Gloria und die Liebenden von Verona von Marlene Klaus

Buchvorstellungund Rezension

Gloria und die Liebenden von Verona von Marlene Klaus

Originalausgabe erschienen 2015unter dem Titel „Gloria und die Liebenden von Verona“,, 220 Seiten.ISBN 3940855588.

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Kurzgefasst:

Verona im 19. Jahrhundert. Nach dem plötzlichen Tod ihres Geliebten begibt sich Gloria auf Reisen. Doch bevor sie Verona, ihre erste Station, erreicht, wird ihre Kutsche von einer in Tränen aufgelösten Italienerin gestoppt. Sie berichtet von einem Duell und einem Toten und bittet um Hilfe. Aber nicht nur der Tod des einen Duellanten wirft Fragen auf, der andere ist außerdem spurlos verschwunden. Gloria geht der Sache nach und erhält unerwartete und unwillkommene Hilfe von einem Landsmann, Alexander Lyndon. Obwohl der wenig sympathisch auftretende Lord sie von ihrer Suche abbringen möchte, erweist er sich schließlich doch noch als nützlich – was Glorias Meinung über ihn ändert, aber nur ein bisschen ...

Das meint Histo-Couch.de: „Auftakt einer viktorianischen Krimireihe“62

Rezension von Karin Speck

Gloria, eine junge Engländerin mit Vergangenheit, begibt sich auf eine Erholungsreise nach Italien. Ihr eigentliches Ziel ist Verona. Kurz vor der Stadt allerdings trifft sie auf eine junge Frau, diese ist völlig aufgelöst und bittet um Hilfe. So erfährt Gloria, dass hier ein Duell stattgefunden hat. Ein Mann ist tot und der Zweite flüchtig. Allerdings erfährt sie auch, dass hier etwas nicht stimmt. Sie beschließt der Italienerin zu helfen und nach dem verschwundenen Mann zu suchen. Dabei bekommt sie unerwartet Hilfe von einem englischen Gentleman. Alexander Lyndon ist zufällig auf derselben Strecke unterwegs und wenig begeistert davon, dass sich hier eine Frau in ein Duell einmischen will. Auf Gloria wirkt Alexander gleich wenig sympathisch, sie ist aber trotzdem froh Hilfe zu bekommen.

Eine Frau ermittelt

Dieser Krimi, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts spielt, erzählt von einer Frau, die dabei ist, sich selbst zu finden. Gloria hat schon einiges hinter sich und will sich einfach nur erholen, als sie förmlich in diesen Fall hinein stolpert. Da es hier Parallelen zu ihrem eigenen Leben gibt, beschließt sie zu helfen. Dabei kommt Gloria aber auch schnell an ihre Grenzen. Es war eben nicht üblich für eine Frau, Fragen zu einem Duell oder Ähnlichem zu stellen.

Nette Unterhaltung in viktorianischer Zeit

Marlene Klaus nimmt ihre Leser mit ins viktorianische Zeitalter und schildert ein wenig, wie es in dieser Zeit gewesen sein könnte. Sie gibt Einblicke in die Etikette und zeigt, wie schwierig es war, wenn man sich eben nicht an diese hielt. Diese Szenen sind ihr auch gut gelungen und fügen sich wunderbar in die Krimihandlung ein. Allerdings sind sie dabei nicht unbedingt spannend zu nennen. Zum Teil wiederholen sie sich auch, je nachdem, wer gerade befragt wird. Es wird dabei immer wieder erwähnt, was eben nicht schicklich ist für eine Frau.

Gloria wird zwar als eine Frau geschildert, die weiß was sie will und sich nicht von einem Weg abbringen lässt, den sie einmal eingeschlagen hat, aber das war es dann auch schon. So richtig kann sie sich eben nicht durchsetzen, auch wenn sie versucht, hier den Fall zu lösen. Deutlich wird, wie schwer es für eine Frau war, in einem fremden Land, wichtige Details zu erfahren. Gloria stößt schnell an ihre Grenzen und braucht Hilfe. Diese Hilfe kommt in Form des englischen Gentleman Lyndon daher. Leider sind sich die beiden Protagonisten von Anfang an nicht sympathisch und werden auch nicht müde, dies ständig zu betonen. Durch diese ständigen Wiederholungen wird es dann etwas anstrengend weiterzulesen.

