Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe von Michelle Marly

Buchvorstellungund Rezension

Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe von Michelle Marly

Originalausgabe erschienen 2018unter dem Titel „Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe“,deutsche Ausgabe erstmals 2018, 496 Seiten.ISBN 3-7466-3349-4.

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Kurzgefasst:

Paris, 1919: Coco Chanel ist es gelungen, ein erfolgreiches Modeunternehmen aufzubauen. Doch als ihr Geliebter Boy Capel bei einem Unfall stirbt, ist sie vor Trauer wie gelähmt. Erst der Plan, ihrer Liebe zu ihm mit einem Parfüm zu gedenken, verleiht ihr neue Tatkraft. Auf ihrer Suche danach begegnet sie dem charismatischen Dimitri Romanow. Mit ihm an ihrer Seite reist Coco nach Südfrankreich, in die Wiege aller großen Düfte, und kommt schon bald dem Duft der Liebe auf die Spur.

Das meint Histo-Couch.de: „Das Geheimnis von Chanel Nummer 5“92Treffer

Rezension von Rita Dell'Agnese

Wie kam es zur Kreation des Parfums „Chanel Nummer 5“, das in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts seinen Siegeszug um die Welt antrat? Die deutsche Autorin Michelle Marly hat sich auf Spurensuche gemacht. Gefunden hat sie eine junge Frau namens Gabrielle Chanel, die nach dem frühen Tod ihrer Mutter unter der strengen Herrschaft eines Frauenklosters in der Auvergne aufwuchs. Gabrielle, die schon früh ihr Talent für das Schneiderhandwerk entdeckt, verlässt das Kloster, kaum dass sie volljährig ist, um dank ihres handwerklichen Geschicks zu überleben. Doch Gabrielle hat nicht nur den Wunsch, sich mit schönen Dingen zu umgeben und Mode zu kreieren, sie fühlt sich auch zu jungen Männern hingezogen. Über einen Freund lernt sie Boy kennen und verliebt sich unsterblich in den wohlhabenden Mann. Boy verspricht Gabrielle zwar die Ehe, heiratet später jedoch eine Frau, die vom Stande her besser zu ihm passt. 

Dennoch will Gabrielle, die sich dank einer Starthilfe inzwischen unter dem Namen Coco Chanel ein Modeimperium aufgebaut hat, nicht von Boy lassen. Sie plant mit ihm einen weiteren Coup: das Paar will ein Parfum kreieren. Doch dann kommt unvermittelt die Nachricht vom Tode Boys. Coco stürzt in ein tiefes Loch, verliert jeden Lebensmut. Ihre Freundin Misia versucht alles, um Coco aufzurichten. Sie rät Coco, ein Parfüm als Andenken an die Liebe zu Boy zu kreieren. Coco macht sich auf die Suche nach den Duftstoffen für Ihr Parfum. Dabei begegnet sich auch Männern von Format. Mit dem Komponisten Igor Strawinsky geht Coco Chanel eine Liaison ein, in Dimitri Pawlowitsch Romanow verliebt sie sich ernsthaft. Doch der junge Russe, der Cocos Liebe erwidert, hat Anspruch auf den Zarenthron. Eine Verbindung mit der Frau seines Herzens, die von niederer Herkunft ist, scheint ausgeschlossen.

Eindrückliche Gefühlswelt

Michelle Marly geht ganz nahe an ihre Protagonistin heran. Zunächst zeichnet sie das Bild eines jungen Mädchens, das von Träumen beseelt ist und den fast schon rebellischen Wunsch hegt, aus dem ärmlichen Leben auszubrechen, in das die Umstände sie gezwungen haben. Schritt für Schritt erlebt der Leser, wie aus dem Mädchen mit den Träumen eine leidenschaftlich liebende Frau wird, die mit einer unglaublichen Energie ihre Träume umzusetzen vermag. Geschickt setzt die Autorin dramaturgische Höhepunkte. Coco Chanel, auf dem Höhenflug ihres erfolgreichen Unternehmens, stürzt durch den Tod ihres Liebhabers in eine tiefe Depression. Auch hier sind die Gefühle wieder so intensiv hervorgearbeitet, dass der Leser sich der dumpfen Verzweiflung der Protagonistin nicht verschließen kann. Sehr schön kommt auch die stetige Rebellion der jungen Frau zum Ausdruck. Zusammen mit ihrer Freundin Misia, die nicht hinnehmen mag, dass Coco Chanel nach wie vor in einigen Kreisen nicht akzeptiert ist, trumpft Coco auf. Alle Facetten dieser Gefühle sind gut nachvollziehbar und überzeugend dargestellt. Obwohl Coco Chanel eine Frau mit Ecken und Kanten ist, wird sie als Protagonistin zu einer Identifikationsfigur, der man sich kaum entziehen kann.

