Michel Faber

Der englischsprachige Schriftsteller Michel Faber wurde 1960 in Den Haag in den Niederlanden geboren. Als er sieben Jahre alt war, wanderten seine Eltern mit ihm nach Australien aus, wobei sie einen seiner Habbrüder in einem Heim für schwer erziehbare Kinder zurück ließen. Michel verkraftete die Emigration nur schwer und musste in einem Krankenhaus behandelt werden. Ansonsten wuchs er in den Aussenbezirken von Melbourne auf.

In Melbourne studierte er auch Anglistik, Niederländisch, Philosophie, Rhetorik und Englische Literatur und schloss sein Studium 1980 ab. Er versuchte, mit seiner ersten Frau nach Großbritannien zu emigrieren, was jedoch scheiterte, und die beiden waren für kurze Zeit obdachlos. Kurz darauf endete diese Ehe und er begann mit den ersten Arbeiten an seinem Roman The Crimson Petal and the White (dt. Das karmesinrote Blütenblatt), wofür er letztlich zwanzig Jahre brauchen würde.

Er arbeitete als Putzmann und als Krankenpfleger in Sydney bis in die Mitte der 1990er Jahre. 1993 zog er mit seiner zweiten Frau und den beiden Kindern nach Schottland in die Nähe von Inverness in einen umgebauten Bahnhof. Seine zweite Frau starb 2014 an Krebs.

Nach ersten Achtungserfolgen an Romanen und Kurzgeschichten gelang ihm mit The Crimson Petal and the White schließlich der Durchbruch, als der Roman 2002 endlich erschien. Zuvor bereits für einige Preise nominiert, erhielt er nun zahlreiche Auszeichnungen.

Als der Verlag 2001 beschloss, den Roman zu veröffentlichen, legten sie Faber nahe, die schottische Staatsbürgerschaft anzunehmen, damit er den damaligen Regularien zufolge auch für den Booker Prize nominiert werden könnte. Seine bisherigen Preise waren auch schottische. Doch er entschied sich dagegen, da Großbritannien zu dieser Zeit den USA in die Kriege im Irak und in Afghanistan folgte, und damit wollte sich Faber nicht identifizieren. Seine Nationalität blieb Niederländisch, er selbst sieht sich nicht einer Nation zugehörig, sondern eher als europäisch.

Sein Durchbruchsroman wurde als Mehrteiler für das Fernsehen verfilmt, und die Kurzgeschichtensammlung The Apple von 2006 erzählt Geschichten von einigen der Personen aus dem Roman weiter. Auch andere seiner Romane wurden verfilmt oder für den Hörfunk adaptiert.

Von 2001 bis 2004 rezensierte Faber Bücher für die Zeitung Scotland on Sunday, seit 2004 schreibt er eine regelmäßige Kolumne in The Sunday Herald mit Analysen von Fotografien. Seit 2003 schreibt er für The Guardian, wo er vor allem fremdsprachige Literatur bespricht und übersetzt, darunter Kurzgeschichten, Graphic Novels und Bücher über Musik.

Historische Romane von Michel Faber:

Weitere Romane von Michel Faber:

  • (2000) Die Weltenwanderin
    Under the Skin
  • (2001) Neunundneunzig Stufen
    The Hundred and Ninety-Nine Steps
  • (2002) Die Unvollendete
    The Courage Consort
  • (2008) The Fire Gospel
  • (2014) The Book of Strange New Things