Von Anfang an scheint aber auch klar zu sein, dass die beiden irgendwann zueinander finden werden. So verwundert es vermutlich niemanden, dass am Ende des Romans Gloria die Gedanken kommen, dass Alexander so unsympathisch gar nicht sei. Die Beziehung, die sich hier anzubahnen scheint, ist dann auch vorhersehbar und nicht neu. Der Krimi selbst ist lockere Unterhaltung, der Spannungsbogen nicht allzu intensiv und der Fall dann auch schnell gelöst.   

Ihre Meinung zu »Marlene Klaus: Gloria und die Liebenden von Verona«

tassieteufel zu »Marlene Klaus: Gloria und die Liebenden von Verona«15.08.2016
Lady Gloria Wingfield braucht nach dem Tod ihres Geliebten eine Veränderung und begibt sich mit ihrer Tante Jo auf Reisen. Bevor sie Verona erreichen, wird ihre Kutsche von einer verzweifelten jungen Italienerin gestoppt. Scheinbar gab es ein Duell mit einem Toten und ihr Verlobter ist seither verschwunden. Gloria, die noch zu viele Erinnerungen an ihren eigenen Verlust plagen, verspricht der verzweifelten Francesca zu helfen und stürzt sich in die Ermittlungen. Dabei bekommt sie unerwartete und teilweise auch unerwünschte Hilfe von ihrem Landsmann Lord Alexander Lyndon. Dieser hat jedoch ganz genaue Vorstellungen davon wie sich eine Lady betragen sollte und das Aufklären von Mordfällen gehört ganz eindeutig nicht dazu.


Marlene Klaus ist mit "Gloria und die Liebenden von Verona" ein unterhaltsamer und kurzweiliger viktorianischer Krimi gelungen, der mit atmosphärisch stimmigen Beschreibungen von Verona und Italien abgerundet wird.
Zunächst wird man ein wenig unbedarft in die Geschichte geworfen, man erfährt kaum etwas über die Gloria und ihre Tante, sondern wird gleich mit dem Mordfall konfrontiert, erst nach und nach erhält man spärliche Informationen über Glorias eigene Lebenssituation. Hier hätte ich mir ein bissel mehr Ausführlichkeit gewünscht, denn was genau mit Glorias Geliebten passiert ist, das erfährt der Leser in diesem ersten Teil nicht so wirklich.
Mit dem Dazustoßen von Lord Lyndon nimmt die ganze Situation an Fahrt auf und die beiden Hauptprotagonisten geraten auf unterhaltsame Weise immer mal wieder aneinander. Während der Lord sehr genaue Vorstellungen davon hat, was eine Lady darf und was nicht, wird er mit einer sehr eigensinnigen und durchsetzungsstarken Dame konfrontiert, die seinen strengen Vorstellungen gehörig zusetzt. Die Dialoge der der Beiden sind sowohl witzig als auch unterhaltsam und mir hat hier sehr gut gefallen, wie die Autorin das viktorianische Flair mit all seinen Beschränkungen und Konventionen umgesetzt hat. Gefühle und persönliche Befindlichkeiten wurden nicht angesprochen, man sprach hier im wörtlichen Sinne durch die Blume. Dazu gibt es auch im Angang noch einige interessante Informationen.
Auch Glorias Tante Josephine ist eine ganz reizende Dame, die nicht nur charmant, sondern auch äußert pfiffig ist und es ganz gekonnt versteht, andere in die Richtung zu lenken, die ihr genehm ist.
Neben dem "netten" Drumherum ist aber der Krimifall sehr gut gelungen und zieht sich als roter Faden durch den Roman. Zunächst glaubt niemand außer Gloria und der verzweifelten Francesca, dass ihr Verlobter unschuldig sein könnte, schon gar nicht die örtliche Polizei. Die Ermittlungen gestalten sich somit nicht ganz einfach, es gibt doch eine ganze Reihe von Verdächtigen und genügend Motive, die den Fall undurchschaubar machen, hier ist es der Autorin gelungen, den Leser geschickt auf falsche Fährten zu locken und die Lösung erst ganz am Schluß zu präsentieren. Bis Gloria und ein sich langsam ändernder Lord Lyndon, auf intelligente Weise Licht ins Dunkel bringen, gibt es noch einige unerwartete Wendungen und auch einen ordentlichen Spannungsbogen.
Erwähnenswert ist das wirklich schön gestaltete Cover, das viel viktorianisches Flair und einen Hauch von Italien vermittelt.

FaziT: ein unterhaltsamer und kurzweiliger viktorianischer Krimi, der mit charmanten Figuren, viel Lokalkolorit und einer dichten Atmosphäre überzeugt und den Leser ins 19. Jahrhundert versetzt.
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