Der Wunsch nach dem Duft

Der exzessive Wunsch Cocos, den wahren Duft ihrer Liebe zu Boy in einem Parfüm wahr werden zu lassen, löst bei den Lesern das dringende Bedürfnis aus, diesen Duft selber zu riechen. Quasi auf leisen Sohlen führt Michelle Marly die Leser in die Welt der Düfte und der Mode ein. Es sind aber weder die illustren Namen noch die Welt des Glamours, die den Roman zu etwas ganz Besonderem machen. Es sind die direkten Gefühle einer leidenschaftlichen Frau, die letztlich festhalten und den Leser zum Schluss mit Wehmut das Buch weglegen lassen. Mit Wehmut deshalb, weil es keine Fortsetzung geben wird, weil man die Figur ziehen lassen muss und einzig die Möglichkeit hat, den von der Protagonistin entworfenen Duft als Erinnerung an Coco Chanel zu behalten.

Ein wunderbarer Roman aus einer geübten Feder, der nicht nur eine schillernde Persönlichkeit präsentiert, sondern eine ganze Epoche lebendig werden lässt.

Ihre Meinung zu »Michelle Marly: Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe«

PMelittaM zu »Michelle Marly: Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe«13.05.2018
"Ich bereue nichts im Leben – außer dem, was ich nicht getan habe." (Coco Chanel)

Kurz vor Weihnachten 1919 verunglückt Boy Capel, Coco Chanels große Liebe, tödlich. Für die Modeschöpferin ein schwerer Schlag, von dem sie sich nur langsam erholt. Doch dann hat sie wieder ein Ziel vor Augen: Sie will als Erinnerung an diese Liebe einen besonderen Duft kreieren.

Michelle Marly hat einen Roman geschrieben, der nicht nur die Entstehung des berühmten Chanel No. 5 erzählt, sondern dem Leser auch Coco Chanel näher bringt. Erzählt wird zwar nur ein relativ kurzer, aber wichtiger, Abschnitt aus Cocos Leben, gute 2 Jahre sind es, wobei es einem manchmal viel länger vorkommt, passiert doch recht viel in dieser Zeit.

Vor allem Cocos Privatleben steht im Mittelpunkt des Romans, ihr berufliches Leben blitzt aber auch immer wieder einmal auf. Coco, aus ärmlichen Verhältnissen, wie man im Prolog erfährt, hat es geschafft, sich einen Namen als Modeschöpferin zu erwerben, auch wenn das, zumindest zu der erzählten Zeit, noch nicht bedeutet, dass ihre Kunden sie als gleichwertig ansehen. In Künstlerkreisen allerdings nimmt man sie gerne auf, und diese Szenen, die die Unkonventionalität, die zur damaligen Zeit zumindest in gewissen Kreisen herrschte, ahnen lassen, gefallen mir sehr gut. Es mangelt dem Roman nicht an Zeitkolorit, man trifft auf einige, auch heute noch berühmte, Menschen wie Igor Strawinsky oder Pablo Picasso. Das trägt sehr zur Atmosphäre und Authentizität des Romans bei.

Historischer Hintergrund sind auch die Verhältnisse in Russland, kurz vorher wurde die Zarenfamilie von den Bolschewiken ermordet, in Paris (und nicht nur da) trifft Coco auf russische Flüchtlinge. Mit Großfürst Dimitri Romanow, Cousin des letzten Zaren, hat Coco eine enge Beziehung und auch die Ballets Russes nehmen einen hohen Stellenwert bei ihr ein.

Michelle Marly hat ihre Geschichte gut in den historischen Hintergrund integriert, alles passt zusammen, die historischen Persönlichkeiten erscheinen mir gut gelungen. Coco selbst ist, wie die Autorin im Nachwort ausführt, schwer zu fassen, da sie selbst Geschichten über sich in Umlauf setzte, die nicht alle der Wahrheit entsprachen. Die Autorin erklärt aber nachvollziehbar, warum ihre Coco so ist wie sie ist. Mir hat es großen Spaß gemacht, in diesem Roman auf eine ganze Reihe bekannter und weniger bekannter Personen zu treffen. Wer wissen will, wie es mit den handelnden Personen weiterging, muss gar nicht selbst recherchieren, Michelle Marly hat es im Nachwort erläutert – eine gute Idee, wie ich finde.

