Friesische Macht von Lothar Englert

Buchvorstellungund Rezension

Friesische Macht von Lothar Englert

Originalausgabe erschienen 2015unter dem Titel „Friesische Macht“,, 688 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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Kurzgefasst:

Ostfriesland im frühen 15. Jahrhundert. Das System der frei gewählten Richter ist gestürzt, an seine Stelle sind machtbesessene Häuptlinge getreten, und nun vollzieht sich eben das, wovor die Harlinger immer gewarnt haben: Diese Männer bekämpfen sich bis aufs Blut, nahezu jeder schlägt sich mit jedem, denn am Ende wollen sie alle nur eines,- in Ostfriesland herrschen. Also führen sie ihre Kriege, die tom Brook und die Ukena, die Allena und die Wiemken. Doch damit nicht genug, sie holen auch noch Freibeuter ins Land, gewähren ihnen Schutz und Unterschlupf, in den sie sich nach ihren Raubzügen zurückziehen. Und es ist wie stets; die internen Streitereien lockt auswärtige Herren an wie das Aas die Geier. Das Land scheint durch den Bürgerkrieg geschwächt, es liegt ungeschützt wie auf dem Präsentierteller, gleich einer reifen Frucht, die nur noch darauf wartet, dass man nach ihr greift. Natürlich nehmen sie Witterung auf, der Oldenburger Graf, die Bremer und sogar die Hamburger, denn die Gelegenheit war wohl lange nicht so günstig, sich dieses Ostfriesland endlich unter den Nagel zu reißen. Zudem: Gründe für militärische Interventionen gibt es massenhaft, sie werden geliefert durch dieses Raubgesindel auf See, die Störtebekers und Michels, die den Hansestädten das Leben schwermachen und durch die Ostfriesen beschützt werden, selbst Kirchen darf das Gesocks nutzen, sie werden ihnen von den Häuptlingen als Unterkünfte zur Verfügung gestellt. Die Harlinger Familie des Magnus tom Diek führt derweil das gediegene Leben ehrbarer Kaufleute und Pferdezüchter. Großvater Magnus hat noch vergeblich gegen den Niedergang der alten Rechtsordnung gekämpft, dessen Sohn Enno gar nahezu allen Besitz an die Hylmerisna verloren. Nur mühsam und mit Hilfe treuer Freunde wie den Holländer Adriaan und den Mönch William ist es gelungen, diese schweren Verluste schließlich nicht nur wettzumachen, sondern in beträchtlichen Reichtum zu wandeln.

Das meint Histo-Couch.de: „Der Kampf der Häuptlinge“89Treffer

Rezension von Carsten Jaehner

Ostfriesland im frühen 15. Jahrhundert. Was eigentlich hätte verhindert werden sollen, passiert nun doch. Das politische System der frei gewählten Richter ist vorbei, und nun treten die Häuptlinge der Stämme auf den Plan und kämpfen in verschiedenen Allianzen mit- und gegeneinander. Doch sie bleiben nicht unter sich, sondern holen sich verbrecherische Helfer ins Land, und die oberen Bischöfe und Adeligen sehen, dass Ostfriesland instabil ist und wittern ihre Chance, ihren Teil vom Kuchen bekommen zu können.

Zwei der Hauptfamilien, die sich bis aufs Messer bekämpfen, sind die tom Brok und die tom Diek. Während die tom Brok mit ihren Heeren alles daran setzen, sich zu vergrößern und sich Ostfriesland einzuverleiben, mit Hilfe aus allen Ecken des Landes und des friesischen Auslandes, sind die Harlinger tom Diek unter Magnus eher Kaufleute, die sich gegen ihre Feinde zur Wehr setzen. Magnus tom Diek widersteht zahlreichen Werbe- und Pressversuchen der tom Brok, und alles könnte seinen normalen Weg gehen, wenn es da nicht ein paar persönliche Gründe für die Feldzüge gäbe.

Noch immer sitzt der Stachel bei den tom Diek tief, denn Magnus Vater Enno ist einst in der Auricher Burg der tom Brok auf immer noch ungeklärte Weise ums Leben gekommen. Und so kommt es am Ende zur entscheidenden Schlacht auf den wilden Äckern, bei denen sich eine neue aufstrebende Sippe nach vorne arbeitet: Die Cirksena. Welcher Häuptling wird am Ende als größter Gewinner aus der Schlacht hervorgehen?

