Die Festung am Rhein von Maria W. Peter

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2017unter dem Titel „Die Festung am Rhein“,, 608 Seiten.ISBN 3-404-17519-0.

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Kurzgefasst:

Coblenz, 1822: Hoch über der Stadt entsteht die preußische Feste Ehrenbreitstein. Als geheime Baupläne von dort verschwinden, wird Franziskas Bruder wegen Landesverrats verhaftet. Er soll die Pläne an die Franzosen verkauft haben – immerhin war ihr gemeinsamer Vater ein Offizier Napoleons. Um seine Unschuld zu beweisen, ist Franziska auf die Hilfe des strengen Leutnants Rudolph Harten angewiesen. Bei der Suche nach dem wahren Verräter kommen sich die beiden näher, als es sich für einen Preußen und eine Halbfranzösin gehört ...

Das meint Histo-Couch.de: „Atmosphärisch und lebendig“87Treffer

Rezension von Nicole Goersch

Coblenz, 1822: Auf der Baustelle der Festung Ehrenbreitstein werden Baupläne entwendet. In Verdacht gerät der junge Pionier Christian, der als Halbfranzose Spott und Schikanen seiner Vorgesetzten und Kameraden ausgesetzt ist. Seine Schwester Franziska glaubt nicht an seine Schuld und versucht, mit Hilfe von Leutnant Rudolph Harten, Christians Vorgesetzten, Beweise zu finden, die ihren Bruder entlasten können. Dabei geraten sie nicht nur wegen ihrer Ermittlungen in Gefahr, sondern kommen sich auch ungebührlich näher, denn eine Liaison zwischen einem preußischen Offizier und einer Halbfranzösin wird nicht von jedem gerne gesehen.

Das Rheinland zwischen Preußen und Frankreich

Im frühen 19. Jahrhundert war das Rheinland hart umkämpft zwischen Frankreich und Preußen. Nach der endgültigen Niederlage Napoleons wurde es letzteren zugesprochen, was nicht bei allen Einheimischen begrüßt wurde. Diese aufgeladene, äußerst problematische Atmosphäre mit den Spannungen zwischen blauberockten Soldaten aus dem Osten und den ansässigen Rheinländern hat die Autorin Maria W. Peter authentisch eingefangen und wiedergegeben, wozu besonders gut die verschiedenen Dialekte beitragen, obwohl der rheinische nicht hundertprozentig getroffen ist. 

Auch die Charaktere sind in ihren Verhaltensweisen, Handlungen und Gedanken realistisch dargestellt und spiegeln den Umbruch im damaligen Europa als einzelne Personen schicksalhaft wider. Besonders der Wandel der Gesellschaft nach der französischen Revolution und die damit verbundenen regionalen Reibungen sind glaubhaft erzählt. Es war eine „Zeit, die sich der Moderne verschrieben hatte und sich zugleich nach der Vergangenheit sehnte.“ (S. 77)

Historischer Roman – Spionagethriller – Liebesgeschichte

Der Roman bietet von allem etwas: gut recherchierte, historische Ereignisse, ein Spionagethriller mit Verfolgungen, Verstrickungen und Verrätern und eine Liebesgeschichte mit einer plausiblen Entwicklung. Einzig der Strang der Spionagehandlung hätte gerne komplexer sein können. Auch die zahlreichen Zufälle, die den Protagonisten in die Hände spielen, waren zu auffällig, um noch zufällig sein zu können. Das wirkt etwas zu konstruiert und erzwungen.

Dafür ist die Entwicklung zwischen den beiden Hauptfiguren gut herausgearbeitet und fängt die gesellschaftlichen Diskrepanzen und die eigene Zerrissenheit verständig ein. Auch die Darstellung der Zeitgenossen, die teilweise offenherzig und vorurteilsfrei, teilweise misstrauisch und aggressiv sind, zeigen auf, wie die Welt zur damaligen Zeit gewesen sein könnte.

Fundiertes Wissen verpackt in einer lebendigen Sprache

Die Landkarten zu Beginn sowie das am Ende zu findende Glossar mit den wichtigsten Begriffen, die heute durchaus nicht mehr alltäglich sind, waren sehr hilfreich, um sich in der Zeit um 1822 zurechtzufinden. Dazu trug auch das Personenverzeichnis bei, das sowohl die fiktiven als auch die realen Figuren vorstellt.

Maria W. Peter gelingt es, mit ihrem Roman Die Festung am Rhein eine mitreißende Geschichte zu erzählen, die in einer Zeit spielt, in der Europa im Umbruch war und in der die Menschen nach neuen Identitäten suchten oder nach alten Idealen strebten. Das schafft sie mit einem angefüllten Kosmos an differenzierten Figuren, ohne dabei den Überblick zu verlieren. Verlieren aber kann sich der Leser in dem Roman, der es vermag, ohne trockene Lehrhaftigkeit die Vergangenheit Europas zu veranschaulichen und dank starker Charaktere die verschiedenen Standpunkte der Menschen darzulegen. 

Ihre Meinung zu »Maria W. Peter: Die Festung am Rhein«

Michaela Weber zu »Maria W. Peter: Die Festung am Rhein«22.05.2017
Christian Berger wird 1822 in Coblenz verdächtigt,geheime Baupläne von der Festung Ehrenbreitstein gestohlen zu haben.Da er schweigt,versucht seine Schwester Franziska ihm zu helfen.Dabei lernt sie den Leutnant Rudolph Harten einen preußischen Ingenierur kennen-dem die Pläne gestohlen wurden.Erst kommt es zu Misverständnissen-da Rudoph Harten glaubt das Franziska ihn ausspionieren will.Aber Franziska-die an die Unschuld ihres Bruders glaubt versucht ihren Bruder vor einer Verurteilung zu retten.Bei einem Besuch mit dem Leutnat bei ihrer Mutter,merkt Rudolph seine Gefühle für Franziska-der es ebenso geht.Ihre Mutter schenkt Franziska den Ring den ihr Mann ihr einst gab.Rudolph erkennt den Ring-wie er verwundet wurde im Krieg und er Schutz suchte,lernte er einen Franzosen kennen-er ihm half.In dem Gefecht schwer verletzt wurde-er gab ihm eben so auch den gleichen Ring,mit der Bitte ihn seiner Frau und seinen Kindern zu geben.Von nun an setzt Rudolph alles dran,Christian zu helfen.Am Anfang versucht er seine Gefühle für Franziska zu unterdrücken-aber die Liebe ist stärker.
Die Autorin hat einen historisch super recherchierten,mitreißenden Roman geschrieben.Man hat bei der Erzählung das Gefühl mitten dabei zu sein-man kann sich aes sehr gut vorstellen und taucht in die Geschichte ein.Vielen Dank,ich habe selten ein so gut recherchiertes Buch gelesen,hinten im Buch ist dann noch aufgeführt wenn man sich auf Spurensuche geben will und Reisetips.Auch werden die Quellen genannt wo die Autorin für ihren Roman recherchiert hat.Ich hätte dem Roman gerne noch mehr Sterne gegeben,aber leider waren 5 Sterne das höchste!Vielen Dank der Autorin,für eine tolle Zeitreise !!!
jutscha zu »Maria W. Peter: Die Festung am Rhein«18.05.2017
Einer der besten historischen Romane, die ich je gelesen habe. Top recherchiert und absolut fesselnd geschrieben.

Koblenz im Jahre 1822. Die Festung Ehrenbreitstein hoch über Koblenz befindet sich gerade im Bau. Die Protagonistin Franziska ist in Köln aufgewachsen. Ihre Mutter hat sie und ihren Bruder Christian nach dem Tod des französischen Vaters nach Koblenz zu ihrem Bruder geschickt. Der benutzt sie als billige Arbeitskräfte und hat Christian zum Militär geschickt, um für sich gute Arbeit an der Festung zu bekommen.

