Marie Ulfers

Die ostfriesische Schriftstellerin Marie Ulfers wurde 1888 als sechstes Kind des Segelschiffkapitäns Ulrich Hanschen Ulfers in Carolinensiel geboren und lebte lange Jahre bei ihren Eltern. Erst nach dem Ersten Weltkrieg verbrachte sie mehrere Jahre in Amsterdam und in Worpswede, wo sie mit der Kunsthalle Vogeler in Verbindung stand.

Ab 1939 wohnte sie in Aurich und verwaltete dort während des Zweiten Weltkriegs die Bücherei der Bezirksregierung. Bereits vor dieser Zeit entstanden erste Theaterstücke. Durch ihre Arbeit bekam sie Einblick in die historischen Akten des Landes, und durch ihr großes Interesse an Geschichte folgten bald plattdeutsche Historienstücke, die im besonders harten friesischen Mittelalter zur Zeit der Landeshäuptlinge spielen. So entstand 1936 Maria von Jever und 1949 Fro Foelke, in dem die Witwe des Landeshäuptlings Ocko tom Broeck, die als besonders grausam galt, Ende des 14. Jahrhunderts ihren Schwiegersohn und dessen Vater hinrichten lässt.

Neben weiteren, auch heiteren Theaterstücken verfasste Marie Ulfers auch eine Autobiographie, die 1941 erschienene Ein Mädchen vom Deich. Ihr bekanntestes Werk ist allerdings der historische Roman Windiger Siel, erschienen 1949. Er schildert das Leben der Seefahrer in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Hilfreich waren ihr hier die Erzählungen ihrer Familie und ihrer Nachbarn. Der Roman wurde 2008 vom Förderkreis Deutsches Sielhafenmuseum in Carolinensiel wieder neu aufgelegt.

Zu ihren zahlreichen Veröffentlichungen gehören auch eine große Anzahl historischer Skizzen und Aufsätze, die in mehreren ostfriesischen Kalendern und Tageszeitungen erschienen. Zu Erzählungen und Reiseerlebnissen gesellen sich hier auch einige Gedichte und Übersetzungen aus dem Niederländischen.

Marie Ulfers starb 1960 in Aurich und gilt heute als eine der bedeutendsten ostfriesischen Dichterinnen.

Historische Romane von Marie Ulfers: