Das Buch von Ascalon von Michael Peinkofer

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2011unter dem Titel „Das Buch von Ascalon“,, 848 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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Kurzgefasst:

Köln, 1096. Unzählige Kreuzfahrer nutzen die Stadt als Durchgangsstation. Immer wieder gibt es Übergriffe gegen die jüdische Bevölkerung. Schließlich wird der Kaufmann Isaac beauftragt, den wertvollsten Besitz der Gemeinde zurück ins Gelobte Land zu bringen: das Buch von Ascalon. Zusammen mit seiner Tochter Chaya macht er sich auf den gefährlichen Weg. Dabei begegnen sie dem jungen Dieb Con, der um eine große Verschwörung gegen den englischen Thron weiß, und einem armenischen Gelehrten, der ganz eigene Ziele mit dem mysteriösen Buch verfolgt. In Jerusalem soll sich ihrer aller Schicksal erfüllen …

Das meint Histo-Couch.de: „Spannende Ereignisse während der Kreuzzüge“85Treffer

Rezension von Carsten Jaehner

England, 1096: Der junge Engländer Conn muss mit ansehen, wie seine Geliebte Nia brutal ermordet wird. Durch Zufall erfährt er den Namen des Mörders und schwört, die Frau, die er heiraten wollte, zu rächen.

Zur gleichen Zeit werden in Alemagna immer mehr jüdische Viertel ausgeraubt und geplündert. In Köln machen sich daher der jüdische Kaufmann Isaac Ben Salomon und seine Tochter Chaya auf den Weg ins Heilige Land. Isaac ist Hüter des Buches von Ascalon, das bei Gefahr den Weg zurück nach Antiochia zu seinem Bruder finden muss.

Währenddessen wird Conn für das Kreuzfahrerheer eingezogen und findet hier Freunde, die ihn fortan begleiten. Unterwegs kreuzen seine Wege immer wieder die von Chaya und ihrem Vater, und die beiden verlieben sich ineinander. Doch eine Christen und eine Jüdin ist keine Zukunft beschert, und Conn will schließlich den Tod von Nia rächen. Guillaume de Rein, der Mörder, steht im Schatten seines Vaters und wird von seiner Mutter manipuliert. Er greift nach der Macht, hat aber die Rechnung ohne den kleinen rachsüchtigen Engländer gemacht …

Vielfältige Konstellationen

Michael Peinkofers gut 850 Seiten starker Roman entführt den Leser in die Zeit der Kreuzzüge, als man noch davon überzeugt war, im Namen des Herrn Gutes zu tun und Sündenablass zu bekommen, wenn man Jerusalem erobert. In diese Zeit webt er zwei Handlungsstränge, die sich immer wieder treffen und wieder auseinandergehen und die auch gelegentlich Abzweigungen nehmen.

Conn ist ein junger Mann, der eigentlich gar nicht auf die Kreuzzüge will und daher auch nicht mit dem Herzen dabei ist. Seine Geliebte, die er heiraten wollte, wurde sinnlos von Guillaume de Rein getötet. Ihm hat er Rache geschworen und sieht die Gelegenheit günstiger, als er sich den Kreuzfahrern anschliesst und feststellt, dass auch de Rein mit im Feldzug reitet. Doch gemeinsam mit neuen Freunden, darunter vor allem der Normanne Baldric, der Conn als seinen Sohn annimmt, stürmt er nicht kopflos in die Rache, sondern mit Überlegung.

Im zweiten Erzählstrang reist die Jüdin Chaya mit ihrem Vater nach Antiochia, um dort ihrem Onkel eine bedeutende Schriftrolle zu übergeben, das titelgebende Buch von Ascalon. Immer wieder begegnen sich Conn und Chaya zufällig auf der Reise, bis sie schließlich sicherheitshalber gemeinsam reiten und sich näher kennen lernen. Und es kommt, wie es kommen muss: Der Christ und die Jüdin verlieben sich ineinander, woraufhin die Schriftrolle verschwindet und Conn natürlich als erster unter Verdacht steht. Keine gute Basis für eine schon von sich aus schwankende Liebesbeziehung.

Ein durchtriebener Böser

Peinkofer macht es seinen Helden nicht leicht. Immer wieder legt er ihnen Steine in den Weg, und es scheinen immer mehr Steine zu werden, je näher man der Auflösung kommt, warum das Buch überhaupt so wichtig ist und was es damit auf sich hat. Dass das Schicksal des Abendlandes davon abhängt, wird schnell klar, doch Peinkofer lässt sich Zeit, das Geheimnis des Buches voll zu enthüllen. Und auch wenn die, die es gelesen haben, um die Bedeutung wissen, so lässt der Autor die Leser noch länger im Dunkeln, worin ein Gutteil der Spannung besteht, die den Leser an das Buch fesseln.

