Herrin wider Willen von Martha Sophie Marcus

Buchvorstellung und Rezension

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Originalausgabe erschienen 2010 unter dem Titel „Herrin wider Willen“, , 384 Seiten. ISBN 3-442-47184-2.

Kurzgefasst:

Lüneburg im 30-jährigen Krieg: Um einer arrangierten Wiederverheiratung zu entgehen, ehelicht die junge Witwe Ada den ihr unbekannten Grafensohn und Soldaten Lenz. Beiden ist bewusst, dass er die Schlacht am nächsten Tag wohl nicht überstehen wird. Trotzdem genießen sie eine leidenschaftliche Hochzeitsnacht. Wie durch ein Wunder überlebt Lenz schwer verletzt, und Ada zieht mit ihm auf sein Gut. Aber Lenz fühlt sich schon bald in seiner Ehe gefangen und beschließt, Ada allein als Herrin auf dem Anwesen zurückzulassen. Und dann wird das Gut überfallen …

Das meint Histo-Couch.de: „Wenig Historie, wenig Tiefgang, wenig Handlung“

von Rita Dell'Agnese

Die junge Witwe Ada soll von ihrem Vater neu verheiratet werden. Um dieser Ehe zu entgehen, stürzt sich Ada in die Ehe mit einem ihr völlig Unbekannten. Dieser geht davon aus, den nächsten Tag nicht zu überleben, zieht er doch in eine aussichtslose Schlacht. Nach einer stürmischen Hochzeitsnacht weiß Ada, dass Lenz ihr etwas bedeutet. So ist sie überglücklich, dass ihr frisch Angetrauter die Schlacht überlebt. Nachdem er von seinen Verletzungen genesen ist, bringt Lenz Ada auf das Gut seines Vaters, das dieser in einem denkwürdigen Testament der Ehefrau seines Sohnes, also Ada, vermacht hat. An der Seite von Lenz und dessen attraktivem Freund Christopher beginnt Ada um das Gut zu kämpfen, das unter den Auswirkungen des 30jährigen Krieges schwer zu leiden hat. Doch der jungen Frau setzt nicht nur der Zustand des Gutes zu – auch ihre Gefühle für Lenz, die sie ihm aufgrund eines Missverständnisses nicht gestehen kann, setzen ihr mächtig zu.

Klischeebeladene Love-Story

So richtig überzeugen kann Herrin wider Willen beim besten Willen nicht. Das Buch kommt zwar in der Verpackung eines historischen Romans daher, ist aber letztlich mehr oder weniger eine reine Love-Story, die vor Klischees nur so strotzt. Der auf dem Klappentext angekündigte Handlungsspielort Lüneburg ist absolut austauschbar, es wird nur äußerst wenig über Lüneburg im 30jährigen Krieg verraten und die Handlung wird ohnehin schon bald von der Stadt aufs ererbte Gut verlegt. Der wohl gehaltvollste historische Inhalt sind die Schilderungen, mit welchen Schwierigkeiten die Bauern zu kämpfen hatten, die ihre Felder nur noch unter großer Gefahr bestellen konnten und von marodierenden Soldaten wie von verschiedensten „regulären“ Truppen immer wieder geplündert wurden. Damit hat sich der historische Teil aber auch schon.

Unglaubwürdige Charakteren

Ada, Lenz, Christopher und all die Figuren, denen sie auf dem Gut begegnen, zeichnen sich durch eine Gemeinsamkeit aus: Sie sind oberflächlich und wenig glaubwürdig. Ihre Handlungen folgen klar dem Liebesroman-Schema. Es kommt zu leidenschaftlichen Nächten, zu vielen Missverständnissen und inniger Liebe, die wieder in leidenschaftlichen Nächten ihren Niederschlag findet. Natürlich fehlen weder der charmante mögliche Rivale noch die missgünstige Nebenbuhlerin, es fehlen auch nicht die Bösewichte, gegen die Ada und Lenz nur gemeinsam eine Chance haben und letztlich fehlen auch die typischen Geheimnisse nicht, die für manche skurrile Wendung Erklärungen liefern müssen.

