Liebe, Treue und Verrat.
Die Autorin versteht es meisterlich, die Entwicklung eines Außenseiters zu einem mutigen jungen Mann zu schildern. Alle Figuren besitzen große Tiefe und Vielschichtigkeit. Das Ganze ist in eine äußerst spannende, temporeiche Handlung gebettet, so dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
hipphopp zu »Nina Blazon: Das Amulett des Dschingis Khan«13.06.2010
Mir gefiel das Buch super, da man so eine Geschichte nicht alle Tage liest und sie sowohl über das Christentum als auch über andere Klaubensarten berichtet. Das Ende verwirrte mich zwar ein wenig, da es bis zu der Stelle bei der "die Geliebt" aus der Truhe stieg relativ logisch und ohne viel märchenhaftes geschrieben war, aber das störte kaum. Ich kann das Buch nur entfehlen und hoffen, dass es einen Fortsetzer geben wird.
Kim zu »Nina Blazon: Das Amulett des Dschingis Khan«26.09.2009
Bei diesem Buch hat man wirklich das gefühl durch die welt zu reisen und die geschichte is einzigartig, da die Liebe von Krystian zu dem mongolischen mädchen ist beeindruckend. das Buch hat mich gefesselt.
ich kann das buch nur weiterempfehlen. auch andere bücher von nina Blaon sind lesenswert. besonders faunblut, Katharina, Der Kuss der Russalka und viele andere...ich habe wirklich noch kein buch buch von Nina gelesen, dass mir nicht gefallen hat.
Anne V. (Dortmund) zu »Nina Blazon: Das Amulett des Dschingis Khan«15.05.2009
Ein spannender Roman mit wirklich guten Figuren. Es stellt nicht einfach moderne Jugenliche in altem Gewand dar, sondern die Leute handeln und denken so, wie es der Zeit entspricht, was interessant ist im Verhältnis zwischen den moslimischen und christlichen Figuren im Buch und auch bei der mongolischen Kultur. Auch fand ich die histotrische Seite sehr spannend und interessant. Sehr empfehlenswertes Buch mit interessanter Geschichte und sehr viel Spannung!
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