Die tom Brok gegen die tom Diek

Dass die Geschichte Ostfrieslands mehr zu bieten hat als Aurich, die Inseln und das Wattenmeer, dürften Freunde historischer Romane schon länger wissen, denn Lothar Englert hat mit Friesische Freiheit eine eindrucksvolle Chronik vorgelegt, die nun mit Friesische Macht fortgesetzt wird. Es ist doch nicht alles eitel Sonnenschein in Ostfriesland. Man denkt, alle Länderstreitereien seien geregelt, doch da gibt es immer einen, der beim Schwur die Finger hinter dem Rücken kreuzt und doch mehr will, als ihm zusteht. Dieser jene ist in diesem Ocko tom Brok, der immer wieder Nadelstiche ins Land setzt und sich dafür bisweilen unfeiner Methoden bedient wie das Anheuern von Banditen wie den Piraten Klaus Störtebeker.

Die Familie tom Diek lässt das alles so leicht wie möglich über sich ergehen und versucht im Hintergrund, sich gegen die tom Brok zu wehren und Allianzen zu schmieden. Doch wen die Gier einmal gepackt hat, der wird blind und macht Fehler, und so ist der Untergang der Brokmannen unausweichlich. Das Streben nach Freiheit bleibt für die Diekmannen das oberste Gut:

„Wir müssen den Gedanken an die Freiheit wachhalten, er ist wie die Hefe im Teig. Eines Tages geht sie auf und treibt die Frucht zur Reife, daran glaube ich. Kein Fürst kann ewig gegen sein Volk regieren, auch nicht durch Angst und Gewalt.“

Lothar Englert schafft, den Leser durch seine bis zu einem gewissen Grad „alte“ Sprache und seine alten Formulierungen in die Zeit des beginnenden 15. Jahrhunderts zu versetzen. Die Erzählsprache ist wohl formuliert, die Sprechsprache manchmal derb, friesisch kühl und nicht ohne einen gewissen trockenen Humor. Dabei verliert Englert nie den Faden und bleibt seiner Erzähllinie treu. Einzig dass zwischen manchen Kapiteln mehrere Jahre vergangen sind und dass die dazwischen geschehenen Ereignisse durch die Erzählung erklärt oder nachgeholt werden, ist anfänglich irriterend, es hemmt sogar ein wenig das Mitdenken mit der Handlung. Wenn man aber auf die Kapitelüberschriften achtet, in denen jeweils das Datum genannt wird, findet man sich besser zurecht. Hinweise wie „ein halbes Jahr später“ oder ähnlich wären allerdings für den Leser hilfreich gewesen.

Akribische Recherche

Englerts Beschreibungen von Land, Geschichte und Traditionen lassen nichts zu wünschen übrig. Man merkt dem Roman an, dass der Autor gut recherchiert hat und all sein Wissen unterbringen möchte. Dadurch entsteht die Gefahr, dass der Roman zu lang werden könnte, aber man kann am Ende auch nicht sagen, was nun genau hätte weggelassen werden können. So entfaltet sich ein Ostfriesland, das den meisten Lesern unbekannt sein dürfte und das allein deswegen von jedem Leser konsumiert werden sollte. Wer abseits des Mainstreams hervorragende historische Literatur sucht, ist hier in jedem Fall richtig.

Englerts Figuren sind teils historisch verbürgt, teils fiktiv, aber man merkt seiner Erzählweise nicht an, wer nun real ist und wer nicht. Alle Charaktere haben ihre Ecken und Kanten, und so entsteht ein buntes Personal, das dem Leser aufzeigt, wie es denn war in diesen Zeiten in diesem Landstrich, und gar manche Tradition, die Englert ausgegraben hat, dürfte für den Leser neu und überraschend sein, hier kann jeder etwas lernen. Neben den Hauptfiguren Magnus ton Diek und Ocko tom Brock sind es vor allem die beiden Figuren des Holländers Adriaan und des Mönchs William, die zu tom Dieks Entourage gehören und ihm mit Rat und Tat zu Seite stehen. Anfänglich konnten sie sich nicht ausstehen, am Ende sind sie unzertrennlich hier spielt das karge, normale Leben eben seine eigene Rolle.

Zahlreiche Anhänge

Ein siebenseitiges Nachwort, eine Danksagung, ein Personenverzeichnis mit Kennung, oder die Figur real oder fiktiv ist, ein Glossar, eine Liste von Orten und Landschaften sowie zwei Karten ergänzen den Roman, wobei die Karten und das Personenverzeichnis gerne vorne im Roman hätten platziert werden können, dann hätte man sie eher entdeckt und genutzt. Im Übrigen hätte ein sorgfältigeres Lektorat bestimmt etliche der zahlreichen Tippfehler, die sich leider immer noch in der Lektüre befinden, herausgefiltert. Aber das soll den gelungen Gesamteindruck nicht schmälern.

Insgesamt ist Friesische Macht eine gelungene Fortsetzung, die auch Lust auf den bald erscheinenden dritten Teil Friesische Herrlichkeit macht. Wer ein gelungenes Produkt akribischer Recherche lesen möchte, dabei gut unterhalten werden will und nebenbei in die Geschichte Ostfrieslands eintauchen will, ist mit dieser Reihe und auch den anderen Büchern des Autors gut beraten. Man darf sich zurecht auf weitere Bücher aus der Feder des Autors freuen.

Ihre Meinung zu »Lothar Englert: Friesische Macht«

Anke Wehner zu »Lothar Englert: Friesische Macht«14.02.2016
Friesische Macht von Lothar Englert ist ein sauber recherchiertes, spannend geschriebenes und sehr zu empfehlendes Buch.
Als Liebhaberin historischer Romane bin ich mit hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Um es vorweg zu nehmen : ich wurde nicht enttäuscht, im Gegenteil.
Die hohe Erzählkunst des Autors nahm mich mit ins 15. Jahrhundert, ließ mich teilhaben am Leben, Handeln, Arbeiten und Denken der Ostfriesen . Die handelnden Personen waren mir vertraut – ja fast vertrauter, als so mancher meiner Nachbarn im jetzt und heute. Fiktion und Wahrheit hat Lothar Englert gekonnt miteinander verwoben und so einen lesenswerten historischen Roman geschaffen.
Ich freue mich, dass seine Fangemeinde stetig wächst.
Jana68 zu »Lothar Englert: Friesische Macht«07.01.2016
Nach seiner "Friesische Freiheit" nimmt uns Lothar Englert in seinem neuen Buch "Friesische Macht" erneut mit in das Ostfriesland des Spätmittelalter.
Um es gleich vorwegzunehmen - dieses Buch ist sehr unterhaltsam und absolut lesenswert.
Die Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung der Friesen steht nach wie vor im Mittelpunkt und es gelingt dem Autor, uns durch authentische Sprache und mittels fiktiver Figuren und Geschichten, die perfekt eingebettet sind in den Fortgang tatsächlicher Ereignisse, die historische Entwicklung dieses Landstriches zu Beginn des 15. Jahrhunderts nahezubringen.
Die Freiheit als solche wird dabei durchaus sehr unterschiedlich interpretiert, denn während der eine oder andere Friesische "Häuptling" versucht, die Macht über das Land an sich zu reißen, sind andere Häuser eher liberal eingestellt. In einem aber sind sich alle einig: Friesland gehört den Friesen! Keine fremde Macht hat hier etwas zu suchen und dient allenfalls als Schutzherr oder zur moralischen Untermauerung lokaler Herrschaftsansprüche.
Der Roman umfasst einen Zeitraum von gut 30 Jahren. Die Menschen in diesem dünn besiedelten und recht isolierten Landstrich sehen sich immer wieder mit Sturmfluten konfrontiert, die ihre Existenz bedrohen. Wenn wir uns die Bilder von Sturmfluten in der heutigen Zeit vor Augen führen, können wir das Ausmaß solcher Katastrophen zur damaligen Zeit nur erahnen: Erschöpfte Menschen, die ihre Lebensgrundlage verlieren, durch Meersalz auf Jahre hin unfruchtbar gewordenes Land, weggespülte Häuser und das Wissen, dass diese Sturmflut nicht die letzte gewesen ist.
Natürlich gibt es Kräfte im Land, die versuchen, die Not der Menschen für ihre Zwecke zu nutzen und neue Abhängigkeitsverhältnisse zu schaffen. Da wäre zum Beispiel das Haus tom Brok, das zu jener Zeit am intensivsten und sehr rücksichtslos versuchte, seinen Einflussbereich zu vergrößern. In dem Maße, wie die tom Broks immer aggressiver und machtgieriger vorgehen, schaffen sie sich Feinde nicht nur im Land sondern auch darüber hinaus. Bündnisse, die eingegangen werden, sind stets nur von kurzer Dauer, weil ein jeder immer nur das Bündnis eingeht, das für ihn selbst augenscheinlich von größtem Nutzen ist.
Vor allem das Haus tom Diek unter Führung von Magnus tom Diek ist der "Gegner" der tom Broks und steht für moderate Machtausübung, die auf kluger und erfolgreicher Kaufmannspolitik sowie dem Bestreben nach Ruhe, Ordnung und Frieden im Land fußt. Das Haus tom Diek steht in der Tradition der ursprüngliche "Friesische Freiheit". Mit kriegerischen Auseinandersetzungen will vor allem Magnus nichts zu tun haben und versucht über all die Jahre beharrlich, sich da raus zu halten und sein Land durch wirtschaftlichen Erfolg und Wohlstand zu besichern.
Doch die Situation in Ostfriesland spitzt sich zu. Nur durch eine Allianz im militärischen Sinne kann das Haus tom Brok aufgehalten werden. Magnus muss sich endlich entscheiden und Farbe bekennen.

