Im Zeichen der weißen Rose von Michael Clynes

Buchvorstellung

Im Zeichen der weißen Rose von Michael Clynes

Originalausgabe erschienen 1992unter dem Titel „The White Rose Murders“,deutsche Ausgabe erstmals 1993, 349 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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Kurzgefasst:

Das erste Abenteuer des Sir Roger Shallott und seines Masters Benjamin Daunbey vor den Kulissen des mittelalterlichen Englands mit einem Abstecher nach Paris.

 

Ihre Meinung zu »Michael Clynes: Im Zeichen der weißen Rose«

tassieteufel zu »Michael Clynes: Im Zeichen der weißen Rose«02.08.2017
Benjamin und Roger haben sich auf ihrem Landsitz in Ipswich gut eingerichtet, doch Roger beginnt sich zu langweilen und will in London sein Glück als Kaufmann versuchen. Dort trifft er den Franzosen Pierre Ralemberg, der von London aus ein Geschäft mit Pergamenthandel aufziehen will und Geldgeber sucht. Schnell werden sich beide handelseinig, doch Ralemberg scheint ein dunkles Geheimnis zu hüten und noch bevor ihr gemeinsames Geschäft Gewinn abwerfen kann, wird Ralemberg und seine gesamte Familie ermordet. Shallot hält man für den Täter, da man ihn volltrunken und Blutbeschmiert im Garten der Familie aufgefunden hat. Wieder einmal ist Benjamin Retter in der Not, doch es zeigt sich, dass Kardinal Wolsey ebenfalls ein Interesse an Rogers Rettung hat, denn es gibt einen neuen Auftrag für die Beiden. Der erste Sekretär der englischen Botschaft in Paris wurde ermordet und scheinbar sitzt auch ein Spion an einer empfindlichen Stelle am englischen Hof und liefert hochbrisante Informationen an den Feind. Und so verschlägt es Benjamin und Roger nach Paris, wo sie mit reichlich gefährlichen Situationen und weiteren Mordfällen konfrontiert werden.

Auch der 2. Fall für den umtriebigen Roger Shallot besticht mit einem undurchsichtigen Krimifall und viel historischem Flair! erneut bekommt der Leser einen gelungenen Einblick in die Zeit um 1523 und in die Diplomatie zwischen England und Frankreich.
Diesmal hat auch Roger mit einem privaten Schicksalsschlag zu kämpfen und auch wenn er wieder gewohnt eigennützig zu Werke geht und sich gern mit fremden Federn schmückt, so tut er doch, wenn es drauf ankommt, das Richtige! Shallot und sein Meister Daunby haben es nicht nur mit einer kniffligen Mordserie zu tun, sie sollen auch für Heinrich ein bestimmtes Buch wiederfinden, dass er einst verschenkte und das eine brisante Notiz verbirgt, Roger hat zudem noch einen ganz besonderen und eigentlich kaum lösbaren Auftrag von König Heinrich bekommen, der ihm ziemliches Kopfzerbrechen bereitet, obwohl er sich natürlich selbst in diese Bredouille gebracht hat. Der Krimifall ist ähnlich wie im 1. Band gestrickt, eine Gruppe Menschen, die relativ abgeschlossen lebt, hier in der englischen Botschaft in Paris, wird von einer Mordserie heimgesucht und einer von ihnen muß der Mörder sein! Doch die Suche nach Motiv und Täter ist schwer und Benjamin braucht geraume Zeit um das Geflecht aus Rache und Verrat zu durchschauen, bis es so weit ist haben Roger und Benjamin eine Reihe von Abenteuern zu bestehen, die teilweise recht gefährlich sind, aber vom Autor sehr kurzweilig und unterhaltsam geschildert werden. So bleibt der Spannungsbogen bis zum Ende erhalten und einige lose Fäden werden auch erst ziemlich am Schluß miteinander verwoben, so dass es auch einige überraschende Wendungen gibt, die die Geschichte zusätzlich sehr abwechslungsreich gestalten.
Sehr gelungen ist wieder, wie der Krimifall mit den historischen Geschehnissen verknüpft wird. So hat z.B. Heinrichs Auftrag, ihm ein bestimmtes Buch wieder zu beschaffen, ganz entscheidenden Einfluß auf seine spätere Scheidung von Katharina. Ob das auf realen Fakten beruht kann ich nicht beurteilen, auf jeden Fall könnte es so gewesen sein und genau das macht auch den Reiz der Bücher aus, dass Fakten und Fiktion zu einer stimmigen Geschichte verwoben werden, bei der man am Ende sagt, so könnte es gewesen sein!