Doch Christian wird des Hochverrats angeklagt. Er soll Pläne der Festung gestohlen und an die Franzosen verkauft haben, seine Hinrichtung scheint sicher. Doch Franziska ist von seiner Unschuld überzeugt. Gemeinsam mit Rudolph, einem preußischen Leutnant und Christians Vorgesetzter, versucht sie Beweise für seine Unschuld zu finden und den tatsächlichen Täter zu überführen. Dabei kommen sich die beiden näher, als es sich für die damalige Zeit zwischen einer Halbfranzösin und einem Preußen gehört. Werden sie es schaffen, Christian vor dem Tod zu bewahren?

Ich komme selbst aus der Nähe von Koblenz und die Orte der Handlung sind mir daher sehr gut bekannt. Aber ich schiebe es nicht alleine darauf zurück, dass dieser Roman mir so gut gefallen hat. Der Schreibstil ist einfach wunderbar und ich war von Anfang an direkt in der Geschichte drin. Zudem hat die Autorin wahrscheinlich Jahre mit ihren Recherchen verbracht, zumindest kommt es mir so vor. Alles könnte sich genauso zugetragen haben, ich habe mich direkt in die Zeit zurückversetzt gefühlt. Die geschichtlichen Daten stimmen und auch die in der damaligen Zeit lebenden Personen, die aus der Geschichte bekannt sind, wurden vereinzelt in die Geschichte integriert, so dass alles plausibel und logisch aufgebaut ist.

Wer die Kombination aus Historie, Verbrechen, Romanze und gelebter Geschichte liebt, dem kann ich das Buch uneingeschränkt empfehlen. Ich war total gefesselt und wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen. So muss ein guter Roman sein. Ich kann die Geschichte absolut und uneingeschränkt empfehlen und bewerte das Buch mit 100 %.
myrielmondkraut zu »Maria W. Peter: Die Festung am Rhein«16.05.2017
Dieser absolut gelungene Roman erzählt die Geschichte des Baus der Festung Ehrenbreitstein zu preußischer Zeit. Die Autorin schildert eindrucksvoll, dass Koblenz im Jahre 1822 überfüllt war, weil immer mehr Menschen dorthin kamen, um z. B. für die Preußen beim Festungsbau zu arbeiteten oder auch einfach nur die Romantik des Rheintals nach überstandenem Krieg mit Sieg durch die Preußen auf sich wirken zu lassen. Maria W. Peter erklärt uns die historischen Hintergründe und lässt uns in eine Welt voller Gegensätze - Armut und Reichtum, Katholizismus und Protestantismus sowie rheinischer Lebensfreude und preußischer Disziplin - eintauchen.

Zudem dürfen wir miterleben, wie eine resolute, mutige und lebensfrohe Koblenzerin mit französischen Wurzeln peu à peu Vertrauen zu einem strengen preußischen Ingenierleutnant fasst, der gemeinsam mit ihr versucht, die Unschuld ihres wegen Hochverrats in Haft sitzenden Bruders zu beweisen. Dabei kommen beide in gefährliche Situationen, die sie gemeinsam meistern und wodurch sie sich langsam näherkommen. Gleichzeitig beschreibt die Autorin einfühlsam die Erlebnisse aus der Vergangenheit, die beide Hauptpersonen, Franziska und Rudolph, geprägt haben – Franziska, als Tochter eines napoleonischen Offiziers und einer deutschen Mutter, sah sich Repressalien ausgesetzt, die ihre Familie auseinanderriss, nachdem der Vater in der Schlacht von Waterloo gefallen war, die Schlacht, unter dessen Geschehnissen auch Rudolph noch immer sehr leidet.

Viel erleiden muss auch Christian, der Bruder von Franziska, der aufgrund seines französischen Familienhintergrundes verdächtigt wird, Baupläne der Festung gestohlen und weitergegeben zu haben. Er wehrt sich nur halbherzig gegen diese Vorwürfe, will nicht alles sagen, hat auch vor Franziska Geheimnisse, wodurch er sich in Widersprüche verstrickt, denen Franziska und Rudolph auf die Spur gehen. Die Recherchen führen beide quer durch das alte Koblenz und Köln, aber auch auf die Burgruine Stolzenfels - man fühlt sich durch die stimmungsvoll beschriebenen Szenen und Ortsbeschreibungen in diese Zeit zurückversetzt.

