Das Mysterium des vergifteten Kelches von Michael Clynes

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Das Mysterium des vergifteten Kelches von Michael Clynes

Originalausgabe erschienen 1992unter dem Titel „The Poisoned Chalice“,deutsche Ausgabe erstmals 1994, 345 Seiten.ISBN 3-404-13515-6.

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Kurzgefasst:

Ein neues Abenteuer aus dem an Intrigen reichen Zeitalter Heinrichs VIII. Der König schickt Daunbey und den treuen, leichtfertigen Gefährten Shallot nach Paris, wo gerade ein britischer Gesandter ermordet wurde.

 

Ihre Meinung zu »Michael Clynes: Das Mysterium des vergifteten Kelches«

tassieteufel zu »Michael Clynes: Das Mysterium des vergifteten Kelches«02.08.2017
Benjamin und Roger haben sich auf ihrem Landsitz in Ipswich gut eingerichtet, doch Roger beginnt sich zu langweilen und will in London sein Glück als Kaufmann versuchen. Dort trifft er den Franzosen Pierre Ralemberg, der von London aus ein Geschäft mit Pergamenthandel aufziehen will und Geldgeber sucht. Schnell werden sich beide handelseinig, doch Ralemberg scheint ein dunkles Geheimnis zu hüten und noch bevor ihr gemeinsames Geschäft Gewinn abwerfen kann, wird Ralemberg und seine gesamte Familie ermordet. Shallot hält man für den Täter, da man ihn volltrunken und Blutbeschmiert im Garten der Familie aufgefunden hat. Wieder einmal ist Benjamin Retter in der Not, doch es zeigt sich, dass Kardinal Wolsey ebenfalls ein Interesse an Rogers Rettung hat, denn es gibt einen neuen Auftrag für die Beiden. Der erste Sekretär der englischen Botschaft in Paris wurde ermordet und scheinbar sitzt auch ein Spion an einer empfindlichen Stelle am englischen Hof und liefert hochbrisante Informationen an den Feind. Und so verschlägt es Benjamin und Roger nach Paris, wo sie mit reichlich gefährlichen Situationen und weiteren Mordfällen konfrontiert werden.

Auch der 2. Fall für den umtriebigen Roger Shallot besticht mit einem undurchsichtigen Krimifall und viel historischem Flair! erneut bekommt der Leser einen gelungenen Einblick in die Zeit um 1523 und in die Diplomatie zwischen England und Frankreich.
Diesmal hat auch Roger mit einem privaten Schicksalsschlag zu kämpfen und auch wenn er wieder gewohnt eigennützig zu Werke geht und sich gern mit fremden Federn schmückt, so tut er doch, wenn es drauf ankommt, das Richtige! Shallot und sein Meister Daunby haben es nicht nur mit einer kniffligen Mordserie zu tun, sie sollen auch für Heinrich ein bestimmtes Buch wiederfinden, dass er einst verschenkte und das eine brisante Notiz verbirgt, Roger hat zudem noch einen ganz besonderen und eigentlich kaum lösbaren Auftrag von König Heinrich bekommen, der ihm ziemliches Kopfzerbrechen bereitet, obwohl er sich natürlich selbst in diese Bredouille gebracht hat. Der Krimifall ist ähnlich wie im 1. Band gestrickt, eine Gruppe Menschen, die relativ abgeschlossen lebt, hier in der englischen Botschaft in Paris, wird von einer Mordserie heimgesucht und einer von ihnen muß der Mörder sein! Doch die Suche nach Motiv und Täter ist schwer und Benjamin braucht geraume Zeit um das Geflecht aus Rache und Verrat zu durchschauen, bis es so weit ist haben Roger und Benjamin eine Reihe von Abenteuern zu bestehen, die teilweise recht gefährlich sind, aber vom Autor sehr kurzweilig und unterhaltsam geschildert werden. So bleibt der Spannungsbogen bis zum Ende erhalten und einige lose Fäden werden auch erst ziemlich am Schluß miteinander verwoben, so dass es auch einige überraschende Wendungen gibt, die die Geschichte zusätzlich sehr abwechslungsreich gestalten.
Sehr gelungen ist wieder, wie der Krimifall mit den historischen Geschehnissen verknüpft wird. So hat z.B. Heinrichs Auftrag, ihm ein bestimmtes Buch wieder zu beschaffen, ganz entscheidenden Einfluß auf seine spätere Scheidung von Katharina. Ob das auf realen Fakten beruht kann ich nicht beurteilen, auf jeden Fall könnte es so gewesen sein und genau das macht auch den Reiz der Bücher aus, dass Fakten und Fiktion zu einer stimmigen Geschichte verwoben werden, bei der man am Ende sagt, so könnte es gewesen sein!

Fazit: auch das zweite Abenteuer für den umtriebigen Roger Shallot begeistert mit einem spannenden Krimifall und viel historischem Flair! Dem Autor gelingt es, die Zeit um 1523 für den Leser auferstehen zu lassen und ein dichtes und anschauliches Bild dieser Zeit zu zeichnen.
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