Peinkofer hat mit seiner vielfältigen Personenkonstellation ein paar Charaktere geschaffen, die es durchaus in sich haben. Allen voran Guillaume de Rein, der von seinem Vater bewusst klein gehalten wird, von seiner Mutter aber protegiert wird und die ihn manipuliert und somit ihren eigenen Mann hintergeht. Allein diese Familie bietet einiges an Spannung, geht es doch um Macht und Intrigen, die das Salz in jeder belletristischen Suppe sind.

Wer ist Freund, wer ist Feind?

Unter Conns Freunden weiß man nie genau, wer Freund ist und wer Feind, und auch Chayas Verwandte im Gelobten Land sind nicht ganz ohne, vor allem ihr Cousin Caleb, der Conn immer sofort töten will, sobald er ihn sieht. Das ist ein bisschen nervig und auf die Dauer auch ermüdend, aber immerhin handelt er im guten Glauben und steht immer auf Chayas Seite.

Peinkofer hat die Historie und die Zeit gut eingefangen, und die Handlungen sind immer nachvollziehbar, wenngleich es im Roman auch an einigen Schnittstellen Längen gibt, die durchaus straffer hätten gestaltet werden und den Roman um einiges hätten kürzer werden lassen können. Die Kreuzzüge dienen nur als Kulisse für die Handlung, spielen aber letztlich immer eine politische Rolle im Hintergrund.

Das Buch von Ascalon ist ein Roman über jegliche Konfessionen und bietet durch seine bunte Personenkonstellation einen spannenden Roman, der auf mehreren Ebenen handelt und auch funktioniert. Neben der Liebe geht es vor allem auch um Vertrauen, Freundschaft und Treue, was alles in diesen Zeiten nicht leicht zu erhalten ist. Bunte Karten im Einband und ein Nachwort des Autors ergänzen den gelungenen Roman, bei dem auch das ansprechende Cover gelobt werden darf. Trotz einiger Längen kann der Roman ohne Bedenken weiter empfohlen werden, wenn man für 850 Seiten Platz im Bücherregal hat.

Ihre Meinung zu »Michael Peinkofer: Das Buch von Ascalon«

Silky zu »Michael Peinkofer: Das Buch von Ascalon«30.05.2014
Ein tolles Buch!!
Der Roman erzählt die Geschichten verschiedener Protagonisten, deren Schicksal jedoch unweigerlich miteinander verbunden ist.Die bildhafte Sprache vermittelt dem Leser einen Eindruck über Christen, Juden und Muslime die einen zum Nachdenken anregt.Man sollte sich auf kein Happy End freuen, sondern eher darauf des öfteren ein paar Tränen in den Augen stehen zu haben. Nicht nur weil es traurige Stellen gibt, viel eher weil einem wieder bewußt wird was die Wörter: Liebe, Treue, Freundschaft und Loyalität bedeuten. Der Leser bekommt das Gefühl vermittelt die Mauern von Jerusalem und Antiochia selber zu sehen. Den Hunger und Durst zu spüren und auch so manche Entscheidung, ob richtig oder falsch, verstehen zu können.
Für mich war es ein Genuss Conn, Chaya und Baldric zu begleiten.
Solitude zu »Michael Peinkofer: Das Buch von Ascalon«26.01.2012
London 1096: Der junge Dieb Conn muss hilflos mit ansehen, wie seine Geliebte Nia nach einer brutalen Vergewaltigung in seinen Armen stirbt. Er hat nur noch einen Gedanken: Rache. Auf der Suche nach Nias Mörder schleicht er sich in die königliche Burg ein und wird heimlich Zeuge einer unglaublichen Verschwörung. Leider bleibt er dabei
jedoch nicht unentdeckt und es gelingt ihm erst in letzter Minute, seinen Verfolgern zu entkommen. Schwer verletzt wird er von Baldric, einem normannischen Ritter, gefunden. Dieser stellt ihn vor die Wahl, entweder den Soldaten der Garnison übergeben zu werden oder sich als sein Diener dem Pilgerzug ins Gelobte Land anzuschließen. Da Conn nichts mehr in London hält, entschließt er sich, in Baldrics Dienste zu treten...
Köln 1096: Der Kaufmann Isaac Ben Salomon lebt mit seiner Tochter Chaya im jüdischen Viertel der Stadt. Seit einiger Zeit kommt es am Rande des Kreuzzuges immer wieder zu Übergriffen gegen die jüdische Bevölkerung. Als auch in
Köln die Stimmung der Einwohner gegen die Juden umschlägt und Berichte über die Auslöschung ganzer jüdischer Gemeinden in der näheren Umgebung eintreffen, wird Isaac mit einer besonderen Mission betraut. Er soll das Buch von
Ascalon, eine Schrift, die von der jüdischen Gemeinde seit ewigen Zeiten gehütet wird, an ihren Entstehungsort zurückbringen. Zusammen mit Chaya macht er sich ebenfalls auf den beschwerlichen Weg in Gelobte Land...

