Die Festung am Rhein von Maria W. Peter

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2017unter dem Titel „Die Festung am Rhein“,, 608 Seiten.ISBN 3-404-17519-0.

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Kurzgefasst:

Coblenz, 1822: Hoch über der Stadt entsteht die preußische Feste Ehrenbreitstein. Als geheime Baupläne von dort verschwinden, wird Franziskas Bruder wegen Landesverrats verhaftet. Er soll die Pläne an die Franzosen verkauft haben – immerhin war ihr gemeinsamer Vater ein Offizier Napoleons. Um seine Unschuld zu beweisen, ist Franziska auf die Hilfe des strengen Leutnants Rudolph Harten angewiesen. Bei der Suche nach dem wahren Verräter kommen sich die beiden näher, als es sich für einen Preußen und eine Halbfranzösin gehört ...

Das meint Histo-Couch.de: „Atmosphärisch und lebendig“87Treffer

Rezension von Nicole Goersch

Coblenz, 1822: Auf der Baustelle der Festung Ehrenbreitstein werden Baupläne entwendet. In Verdacht gerät der junge Pionier Christian, der als Halbfranzose Spott und Schikanen seiner Vorgesetzten und Kameraden ausgesetzt ist. Seine Schwester Franziska glaubt nicht an seine Schuld und versucht, mit Hilfe von Leutnant Rudolph Harten, Christians Vorgesetzten, Beweise zu finden, die ihren Bruder entlasten können. Dabei geraten sie nicht nur wegen ihrer Ermittlungen in Gefahr, sondern kommen sich auch ungebührlich näher, denn eine Liaison zwischen einem preußischen Offizier und einer Halbfranzösin wird nicht von jedem gerne gesehen.

Das Rheinland zwischen Preußen und Frankreich

Im frühen 19. Jahrhundert war das Rheinland hart umkämpft zwischen Frankreich und Preußen. Nach der endgültigen Niederlage Napoleons wurde es letzteren zugesprochen, was nicht bei allen Einheimischen begrüßt wurde. Diese aufgeladene, äußerst problematische Atmosphäre mit den Spannungen zwischen blauberockten Soldaten aus dem Osten und den ansässigen Rheinländern hat die Autorin Maria W. Peter authentisch eingefangen und wiedergegeben, wozu besonders gut die verschiedenen Dialekte beitragen, obwohl der rheinische nicht hundertprozentig getroffen ist. 

Auch die Charaktere sind in ihren Verhaltensweisen, Handlungen und Gedanken realistisch dargestellt und spiegeln den Umbruch im damaligen Europa als einzelne Personen schicksalhaft wider. Besonders der Wandel der Gesellschaft nach der französischen Revolution und die damit verbundenen regionalen Reibungen sind glaubhaft erzählt. Es war eine „Zeit, die sich der Moderne verschrieben hatte und sich zugleich nach der Vergangenheit sehnte.“ (S. 77)

Historischer Roman – Spionagethriller – Liebesgeschichte

Der Roman bietet von allem etwas: gut recherchierte, historische Ereignisse, ein Spionagethriller mit Verfolgungen, Verstrickungen und Verrätern und eine Liebesgeschichte mit einer plausiblen Entwicklung. Einzig der Strang der Spionagehandlung hätte gerne komplexer sein können. Auch die zahlreichen Zufälle, die den Protagonisten in die Hände spielen, waren zu auffällig, um noch zufällig sein zu können. Das wirkt etwas zu konstruiert und erzwungen.

Dafür ist die Entwicklung zwischen den beiden Hauptfiguren gut herausgearbeitet und fängt die gesellschaftlichen Diskrepanzen und die eigene Zerrissenheit verständig ein. Auch die Darstellung der Zeitgenossen, die teilweise offenherzig und vorurteilsfrei, teilweise misstrauisch und aggressiv sind, zeigen auf, wie die Welt zur damaligen Zeit gewesen sein könnte.

Fundiertes Wissen verpackt in einer lebendigen Sprache

Die Landkarten zu Beginn sowie das am Ende zu findende Glossar mit den wichtigsten Begriffen, die heute durchaus nicht mehr alltäglich sind, waren sehr hilfreich, um sich in der Zeit um 1822 zurechtzufinden. Dazu trug auch das Personenverzeichnis bei, das sowohl die fiktiven als auch die realen Figuren vorstellt.

Maria W. Peter gelingt es, mit ihrem Roman Die Festung am Rhein eine mitreißende Geschichte zu erzählen, die in einer Zeit spielt, in der Europa im Umbruch war und in der die Menschen nach neuen Identitäten suchten oder nach alten Idealen strebten. Das schafft sie mit einem angefüllten Kosmos an differenzierten Figuren, ohne dabei den Überblick zu verlieren. Verlieren aber kann sich der Leser in dem Roman, der es vermag, ohne trockene Lehrhaftigkeit die Vergangenheit Europas zu veranschaulichen und dank starker Charaktere die verschiedenen Standpunkte der Menschen darzulegen. 

Ihre Meinung zu »Maria W. Peter: Die Festung am Rhein«

federdrache zu »Maria W. Peter: Die Festung am Rhein«27.06.2017
Zum 200. Jubiläum der Festungsstadt Koblenz nimmt uns in die Autorin Maria W. Peter mit, in das Jahr 1822 und zeigt eindrucksvoll das damalige Leben im von Preußen besetztem Rheinland.
 
 
Doch worum geht es in dem Roman?
 
Es ist das Jahr 1822 als hoch über der Stadt Coblenz die preußische Feste Ehrenbreitstein entsteht.
Doch als geheime Baupläne von dort verschwinden wird Franziskas Bruder, der Pionier Christian Berger des Landesverrats bezichtigt und verhaftet. Er soll die Baupläne gestohlen und an die Franzosen verkauft haben, war ihr gemeinsamer Vater immerhin ein Offizier Napoleons.
Franziska ist verzweifelt und versucht mit allen Mitteln die Unschuld ihres Bruders zu beweisen. Hilfe bekommt sie dabei vom strengen Leutnant Rudolph Harten, der mit der Zeit an die Unschuld Christians glaubt und den wahren Verräter finden will. Auf der Suche kommen die beiden sich immer näher, fast zu nah, als es sich für einen Preußen und eine Halbfranzösin gehört.
 
 
 
Ich habe schon seit längerer Zeit keinen historischen Roman gelesen und zu dem Zeitpunkt, als Maria mich anschrieb und mich fragte, ob ich Interesse daran hätte ihr Buch zu lesen und zu rezensieren, war ich auf der Suche nach Büchern außerhalb der Genre Fantasy.
Verrat und eine verbotene Liebe ist meines Erachtens nach, immer eine spannende Sache, wenn sie gut umgesetzt wird und deswegen habe ich als allererstes in die Leseprobe auf Amazon hineingeblickt. Marias Schreibstil hat mir sofort zugesagt und anhand der Spannung, die sich gleich zu Anfang an aufbaut, wurde ich neugierig auf mehr.
Das Buch kam als Print in selbiger Woche bei mir an und ich begann direkt nach Abschluss eines anderen Rezensionsexemplars zu lesen. 
 
Schon der Einstieg in den Roman erwies sich, wie schon erwähnt, als sehr spannend und so glitt ich mühelos von einer Seite auf die nächste. Es war allein der ermüdenden Hitze der letzten Tage zu verdanken, dass ich mit dem kompletten Roman langsamer vorankam, als gewollt.
Der Schreibstil ist durchgehend flüssig und angenehm zu lesen und ich kann mich nicht daran erinnern, an irgendeiner Stelle hängen geblieben zu sein.
Die Handlung hat viele düstere und traurige Stellen, die das damalige Leben detailreich und bildlich im Kopf widerspiegeln lassen. Doch auch der Humor kommt nicht zu kurz, insbesondere am Anfang, wenn sich Franziska und Rudolph ständig über den Weg laufen. Verbunden und verwebt wird all das mit einer Liebesgeschichte, die sich ganz langsam entwickelt und daher realistisch bleibt und nicht von den eigentlichen Problemen ablenkt. Genauso stelle ich es mir vor.
 
Die verschiedenen Protagonisten, die im Laufe der Handlung dazu kommen, sind sehr gut gelungen und authentisch beschrieben. So kam es, dass ich für die einen Sympathie und Verständnis entwickelte und auf andere Wut und Hass.
Franziska ist mir sehr stark ans Herz gewachsen. Schon allein wegen ihrer offenen und dickköpfigen Art und ihren Handlungen, über die andere Frauen ihrer Zeit wohl nicht einmal nachgedacht hätten, merkt man schnell, dass die Halbfranzösin eine komplett andere Einstellung vom Leben hat. Ich würde sogar behaupten, dass sie den Menschen im Rheinland, in der Zeit, ein wenig voraus ist, was ich als sehr erfrischend empfand. Ihr Wesen fällt, umgeben von preußischer Disziplin, allemal auf.
Auch der Leutnant Rudolph Harten, hat sehr schnell meine Sympatie gewonnen, spätestens ab dem Punkt, an dem er an Christians Unschuld glaubt und Franziska hilft den wahren Verräter aufzuspüren. Auch wenn es für ihn erstmals ganz andere Gründe hat, als für die junge Frau, die ihrem Bruder lediglich das Leben retten will. Er mag auf dem ersten Blick ein typischer Preuße sein – hart, streng und diszipliniert. Aber mit dem fortschreiten der Geschichte entdeckt man auch eine weiche, eine gar verletzliche Seite an ihm. Man erfährt nicht nur einiges aus Franziskas Vergangenheit, sondern auch vieles aus der von Rudolph. Und all das, macht die beiden Protagonisten von Kapitel zu Kapitel sympathetischer.
Christian, Franziskas Bruder, ist in meinen Augen ein sehr tapferer junger Mann (oder Junge). Er erleidet während seiner Gefangenschaft körperliche und seelische Qualen und versucht dennoch seine Schwester daran zu hindern, ihm zu helfen. Allein deswegen, um sie zu schützen und aus der Sorge ihres Wohlergehens heraus. Seine Beweggründe, weshalb er während der vielen Verhöre schweigt, haben mich auf der einen Seite schockiert und auf der anderen Seite konnte ich es dennoch nachvollziehen. Als Halbfranzose und Sohn eines ehemaligen französischen Offizier Napoleons hat er es unter der Macht der Preußen nicht leicht.
Doch auch die anderen Figuren der Handlung dürfen nicht unerwähnt gelassen werden. Da ist unter anderem Franziskas Freundin Therese, die stets ein offenes Ohr für ihre Freundin hat, nur leider viel zu wenig Auftritt auf den über 500 Seiten hatte. Auch Alasdair McBaird, ein Schotte und alter Freund von Rudolph ist nennenswert. Er ist Künstler und fällt durch seinen Akzent und den ständigen Wechsel in seine Muttersprache, sehr auf. Er ist ein freundlicher Mann, der jedoch auch seine Schattenseiten in sich trägt.
Im Gedächtnis geblieben sind mir auch, der mir unsympathische Feldwebel Bäske und Rudolphs Bursche Fritz dem die Lebensmut in die Wiege gelegen worden sein muss und mir nicht selten ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat.
 
Ich habe durch die vielen Informationen und Fakten, die jedoch keinesfalls überladen wirkten, sehr viel neues und interessantes gelernt und konnte gleichzeitig meinen Wortschatz erweitern, was mir sicherlich noch zu Gute kommen wird. Sehr interessant empfand ich auch den Glossar ganz am Ende des Buches, der noch viele weitere Informationen birgt und den ich auf alle Fälle noch einmal genauer ansehen werde.
 
Fazit:
 
Mit „Die Festung am Rhein“ ist Maria W. Peter ein sehr authentischer und bildgewaltiger Roman gelungen, der rheinische Lebensfreude und preußische Disziplin aufeinander treffen lässt. Er verwebt Liebe und Hass mit Spannung und ist für jeden Freund der historischen Romane eine klare Empfehlung, die sich lohnt, gelesen zu werden
Effie-das-Biest zu »Maria W. Peter: Die Festung am Rhein«22.06.2017
Als überzeugter Peter-Fan habe ich mir das neue Buch natürlich sofort besorgt und direkt verschlungen. Und was soll ich sagen? Ich war direkt gefesselt. Ich kenne die Festung und auch die Gegend und konnte im Buch viel Neues darüber erfahren. Der Alltag der Festungssoldaten wurde genauestens recherchiert und auch das "alte" Koblenz wurde durch viele historische Details lebendig.
Ich habe mit den beiden Hauptpersonen mitgelitten und mich an deren aufkeimenden Gefühlen füreinander gefreut.
Das Buch macht Hunger auf eine Fortsetzung. Ich kann es nur wärmstens empfehlen, wenn man historische Romane mag. Im Buchladen fand ich es auf einem Sondertisch - zwischen Follett und Lorentz - da sieht man doch, wohin es gehört!
Bettina Hertz zu »Maria W. Peter: Die Festung am Rhein«05.06.2017
Die Festung am Rhein
Autor: Maria W. Peter
Nach der Niederlage Napoleons Anfang des 19. Jahrhunderts wird das Rheinland Preußen zugeführt. Mit preußischer Gründlichkeit entsteht in den Jahren 1817 bis 1828 hoch über Coblenz die Feste Ehrenbreitstein. Als plötzlich geheime Baupläne verschwinden, wird Franziskas Bruder Christian, der sich grad im Militärdienst befindet, wegen Landesverrat verhaftet. Man wirft ihm vor, diese den Franzosen verkauft zu haben, schließlich war sein Vater Offizier unter Napoleon. Capitain von Rülow ist von seiner Schuld überzeugt, zusätzlich macht er seinen Untergebenen Leutnant Rudolph Harten, Ingenieur und Frontmann beim Bau der Feste, verantwortlich, dass besagte Baupläne einfach so verschwinden konnten. Christian schweigt beharrlich über bestimmte Vorkommnisse, selbst seiner Schwester Franziska vertraut er sich nicht an. Diese lässt sich allerdings nicht beirren und fechtet ihre persönliche Revolution gegen das preußische Militär aus. Dabei ist sie allerdings auf Hilfe angewiesen, von keinem geringeren als Rudolph Harten. Bei ihren Ermittlungen kommen Sie sich sehr nahe und das darf ja überhaupt nicht sein, er Preuße, sie Halbfranzösin! Sie sind einem unglaublichen Verrat auf die Schliche und geraten mehr als einmal in eine brenzliche Situation…
Dieser neue Roman aus der Feder von Maria W. Peter ist eine kleine historische Schatzkiste mit großem Inhalt. Allein das Buch selbst, das Cover – vordergründig eine junge Frau in damaliger Kleidung/im Hintergrund die Feste Ehrenbreitstein – ist ein echter Hingucker. Anhand der beiden Karten auf den ersten Seiten bekommt man einen tollen Überblick über die örtlichen Gegebenheiten. Ein ausführliches Nachwort inkl. der Personen, mit denen M. W. Peter bzgl. des Romans zusammenarbeitete, zeigt wieviel Recherche notwendig ist und dafür ist sie ja sehr bekannt und belohnt uns mit historischem Hochgenuss. Auch die Übersicht der fiktiven und historischen Personen inkl. Reise- und Stöbertipps lassen einen noch lange nach dem lesen gedanklich im Rheinland verweilen.
Der Schreibstil ist sehr flüssig, bildhaft, spannend und den damals sprachlichen Gebräuchen super angepasst. Ich konnte Landschaften, Gebäude und die einzelnen Charaktere bildlich vor mir sehen und letztere sogar sprechen hören, sehr unterhaltsam. Und die Charaktere selbst:
Zum einen Franziska, liebevoll, unerschrocken, selbstbewusst. Ihre Eltern, eine sogenannte Mischehe, Vater Lucien Franzose, später Offizier unter Napoleon, Mutter Luise Deutsche. Franziska und ihr Bruder Christian wachsen im damaligen Cöln in einem sehr behüteten Elternhaus auf, geprägt vom Geist der französischen Revolution. Durch die Niederlage Napoleons schlägt das Schicksal für die Familie sehr hart zu und Franziska und Christian landen bei ihrem Onkel in Coblenz.
Zum anderen Rudolph Harten, streng, diszipliniert, aber gerecht und menschlich. Er ist in einfachen Verhältnissen aufgewachsen. Durch eine schwere Verletzung im Krieg gegen Napoleon an Leib und Seele gezeichnet, erhält er durch Graf Neidhardt von Gneisenau die Möglichkeit ein Ingenieurstudium zu absolvieren und scheint eine neue Lebensaufgabe gefunden zu haben.
Nun treffen beide, Franziska und Rudolph, ungewollt aufeinander – wie Feuer und Eis. Dabei ist Franziska sicher die temperamentvollere und Rudolph der bedachtere. Aber es ist schön zu sehen, dass sich beide auf den anderen einlassen mussten und konnten. Ich fand beide Charaktere absolut gelungen. Franziska erinnerte mich ein wenig an Invita (aus M. W. Peters historischen Kriminalreihe), natürlich in völlig anderer historischen Kulisse.
Des Weiteren gibt es so einige Nebencharaktere, die M. W. Peter zum Leben erweckt. Rudolphs Bursche Fritz mit seiner „Berliner Schnauze“, der mal ganz mutig seinem Leutnant über die Frauen aufklärt. Der Schotte Alasdair McBaird, der die Epoche Kunst und Literatur, sprich Romantik, verkörpert und viele andere, jede auf ihre Weise einzigartig. M. W. Peter versteht es geschickt, die fiktiven Figuren in die Historie einzufädeln. Der Roman ist von Anfang an spannend und man tappt immer wieder im Dunkeln, wer denn nun der Verräter ist.
Für mich war das Thema Feste Ehrenbreitstein unbekanntes Terrain, auch dass die vorlauten Preußen dort mitmischten entzog sich meiner Kenntnis, wahrscheinlich auch deshalb, da ich im steifen Geschichtsunterricht nur mit halben Ohr zugehört habe. Um so mehr freut es mich, dass mir dieses Stück Preußengeschichte im Rheinland sehr lebendig präsentiert wurde. Ich kann das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen und vergebe sehr gerne fünf Sterne.
Mademoiselle Cake zu »Maria W. Peter: Die Festung am Rhein«30.05.2017
Für mich war diese Geschichte ein besonderes Abenteuer. Wenn ich mit den Orten, der Gegend etwas verbinde, dann fühle ich mich meist ein wenig mehr in das Geschehen hineingezogen. Da ich 10 Jahre zwischen Düsseldorf und Köln gelebt habe, fand ich es schön, mal wieder dorthin entführt zu werden.

Bereits bei "Die Küste der Freiheit" bin ich so manches Mal dem Zufall begegnet. Maria W. Peter scheint sich weniger der Klischees zu bedienen, sondern sich mehr auf dieses Stilmittel zu berufen. Sie spinnt darum jedoch eine Geschichte, die sich flott lesen ließ. Da ich dieses Buch dem Genre 'historisch' zuordne und auch keine anderen Erwartungen oder Ansprüche hatte, fand ich den Krimianteil gut integriert.

Das Geschehen um Franziska und Rudolph ließ mich so manche Augenblicke innehalten und nachdenken..

"»Man muss wissen, wann der Moment gekommen ist, um aufzugeben.
Wissen, wann man besiegt ist.« […]
»Und wann es nicht länger Mut bedeutet, sich dem Feind zu widersetzen,
sondern blanken Mord am Gegner und an sich selbst.«" (S. 229)

Ich mag den Schreibstil der Autorin. Er ist klar und beschreibend und lässt in meinem Kopf während des Lesens Bilder ablaufen, die die Story lebendig erscheinen lassen. Dazu trug ebenfalls der Dialekt bei, der teilweise verwendet wurde und der super einfloss.

Außerdem finde ich es toll, dass sie es schafft, in einem Genre, welches - meiner Meinung nach - schwer zu bedienen ist, herauszustechen. Ich habe nicht das Gefühl, schon mehrere Male in Geschichten in der Gegend gewesen zu sein und / oder den Charakteren schon wieder - wenn auch in einer anderen Umgebung - zu begegnen.

"Daher habe ich Menschen unterschiedlicher sozialer und geographischer Herkunft
zu Wort kommen und ihre Sicht der Dinge schildern lassen,
um ein authentisches und facettenreiches Zeitbild zu zeichnen." (S. 445)

Besonders mochte ich das Ende. Es ist abgeschlossen und trotzdem lässt es Platz für eigene Zukunftsgedanken. Es ist ein Happy End, welches dennoch nicht ohne Komplikationen auskommt.

Auch hier ist das Buch mit der Geschichte nicht zu Ende. Die Autorin fügt Nachwort, Figuren der Handlung, Historische Persönlichkeiten und Reise- & Stöbertipps ein, welche man nicht links liegen lassen sollte.

Ich empfehle den Roman gerne an Leser weiter, die historische Geschichten fern vom Mainstream mögen.

©2017 Mademoiselle Cake


weitere Zitate:

"»Es hilft nichts, über die Welt zu jammern. Es gibt keine andere…«" (S.72)

"Ein Kampf um Freiheit, der zu einem Kampf um Macht wurde." (S. 229)
QueenSize zu »Maria W. Peter: Die Festung am Rhein«29.05.2017
Coblenz 1822: In dieses Jahr nimmt uns Maria W. Peter mit, in die Zeit, in der die Festung Ehrenbreitstein erbaut wurde. Dort treffen wir auf den preußischen Leutnant Rudolph Harten, der mit verantwortlich ist für den Festungsbau. Außerdem begegnen uns die Geschwister Franziska und Christian Berger, deren Mutter eine Deutsche ist und deren Vater ein Franzose war und für Napleon gekämpft hatte. Als wichtige Dokumente verschwinden gerät Christian unter Verdacht und Franziska kämpft dafür, seine Unschuld zu beweisen.

In diesem Roman wird ein Stück deutscher Geschichte lebendig und fesselnd erzählt. Auch wie die damalige Bevölkerung am Rhein zu den Preussen stand wird eindrucksvoll beschrieben. Wer sagt Geschichtsunterricht ist langweilig, der wird hier eines besseren belehrt, denn die Autorin Maria W. Peter hat diesen Roman perfekt recherchiert und im Anhang erfährt der Leser noch das eine oder andere wichtige Detail zusätzlich. Besser kann ein historisches Buch nicht verpackt werden.

Das Cover ist gelungen und passt sehr gut zum Buch.

Der Schreibstil ist flüssig und der Zeit angepasst. Gelungen finde ich auch die mundartlichen Textstellen. Die Personen sind gut beschrieben und ich konnte mich direkt in die Geschichte hineinversetzen, habe mitgelitten und mich mit den Protagonisten mitgefreut.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung - Daumen hoch!
Michaela Weber zu »Maria W. Peter: Die Festung am Rhein«22.05.2017
Christian Berger wird 1822 in Coblenz verdächtigt,geheime Baupläne von der Festung Ehrenbreitstein gestohlen zu haben.Da er schweigt,versucht seine Schwester Franziska ihm zu helfen.Dabei lernt sie den Leutnant Rudolph Harten einen preußischen Ingenierur kennen-dem die Pläne gestohlen wurden.Erst kommt es zu Misverständnissen-da Rudoph Harten glaubt das Franziska ihn ausspionieren will.Aber Franziska-die an die Unschuld ihres Bruders glaubt versucht ihren Bruder vor einer Verurteilung zu retten.Bei einem Besuch mit dem Leutnat bei ihrer Mutter,merkt Rudolph seine Gefühle für Franziska-der es ebenso geht.Ihre Mutter schenkt Franziska den Ring den ihr Mann ihr einst gab.Rudolph erkennt den Ring-wie er verwundet wurde im Krieg und er Schutz suchte,lernte er einen Franzosen kennen-er ihm half.In dem Gefecht schwer verletzt wurde-er gab ihm eben so auch den gleichen Ring,mit der Bitte ihn seiner Frau und seinen Kindern zu geben.Von nun an setzt Rudolph alles dran,Christian zu helfen.Am Anfang versucht er seine Gefühle für Franziska zu unterdrücken-aber die Liebe ist stärker.
Die Autorin hat einen historisch super recherchierten,mitreißenden Roman geschrieben.Man hat bei der Erzählung das Gefühl mitten dabei zu sein-man kann sich aes sehr gut vorstellen und taucht in die Geschichte ein.Vielen Dank,ich habe selten ein so gut recherchiertes Buch gelesen,hinten im Buch ist dann noch aufgeführt wenn man sich auf Spurensuche geben will und Reisetips.Auch werden die Quellen genannt wo die Autorin für ihren Roman recherchiert hat.Ich hätte dem Roman gerne noch mehr Sterne gegeben,aber leider waren 5 Sterne das höchste!Vielen Dank der Autorin,für eine tolle Zeitreise !!!
jutscha zu »Maria W. Peter: Die Festung am Rhein«18.05.2017
Einer der besten historischen Romane, die ich je gelesen habe. Top recherchiert und absolut fesselnd geschrieben.

Koblenz im Jahre 1822. Die Festung Ehrenbreitstein hoch über Koblenz befindet sich gerade im Bau. Die Protagonistin Franziska ist in Köln aufgewachsen. Ihre Mutter hat sie und ihren Bruder Christian nach dem Tod des französischen Vaters nach Koblenz zu ihrem Bruder geschickt. Der benutzt sie als billige Arbeitskräfte und hat Christian zum Militär geschickt, um für sich gute Arbeit an der Festung zu bekommen.

Doch Christian wird des Hochverrats angeklagt. Er soll Pläne der Festung gestohlen und an die Franzosen verkauft haben, seine Hinrichtung scheint sicher. Doch Franziska ist von seiner Unschuld überzeugt. Gemeinsam mit Rudolph, einem preußischen Leutnant und Christians Vorgesetzter, versucht sie Beweise für seine Unschuld zu finden und den tatsächlichen Täter zu überführen. Dabei kommen sich die beiden näher, als es sich für die damalige Zeit zwischen einer Halbfranzösin und einem Preußen gehört. Werden sie es schaffen, Christian vor dem Tod zu bewahren?

Ich komme selbst aus der Nähe von Koblenz und die Orte der Handlung sind mir daher sehr gut bekannt. Aber ich schiebe es nicht alleine darauf zurück, dass dieser Roman mir so gut gefallen hat. Der Schreibstil ist einfach wunderbar und ich war von Anfang an direkt in der Geschichte drin. Zudem hat die Autorin wahrscheinlich Jahre mit ihren Recherchen verbracht, zumindest kommt es mir so vor. Alles könnte sich genauso zugetragen haben, ich habe mich direkt in die Zeit zurückversetzt gefühlt. Die geschichtlichen Daten stimmen und auch die in der damaligen Zeit lebenden Personen, die aus der Geschichte bekannt sind, wurden vereinzelt in die Geschichte integriert, so dass alles plausibel und logisch aufgebaut ist.

