Das Blut des Löwen von Mac P. Lorne

Buchvorstellungund Rezension

Das Blut des Löwen von Mac P. Lorne

Originalausgabe erschienen 2012unter dem Titel „Das Blut des Löwen“,, 624 Seiten.ISBN 3927454214.

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Kurzgefasst:

Der König der Diebe kehrt zurück! Viele Jahre lebten Robin Hood und seine Frau Marian auf Geheiß Königin Eleonores unerkannt in der Gascogne, um König Richards illegitimen Sohn Fulke zu schützen. Als England in Gefahr ist, ruft William Marshal die Verbannten zurück. Doch bevor Robin wieder durch seinen geliebten Sherwood Forest streifen darf, muss er zuerst in Spanien gegen die Mauren in den Kampf ziehen. Zu Hause in England treibt derweil König John weiter ungehindert sein Unwesen. Noch.

Das meint Histo-Couch.de: „Kantige Heldenverehrung“90Treffer

Rezension von jkk

Robert von Loxley, besser bekannt als Robin Hood, lebt nach König Richard Löwenherz’ Tod ein beschauliches Leben fernab seiner englischen Heimat. In der Gascogne hat er sich gemeinsam mit Marian und seinem Ziehsohn Fulke, dem illegitimen Sohn von Löwenherz, ein neues Zuhause geschaffen. Dann stirbt Königin Eleonore von Aquitanien, die einst Robin und Marian Fulke anvertraute und den Weg in die Heimat versperrte. Doch bevor sie zurückkehren können, entfesselt König John seine Schergen, um sich seines potenziellen Widersachers zu entledigen. Und so sieht sich Robin wieder einmal zwischen den Fronten gefangen, denn er würde alles in seine Macht stehende tun, um seinen Sohn zu beschützen. Auch wenn das heißt in Spanien auf den Kreuzzug zu gehen oder eine Rebellion in England anzuzetteln.

Mit Das Herz des Löwen hatte Mac P. Lorne einen spannenden Roman über Robin Hood auf dem Dritten Kreuzzug vorgelegt und so eine interessante Neucharakterisierung Hoods geschaffen. Bereits im Vorfeld kündigte der Autor eine Fortsetzung der Geschichte an und schürte mit seinem äußerst gelungenen Erstlingswerk entsprechende Erwartungen. Erwartungen, die er mit Das Blut des Löwen mehr als nur erfüllt. Im ersten Roman schildert Lorne die Erlebnisse Robin Hoods auf dem Dritten Kreuzzug, bevor er glorreich nach England zurückkehrte. Nun beschreibt er, wie die englische Legende unter den grausamen König John leben musste.

Eine runde Sache

Lornes Roman steckt voller überraschenden Wendungen, glaubwürdigen Charakterzügen und einer unglaublichen Fülle an historischem Wissen. Geschickt bindet er seine fiktiven Figuren in den spanischen Kreuzzug gegen die Mauren und die Schlacht von Las Navas de Tosa von 1212 ein und lässt Robin an der Magna Charta mitwirken und auf den ersten weiblichen Sheriff Englands treffen. Selbst am unrühmlichen Ende von König John ist er nicht ganz unschuldig.

Trotz dieser erstaunlichen, geschichtlichen Dichte erdrückt es den Roman nicht und der Autor lässt den Leser nie alleine damit stehen. Er erklärt wo es nötig ist, bietet aber auch dem Leser die Chance über den Tellerrand zu schauen und beide Seiten der Medaille zu sehen. Dabei geht die Spannung nie verloren. Jede Seite fesselt aufs Neue.

Mut zum blutig sein

Während in seinem ersten Roman der Einstieg aus sprachlicher Sicht noch etwas holprig war, fließt es im zweiten von der ersten Zeile an. Mit beiden Beinen steht der Leser mitten im historischen Morast, der Anschaulichkeit sei Dank. Lorne drückt sich nicht um die blutigen, dreckigen Details des Mittelalters. Ein Krieg war nun mal eine äußerst schmutzige Sache und vielfältig in seiner Grausamkeit. Kein Grund es schön zu reden, und glücklicherweise verzichtet Lorne vollständig darauf. Nicht nur deswegen ist es ein erstklassiger historischer Roman.

Seine Figuren sind nicht selten ohne Fehl und Tadel. Robin mag ein Idealist sein, aber er kann ebenso grausam wie arrogant sein. Er glaubt, das Richtige aus den richtigen Gründen zu tun. Er ist gnadenlos in seiner Ehrlichkeit und seine Frau Marian steht ihm diesbezüglich in nichts nach. Gerne hält sie ihrem Mann den Spiegel vor, weiß aber auch, wann sie auf verlorenem Posten steht. Marian ist eine moderne, aufgeschlossene Frau, die lieber Beinlinge trägt als komplizierte Kleider. Die Wortgefechte, die sich beide zeitweise liefern, sind einfach köstlich. In welcher Ehe läuft es schon stets harmonisch ab. Auch Ziehsohn Fulke, durchaus eine belegte historische Person, präsentiert sich charakterstark. Geprägt vom Idealismus seines Ziehvaters Robin Hood und der kämpferischen Arroganz seines leiblichen Vaters Richard Löwenherz, sucht er seinen eigenen Weg. So ist dem Autor mit diesem Roman erneut eine realistische Darstellung seiner fiktiven wie historisch belegten Figuren gelungen.

Wer bereits bei Das Herz des Löwens den Atem angehalten hat, dem wird es bei Das Blut des Löwen als spannungsgeladenem und ereignisreichem Roman womöglich vollends dem Atem verschlagen.

Ihre Meinung zu »Mac P. Lorne: Das Blut des Löwen«

Roland T. zu »Mac P. Lorne: Das Blut des Löwen«06.05.2017
"Das Blut des Löwen" ist die Fortsetzung von "Das Herz des Löwen" und behandelt das Leben von Robin Hood, Marian und ihrem Ziehsohn Fulke. Nach den Kämpfen gegen die Mauren in Spanien erzwingen die Ereignisse in England unter der grausamen Herrschaft König John's eine Rückkehr in die Heimat, um die Herrschaft und das Leben eines unwürdigen Monarchen zu beenden. Spannend und temporeich, sowie sorgfältig recherchiert gelingt dem Autor ein Handlungsstrang, wie man ihn besser nicht zu Papier bringen kann. Unbedingt lesen, wie alle anderen Romane des Autors.
Inge zu »Mac P. Lorne: Das Blut des Löwen«15.06.2014
Es ist wahrlich kein dünnes Buch, aber ich habe es an einem Wochenende verschlungen. Ein spannende Geschichte über Robin Hood, seiner Familie und seinen Weggenossen im Kampf gegen skrupellose, machtgierige Könige, gepaart mit historischen Fakten machen das Buch zu einem Lesegenuss. Uneingeschränkte Kaufempfehlung!
Veronika zu »Mac P. Lorne: Das Blut des Löwen«16.04.2013
Geschichte hautnah, spannend und energiegeladen.
Schon ab der ersten Seite befindet man sich im Mittelalter und leidet, bangt und hofft. Die zentralen, auch historisch belegten Figuren, bekommen Leben, sodaß der Leser mit Fulke in seiner anfangs nicht erfüllten Liebe mitleidet, Marian und Robin um ihr blindes Verständnis beneidet und sich zuletzt am Tod des Königs richtiggehend weidet.
Eine tolle Fortsetzung des 1. Buches um Robin Hood und seine merrymen. Auch wenn Johan ohne Land nun besiegt ist - durch eine heimtückische Krankheit oder doch durch Robin Hood(?), die Fortsetzung wird auf gierige Leser stoßen.
elkesch zu »Mac P. Lorne: Das Blut des Löwen«11.02.2013
Die ersehnte Fortsetzung ist da und sofort befindet man sich wieder im Mittelalter und fiebert mit Robin Hood und seinem Ziehsohn Fulke mit.
Auch dieser Roman ist wieder historisch einwandfrei recherchiert, man erfährt viel über die Lebensweise und die Gefahren dieser Zeit und "erlebt" die Kriege und Schicksale der Menschen und die Machenschaften des grausamen Königs John hautnah mit.
Man muss nicht nur einmal Angst um das Leben des Romanhelden Robin, seiner Frau Marian, seinem Sohn Fulke oder seinen Freunden im Sherwood Forest haben und zittern.
Einmal angefangen zu lesen, zieht einen das Buch in seinen Bann und lässt einen bis zur letzten Seite nicht wieder los.
Dabei erhält man noch interessante Informationen über das Zeitalter, die damaligen Herrscher, Konflikte und Intrigen.
Viel habe ich z.B. über die Magna Carta und die mir bisher unbekannte Schlacht von Las Navas de Tolosa erfahren.
Dem Autor gelingt es sehr lebhaft und anschaulich Historie und die Geschichte des Romans zu verknüpfen.
Ich würde mir eine weitere Fortsetzung der Geschichte wünschen.
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