Meiner Meinung nach hat die Autorin, um die Geschichte zu erzählen, einen perfekten Erzählstil mit stimmigen Worten gefunden. Manchmal klingt das vielleicht ein bisschen zu schwülstig, ist aber passend, bedenkt man Cocos Gefühle – für mich macht es die Geschichte zusätzlich rund. Lesen lässt sich das Ganze wunderbar leicht und zügig, ich flog nur so durch die Seiten.

Ich habe den Roman sehr gerne gelesen, fühlte mich unterhalten und gut informiert, auch machte er mir Lust, mehr über Coco zu erfahren, so dass ich mir mittlerweile eine Coco-Chanel-Biografie gekauft habe. Wer einmal einen anderen historischen Roman lesen möchte, in dem mehr das Privatleben im Mittelpunkt steht, der trotzdem aber im historischen Kontext verankert bleibt und/oder wer sich für Coco Chanel interessiert, der sollte zugreifen. 88°
Bettina Hertz zu »Michelle Marly: Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe«05.05.2018
Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe
Autor: Michelle Marly

Paris 1919: Coco Chanel ist es gelungen, ein erfolgreiches Modeunternehmen aufzubauen und an neuen Ideen mangelt es ihr auf keinen Fall, ihre Fans, Freunde, Kunden weiter begeistern zu können. Doch als ihr Geliebter Boy Capel bei einem tragischen Unfall ums Leben kommt, bricht eine Welt für sie zusammen und sie versinkt in grenzenlosen Trauer. Erst der Plan, ihrer Liebe zu ihm mit einem Parfüm zu gedenken, verleiht ihr neue Energie. Auf der Suche nach dem ultimativen Duft der Liebe begegnet sie Dimitri Romanow. Mit ihm an ihrer Seite reist sie nach Südfrankreich und schon bald kommen sie dem Duft der Liebe immer näher und das mit allen Sinnen.

Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe aus der Feder von Michelle Marly ala Micaela Jary ist ein unglaublich toller Roman über die einstige Modeikone Gabrielle Coco Chanel und deren berühmtes Parfüm, welches bis heute seinen einzigartigen Duft die Sinne erregt. Ich muss gestehen, ich kannte bis auf den Namen Coco Chanel bzw. den Duft Chanel Nr. 5 keine Hintergrundinformationen. Wer war Coco Chanel und wie entstand der bis heute berühmteste Duft Chanel Nr. 5? Dies sollte sich mit vorliegendem Roman ändern. Michelle Marly entführt uns nach Paris ins Jahr 1919, dass sich grad dem Ende neigt und lässt uns an Coco’s Leben bis 1922 teilhaben, welche wohl sicher mitunter die prägendsten ihres Lebens waren.

Der Schreibstil ist einmalig: bildhaft, emotional, spannend und LEBENDIG. Die Buchseiten fliegen nur so dahin und ich hatte manchmal das Gefühl, beim Umblättern der Seiten den Duft des Parfüms zu spüren. Man taucht sofort in die Geschichte ein, ist Anfangs gefesselt vom Schicksal der kleinen Gabrielle im Waisenhaus und fiebert später mit der erwachsenen Coco in den zwanziger Jahren mit.

Michelle Marly lässt neben Coco Chanel und ihrer engsten Freundin Misia Sert Größen wie Sergej Djagilew, Igor Strawinsky, Dimitri Pawlowitsch Romanow, Marija Pawlowna Romanowa, François Coty, Ernest Beaux und Pablo Picasso auf die Bühne treten. Die Charaktere sind fabelhaft in Szene gesetzt, ich konnte mir jeden einzelnen gut vorstellen. Allesamt begleiteten sie Coco Chanels Weg auf dem Duft der Liebe und ich denke auch wie Michelle Marly in ihrem Nachwort schreibt: Genauso hätte es sein können. Am meisten gefiel mir natürlich Coco selbst und Dimitri Pawlowitsch Romanow. Viele russische Emigranten aus der Zarenfamilie fanden ihren Zufluchtsort in Paris, somit erhält man hier noch ein Stück russische Geschichte.

