Katharina von Bora & Martin Luther von Maria Regina Kaiser

Buchvorstellungund Rezension

Katharina von Bora & Martin Luther von Maria Regina Kaiser

Originalausgabe erschienen 2016unter dem Titel „Katharina von Bora & Martin Luther“,, 256 Seiten.ISBN 3451068834.

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Kurzgefasst:

Mit acht Jahren kam Katharina von Bora nach dem Tod ihrer Mutter ins Kloster. Besondere Frömmigkeit war nicht der Hintergrund: Ihr Vater, ein verarmter Landadeliger, war froh, die Tochter los zu sein. Einige Jahre später wirbelt die Nachricht von Luthers Thesenanschlag den streng geregelten Alltag der jungen Nonne durcheinander und treibt sie zur Flucht aus dem Kloster. Ein historischer Roman über den langen Weg Katharinas aus dem Spätmittelalter in die Neuzeit und an die Seite des Reformators.

Das meint Histo-Couch.de: „Mein Herr Käthe“77

Rezension von Birgit Borloni

Am 31.10.2017 jährt sich die Veröffentlichung von Luthers Thesen zum 500. Mal. Gelegenheit, sich nicht nur mit dem Reformator selbst, sondern auch mit ihm nahestehenden Personen und Zeitgenossen zu beschäftigen. Maria Regina Kaiser hat sich für Katharina von Bora entschieden, die Frau an Luthers Seite. Ihr Leben in der Öffentlichkeit ist gut dokumentiert, doch Kaiser legt in ihrem Roman große Gewichtung auf Käthes, wie Katharina von Bora genannt wurde, Jugendjahre und ihre Flucht aus dem Kloster, in dem sie als Waise aufwuchs.

Von der Nonne zur Ehefrau

Das Leben im Kloster ist für Käthe ein Glücksfall, denn nach dem Tod ihres Vaters hat ihre Stiefmutter Mühe, für sich und Käthes jüngere Geschwister zu sorgen. Im Kloster hingegen hat das Mädchen ein Dach über dem Kopf, genug zu essen, warme Kleidung und zudem die Möglichkeit Bildung zu erlangen. Doch Käthe fühlt sich innerlich zerrissen. Sie sieht einerseits die Vorteile, die sie im Kloster erlebt, andererseits hat sie ihre Probleme mit den strengen Regeln, besonders mit dem Schweigegelübde. Zudem ist sie sehr wissbegierig, hinterfragt Dinge gerne und ist auch neugierig auf die Welt außerhalb des Klosters. Daher scheint es nur folgerichtig, dass sie von den Thesen und Lehren Luthers fasziniert ist und schließlich ihr geistliches Leben aufgibt, auch wenn sie die ewigen Gelübde bereits abgelegt hat.

Vieles bleibt blass

Kaiser zeichnet ein gelungenes Porträt ihrer Protagonistin und versteht es zugleich, den Zeitgeist einzufangen. Luthers Thesen, seine Vorwürfe gegen den Papst und die Institution Kirche werfen naturgemäß hohe Wellen und bringen ihn in mehr als eine schwierige Situation. Die Diskussionen unter den Nonnen, mit ihren Beichtvätern und später auch mit Luther geben einen guten Einblick in die Umwälzungen, die der Reformator damals hervorgerufen hat. Auch die Bauernkriege, die sich unter anderem auf Boden von Luthers Thesen entwickelten, werden erwähnt. Allerdings bleibt es bei den meisten politischen Geschehnissen und deren Hintergründen bei einer Erwähnung, denn der Roman umfasst gerade einmal 250 Seiten – zu wenig Platz, um auf alles Erwähnte tiefer eingehen zu können.

Das Gleiche trifft auch auf die Figuren zu, die in Erscheinung treten, unter ihnen die Weggefährten Luthers Lukas Cranach d.Ä. und Philipp Melanchthon sowie Käthes Tanten und ihre Freunde innerhalb und außerhalb des Klosters. Die meisten bleiben blass, sind nur Randnotizen.

Gegensätze, die sich ergänzen

Neben Käthe bildet Luther die Ausnahme, denn auch er ist tiefergehend dargestellt. Kaiser gelingt es, seine Zerrissenheit, seinen Kampf mit seinen Dämonen Selbstzweifel und Depression ebenso zu beschreiben wie seine Intelligenz, seine Rolle als Reformator aber auch als Ehemann und Familienvater.

Käthe und Luther sind sehr gegensätzlich und diese Gegensätze sind gut eingefangen. Käthe ist die lebenstüchtige, die dafür sorgt, dass ihr Mann stets ein Dach über dem Kopf und einen gedeckten Tisch hat, an dem er Familie, Freunde und Studenten verköstigen kann, während Luther sich seinen theologischen und philosophischen Studien widmet und sich über weltliche Dinge kaum Gedanken macht.

Katharina von Bora & Martin Luther ist ein gelungener Einstieg in die Welt Luthers und der Reformation, der sich kurzweilig lesen lässt und für einige Stunden guter Unterhaltung sorgt. Dabei zeigt Kaiser gut, was an den Thesen Luthers eine junge, wissbegierige Frau fasziniert und was sie bewegt, die Sicherheit ihres Klosters zu verlassen und sich der Welt außerhalb zu stellen. Allerdings werden viele Dinge nur gestreift, es gibt größere Zeitsprünge und nicht jedes Schicksal wird bis zum Ende verfolgt. Auch sprachlich gibt es Schwächen, allen voran viele Wortwiederholungen besonders in der ersten Hälfte. Doch trotzdem ist die Lektüre empfehlenswert und dank des Jubiläums gibt es noch genügend weitere Veröffentlichungen – seien es Sachbücher oder Belletristik – um das eventuell geweckte Interesse über Käthe, Luther und ihre Zeit zu stillen.

Ihre Meinung zu »Maria Regina Kaiser: Katharina von Bora & Martin Luther«

G.K-Kimpel zu »Maria Regina Kaiser: Katharina von Bora & Martin Luther«13.10.2016
Ich fand den Roman echt spannend.Er gab einen guten Eindruck von dem ausgehenden Mittelalter.
Den Lebensumständen der Bevölkerung,dem Klosterleben und den damaligen Zuständen in der katholischen Kirche,Katharina von Bora ist wirklich eine bewundernwerte Frau,die alles gut im Griff hatte,Küche, Kirche.Kinder.
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