Mario Vargas Llosa

Der peruanisch-spanische Schriftsteller Jorge Mario Pedro Vargas Llosa wurde am 28. März 1936 in Arequipa in Peru geboren. Sein Vater war Rundfunkjournalist, und seine Eltern trennten sich bereits vor seiner Geburt. Seine Mutter stammte aus einer aus Spanien stammenden Mittelschichtfamilie, und sie übersiedelte nach der Trennung mit ihren Eltern und ihrem einjährigen Sohn nach Cochabamba in Bolivien. Hier verbrachte Vargas Llosa seine Kindheit und ging auch zur Schule. 1946 lernte er seinen Vater kennen, und seine Mutter zog mit dem Jungen zum Vater nach Lima.

In Piura, wo seine Großeltern lebten, und in Lima ging er auf weiterführende Schulen, ehe er auf Betreiben seines Vaters für zwei Jahre an eine Militärschule in Callao wechselte. Das letzte Schuljahr verbrachte er wieder in Piura, wo er nebenbei in der Redaktion einer Lokalzeitung arbeitete und auch ein erstes Theaterstück verfasste.

Nach seinem Schulabschluß studierte er Jura und Literatur an der Hauptnationaluniversität in San Marco und schloss letzteres auch ab. Gleichzeitig nahm seine schriftstellerische Betätigung zu, während er weniger als Journalist tätig war.

Mit 19 Jahren heiratete er in Lima Julia Urquidi Illanes, die Schwester einer Schwägerin seiner Mutter, diese Ehe wurde 1964 wieder geschieden. Ab 1959 studierte er Philosophie und Literatur an der Universität Complutense in Madrid, worin er auch promovierte. Er ging nach Paris und arbeitete für den französischen Rundfunk und für die Nachrichtenagentur Agence France-Presse. 1963 erschien sein erster Roman La ciudad y los perros (dt. Die Stadt und die Hunde), der ihm bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad verschaffte.

Im Jahr 1965 heiratete er seine Cousine Patricia Llosa, die er an der Sorbonne in Paris kennen gelernt hatte. Sie sind immer noch verheiratet und haben drei Kinder. Sie lebten in Paris, London und Barcelona und kehrten 1974 nach Peru zurück, wo Vargas Llosa Leiter und Moderator eines politischen Programms im Fernsehen wurde.

In den 1980er Jahren wandte er sich mehr und mehr der Politk zu und wechselte seiner Positionen von zuvor linken nun zu liberalen Ansichten. Nach der irrtümlichen Ermordung von acht Journalisten durch indianische Bauern, dem „Fall Uchuraccay“, wurde er vom peruanischen Präsidenten mit dem Vorsitz der Untersuchungskommission betraut. Er führte auch 1987 einen Protest gegen die Regierung gegen die Verstaatlichung des Bankenwesens an und war im selben Jahr Mitbegründer des Movimiento Libertad. 1990 bewarb er sich für das peruanische Präsidentenamt, verlor aber in der Stichwahl gegen Alberto Fujimori, der smoit Präsident wurde, obwohl Vargas Llosa zuvor als Favorit galt.

Nach der verlorenen Wahl wandte er sich wieder der Literatur zu, schrieb Romane und Essays und wurde Dozent für lateinamerikanische Literatur an mehreren US-amerikanischen Universitäten. Zudem schrieb er Essays für die spanische Tageszeitung El País. Er wechselte nach Madrid und erhielt 1993 die spanische Staatsbürgerschaft. 1995 wurde er Mitglied der Real Academia Española, der Königlichen Spanischen Alademie für Sprache.

Im Jahr 2010 erhielt Mario Vargas Llosa den Nobelpreis für Literatur „für seine Kartographie der Machtstrukturen und scharfkantigen Bilder individuellen Widerstands, des Aufruhrs und der Niederlage“. Weitere Auszeichnung in seiner Karriere sind beispielsweise der Cervantes-Preis im Jahr 1994, der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 1996 oder der Prix mondial Cino Del Duca im Jahr 2008.

Im Jahr 2011 wurde er vom spanischen König in den Adelsstand erhoben und darf sich nun mit dem Titel Marqués (Markgraf) de Vargas Llosa schmücken. Er lebt mit seiner Frau in London. Seine Nichte ist die peruanische Filmregisseurin Claudia Llosa, sein Cousin der peruanische Filmregisseur Luis Llosa.

Historische Romane von Mario Vargas Llosa:

Weitere Romane von Mario Vargas Llosa:

  • (1963) Die Stadt und die Hunde
    La ciudad y los perros
  • (1965) Das grüne Haus
    La casa verde
  • (1969) Gespräch in der „Kathedrale“
    Conversación en La Catedral
  • (1973) Der Hauptmann und sein Frauenbataillon
    Pantaleón y las visitadoras 
  • (1977) Tante Julia und der Kunstschreiber
    La tía Julia y el escribidor
  • (1984) Maytas Geschichte
    Historia de Mayta
  • (1986) Wer hat Palomino Molero umgebracht?
    ¿Quién mató a Palomino Molero?
  • (1987) Der Geschichtenerzähler
    El hablador
  • (1988) Lob der Stiefmutter
    Elogio de la Mahdrastrah
  • (1993) Tod in den Anden
    Lituma en los Andes
  • (1997) Die geheimen Aufzeichnungen des Don Rigoberto
    Los cuadernos de don Rigoberto
  • (2000) Das Fest des Ziegenbocks
    La fiesta del chivo
  • (2006) Das böse Mädchen
    Travesuras de la niña mala

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