Unspektakuläre Sprache

Sprachlich folgt die Debut-Autorin Martha Sophie Marcus dem Mainstream-Schema. Sie bleibt unspektakulär, aber gut lesbar. Da und dort schafft sie es dadurch auch, dem Roman eine humorvolle Note zu verleihen und damit Herrin wider Willen einen gewissen Unterhaltungswert zu verpassen. Als historischer Roman sollte dieses Buch allerdings nicht eingereiht werden. Es gehört klar ins Genre der „Nackenbeisser“, wo es sich dafür auf einem recht ansprechenden Niveau bewegen würde. Wer sich von Hinweisen wie „Lüneburg“ und „30jähriger Krieg“ einen tiefsinnigen historischen Roman verspricht und sich dadurch zum Kauf animieren lässt, wird aber mit großer Wahrscheinlichkeit enttäuscht sein.

 

Ihre Meinung zu »Martha Sophie Marcus: Herrin wider Willen«

Elisabeth zu »Martha Sophie Marcus: Herrin wider Willen« 24.02.2011
JA, es ist eine Liebesgeschichte im historischen Gewand und NEIN, es ist kein Nackenbeißer.
Mir kommt die obige Kritik vor, wie die heutigen Kunstkritiker, die zumeist selbstverliebt und nur vermeintlich Besserwisser sind.
Die historischen Fakten sind gut recherchiert und ergeben ein lebendiges und anschauliches Bild der Lebensumstände im 30jährigen Krieg, aber sie sind nur Hintergrund und nicht Selbstzweck. Darf sich ein Buch nur dann historischer Roman nennen, wenn die historischen Fakten und Personen (u. Belehrungen ...) im Vordergrund stehen und die romanhafte Erzählung Mittel zum Zweck ist? Oder sind Liebesromane per se verpönt? Gegen massenweise Mord und Totschlag werden solche Vorurteile nie vorgebracht ...
Jedenfall ist das genannte Buch ein Volltreffer wenn man einen kitschfreien gelungenen Liebesroman im historischen Gewand lesen möchte.
Martina zu »Martha Sophie Marcus: Herrin wider Willen« 05.10.2010
Die negative Kritik an dem Buch kann ich nicht nachvollziehen. Für mich ist das Buch weder ein Nackenbeißer noch sonst irgend etwas. Ich finde das Buch lesenswert und fühlte mich perfekt unterhalten, und zwar unabhängig davon, ob es nun in das Genre "historischer Roman" passt oder nicht. Es fehlt ein wenig die historische Perspektive, da stimme ich mit meinen Vorkritikern überein. Aber die Sprache ist klar und verständlich, dabei keineswegs fad. Wortwahl und Satzstruktur sind durchaus virtuos, Figuren und Handlungsstränge nachvollziehbar. Wenn man sich auf das Buch einlässt, macht es richtig Spaß, dabei zu bleiben und zu erfahren, wie die Geschichte ausgeht. Ich könnte mir sogar eine Fortsetzung vorstellen. Auf jeden Fall würde ich das Buch ohne Wenn und Aber jedem empfehlen, der sich für unterhaltsame Literatur interessiert, die in einer vergangenen Epoche spielt.
Ash zu »Martha Sophie Marcus: Herrin wider Willen« 12.03.2010
Ich hab das Buch gerade endlich ausgelesen, nachdem ich mich mehrere Tage mehr oder weniger damit rumgequält habe. Also mich konnte es nun wirklich so gar nicht überzeugen, die Grundidee selbst war das einzig Gute daran, aber leider wurde überhaupt nichts daraus gemacht. Von Unterhaltung kann da kaum die Rede sein. Die ganze Geschichte ließ schon ziemlich zu wünschen übrig, Spannung und Höhepunkte sucht man hier vergeblich. Auch kann ich nicht gerade behaupten, die Protagonisten ins Herz geschlossen zu haben, sie blieben für mich insgesamt einfach uninteressant, sodass diesen Roman nicht einmal die Romanze herausreißen konnte und das kann bei mir selbst schon gewichtig sein, wenn ansonsten nicht viel geboten wird. Bei mir kam dabei jedenfalls nur Langeweile auf und das Bedürfnis, dieses Buch schnellstens hinter mich zu bringen. Selbst in der Riege der Nackenbeißer wäre dieses Buch gnadenlos bei mir durchgefallen, da gibt es weitaus bessere und bei den historischen Romanen sowieso.
arno zu »Martha Sophie Marcus: Herrin wider Willen« 08.02.2010
Historisch oder nicht, das ist hier die Frage. Ich meine eher weniger,aber das Buch so abzukanzeln ist Quatsch ich habe mich ein paar Stunden prima unterhalten gefühlt. Ich habe dem Buch eine Wertung unter 80 gegeben aber wie ich sehe haben die Leser die das Buch gelesen haben höher bewertet, also muß doch an dem Buch was dran sein.

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