Velasquita von Michael H. Schenk

Buchvorstellungund Rezension

Velasquita von Michael H. Schenk

Originalausgabe erschienen 2007unter dem Titel „Velasquita“,, 444 Seiten.ISBN 3866958412.

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Kurzgefasst:

Spanien im Jahre 1809. Napoleonische Truppen haben weite Teile des Landes besetzt. Velasquita, als Waise bei einem katholischen Priester aufgewachsen, ist eine lebenslustige junge Frau in einem kleinen und bedeutungslosen Ort nahe der Grenze zu Portugal. Als französische Truppen an den Bewohnern ihres Dorfes ein Massaker verüben und sie später auch ihre erste Liebe, Alejandro, verliert, entwickelt sie sich zu einer Guerillakämpferin, die erst ruhen will, wenn ihr Land wieder frei ist. Ihr zur Seite steht Rittmeister Frederick von der Stein von der deutschen Legion des englischen Königs Georg III, mit dem sie eine Vielzahl von Gefahren meistert, bis die beiden zueinander finden.

Das meint Histo-Couch.de: „;Große Unruhe in den Pyrenäen“;58

Rezension von Carsten Jaehner

Die Feldzüge Napoleons sind legendär und nicht immer verlief alles zur Zufriedenheit des großen französischen Kaisers. Je nach Blickwinkel war die Eroberung Spaniens für die Franzosen ein Erfolg, für die Spanier hingegen nicht. Michael H. Schenk erzählt in „Velasquita“ die Geschichte einer jungen Spanierin, deren Leben sich mit dem Einmarsch der Franzosen unerwartet komplett änderte.

Die Eiche der Fruchtbarkeit

In dem kleinen Dörfchen Andajoz an der Grenze Spaniens zu Portugal passiert im ganzen Jahr nichts, bis auf den Tag, an dem zahlreiche Frauen von weit her zum Wunderbaum des Ortes pilgern, zur Eiche der Fruchtbarkeit, um dort für Nachwuchs zu beten. In diesem Dörfchen lebt auch Velasquita, ein junges Mädchen, das gerade zur Frau heranreift und als Waise von einem Pater aufgezogen wurde. Sie liebt Alejandro de Vega, Sohn des Bürgermeisters und beide wollen nichts lieber als heiraten und den Rest ihres Lebens miteinander verbringen, wenngleich sie eigentlich noch zu jung dafür sind.

In diesen Tagen vor der Pilgerfahrt im Jahr 1809 trifft ein Trupp Franzosen ein, der Feind der Spanier und nistet sich in einem kleinen Castillo Nahe von Andajoz ein. Eines Nachts hören Velasquita und Alejandro verdächtige Geräusche aus dem Castillo, und Tage später versinkt das Dörfchen in einem Blutbad und die beiden sind die einzigen Überlebenden der Abschlachtung durch die Franzosen. Sie schließen sich einer Gruppe von Guerillakriegern an, die gegen die Franzosen antreten und wollen das Geschehene vergessen und womöglich auch Rache üben.

Es ist nicht alles Gold, was gesucht wird

Währenddessen bereitet sich die spanische Armee mit Hilfe von Engländern und Franzosen darauf vor, gegen die Franzosen und deren Verbündete, die Polen, in das kleine Castillo einzudringen und dort nicht nur das vergrabene Gold, das den Kaiser bestimmt glücklich machen würde, zu holen, sondern auch ein Dokument, das für den weiteren Kriegsverlauf von entscheidender Bedeutung sein könnte.

Als Alejandro von den Guerilleros getötet wird, schließt sich Velasquita der spanischen Armee an, um seinen Tod zu rächen und um unwillentlich eine zentrale Rolle in der Schlacht um das Gold von Andajoz zu spielen.

Brutale Guerillakriege und große Armeeschlachten

Michael H. Schenk beschreibt mit seinem Roman „Velasquita“ einen Geschichtsteil, der mit seinen Schlachten und Kämpfen so wohl nicht bekannt ist. Zwar ist die Handlung fiktiv, wie er in seinem lobenswerten Nachwort schreibt, aber so oder ähnlich soll es wohl in dieser Zeit unter Napoleon zugegangen sein, was Armeekämpfe und Guerillakriege angeht. Spanien wurde zwar letztendlich von Franzosen erobert und Napoleons Bruder als neuer König eingesetzt, später aber von Lord Wellington wieder befreit.

Dieser Lord Wellington sorgt dann auch in seinen wenigen Auftritten für die Höhepunkte des Buches. Schenk erweist sich als feiner Beobachter seiner militärischen Charaktere und würzt gerade Wellingtons Auftritte mit einer gehörigen Portion britischen Humors, bleibt aber für den Rest des Buches unentschlossen, wie er denn die Geschichte überhaupt erzählen soll. Gerade die erste Hälfte zieht sich hin und hat durch ihre vielen Beschreibungen einige Längen, die einen das Buch zu oft zur Seite legen lassen.

