Die Schicksalsleserin von Lena Falkenhagen

Buchvorstellung und Rezension

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Originalausgabe erschienen 2010 unter dem Titel „Die Schicksalsleserin“, , 512 Seiten. ISBN nicht vorhanden.

Kurzgefasst:

Wien 1529: Der Sturm des osmanischen Heeres fegt auf die Stadt zu. Die junge Madelin wird bei der Flucht von ihrer ungleichen Schwester getrennt. Madelin ist mutig, voller Leben und voller Liebe. Doch sie gerät zwischen die Fronten des Kampfes um das letzte Bollwerk der Christenheit. Die Schicksalsleserin ahnt nicht, dass sie selbst den Schlüssel zum Wohl oder Wehe der Stadt in der Hand hält: ein geheimnisvolles Tarotspiel.

Das meint Histo-Couch.de: „Kurzweilige Lektüre ohne große Überraschungen“

von Birgit Borloni

Wien 1529: Madelin kehrt nach sechs Jahren Abwesenheit in ihre Heimatstadt zurück. Sie verließ Wien sechs Jahre zuvor im Streit mit ihrer Mutter und ihrer Schwester und lebt seitdem als „Fahrende“ auf der Straße. Ihren Lebensunterhalt verdient sie sich mit dem Legen von Trionfi-Karten (oder auch Tarot-Karten), die ihr wertvollster Besitz sind. In Wien werden diese Karten allerdings vernichtet, doch Madelin erhält ein neues Spiel von einem Freund. Diese Karten sehen ihren alten zwar zum Verwechseln ähnlich, doch es gibt einige Unterschiede, die sich bald als höchst brisant erweisen. Denn schließlich wird Madelin klar, dass sie mit diesen Karten auch die Entscheidung über das Wohl und Wehe der von den Osmanen belagerten Stadt in den Händen hält …

Ansprechende Geschichte ohne größere Höhepunkte

Lena Falkenhagen widmet sich in ihrem dritten historischen Roman dem ersten Sturm der Osmanen auf Wien. Anhand der beiden Hauptpersonen, der Wahrsagerin Madelin und dem jungen Medizinstudenten Lucas, die beide in der belagerten Stadt ausharren, berichtet die Autorin von den Zuständen während der Belagerung, der Lebensmittelknappheit, dem Flüchtlingszug, der Wien gerade noch verlassen konnte, der Übermacht der Feinde und der Entschlossenheit der Verteidiger, die Stadt zu halten. Obwohl dies alles Stoff für eine spannende Erzählung wäre, gelingt es Lena Falkenhagen nicht, den Spannungsbogen durchgehend aufrecht zu erhalten. Oft plätschert die Geschichte ohne große Aufregung vor sich hin, nicht direkt langweilig, aber auch nicht wirklich fesselnd. Es gelingt auch nicht immer, die Atmosphäre in der eingeschlossenen Stadt glaubhaft zu transportieren. Dafür geht es wichtigen Protagonisten einfach zu gut.

Fehlender Tiefgang in der Figurenzeichnung

Madelin und Lucas sind ohne Frage Sympathieträger, deren Schicksal man gern verfolgt, doch zeigen sie, wie fast alle Figuren, wenig Tiefgang. Man erkennt als Leser mühelos, wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört, denn es gibt kaum jemanden, der tatsächlich Ecken und Kanten aufzuweisen hat. Die wenigen, die das Potential zu interessanten Protagonisten hätten, etwa der „Aussätzige“ oder Madelins Mutter, kommen nur am Rande vor und haben somit zu wenig Raum, sich zu entfalten.
Zudem ist Madelin nicht immer schlüssig gezeichnet. Einerseits ist sie ein recht intelligentes Mädchen, das viele Schlüsse rasch und natürlich richtig zieht und somit ohne große Sackgassen die Bedeutung ihres Kartenspiels und die weiteren Zusammenhänge aufdeckt. Andererseits zeigt sie sich manchmal sehr unbedarft und ist nicht in der Lage, Dinge, die sie selber betreffen, zu erkennen, während hingegen viele Leser ziemlich rasch auf der richtigen Spur sein dürften.
Die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Madelin und Lucas ist zwar dankenswerter Weise nicht kitschig dargestellt, wartet aber auch mit keinen Überraschungen auf. Der Ausgang ist dem Leser von Anfang an klar.

Insgesamt ist Die Schicksalsleserin eine nette, kurzweilige Geschichte, die sich leicht lesen lässt, die sich aber nicht aus der Masse der historischen Romane abhebt und vermutlich nicht lange im Gedächtnis haften bleiben wird.

 

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