Maria W. Peter hat einen hervorragend recherchierten, soziokulturellen, spannenden Roman in malerischer Kulisse geschrieben, dessen Spannungsbogen bis zum Ende anhält. Das Buch hat humorvolle Passagen, bei denen man laut mitlachen muss, insbesondere wenn die Köchin Johanna wieder schlesisch spricht oder Rudolfs Bursche Fritz berlinert. Die verschiedenen Dialekte, unter anderem das Kowelenzer Platt, verleihen diesem Roman einen besonderen Charme. Aber auch die ernsten Töne kommen nicht zu knapp – die Haftbedingungen von Christian sind schwer zu verdauen, ebenso wie die Geschehnisse während und nach der Schlacht von Waterloo, die Rudolph nicht zur Ruhe kommen lassen. Die spannenden und aufregenden Szenen während der Suche nach dem wirklichen Verräter bringen den Leser zum Staunen sowie Mitbangen und hinterlassen eine Gänsehaut.

Fazit:
Es ist ein spannungsgeladener, bewegender Roman, der uns Koblenz zu preußischer Zeit näherbringt.
Ich bin eine Koblenzerin, jedoch sehe ich Koblenz seit dem Roman mit anderen Augen – jeden Morgen fahre ich an den Resten der Stadtmauer vorbei und was vorher für mich normal war, ist nun etwas Besonderes; die Festung ist nun nicht mehr nur die Festung, sondern ein gut durchdachtes Bollwerk; die Gassen waren damals schon da und sind heute umso schöner für mich usw. -
Außerdem hat die Autorin liebevoll unserem Dialekt, dem Kowelenzer Platt, viel Aufmerksamkeit beigemessen, es ist sehr authentisch und absolut gelungen! Und das, obwohl sie es in etwas abgeschwächter Form wiedergeben musste, damit es auch wirklich ALLE LeserInnen verstehen können.

Dieses Buch begeistert mich, es nahm mich schon nach wenigen Seiten gefangen und brachte mein Kopfkino ins Laufen.
Astrid G. zu »Maria W. Peter: Die Festung am Rhein«15.05.2017
Der erste Satz

Blutrot stand die Sonne am westlichen Horizont. der sich bis tief hinein in die Eifel erstreckte.

Meine Meinung

Nachdem ich "Die Küste der Freiheit" von Maria W. Peter verschlungen haben, wollte ich unbedingt ihr neuestes Werk lesen. Maria W. Peters neuer Roman konnte mich wieder absolut überzeugen.

Im Jahr 1822 entsteht in Coblenz die gigantische preußische Feste Ehrenbreitstein. Hauptprotagonistin Franziska bangt um ihren Bruder Christian, der wegen Landesverrat verhaftet wurde. Der strenge Leutnant Rudolph Harten übernimmt widerwillig die Ermittlungen. Die Halbfranzösin Franziska ist auf die Hilfe von Rudolph angewiesen und beide wollen den Verräter überführen und dabei kommen sie sich näher...

Gleich der Anfang ist spannend, ich wusste nicht wer der Erzähler war. Die Geschichte wurde sehr gut erzählt, sodass ich schnell im verräterischen Geschehen war. Der Schreibstil ist wie immer sehr flüssig. Einfach ausgezeichnet!

Die Charaktere konnten mich vollkommen überzeugen, auch die Bösen. Franziska und Rudolph waren sehr sympathisch.

Die Bebauung der Feste Ehrenbreitstein und die Landschaft wurde sehr bildlich beschrieben. Die geschichtlichen Aspekte waren spitze, ich hab noch etwas dazu gelernt.

In diesem historischen Roman geht es um Verrat, Zusammenhalt, Vorurteile niederlegen und natürlich um die Liebe.