Am Ende bleibt man als Leser ziemlich aufgewühlt zurück, das Buch hallt lange in einem nach und man recherchiert, beschäftigt sich noch lange mit Gabrielle Coco Chanel, der kleinen großen Modeikone, der mit 88 Jahren ein langes erlebnisreiches Leben vergönnt war. Ein toller Roman über große Gefühle, ich kann ihn uneingeschränkt empfehlen und vergebe natürlich fünf Sterne plus. Danke für dieses tolle Buch.
Venatrix zu »Michelle Marly: Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe«28.03.2018
Michelle Marly entführt uns in ihrem Roman in die schillernde Welt der Haute Couture, genauer, in das Reich von Gabrielle „Coco“ Chanel.

Der Roman umfasst nur drei Jahre des langen Lebens der Modeschöpferin: Wir steigen ein in das Jahr 1919, in dem ihr Geliebter Arthur „Boy“ Capel tödlich verunglückt. Boy ist ihr Lebensmensch, der aus Rücksicht auf seine adelige Herkunft eine standesgemäße Ehe eingehen muss, für die die unehelich geborene und aus tiefster Armut stammende Gabrielle nicht in Frage kommt. Dennoch scheinen die beiden einander in tiefer Liebe zugetan zu sein. Er unterstützt sie mit Rat und Tat und natürlich auch finanziell. Als er stirbt, fällt Coco in ein tiefes Loch. Doch bevor sie sich ihrer Depression gänzlich hingibt, hält sie der Gedanke ein perfektes Parfum zu kreieren aufrecht. Ein Idee, die sie gemeinsam mit Boy entwickelt hat.

Die Suche danach wird in den nächsten Jahren ihr Handeln bestimmen. Es ist ein weiter, beschwerlicher Weg, den sie wie besessen geht. Sie macht bei Francois Coty, dem wohl berühmtesten Parfumeur jener Zeit, eine Lehre.

An ihrer privaten Seite sind verschiedene Männer, die sie zum Teil ausnützen wie der Komponist Igor Strawinsky oder sie mit nützlichen Kontakten unterstützen wie der Russische Großfürst Dimitri Pawlowitsch.

Meine Meinung:

Der Roman liest sich wie das Who-is-Who der Pariser Gesellschaft der 1920er Jahre. Dutzende verarmte Russen, aus der Zarenfamilie wie Künstler, bekannte Maler wie Picasso, Literaten wie Jean Cocteau treffen auf Coco, der Selfmade-Millionärin. Angesichts ihrer eigenen entbehrungsreichen Kindheit – wobei nicht ganz klar ist, was nun Wahrheit oder selbsterfundener Mythos ist – fördert Chanel die schönen Künste. Sie ist mit dem Ballettimpresario Sergei Djagilew befreundet und ihr größter Wunsch ist es, für seine Truppe die Kostüme zu entwerfen.

Während der drei Jahre, die wir Coco Chanel hier begleiten, lernen wir unterschiedliche Facetten der Modeschöpferin kennen: Auf der einen Seite die knallharte Geschäftsfrau, die wenig ohne Hintergdanken tut und auf der anderen, die verletzte, nach Liebe suchende Frau.
Ihre Geschäftsideen sind Weg weisend, nicht nur, dass sie ungewöhnliche Schnitte und Stoffe (z.B. Jersey) zu wunderschönen, zeitlosen Creationen vearbeitet, kopiert sie die Perlenketten, die von Dimitri erhält zu einer Modeschmucklinie. Diese Perlenketten stammen aus dem Privatschatz der Zarin und sind äußerst wertvoll.
Über ihren Marketing-Gag, das Parfum Chanel No. 5 im Restaurant zu versprühen musste ich lächeln. Gut gemacht, Coco! Auch ihre Methode, das Angebot der Parfumflakons künstlich zu verknappen und so den Nimbus der Exklusivität zu erhöhen, liest sich ziemlich modern.

Die unverheiratete, (Sie lässt sich ihr ganzes Leben „Mademoiselle“ nennen.) und erfolgreiche Frau ist unkonventionell. Natürlich blüht der Klatsch. Für manche Legende hat sie wohl sicher selbst gesorgt.
Gut gefallen hat mir der Anhang. Zum einen sind die echten Persönlichkeiten aus Coco Chanels Umfeld noch einmal aufgelistet und zum anderen berichtet die Autorin wie sie sich der schillernden Person Coco Chanels genähert hat.


Fazit:

Ein an Anekdoten und Legenden reicher Roman, der eine mögliche Geschichte der Entstehung des wohl bekanntesten Parfums der Welt, Chanel No. 5, erzählt. Gerne gebe ich hierfür 4 Sterne.
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