Wer die Kombination aus Historie, Verbrechen, Romanze und gelebter Geschichte liebt, dem kann ich das Buch uneingeschränkt empfehlen. Ich war total gefesselt und wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen. So muss ein guter Roman sein. Ich kann die Geschichte absolut und uneingeschränkt empfehlen und bewerte das Buch mit 100 %.
myrielmondkraut zu »Maria W. Peter: Die Festung am Rhein«16.05.2017
Dieser absolut gelungene Roman erzählt die Geschichte des Baus der Festung Ehrenbreitstein zu preußischer Zeit. Die Autorin schildert eindrucksvoll, dass Koblenz im Jahre 1822 überfüllt war, weil immer mehr Menschen dorthin kamen, um z. B. für die Preußen beim Festungsbau zu arbeiteten oder auch einfach nur die Romantik des Rheintals nach überstandenem Krieg mit Sieg durch die Preußen auf sich wirken zu lassen. Maria W. Peter erklärt uns die historischen Hintergründe und lässt uns in eine Welt voller Gegensätze - Armut und Reichtum, Katholizismus und Protestantismus sowie rheinischer Lebensfreude und preußischer Disziplin - eintauchen.

Zudem dürfen wir miterleben, wie eine resolute, mutige und lebensfrohe Koblenzerin mit französischen Wurzeln peu à peu Vertrauen zu einem strengen preußischen Ingenierleutnant fasst, der gemeinsam mit ihr versucht, die Unschuld ihres wegen Hochverrats in Haft sitzenden Bruders zu beweisen. Dabei kommen beide in gefährliche Situationen, die sie gemeinsam meistern und wodurch sie sich langsam näherkommen. Gleichzeitig beschreibt die Autorin einfühlsam die Erlebnisse aus der Vergangenheit, die beide Hauptpersonen, Franziska und Rudolph, geprägt haben – Franziska, als Tochter eines napoleonischen Offiziers und einer deutschen Mutter, sah sich Repressalien ausgesetzt, die ihre Familie auseinanderriss, nachdem der Vater in der Schlacht von Waterloo gefallen war, die Schlacht, unter dessen Geschehnissen auch Rudolph noch immer sehr leidet.

Viel erleiden muss auch Christian, der Bruder von Franziska, der aufgrund seines französischen Familienhintergrundes verdächtigt wird, Baupläne der Festung gestohlen und weitergegeben zu haben. Er wehrt sich nur halbherzig gegen diese Vorwürfe, will nicht alles sagen, hat auch vor Franziska Geheimnisse, wodurch er sich in Widersprüche verstrickt, denen Franziska und Rudolph auf die Spur gehen. Die Recherchen führen beide quer durch das alte Koblenz und Köln, aber auch auf die Burgruine Stolzenfels - man fühlt sich durch die stimmungsvoll beschriebenen Szenen und Ortsbeschreibungen in diese Zeit zurückversetzt.

Maria W. Peter hat einen hervorragend recherchierten, soziokulturellen, spannenden Roman in malerischer Kulisse geschrieben, dessen Spannungsbogen bis zum Ende anhält. Das Buch hat humorvolle Passagen, bei denen man laut mitlachen muss, insbesondere wenn die Köchin Johanna wieder schlesisch spricht oder Rudolfs Bursche Fritz berlinert. Die verschiedenen Dialekte, unter anderem das Kowelenzer Platt, verleihen diesem Roman einen besonderen Charme. Aber auch die ernsten Töne kommen nicht zu knapp – die Haftbedingungen von Christian sind schwer zu verdauen, ebenso wie die Geschehnisse während und nach der Schlacht von Waterloo, die Rudolph nicht zur Ruhe kommen lassen. Die spannenden und aufregenden Szenen während der Suche nach dem wirklichen Verräter bringen den Leser zum Staunen sowie Mitbangen und hinterlassen eine Gänsehaut.

