Tage des Monsuns von Laila El Omari

Buchvorstellung und Rezension

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Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel „Tage des Monsuns“, , 650 Seiten. ISBN 3-426-63820-7.

Kurzgefasst:

1875: Inmitten der üppigen Schönheit Südindiens lebt Katrina Alardyce nach einer skandalösen Scheidung zurückgezogen bei ihrem Bruder. Der damit verbundenen Unmündigkeit hofft sie durch eine Vernunftehe mit dem undurchsichtigen Aidan Landor zu entkommen. Mit ihrer Mitgift erwirbt er eine Teeplantage in den fruchtbaren Bergen von Nilgiri. Doch es ist überwiegend Katrina, die sich den Teegärten widmet, denn Aidan verschwindet immer wieder unter fadenscheinigen Begründungen. Mehr und mehr wird Katrina bewusst, dass sie kaum etwas von ihrem Mann weiß, an den sie mittlerweile mehr als nur Vernunft bindet …

Das meint Histo-Couch.de: „Spannende und prickelnde Geschichte im kolonialen Indien“

von Bettina Weiß

Indien im Jahre 1875, das Land und die Gesellschaft sind geprägt von den englischen Kolonialherren. Katrina Alardyce lebt im Hause der Familie ihres Bruders. Nach einer skandalösen Scheidung, die Katrinas gesellschaftliches Ansehen ruiniert hat, scheint ihre Zukunft aussichtslos. Sie geht eine Vernunftehe mit Aidan Landor zu beiderseitigem Vorteil ein. Katrina gewinnt ihr gesellschaftliches Ansehen zurück und Aidan kann sich mit ihrer Mitgift den Traum einer eigenen Teeplantage erfüllen. In der Ehe kommt es zu einer Annährung von Katrina und Aidan. Doch Katrina kümmert sich überwiegend allein um die Teeplantage, während Aidan immer wieder unter fadenscheinigen Begründungen für Wochen und Monate verschwindet. Aidans Geheimnisse drohen ihr gemeinsames Leben zu zerstören. Können Katrina und Aidan ihre Zukunft retten?

Den Roman mit einer Tasse Darjeeling genießen

Dieser spannende Gesellschaftsroman beschreibt die Schönheiten der südindischen Nilgiri Hills ebenso lebendig wie die Hauptakteure und die Nebenfiguren. Gerade auch die Nebenfiguren machen einen besonderen Reiz des Romans aus, da diese der Handlung Tiefe geben und die herrschenden Gesellschaftsnormen deutlich zeigen. Leider werden die Nebenhandlungen in diesem Roman nicht alle zu Ende geführt, sodass das Schicksal von manchem liebgewordenen Begleiter offen bleibt. Trotz des kleinen Mankos gelingt es der Autorin, die englische Oberschicht in Indien mit all ihren Konventionen und Beschränkungen, und damit auch die Nöte und Sorgen von Katrina, vor dem geistigen Auge des Lesers entstehen zu lassen. Die gewährten Einblicke in den Teeanbau sind spannend und informativ, ohne den Handlungsfluss zu stören.

Reizvoller Schmöker mit schöner Sprache

Der Roman bereitet durch die flüssig zu lesende und leicht verständliche, schöne Sprache ein ungetrübtes Lesevergnügen. Die Figuren sind liebevoll mit Tiefe sowie Ecken und Kanten gezeichnet und wecken im Leser schnell Sympathie oder Abneigung. Allen Personen ist eine Entwicklung im Laufe der Handlung inne, die eine Nähe zum Leser schafft und ein Mitfiebern am Geschehen entstehen lässt. Auch wenn nicht alle Handlungen der Hauptprotagonisten gleich nachvollziehbar sind, regt dies den Leser zur Beschäftigung mit den Figuren an, sodass der Roman nachklingt.

Angedeutete Geheimnisse fesseln den Leser

Der Autorin gelingt es, einen Spannungsbogen von den ersten Seiten an aufzubauen und durch die immer wieder angedeuteten Geheimnisse und stückweiten Enthüllungen den Leser zu fesseln. Auch wenn der Haupthandlungsstrang durch die Nebenhandlungen immer wieder unterbrochen wird, entsteht kein Spannungsbruch, da auch die Nebenhandlungen eine Nähe zu den Hauptprotagonisten haben oder das Leben in der engen englischen Oberschicht beschreiben. Der Leser liebt und leidet mit den Protagonisten mit und verschmilzt für einige wunderbare Lesestunden mit der exotischen Welt Indiens.

Abgerundet wird das Buch durch Kartenmaterial von Indien und der Nilgiri Region; so kann der Leser die Lage der Handlungsorte und Reisen der Protagonisten mitverfolgen. Das ebenfalls beigefügte Personenregister erleichtert den Überblick über die handelnden Personen und bildet eine schöne Ergänzung.

Wie bereits die beiden vorhergehenden Romane der Autorin, bietet auch diese Geschichte wunderbare unterhaltsame und vergnügliche Lesestunden in einer fremden und exotischen Welt, ohne kitschig zu werden oder ins Triviale abzurutschen. Eine wirkliche Leseempfehlung.