Absolut empfehlenswert! 5 von 5 Sterne

Fazit

spannend, geschichtlich, sympathisch, interessant & liebenswert
AmberStClair zu »Maria W. Peter: Die Festung am Rhein«14.05.2017
Die Autorin hat hier ein sehr guten recherchierten Roman geschrieben. Man taucht in der Geschichte förmlich ein und man spürt so richtig wie die Zeit damals gewesen war an Rhein und Mosel.
Sehr beeindruckend wird die Geschichte von der Festung Ehrenbreitstein erzählt und rundherum wird uns eine schöne malerische Landschaft mit offenbart. Das lebenslustige Völkchen am Rhein, können sich nur langsam an die Herrschaft Preußens gewöhnen. Denn unter Napoleons Regime lebten sie freier und unter ihnen die Geschwister Franziska und Christian. Beide kommen liebenswert herüber und man versteht sie sofort, mit all ihren Ängsten und Sorgen. Auch den Preußische Leutnant Rudolph Harten mag man. Erst durschaut man ihn nicht ganz so, aber als seine Lebensgeschichte immer mehr erzählt wird, versteht man warum er ein so ernster und harter Mann geworden ist. Auf einer Art und Weise sind die Schicksale mit ihm und dem Geschwisterpaar verknüpft.
Diese Geschichte erzählt ein Stück wie es Anno dazumal war, als Napoleon das Rheinland unter sich hatte. Dann die konservativen Preußen die die Rheinländer nicht verstanden. Wie Katolihken und Protestanten aufeinander gerieten und so langsam eine Gemeinschaft heran wuchs.
Die Charaktere der einzelnen Hauptpersonen sind sehr gut beschrieben und man kann sich auch gut in ihnen mit hinein versetzen. Es ist nicht nur eine historische guter Roman, es verknüpft Geschichte und eine kleine zarte Liebesgeschichte.
Ich selbst war viele male am Rhein und Mosel und habe es nie aus der geschichtlichen Perspektive betrachtet. Ich hab nur die schöne malerische Landschaft bewundert. Aber jetzt sehe ich es auch mit anderen Augen.
Ich kann dieses Buch empfehlen, für all die jenigen die historische Romane lieben!
tassieteufel zu »Maria W. Peter: Die Festung am Rhein«11.05.2017
Coblenz 1822: Über der Stadt entsteht die preußische Festung Ehrenbreitstein, deren Bau ein Prestigeobjekt ist. Als von dort geheime Baupläne verschwinden, gerät der junge Christian Berger, der dort von seinem Onkel zum Militärdienst gezwungen wurde, unter Verdacht, nicht zuletzt wegen seiner französischen Herkunft. Seine Schwester Franziska ist entsetzt und kann nicht glauben, was man ihrem Bruder vorwirft. Mit allen Mitteln will sie die Unschuld ihres Bruders beweisen und gerät dabei Leutnant Rudolph Harten in die Quere, der den Vorfall ebenfalls aufklären will, ist er als leitender Ingenieur doch ebenfalls von der Sache betroffen. Obwohl ihm schon bald Zweifel an Bergers Schuld kommen, haben der preußische Offizier und die Halbfranzösin zunächst große Ressentiments voreinander, zu unterschiedlich sind die Auffassungen und Lebenseinstellungen der Beiden. Doch schon bald kommen sie sich näher, allen Unterschieden zum Trotz.