Fazit:
Es ist ein spannungsgeladener, bewegender Roman, der uns Koblenz zu preußischer Zeit näherbringt.
Ich bin eine Koblenzerin, jedoch sehe ich Koblenz seit dem Roman mit anderen Augen – jeden Morgen fahre ich an den Resten der Stadtmauer vorbei und was vorher für mich normal war, ist nun etwas Besonderes; die Festung ist nun nicht mehr nur die Festung, sondern ein gut durchdachtes Bollwerk; die Gassen waren damals schon da und sind heute umso schöner für mich usw. -
Außerdem hat die Autorin liebevoll unserem Dialekt, dem Kowelenzer Platt, viel Aufmerksamkeit beigemessen, es ist sehr authentisch und absolut gelungen! Und das, obwohl sie es in etwas abgeschwächter Form wiedergeben musste, damit es auch wirklich ALLE LeserInnen verstehen können.

Dieses Buch begeistert mich, es nahm mich schon nach wenigen Seiten gefangen und brachte mein Kopfkino ins Laufen.
Astrid G. zu »Maria W. Peter: Die Festung am Rhein«15.05.2017
Der erste Satz

Blutrot stand die Sonne am westlichen Horizont. der sich bis tief hinein in die Eifel erstreckte.

Meine Meinung

Nachdem ich "Die Küste der Freiheit" von Maria W. Peter verschlungen haben, wollte ich unbedingt ihr neuestes Werk lesen. Maria W. Peters neuer Roman konnte mich wieder absolut überzeugen.

Im Jahr 1822 entsteht in Coblenz die gigantische preußische Feste Ehrenbreitstein. Hauptprotagonistin Franziska bangt um ihren Bruder Christian, der wegen Landesverrat verhaftet wurde. Der strenge Leutnant Rudolph Harten übernimmt widerwillig die Ermittlungen. Die Halbfranzösin Franziska ist auf die Hilfe von Rudolph angewiesen und beide wollen den Verräter überführen und dabei kommen sie sich näher...

Gleich der Anfang ist spannend, ich wusste nicht wer der Erzähler war. Die Geschichte wurde sehr gut erzählt, sodass ich schnell im verräterischen Geschehen war. Der Schreibstil ist wie immer sehr flüssig. Einfach ausgezeichnet!

Die Charaktere konnten mich vollkommen überzeugen, auch die Bösen. Franziska und Rudolph waren sehr sympathisch.

Die Bebauung der Feste Ehrenbreitstein und die Landschaft wurde sehr bildlich beschrieben. Die geschichtlichen Aspekte waren spitze, ich hab noch etwas dazu gelernt.

In diesem historischen Roman geht es um Verrat, Zusammenhalt, Vorurteile niederlegen und natürlich um die Liebe.

Absolut empfehlenswert! 5 von 5 Sterne

Fazit

spannend, geschichtlich, sympathisch, interessant & liebenswert
AmberStClair zu »Maria W. Peter: Die Festung am Rhein«14.05.2017
Die Autorin hat hier ein sehr guten recherchierten Roman geschrieben. Man taucht in der Geschichte förmlich ein und man spürt so richtig wie die Zeit damals gewesen war an Rhein und Mosel.
Sehr beeindruckend wird die Geschichte von der Festung Ehrenbreitstein erzählt und rundherum wird uns eine schöne malerische Landschaft mit offenbart. Das lebenslustige Völkchen am Rhein, können sich nur langsam an die Herrschaft Preußens gewöhnen. Denn unter Napoleons Regime lebten sie freier und unter ihnen die Geschwister Franziska und Christian. Beide kommen liebenswert herüber und man versteht sie sofort, mit all ihren Ängsten und Sorgen. Auch den Preußische Leutnant Rudolph Harten mag man. Erst durschaut man ihn nicht ganz so, aber als seine Lebensgeschichte immer mehr erzählt wird, versteht man warum er ein so ernster und harter Mann geworden ist. Auf einer Art und Weise sind die Schicksale mit ihm und dem Geschwisterpaar verknüpft.
Diese Geschichte erzählt ein Stück wie es Anno dazumal war, als Napoleon das Rheinland unter sich hatte. Dann die konservativen Preußen die die Rheinländer nicht verstanden. Wie Katolihken und Protestanten aufeinander gerieten und so langsam eine Gemeinschaft heran wuchs.
Die Charaktere der einzelnen Hauptpersonen sind sehr gut beschrieben und man kann sich auch gut in ihnen mit hinein versetzen. Es ist nicht nur eine historische guter Roman, es verknüpft Geschichte und eine kleine zarte Liebesgeschichte.
Ich selbst war viele male am Rhein und Mosel und habe es nie aus der geschichtlichen Perspektive betrachtet. Ich hab nur die schöne malerische Landschaft bewundert. Aber jetzt sehe ich es auch mit anderen Augen.
Ich kann dieses Buch empfehlen, für all die jenigen die historische Romane lieben!

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