Das Herz des Löwen von Mac P. Lorne

Buchvorstellungund Rezension

Das Herz des Löwen von Mac P. Lorne

Originalausgabe erschienen 2011unter dem Titel „Das Herz des Löwen“,, 574 Seiten.ISBN 3981008499.

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Kurzgefasst:

Im Sommer anno 1189 begegnen sich im Sherwood Forest zwei Männer, deren Schicksal auf viele Jahre eng miteinander verbunden sein wird – Robert von Loxley, genannt Robin Hood, und Richard I., der zukünftige König von England.
Um Begnadigung zu erlangen, begleiten die Geächteten den König auf seinen Kreuzzug ins Heilige Land. Allerdings werden sie bereits auf Sizilien und Zypern in Auseinandersetzungen zwischen den rivalisierenden Fürsten verwickelt. Doch das ist noch gar nichts im Vergleich zu dem, was sie dann in Palästina erwartet. Neben Sultan Saladin zählt auch der Alte vom Berge zu ihren Feinden und selbst unter den Kreuzfahrern herrscht keine Einigkeit.
Als Robin und seine Gefährten endlich nach England zurückkehren, geht der Kampf erst richtig los. Ein immenses Lösegeld wird für den in Gefangenschaft geratenen König gefordert und nicht jeder ist bereit, dafür zu bezahlen. Noch einmal müssen Robin und seine Gefährten einen weiten Weg gehen, der sie bis tief in das Deutsche Reich hinein führt.

Das meint Histo-Couch.de: „Mit dem König der Diebe im Heiligen Land“83

Rezension von jkk

Robert von Loxley, besser bekannt als Robin Hood, trifft im Sherwood Forest auf den zukünftigen König von England, Richard I. Es ist der Beginn einer schicksalhaften Freundschaft, die sie von England über Sizilien, Zypern bis nach Palästina und wieder zurück nach England führt.

Richard bietet Robin und seinen Weggefährten Begnadigung an, wenn sie ihn mit ihren gefürchteten Langbögen auf dem dritten Kreuzzug begleiten. Seite an Seite versuchen sie den Gefahren dieses gefährlichen Unternehmens zu trotzen und lebendig wieder in ihre Heimat zurückzukommen. Doch Sultan Saladin ist gnadenlos, ebenso wie der geheimnisvolle Alte vom Berge, der seine gefürchteten Attentäter auf die Spur von Richard Löwenherz hetzt.

Als Richard erkennen muss, dass er Jerusalem nicht zurückerobern kann, will er in sein Königreich zurückkehren. So schickt er Robin und seine Männer auf dem Seeweg voraus. Er selbst entschließt sich über den Landweg die Heimkehr anzutreten. Doch Richard hat sich nicht nur den französischen König Philip zum Feinde gemacht, auch der österreichische Herzog ist ihm nicht wohl gesonnen, und so gerät der englische König in Gefangenschaft.

Voller Freude kehrt Robin mit seinen Männern nach England zurück, nur um festzustellen, dass Richards Bruder John das Land ausbluten lässt und sich weigert, die immens hohe Lösegeldforderung für Richard zu bezahlen. Nun muss Robin gemeinsam mit Richards Mutter Eleonore von Aquitanien die Summe irgendwie aufbringen.

Auftakt einer Trilogie

Mac P. Lornes hat sich vorgenommen, die legendenbehaftete Geschichte um Robin Hood zu erweitern, denn zu Recht bemängelt er, dass jedes Buch oder jeder Film immer an dem Teil der Geschichte einsetzt, in der Robin vom Kreuzzug nach England zurückkehrt. Aber irgendwann muss er da ja auch mal hingegangen sein, und diesem Teil der Legende widmet sich Lorne auf farbenprächtige und vor allem spannende Weise. Doch das allein scheint ihm nicht zur reichen, denn er kündigt bereits jetzt an, dass Das Herz des Löwen den Auftakt zu einer Trilogie bilden wird. Wer weiß, in welches Abenteuer sich der König der Diebe als nächstes stürzen wird.

Mit einem mitreißenden Schreibstil haucht Lorne vielen bekannten Figuren wie Lady Marian, Little John oder Will Scarlet neues Leben ein. Manchmal deckt sich das Bild mit allgemeinen Vorstellungen, aber zumeist wird man überrascht. Sind die ersten paar Zeilen des Prologes noch etwas holprig, so fließt der Rest des Buches einfach. Gebannt hängt man an jeder Zeile. Ein Meer von Soldaten formt sich vor dem geistigen Auge, dass sich tapfer der Übermacht von Saladins Heer in den Weg stellt. Das Herz bleibt einem stehen, als Robin sich von einer Brüstung stürzt, um seinen König zu schützen.

Ein Idealist mit Charme

Natürlich dient das Leben des Robin Hood hier nur als Mittel zum Zweck, um die historischen Ereignisse auf dem Dritten Kreuzzug um Richard I. darzustellen. Aber das gelingt Lorne ausgezeichnet. Er verliert die Geschichte nie aus den Augen und erklärt, wo Erklärungen nötig sind und bietet jedem Leser, egal welche Vorkenntnisse vorhanden sind, einen spannenden und erfrischenden Blick auf die Kreuzfahrerzeit. Und er schafft es auch, seine Hauptfiguren nie zu vernachlässigen. Natürlich ist Robin bisweilen recht idealistisch. Aber er ist ein Idealist mit viel Charme, der dennoch einige Ecken und Kanten hat, und das macht den Reiz dieses Buches aus.

 

 

Ihre Meinung zu »Mac P. Lorne: Das Herz des Löwen«

Roland T. zu »Mac P. Lorne: Das Herz des Löwen«06.05.2017
"Das Herz des Löwen" habe ich als zweites Buch des Autors gelesen, weil für mich, der ich alle vier Robin-Hood-Bücher zusammen gekauft habe, die "Pranken des Löwen" der eigentliche erste Teil einer Quadrologie ist. Diesmal erzählt uns der Schriftsteller die Geschichte von Robin Hood und Richard Löwenherz so, wie sie sich durchaus zugetragen haben könnte. Mit fundiertem Wissen und historischen Fakten über das Leben, die Sitten und Gebräuche, sowie die Kämpfe und Rituale der damaligen Zeit, gelingt dem Autor eine packende Story über die Kreuzzüge und das Leben am englischen Königshof, die einen fesselt und eine entspannende aber trotzdem packende Lektüre ist. Pflichtliteratur für Mittelalterfans.
unclethom zu »Mac P. Lorne: Das Herz des Löwen«01.06.2014
Das Herz des Löwen ist der erste Band einer Trilogie um das Leben Robin Hoods. Ich habe diesen ersten Band als zweites gelesen, weil der dritte Band als Prequel, also die Story vor der Story anzusehen ist.
Wie schon im Prequel schaffte es der Autor mich schnell zu Fesseln. Die Figuren sind so bildhaft beschrieben, dass man sofort in der Geschichte lebt. Auf nahezu 600 Seiten ist es dem Autor gelungen eine Story zu schaffen die einen von der ersten Seite an in ihren Bann zieht.
Bestens recherchiert ist ihm ein Buch gelungen welches einen nicht nur sehr gut unterhält, sondern man lernt auch die geschichtlichen Zusammenhänge zu begreifen. Das Buch es ist lebendige Geschichte, die man in dieser Form damals zu Schulzeiten so gerne vermittelt bekommen hätte.
Neben den geschichtlich belegten Figuren, sind es aber auch die fiktiven Figuren das das Buch zu einem Vergnügen machen. Oft saß ich da und dachte bei mir: Ja, genau so hätte es sich zugetragen haben können.
Während der gesamten Lektüre fühlte ich mich aufs beste unterhalten und mein Kopfkino ratterte Stundenlang. Es ist ein Buch welches ich gerne weiterempfehle und ich kann hier 4,5 von 5 Sternen vergeben. Den Abzug aber nur, weil es den einen oder anderen Fehler beim Korrektorat gibt, den aber nicht der Autor zu verantworten hat.
Bürger zu »Mac P. Lorne: Das Herz des Löwen«15.02.2012
Historischer Roman in der Zeit der Kreuzzüge und Richard Löwenherz, bisher nur bekannt durch diverse Robin Hood Filme. Hier gibt es viel mehr, offensichtlich hervorragend recherchierte Geschichte, serviert als spannende "Geschichte". Das Umfeld und die Lebensumstände um König und Geächteten werden detailliert ausgearbeitet und spannend wird ein oft vernachlässigter Teil europäischer Geschichte erzählt.
Absolut lesenswert, ein bisher kaum behandelter Teil der Historie wird dem Leser/der Leserin sehr sympathisch und spannend vorgestellt. Ein gewisser Lerneffekt ergänzt für den historisch interessierten noch die hervorragende Unterhaltung, die dieses Buch bietet. Bin jetzt schon sehr gespannt auf die angekündigte Fortsetzung. Unbedingt empfehlenswert, einer der besten historischen Romane in der letzten Zeit, kann sich durchaus mit z.B.Bernhard Cornwell messen.
portoroz zu »Mac P. Lorne: Das Herz des Löwen«22.01.2012
Den Roman habe ich mir schicken lassen, nachdem ich obige redaktionelle Rezension gelesen habe.
Gern gebe ich zu, ein Freund des "Königs der Diebe" zu sein, wie er dort genannt wird.