Zwischen 1817 und 1828 wurde die Festung Ehrenbreitstein von den Preußen oberhalb von Koblenz errichtet. Quasi zum 200 jährigen Jubiläum dieses Baubeginns setzt die Autorin der beeindruckenden Festungsanlage mit ihrem Roman ein Denkmal.
Nach der Niederlage Napoleons wurde das Rheinland Preußen zugesprochen, doch die der französischen Lebensart und Napoleons Reformen zugeneigten Rheinländer kommen nur schwer mit der Steifheit der Preußen, ihrem militärischen Drill und der straffen hierarchischen Ordnung zurecht. So gibt es beständig Reiberein, Differenzen und Mißstimmigkeiten, nicht zuletzt auch wegen Sprachbarrieren. Das hat die Autorin stimmungsvoll eingefangen, indem sie verschiedene Dialekte und Mundarten in gut dosierter Weise einsetzt.
In dieser brisanten, aufgeladenen Atmosphäre kommt es nun zum Diebstahl von wichtigen Bauplänen und die beiden ungleichen Charaktere Franziska und Rudolph treffen aufeinander. Franziska möchte um jeden Preis die Unschuld ihres Bruder beweisen und auch Rudolph ist an einer Klärung gelegen, wird er doch der Nachlässigkeit von seinem Vorgesetzen bezichtigt. Es wird abwechselnd aus der Sicht beider Charaktere erzählt, so dass man nicht nur die verschiedenen Sichtweisen beider Protagonisten kennen lernt, sondern auch ihre jeweiligen Ermittlungen mitverfolgen kann.
Auch bei der Schilderung ihrer Figuren ist es Maria W. Peter gelungen, die teilweise gegensätzlichen Ansichten, Gedanken und Verhaltensweisen ihrer Protagonisten realistisch und vor allem zeitgemäß darzustellen, ohne für eine Seite Partei zu ergreifen. Politische und gesellschaftliche Ansichten der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen spiegeln sehr gelungen den Zeitgeist wieder und versetzen den Leser in diese spannende Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs.
Neben dem historischen Aspekt und der Spionageaffäre rund um die verschwundenen Baupläne, gibt es auch eine sich dezent anbahnenden Liebesgeschichte, die zunächst von gegenseitiger Abneigung und Unverständnis geprägt ist. Sehr schön wurde hier herausgearbeitet, wie die Charaktere nach und nach zueinander finden und auch eigene Vorstellungen, Ansichten und Meinungen hinterfragt werden. Sehr gut gefallen hat mir, das die Liebesgeschichte gänzlich frei von kitschigen Szenen war und doch ihre schönen, romantischen Momente hatte!
Am Ende werden alle Handlungsstränge schlüssig zusammengeführt und aufgelöst. Bei der Spionagegeschichte ist einem versierten Krimileser zwar schon recht frühzeitig klar, wer der wahre Dieb ist, aber es gibt genug Wendungen und Hintergründe die zunächst im Dunklen bleiben und am Ende noch für die ein oder andere Überraschung zu sorgen.
Ein ausführliches und interessantes Nachwort, eine Karte der Gegend, ein Glossar sowie ein detailliertes Personenverzeichnis runden den Roman gelungen ab und geben dem interessierten Leser noch diverse Hintergrundinformationen.

FaziT: ein sehr lesenswerter, spannender und gut recherchierter historischer Roman, der neben wundervollen Landschaftsbeschreibungen, vor allem mit überzeugenden Charakteren und dem wunderbar eingefangenen Zeitgeist punktet. Insgesamt unterhaltsam geschrieben, ist der Roman eine gelungene Mischung aus Krimi, historischem Roman und einer kleinen Romanze, der mir viele schöne Lesestunden beschert hat.
Corpus zu »Maria W. Peter: Die Festung am Rhein«04.05.2017
Meine Meinung:
"Die Festung am Rhein" von Maria W. Peter ist ein mit Spannung versetzter historischer Roman.

Der Schreibstil war sehr flüssig zu lesen. Ich konnte das Buch daher recht schnell und angenehm durchlesen.
Die Protagonisten wurden sehr gut dargestellt. So konnte ich mir ein gutes Bild von ihnen machen und mich in sie hinein versetzen.

Die Geschichte selber hat mir sehr gut gefallen.
Die Autorin hat ein gutes Bild von der damaligen Zeit vermittelt und eine spannende Geschichte in dieses historische Umfeld eingewoben. Dies in Verbindung mit dem Bau der Festung Ehrenbreitstein hat mir dann sehr gut gefallen.

In dem Buch werden zum Teil Dialekte benutzt. Auch das hat mir gefallen. Da konnte man die Personen sofort einem bestimmten Gebiet zuordnen.

