Laura Restrepo

Die kolumbianische Schriftstellerin und Aktivistin Laura Restrepo wurde 1950 in der Hauptstadt Bogotá geboren. Ihr Vater war Handlungsreisender mit Flugangst, und so war die Familie zusammen während ihrer Kindheit viel mit dem Auto unterwegs, was dazu führte, dass sie beispielsweise in Kalifornien die Schule nur für einen Tag besuchte. Als sie zehn Jahre alt war, konnte sie immerhin auf ein halbes Jahr Unterricht an einer dänischen Keramikschule zurückblicken. In Madrid wurde ihr Antrag auf Aufnahme in eine Schule abgelehnt, da sie weder Rechtschreibung noch Grammatik beherrschte, und so ging sie lieber zu einem Flamencogitarrenlehrer.

Ihr Vater nahm die Familie weiterhin überall hin mit, wo er gerade war, in Museen, Theater, Ruinen, auf Vulkane, zu Geysiren. Sie wurde mit der Musik der aktuellen klassischen Komponisten wie Stravinsky und Bartók konfrontiert und konnte mit 14 zwar bereits Bücher lesen, aber überhaupt nicht rechnen.

Die Familie ging zurück nach Kolumbien, als sie 15 war, und sie arbeitete sehr hart für einen Highschool-Abschluß. Trotz aller Mühen war sie die erste überhaupt in der Familie, die einen Abschluß machte. Sie ging mit 16 an die Andes-Universität in Bogotá und studierte dort Literatur und Philosophie. Gleichzeitig unterrichtete sie Studenten als Literaturdozentin und war somit jünger als ihre Studenten. Anschließend studierte sie noch Politikwissenschaften, was sie ebenfalls dort abschloss.

Ende der 1960er Jahre verliess sie die Familie und sah ihren Vater nie wieder, da er kurz darauf starb. Sie nahm an der Revolution in Kolumbien teil und wurde ein politische Aktivistin. In Spanien trat sie der Sozialistischen Arbeiterpartei bei und ging für vier Jahre in den Untergrund von Argentinien, wo sie gegen das Militärregime kämpfte. Nach drei weiteren Jahren in Madrid begann sie mit dem Schreiben und wurde Journalistin.

Sie verfasste mehrere Sachbücher zu politischen Themen Kolumbiens und schrieb für das Magazin Semana. Während dieser Zeit lernte sie auch den Schriftsteller Gabriel García Márquez kennen. Sie stieg schließlich sogar zur politischen Herausgeberin des Magazins auf. Während dieser Periode machte sie die Erfahrungen, die sie später in ihren Romanen verarbeitete.

1983 wurde sie Mitglied einer Vereinigung, die sich für eine Verständigung mit der linksgerichteten Guerilla-Organisation M-19 einsetzte. Nach der Veröffentlichung ihres ersten Buches Historia de un Entusiasmo 1986 ging sie für zwei Jahre ins Exil nach Spanien und für sechs Jahre nach Mexiko. Während dieser Zeit schrieb sie ihren Roman Isla de la pasión (dt. Die Insel der Verlorenen), der 1989 erschien und der entstand, weil sie Kolumbien so sehr vermisste.

Für ihre weiteren Romane ist sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, so mit dem Literaturpreis Premio Sor Juana Inés de la Cruz 1995. 2004 erhielt sie den Literaturpreis Premio Alfaguara de Novela und bekam 2006 das Guggenheim-Stipendium. Weiter Preise erhielt sie auch im Ausland, zum Beispiel in Frankreich.

Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit ist Laura Restrepo auch häufig als Gastprofessorin und Rednerin an politischen Foren und Universitäten eingeladen. Ihre Romane werden oft als Literatur an akademischen Institutionen genutzt. Zudem unterrichtet sie regelmäßig an der Universität von Sevilla.

Laura Restrepo hat einen Sohn aus erster Ehe und schreibt weiterhin Romane und hält Vorlesungen und Vorträge. Sie lebt wieder in Bogotá in Kolumbien.

Historische Romane von Laura Restrepo:

Weitere Romane von Laura Restrepo:

  • (1986) Historia de un Entusiasmo
  • (1989) Las vacas comen espaguetis (Kinderbuch)
  • (1993) Der Leopard in der Sonne
    El Leopardo al Sol
  • (1995) Der Engel an meiner Seite
    Dulce Compañía
  • (1999) Die dunkle Braut
    La Novia Oscura
  • (2001) La Multitud Errante
  • (2002) Olor a rosas invisibles
  • (2004) Land der Geister
    Delirio
  • (2009) Demasiados heroes