Lorne überrascht schon am Anfang des Buches, in dem er die erste Begegnung zwischen Robin Hood und Richard vor dessen Krönung stattfinden lässt.
Und dann tut er dass, was ich bisher noch nirgends gelesen habe - er schickt Robin auf den Kreuzzug.
Bisher kam er ja in allen Büchern und Filmen immer nur von dort zurück.
Vom Judenpogrom in London, über die Vereinigung der Heere in Frankreich, die Einnahme von Messina und Zypern, schildert der Autor detailliert, aber immer spannend, die Ereignisse bis zur Ankunft im Heiligen Land.
Lorne bemüht sich, jede schwarz-weiß Malerei zu vermeiden.
Weder Saladin, noch Löwenherz, kommen besonders gut weg, was sicherlich den Tatsachen entspricht.
Man merkt an vielen Stellen die umfangreichen Recherchen des Autors zum Thema und begegnet jeder Menge historischer Personen.
Mittendrin natürlich die Gestalten, die man rund um Robin Hood kennt.
Besonders angetan war ich von Marian und Richards Frau Berengaria, beides keine Zierpüppchen, sondern glaubhafte Frauen aus Fleisch und Blut. Die Figur der Eleonore von Aquitanien erinnerte mich an die Darstellung bei E. Chadwick.
Und immer wieder, wenn ich dachte, jetzt weiß ich, wie es weiter geht, schlug der Autor einen Haken. Robin Hood im Mainz, da muss man erst einmal darauf kommen!
Doch es wird so schlüssig beschrieben, dass man denkt, man ist selbst dabei und schreitet an seiner Seite durch die mittelalterlichen Stätten.
Der Stil ist flüssig und manchmal fast zu rasant. Ich musste mich regelrecht dazu zwingen, dass Buch aus der Hand zu legen.
Sehr gut gefallen hat mir die umfangreiche Ausstattung des Buches mit historischen Karten, Personenregister, Glossar und vor allem die Anmerkungen des Autors.
Allerdings hätte der Verlag an manchen Stellen dem Seitenlayout etwas mehr Aufmerksamkeit widmen können.
Im Epilog reist der Autor die angekündigte Fortsetzung bereits an, und der letzte Satz erinnert mich an das Ende der James Bond Filme.
Eine äußerst gelungene Kombination aus Historie und Fiktion.
EleonoreVonAquitanien zu »Mac P. Lorne: Das Herz des Löwen«19.08.2011
Schon im Prolog gelingt es dem Autor, dass man sich gleich in die Szene in Fontevrault nach Richards Tod hineinversetzen kann und beim Lesen alles bildlich vor sich sieht. In den meisten Robin Hood Romanen findet die erste Begegnung zwischen Robin und Richard ja erst nach Richards Kreuzzug statt, diese Version habe ich schon in mindestens fünfzehn Romanen gelesen, und deswegen war ich hier angenehm überrascht, es einmal in einer anderen Version zu lesen. Der Autor lässt die erste Begegnung zwischen Robin und Richard schon 1189, kurz vor dessen Krönung stattfinden. Jetzt will ich mal noch allgemein etwas zur historischen Korrektheit im Roman sagen. Nur selten habe ich einen Roman gelesen, in dem alles so schön historisch korrekt war in diesem…da merkte man, dass der Autor sich intensiv mit der Zeit beschäftigt und gut recherchiert hat. Was Richards Kreuzzug im Roman betrifft, da kenne ich mich sehr gut aus, da ich mehrere Sachbücher darüber gelesen und im Internet recherchiert habe…und ich muss sagen, dass hier alles stimmte, es kamen sogar Sachen vor, die in den meisten anderen Romanen fehlten. So auch die Geschichte mit dem Falken, die hat sich wirklich in etwa so ereignet wie im Roman beschrieben. Und da nicht bekannt ist, wer Richard auf dem Landweg in Italien begleitet, konnte der Autor da gut Robin einbauen, ohne historisch unkorrekt zu sein.
Ich bin begeistert, mir hat dieser Roman noch besser gefallen, als die Chadwick Romane, die ich immer sehr gerne lese. Es ist einer dieser Romane, wo man richtig in die Szenen eintaucht, und sich bei manchen wünscht, selbst dabeisein und an Alienors, Robin und Marians Seite für den König kämpfen zu können. Es war einer von den wenigen Romanen, bei denen man sich wünscht, er würde niemals zu Ende gehen(davon finde ich pro Jahr höchstens vier oder fünf, und ich lese sehr viele)
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