Hintem in dem Buch ist ein Nachwort, das die zeitlichen Abläufe und den geschichtlichen Hergang näher erläutert.
Auch ein Glossar ist vorhanden, in dem einzelne Begriffe aus dem Buch wie zum Beispiel "Demagogie" erklärt werden.

Mein Fazit:
Insgesamt hat mir der historische Roman sehr gut gefallen und ich hoffe auf einen Nachfolgeband.
Ich kann das Buch auf alle Fälle weiterempfehlen.
Kerstin zu »Maria W. Peter: Die Festung am Rhein«04.05.2017
Ein sehr gelungener Roman, unterhaltsam, spannend und mit vielen wissenswerten Informationen aus der damaligen Zeit.
Das Buch gibt einen interessanten Einblick in das Leben der Bevölkerung, insbesondere im Rheinland, zur Zeit Napoleons. Besonders beleutet wird dabei die Rolle des preußischen Militärs.
Nadine Lutter zu »Maria W. Peter: Die Festung am Rhein«04.05.2017
„Eine gigantische Festung, ein teuflischer Verrat und eine verbotene Liebe“
Inhalt:

Coblenz, 1822: Hoch über der Stadt entsteht die preußische Feste Ehrenbreitstein. Als geheime Baupläne von dort verschwinden, wird Franziskas Bruder wegen Landesverrats verhaftet. Er soll die Pläne an die Franzosen verkauft haben – immerhin war ihr gemeinsamer Vater ein Offizier Napoleons. Um seine Unschuld zu beweisen, ist Franziska auf die Hilfe des strengen Leutnants Rudolph Harten angewiesen. Bei der Suche nach dem wahren Verräter kommen sich die beiden näher, als es sich für einen Preußen und eine Halbfranzösin gehört …Die Festung Ehrenbreitstein (erbaut 1817 bis 1828) thront bis heute hoch über Rhein und Mosel. Zum 200-jährigen Jubiläum der Festungsstadt Koblenz entwirft Maria W. Peter ein schillerndes Panorama der Rheinprovinz im 19. Jahrhundert. Preußische Disziplin trifft auf rheinische Lebensfreude.
Meinung

Maria W. Peter legt mit diesem Buch, einen opulenten und historischen Roman vor, der mir im Gedächtnis bleiben wird. Dieses Epos beginnt im Juni 1815 auf dem Schlachtfeld von Waterloo. Napoleon ist offenbar geschlagen, ein Offizier reitet durch die Nacht, um einen Auftrag zu erfüllen, doch dann fällt ein Schuss…1822 in Coblenz treffen sich die Geschwister Christian und Franziska. Christian ist Soldat und verpflichtet beim Bau der Festung Ehrenbreitstein mitzuhelfen. Doch genau bei diesem Treffen wird er verhaftet und des Landesverrats beschuldigt. Christian wird vorgeworfen, geheime Bauunterlagen gestohlen und verkauft zu haben. Für Franziska bricht eine Welt zusammen, denn sie kann nicht glauben, was man ihrem Bruder vorwirft.
Leutnant Rudolph Harten übernimmt das Verhör, denn der Bau obliegt seiner Aufsicht als Ingenieur.
Nach einer Kriegsverletzung wurde er privilegiert und zum Ingenieur ausgebildet. Die Erstellung der Feste ist für Rudolph von größter Wichtigkeit, denn es sollen erstmalig neumodische Materialien verwendet werden. Da er aus sehr einfachen Verhältnissen stammt, spürt er die Missgunst beteiligter Offiziere und seines Vorgesetzten Capitain von Rülow.
Der Capitain macht Rudolph für das Verschwinden der Unterlagen verantwortlich und betraut ihn mit der Aufgabe, die Wahrheit herauszufinden.
Christian leugnet beharrlich etwas mit dem Verschwinden der Unterlagen zu tun zu haben und Rudolph schenkt ihm langsam Glauben.
Auch Franziska ist von Christians Unschuld überzeugt und versucht alles, um ihrem Bruder zu helfen. Dabei begegnet sie immer öfter Rudolph. Schließlich merken beide, dass sie nur zusammen eine Chance haben, der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Dabei lernen sie sich näher kennen…