Am Ende der finalen Schlacht geht das Haus tom Brok unter und Ostfriesland organisiert sich neu, das Haus Cirksena wird sich zum neuen Anführer des Bundes der Freiheit etablieren...doch das wäre dann schon der Stoff für eine eventuell Fortsetzung...(?)

Der lange Weg dort hin ist im Roman bezeichnender Weise gegliedert in Aussaat, Keimung, Blüte, Reife und Ernte. Dies bezieht sich nicht nur auf die ostfriesische Geschichte sondern auch auf die Entwicklung der Protagonisten. Sowohl die tragenden Figuren als auch die Nebenfigur sind sehr schön gezeichnet und gut charakterisiert. Magnus tom Diek und vor allem Keno tom Brok sind fokussiert aber durchaus ambivalent und gerade Keno beweist die Fähigkeit zu politischem Sachverstand und der notwendigen Geduld.
Die amüsanten Dialoge zwischen dem Mönch und unseren beiden Langen sind eine Bereicherung für die Handlung und haben mir stets ein Schmunzeln entlockt.

Von mir gibt es für dieses bestens und aufwendig recherchierte, mit viel Herzblut geschriebene Buch, das mich in den Bann gezogen hat, 95 HC-Punkte und 5 Sterne verbunden mit einer unbedingten Leseempfehlung und einem Dankeschön an den Autor.
wampy zu »Lothar Englert: Friesische Macht«06.01.2016
Buchmeinung zu Lothar Englert – Friesische Macht

„Friesische Macht“ erschien 2015 als Originalausgabe im Leda Verlag. Es ist die Fortsetzung des Romans „Friesische Freiheit“.

Klappentext:
Ostfriesland im frühen 15. Jahrhundert. Das System der frei gewählten Richter ist gestürzt, an seine Stelle sind machtbesessene Häuptlinge getreten, und nun vollzieht sich eben das, wovor die Harlinger immer gewarnt haben: Diese Männer bekämpfen sich bis aufs Blut, nahezu jeder schlägt sich mit jedem, denn am Ende wollen sie alle nur eines,- in Ostfriesland herrschen. Also führen sie ihre Kriege, die tom Brook und die Ukena, die Allena und die Wiemken. Doch damit nicht genug, sie holen auch noch Freibeuter ins Land, gewähren ihnen Schutz und Unterschlupf, in den sie sich nach ihren Raubzügen zurückziehen. Und es ist wie stets; die internen Streitereien lockt auswärtige Herren an wie das Aas die Geier. Das Land scheint durch den Bürgerkrieg geschwächt, es liegt ungeschützt wie auf dem Präsentierteller, gleich einer reifen Frucht, die nur noch darauf wartet, dass man nach ihr greift. Natürlich nehmen sie Witterung auf, der Oldenburger Graf, die Bremer und sogar die Hamburger, denn die Gelegenheit war wohl lange nicht so günstig, sich dieses Ostfriesland endlich unter den Nagel zu reißen. Zudem: Gründe für militärische Interventionen gibt es massenhaft, sie werden geliefert durch dieses Raubgesindel auf See, die Störtebekers und Michels, die den Hansestädten das Leben schwermachen und durch die Ostfriesen beschützt werden, selbst Kirchen darf das Gesocks nutzen, sie werden ihnen von den Häuptlingen als Unterkünfte zur Verfügung gestellt. Die Harlinger Familie des Magnus tom Diek führt derweil das gediegene Leben ehrbarer Kaufleute und Pferdezüchter. Großvater Magnus hat noch vergeblich gegen den Niedergang der alten Rechtsordnung gekämpft, dessen Sohn Enno gar nahezu allen Besitz an die Hylmerisna verloren. Nur mühsam und mit Hilfe treuer Freunde wie den Holländer Adriaan und den Mönch William ist es gelungen, diese schweren Verluste schließlich nicht nur wettzumachen, sondern in beträchtlichen Reichtum zu wandeln. So leben die tom Diek auf eigener Scholle, mit der Politik haben sie nichts zu schaffen, sie wollen nur in Ruhe ihre Geschäfte machen. Aber man lässt ihnen keine Ruhe. Die tom Brook geben die Versuche nicht auf, den Harlinger und seine Sippe auf ihre Seite zu ziehen, sie locken mit Geld und Einfluss, und sie drohen mit Repressalien bis hin zur offenen Gewalt. Magnus tom Diek, der Enkel des großen Harlingers, widersteht lange und mit Erfolg. Seine Reputation als geachteter Handelsherr und ein Geflecht aus weitreichenden Verbindungen schützen ihn. Es wäre sogar möglich, das alles auszusitzen und die Dinge abzuwarten, wären da nicht zwei Stachel in seinem Fleisch, die ihn nach langen Jahren des Friedens mit der Vergangenheit wieder zu quälen beginnen. Der eine Stachel, das sind die Morde von Ochtersum, die vier Menschen das Leben kosten, verursacht durch die Gier und den Ehrgeiz der Brokmannen. Der zweite ist der Tod seines Vaters Enno tom Diek, der als gezwungener Vasall Ocko tom Brooks in der Auricher Burg auf immer noch ungeklärte Weise gewaltsam ums Leben kam. Und mit diesen schwärenden Wunden erwacht auch wieder der Hass. Magnus tom Diek will die Sippe der tom Brook endlich untergehen sehen. Bei der Schlacht auf den wilden Äckern vollzieht sich das Schicksal des Hauses Hylmerisna auf blutige Weise…

Meine Meinung:
Das Buch ist eine gelungene Mischung aus Historie und einer erzählten Geschichte. Ein gelungener Kniff des Autors sind die Gespräche zwischen dem Mönch und dem Westfriesen. In ihnen werden die Auswirkungen des jeweiligen Fakts besprochen und erläutert. So erhält man einen vorzüglichen Einblick in die jeweilige Situation. Von Kapitel zu Kapitel werden Zeitsprünge von einigen Tagen bis zu einigen Jahren vollzogen. Die Erzählung ist von humorvollen Einschüben geprägt und, wenn nötig, werden auch kriegerische Episoden erzählt. Insgesamt erhält man einen faszinierenden Überblick über mehr als 30 Jahre friesischer Geschichte. Man spürt den Freiheitswillen der Friesen an jeder Stelle des Buches, auch wenn die einzelne Protagonisten doch recht unterschiedliche Vorstellungen von seiner Umsetzung haben. Ein Glossar, ein Personenverzeichnis und eine Übersicht über historische und über erfundene Elemente rundet diesen absolut lesenswerten Roman ab.
Fazit:
Ein rundherum gelungener historischer Roman über 30 Jahre friesischer Geschichte. Die Mischung zwischen Fiktion und Historie stimmt einfach. So gibt es fünf Sterne (90 / 100) und eine klare Leseempfehlung von mir.
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