Dabei bleibt dennoch nicht genügend Zeit, die Charaktere so intensiv zu beschreiben, dass man sich mit ihnen identifizieren kann, denn mit dem Auftritt der Franzosen beginnt das Durcheinander von verschiedenen Parteien und Armeen, bei denen man es zwischendurch schwer hat, den Überblick zu behalten. Beinahe wie die Sandsturmschlacht im Film „Vierzig Wagen westwärts“ gibt es so viele Parteien, die gegeneinander und miteinander kämpfen, dass man dann wirklich dranbleiben muss, um dem Geschehen noch problemlos folgen zu können. Alle wollen das Gold von Andajoz, manche wissen von dem weiteren Papier gar nichts und so kommt es zu einer blutigen Schlacht nach der anderen.

Diese Schlachten, ob nun groß angelegt mit Armeen oder klein angelegt mit kleineren Spähtrupps und Guerilleros, werden in einer drastischen Blutigkeit geschildert, die so heftig nicht hätte sein müssen. Mag es auch der Realität entsprochen haben, es ist doch etwas übertrieben und schreckt vielleicht Leser ab, die gerne mehr von der Liebesgeschichte um Velasquita gelesen hätten.

Viel Feind, wenig Ehr‘

Diese Geschichte endet im ersten Teil abrupt mit Alejandros Tod, woraufhin Velasquita natürlich Rache schwört. Dass sie sich dann in kürzester Zeit in einen deutschen Offizier verliebt, erscheint ob dem, was sie bis dahin in kürzester Zeit erlebt hat, unglaubwürdig und nicht ehrlich dem Vorangegangenen gegenüber. Hier liegt doch eine große Schwäche des Buches.

Michael H. Schenk zeigt großes Wissen den militärischen Rängen und Armeen gegenüber. Seine Beschreibungen zeugen von großer Kenntnis was Waffen angeht, wem sie gehörten und wie sie funktionierten. Die Erklärungen der Kämpfe sind durchaus verständlich, wenn man weiß, wer gegen wen kämpft, allerdings wäre hier eine Karte der Gegend um Andajoz (wenn auch ein fiktiver Ort) angemessen gewesen, um die jeweiligen Taktiken besser verstehen und verfolgen zu können. Immerhin versteht man alle Seiten des Krieges. Es gibt nicht nur Gut und Böse beziehungsweise Freund oder Feind. Jeder ist irgendwie vom Anderen abhängig. Einzig der Guerilla-Führer Don Lopez ist einfach nur der Böse und wird auch dementsprechend brutal beschrieben.

Viel Sachwissen, aber eine zerfahrene Handlung

Angesichts der Vielzahl der Charaktere bleiben die meisten in ihrer Beschreibung leider hinter ihren Möglichkeiten. Aber vielleicht sollte man sie auch nicht genug
kennen lernen, denn viele bleiben auf der Strecke und zeigen so, dass Freundschaften in Zeiten des Krieges auch immer in gewisser Weise Glückssache sind.

Michael H. Schenks erster historischer Roman zeigt alles in allem großes Sachwissen, aber eine zerfahrene, weil nicht historische Handlung. Die 444 Seiten aus dem Neue Europa Verlag in Leipzig hätten gerade zu Beginn weniger inhaltsleer ausfallen dürfen, das Ende hingegen ist viel zu kitschig und daher unglaubwürdig geraten. Zudem zeugen gerade in der ersten Hälfte des Buches viele Rechtschreibfehler von einer gewissen Unruhe, wie sie auch sonst im Buch zu spüren ist. Und es ist immer komisch, wenn die Inhaltsangabe auf dem Einband nicht komplett mit dem Inhalt des Buches übereinstimmt. Daher ist das Buch eher enttäuschend als empfehlenswert.

Ihre Meinung zu »Michael H. Schenk: Velasquita«

M.Reinsch zu »Michael H. Schenk: Velasquita«20.10.2013
Spanien 1809: Als Ihr Dorf und dessen Bewohner von französischen Truppen zerstört/ermordet werden, schließt sich die junge Velasquita einer Gruppe von ­Guillieros an und nimmt mit Ihnen den Kampf gegen die französischen Besatzer auf. Gleichzeitig ­versucht ein spanischer Colonel eine große Ladung Gold und ein Geheimnis nach Portugal zu überführen. Immer bedrängt durch französische Truppen und die Guillieros schließt er mit "Wellington" einen Pakt und bekommt Unterstützung in Form der "The Kings German Legion"...
Recht spannende Abenteuer-Erzählung, mit ­sehr detailgenaue Beschreibungen und viel geschichtlichem Hintergrund.
­Charaktere und Wesenszüge der einzelnen Völkergruppen ist gut wieder gegeben.
Störend ist eine sehr "heldenhafte" Protagonistin (nach ­einer 7-fach Vergewaltigung wird Sie zur Excelenten Messerkämpferin!?) und die enorme Ähnlichkeit zu Bernhard Cornwells "Sharps Gold" (zwar sind es hier die "Deutschen Dragoner" und bei Cornwell die "Long Rifels", aber ein fader Beigeschmack bleibt!
Fazit: Kein typischer Schenk! Zwar sind die Figuren wieder vielschichtig aber (wie er selbst im Nachwort zugibt), ist dieser Roman um einiges brutaler als seien "Pferdelord-Reihe"!
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