Die Preußen besetzen das Rheinland. Die anschaulich dargestellten gesellschaftlichen Konflikte, um rheinländische Lebensfreude und preußische Korrektheit, wurden sehr authentisch und bildlich dargestellt. Ebenso die unterschiedlichen Konfessionen, mit einhergehenden verschiedenen Auffassungen, werden besonders an den beiden Hauptprotagonisten Franziska und Rudolph veranschaulicht. Im Verlauf ihrer hitzigen Diskussionen und Debatten, lernen sie sich immer näher kennen und können sich letztendlich gegenseitig tolerieren und akzeptieren.

Maria W. Peter gelingt es den Spannungsbogen, durch Rückblenden in die Schlacht um Waterloo und Themen wie Intrigen, Neid, Hass, Verrat, Intoleranz, Krieg aber auch Liebe, bis zum Ende, aufs äußerste zu spannen.

„Es sollte kein Krieg der Völker gegeneinander sein, sondern ein Kampf für die Freiheit…“ (S.353)

Im Verlauf des Romans begegnet man vielen interessanten Protagonisten. Diese sind sehr ausgereift, liebevoll und realistisch dargestellt. Vor allem Rudolphs Bursche Fritz, peppt das Geschehen mit seinem Dialekt und seinen unverblümten Kommentaren unwahrscheinlich auf.
Der Autorin gelingt es, durch die detailliert und wunderbar dargestellten Charaktere, Gefühle und Emotionen des Lesers zu wecken.
Franziska und Rudolph waren mir von Anbeginn sehr sympathisch, Rülow hingegen erlangt durch seine unterkühlte verlogene Art, immer mehr Ablehnung.
Die Landschaftsbeschreibungen sind unglaublich malerisch und bildhaft beschrieben, so dass ich mir manches Mal wünschte, leibhaftig vor Ort zu sein.
Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und lässt den Leser durch die Handlung des Buches fliegen.
Sehr gut gefiel mir die Aufmachung des Buches. Gleich zu Beginn befinden sich zwei alte Landkarten der Rheinprovinz, am Ende befindet sich neben dem Namenregister noch Reise – und Stöbertipps rund um Koblenz. Dies rundet das Gesamtbild des Romans harmonisch ab.

Fazit

Dieser beeindruckende, fundiert historische Roman hat mich sehr gut unterhalten. Dieses Werk befasst hintergründig mit der Errichtung der Feste Ehrenbreitstein. Im Vordergrund stehen hier die unterschiedlichen Lebenseinstellungen der Menschen, verbunden mit Krieg, vor allem aber mit der Sehnsucht nach Einigkeit und Frieden.

„>>Der Krieg…der Krieg bringt immer die Extreme im Menschen zum Vorschein. Das Beste und das Schlechteste – oder beides.
Schmusekatze69 zu »Maria W. Peter: Die Festung am Rhein«01.05.2017
Inhalt:
Koblenz 1822

Gegenüber der Stadt entsteht die Preußische Festung Ehrenbreitenstein, hoch über den Rhein.

Geheime Baupläne verschwinden und Franziskas Bruder wird wegen Landesverrates verhaftet. Er wird verdächtigt,die Pläne an die Franzosen verkauft zu haben. Ihr Vater war ein Offizier Napolions und das soll der Grund sein.

Um seine Unschuld zu beweisen, muss Franziska die Hilfe des strengen Leutnants Rudoloh Hartens annehmen. Ungern, weil sie sich nicht gerade sympathisch sind.....denken sie......
Bei der Suche nach dem wahren Verräter kommen sich beide näher, näher als es sich für einen Preußen und einer Halbfranzösin ziemt.

Fazit:
Sehr gut haben mir die schönen Ausführungen und Beschreibungen der Burg, des Flusses, der Stadt und dem damaligen Leben, gefallen.
Ich habe das Buch praktisch und in kurzer Zeit verschlungen.

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