Fazit: auch das zweite Abenteuer für den umtriebigen Roger Shallot begeistert mit einem spannenden Krimifall und viel historischem Flair! Dem Autor gelingt es, die Zeit um 1523 für den Leser auferstehen zu lassen und ein dichtes und anschauliches Bild dieser Zeit zu zeichnen.
tassieteufel zu »Michael Clynes: Im Zeichen der weißen Rose«24.07.2017
Sir Roger Shallot blickt nun mit über 90 Jahren auf sein Leben zurück. Im Bett die mollige Margot, die ihn warm hält und mit einem Glas Wein in der Hand erinnert er sich vieler gefährlicher und abenteuerlichen Begebenheiten aus seinem langen Leben, die er seinem Kaplan diktiert. In seiner Jugend geriet er zunächst auf Abwege und wurde fast gehängt. Erst die Freundschaft mit Benjamin Daunbey, dem Lieblingsneffen des mächtigen Kardinal Wolsey brachte ihn auf die rechte Bahn zurück, doch die Aufträge, die Benjamin und er für den Kardinal erledigen sollen, bringen die beiden erneut in tödliche Gefahr. Ihr erster Auftrag besteht in der Aufklärung einer unheimlichen Mordserie, der Hofleute von Königin Margaret, der Schwester Heinrich des VIII, zum Opfer fallen. Nach der Schlacht bei Flodden und dem Tod König Jakobs, floh die Königin zu ihrem Bruder nach England, möchte aber nun wieder nach Schottland zu ihren Kindern zurück kehren. Doch ein Geheimbund scheint das verhindern zu wollen und so fallen immer mehr Vertraute der Königin der Mordserie zum Opfer. Brisant an der Sache ist, das der Mörder und Verräter sich unter den Vertrauten der Königin befinden muß.

Der erste Band um den umtriebigen Sir Roger Shallot hat mir sehr gut gefallen. Zunächst bekommt der Leser einen kleinen Abriss über Rogers Leben und seine Familie, nachdem Benjamin ihn vor dem Galgen gerettet hat, beginnt im Jahr 1517 der eigentliche Krimifall, als er und Benjamin von Kardinal Wolsey mit der Aufklärung der Mordfälle betraut werden. Hier gelingt es dem Autor ganz wunderbar, den historischen Hintergrund bildhaft und mit viel Liebe zum Detail zu zeichnen und so dem Leser ein plastisches Bild dieser Zeit zu vermitteln. Interessant war das für mich auch deshalb, weil das Buch noch zu Anfang der Regierungszeit von Heinrich dem VIII spielt, vor der Auflösung der Klöster und dem Wechsel seiner ganzen Frauen. Egal ob das Leben bei Hofe oder in schmutzigen und elenden Gassen, man kann sich beim Lesen in sämtliche Szenarien hineinversetzen und wird so quasi in die Zeit vor 500 Jahren versetzt.
Gekonnt wird der Krimifall in die historischen Ereignisse rund rum Königin Margarete eingebettet und ist von Anfang an sehr spannend. Es gibt weitere Morde, für Roger und Benjamin wird es mehr als gefährlich und die Mordserie bleibt rätselhaft. Angeblich ist der Hofstaat der Königin treu ergeben, doch einer von ihnen ist ein Mörder, hier legt der Autor gekonnt falsche Spuren und die letztendliche Auflösung ist in sich stimmig, trotzdem wäre ich auf den letztendlichen Täter so nicht gekommen.
Sehr gelungen ist auch die Figurenzeichnung! Gerade seine Hauptfigur Roger Shallot hat der Autor als sehr lebendigen Charakter mit reichlich Schwächen, Ecken und Kanten versehen. Shallot ist kein Adonis, er ist dem Trunk zugeneigt und meist auch auf seinen Vorteil bedacht, wenn es gefährlich wird, nimmt er gern die Beine in die Hand und ein Ausbund an Mut ist er nun nicht. Doch er hat das Herz auf dem rechten Fleck und tut auch das Richtige, wenn es notwendig ist. So erscheint Shallot als liebenswertes Schlitzohr, dem man ab und an gern mal einen Tritt in den Hintern geben würde. Benjamin hingegen, der stets das Richtige tut, sanftmütig und gutherzig ist, löst eigentlich die kniffligen Rätsel. Neben Shallot bleibt er allerdings ein wenig blass und farblos, aber das liegt vermutlich auch daran, dass aus Sicht von Roger erzählt wird. Auch die realen Charaktere wie Heinrich und Kardinal Wolsey werden vom Autor sehr lebendig geschildert und werden dem Leser so nahe gebracht.
Der Schreibstil des Autors ist unterhaltsam, teilweise humorvoll und auch ein wenig derb, Shallots diverse Eskapaden werden deftig in Szene gesetzt und ergeben zusammen mit dem Krimifall und dem historischen Hintergrund ein gelungenes Ganzes. Ein Nachwort mit Anmerkungen zu den realen Ereignissen und historischen Daten rundet den 1. Fall für Roger Shallot gekonnt ab.

FaziT: eine gelungene Mischung aus Krimi und Historie, die der Autor hier zu einer spannenden Geschichte verwebt und die kurzweilige Unterhaltung bietet.
Petra Steinhorst zu »Michael Clynes: Im Zeichen der weißen Rose«15.09.2012
Dieses Buch war eines der spannendsten Bücher, die ich je gelesen habe - und ich habe schon einiges gelesen! Darüberhinaus brachte es mir die englische Geschichte aus der Zeit Heinrich des VIII. nahe, so dass ich mich seither immer intensiver mit der gesamten englischen Geschichte befaßt habe! Wenn ich auf eine einsame Insel für längere Zeit müßte, würde ich dieses Buch auf jeden Fall mitnehmen! Und falls je einer darauf kommt, es möglichst detailgetreu und in historischer Aufmachung sowie mit excellenten Darstellern zu verfilmen, wäre ich einer der ersten, die sich diesen Film gern anschauen würde!!!
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