Das Buch beginnt mit einem Prolog, in dem vier Ereignisse kurz angerissen werden, die vor bzw. nach der eigentlichen Haupt-handlung spielen. Von welchen Personen hier die Rede ist bzw. wie diese Ereignisse zusammenhängen, ist zuächst noch unklar. Mir hat dieser Einstieg in das Buch sehr gut gefallen, da er mich auf die Handlung neugierig gemacht hat. Um was genau es sich bei dem geheimnisvollen Buch von Ascalon handelt, erfährt man auch erst nach und nach im Verlauf der Handlung. Auch die Gründe, wegen derer die verschiedensten Personen das Buch in ihre Hände bekommen möchten, erschließen sich nicht von Beginn an und so bleibt die Handlung durchgehend spannend.

Die handelnden Personen fand ich sehr schön gezeichnet. Da ist zunächst Conn, der sich in London mehr schlecht als recht als Dieb durchschlägt. Auf seiner nicht ganz freiwilligen Reise ins Heilige Land begegnet er den verschiedensten Menschen. Er muss lernen, zu kämpfen, wird zum Ritter geschlagen und muss immer wieder neue Abenteuer bestehen. Mehr als einmal muss er dabei seine eigene Einstellung hinterfragen und überdenken. Und er wandelt sich
dadurch von einem jungen Mann, der mehr oder weniger in den Tag hineinlebt, zu einem Menschen, der seinem eigenen Gewissen und seinem Herzen treu bleibt und der auch bereit ist, die Konsequenzen dafür zu tragen.
Isaac ist ein Kaufmann und Mitglied im Rat der jüdischen Gemeinde von Köln. Nach dem Tod seiner Frau hat er seine Lebensfreude verloren und alles, was ihn noch aufrecht hält, ist die Liebe zu seiner Tochter Chaya, für die er sich verantwortlich fühlt und die er beschützen möchte. Chaya ist eine für ihre Zeit recht ungewöhnliche Frau. Sie ist klug, hat ihren eigenen Kopf und versteht es, ihre Meinung durchzusetzen. Und so überrascht es auch kaum, dass sie ihren Vater dazu bringt, sie mit auf die Reise ins Gelobte Land zu nehmen.
Auch die Figur von Nias Mörder fand ich sehr gut geschildert. Er ist ein junger Mann, der in seinem bisherigen Leben um die Liebe und Anerkennung seines Vaters gekämpft und doch stets nur Ablehnung erfahren hat. Gelenkt wird er mehr oder weniger von seiner vom Ehrgeiz zerfressenen Mutter. Auch, wenn ich beide Personen nicht mochte, fand ich die Erzählung der Geschehnisse um sie herum und die Schilderung ihrer Motive und Beweggründe sehr interessant.

Auf der langen Reise ins Gelobte Land kreuzen sich die Wege unserer Protagonisten - und trennen sich wieder. Die verschiedenen Kulturen und Religionen prallen aufeinander - und nicht immer ist klar, wer Freund oder Feind ist.
Am Ende müssen sie alle sich ihrem Schicksal stellen und Entscheidungen treffen. Entscheidungen, die zu Beginn
ihrer Reise vielleicht noch ganz anders ausgefallen wären.
Und so ist "Das Buch von Ascalon" nicht nur ein sehr spannender, unterhaltsamer Roman über eine Reise in ferne Länder und eine geheimnisvolle Schrift, sondern auch ein Buch über Werte wie Freundschaft, Treue, Liebe und
Loyalität. Loyalität nicht nur gegenüber anderen, sondern auch gegenüber sich selbst, dem eigenen Gewissen und Herzen. Und auch ein Buch darüber, wie unwichtig es im Grunde ist, welcher Kultur oder Religion man angehört. Ein Thema, das ja heute noch genauso aktuell ist wie damals.

Fazit:

Ein sehr spannendes, schön zu lesendes Buch mit durchweg interessanten Personen, egal auf welcher Seite sie auch stehen. Am Anfang und Ende des Buches ist eine Karte abgedruckt, auf der man die Reise der Protagonisten auch
nachverfolgen kann.
Inwieweit die geschilderten Ereignisse, vor allem die, die um den Kreuzzug herum handeln, tatsächlich so passiert sind oder nicht, kann ich nicht beurteilen, dafür weiß ich über diese Zeit zu wenig. Aber das hat meinem Lesevergnügen keinen Abbruch getan. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und ich vergebe 89°.
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