Ihre Meinung zu »Laila El Omari: Tage des Monsuns«

tweedy39 zu »Laila El Omari: Tage des Monsuns« 17.08.2009
Im Grunde genommen hat mir der Roman gut gefallen. Der Schreibstil war gut und flüssig zu lesen. Es war keinesfalls kitschig. Man konnte das Handeln und Fühlen der Charaktäre gut nachvollziehen. Für die volle Punktzahl hat es nicht gereicht, da mir der Schluss zu schnell abgehandelt wurde und die "Nebendarsteller" meiner Meinung nach im Regen stehen gelassen wurden. Bin auf weitere Werke der Autorin gespannt. Von mir 80 Punkte.
Nadine T. zu »Laila El Omari: Tage des Monsuns« 06.10.2008
Ein wundervolles Buch, besonders da dort wieder die Landschaft und das Drumherum schön und passend beschrieben werden. Da in diesem Buch das Paar bereits verheiratet ist, läuft meiner Meinung nach, die Entwicklung der Personen untereinander anders ab als üblich. Man erlebt das auf und ab von Gefühlen hautnah mit. Das Buch ist fließend geschrieben und obwohl teilweise Monate zwischen Kapiteln vergehen, ist das immer passend und schlüssig. Ich persönlich finde aber, dass die Erzählungen im Kriegsverlauf zu langwierig und ein wenig verwirrend waren, aber das ist meine Persönlich Meinung. Auch die Nebencharaktere sind wieder gut dargstellt worden und auch ihr Handeln war nachvollziehbar, da man nicht nur die Gefühle und Gedanken der Hauptcharaktere zu lesen bekam sondern von allen und so zu jedem eine „Beziehung“ aufbauen, sich in die Person hineinversetzten und mit ihr mitfühlen konnte.
HelgaR zu »Laila El Omari: Tage des Monsuns« 05.06.2008
Eine wunderschöne Geschichte, zwar mit wenig Höhen und Tiefen, die sich dafür aber sehr locker lesen lässt. Man erfährt viel über Indien, auch über die politische Situation im 19. Jahrhundert, so dass man alles gut nachvollziehen kann. Die Schauplätze sind über ganz Indien verteilt, wobei man durch die Karte zu Beginn des Buches einen wunderbaren Überlick hat.

Die Geschichte handelt hauptsächlich um die Vernunftehe von Katrin und Aidan, wobei beiden ihr vergangenes Leben nachhängt. Katrin hat eine skandalöse Scheidung hinter sich und Aidan wünscht sich eine Teeplantage, für die er aber das Geld nicht hat. Er bietet ihr die Heirat an, damit sie wieder in der Gesellschaft aufgenommen wird und bekommt dafür von ihr die Teeplantage. Leider versteht Aidan von Tee überhaupt nichts und und die ganze Arbeit bleibt an Katrin hängen, noch dazu wo er immer wieder für Monate verschwindet.

Sehr interessant finde ich, dass man einiges über Tee erfährt, über das Pflücken, die unterschiedlichen Blätter, die verschiedenen Mischungen etc., es ist alles wirkich gut recherchiert. Die Personen habe zwar nicht sehr viel Tiefgang, aber sie werden ausführlich mit allen Ecken und Kanten dargestellt.

Was mich persönlich etwas störte, ist das Ende einiger Kapitel, wo ich schon gespannt war, was nun passiert, aber das wurde nie mehr erwähnt. Es sind immer 2-3 Monate zwischen den Kapiteln, auf die aber dann kaum mehr eingegangen wird.

Alles in allem hat es mir aber gut gefallen und Indien nahm mich gefangen. Ich würde sagen ein richtiger Schmöker für schöne Sommertage.
Cait zu »Laila El Omari: Tage des Monsuns« 04.06.2008
„Tage des Monsuns“ ist mein erster Roman von Laila El Omari und hat mir insgesamt gesehen recht gut gefallen, auch wenn mich hier und da etwas gestört hat. Aber ich hatte wunderbare, kurzweilige Lesestunden und werde sicherlich noch weitere Bücher der Autorin lesen.

Der Einstieg fiel mir recht schwer und ich brauchte einige Seiten, bis ich mich mit dem Stil der Autorin angefreundet hatte. Den einen oder anderen Satz musste ich mehrmals lesen, bis ich ihn verstanden hatte, aber nach zwei Kapiteln war ich richtig gut in der Geschichte drin und hatte mich auch mit dem Stil arrangiert. Von da an stand dem Lesevergnügen nichts mehr im Wege und die Seiten flogen nur noch so dahin. Einen Abend habe ich um die 300 Seiten in einem Rutsch gelesen, was wohl für sich spricht.

Die Handlung gefiel mir gut, auch wenn sie vielleicht ein bisschen zu vorhersehbar war. Gleich zu Anfang werden die Figuren in meinen Augen leider etwas ungeschickt eingeführt, so dass man sofort die richtigen Schlüsse ziehen kann, wie es im Folgenden weitergehen wird. Dennoch hatte ich meine Freude an den Ereignissen und konnte gut mit fiebern. Ein richtiger, atemraubender Spannungsbogen fehlt zwar, aber Langeweile kam bei mir nicht einmal auf. Im Gegenteil, die Geschichte ist durch angedeutete Geheimnisse so gut angelegt, dass ich unbedingt wissen musste, wie es mit den Figuren und der Handlung weitergeht.
Indien und der Teeanbau sind mir leider nicht so nah gekommen, wie ich es mir gewünscht hätte, dafür konnten mir die Landschaftsbeschreibungen und Ausführungen über die Teegärten zu selten klare Bilder vor Augen zaubern. Für mein Empfinden wurden Details zur Geschichte Indiens ab und an unnötig eingebunden, denn für die Handlung waren so manche geschichtlichen Informationen einfach nicht zwingend angebracht und haben mich daher gelegentlich aus der Handlung heraus gerissen.
Dafür gibt es aber wunderbare Einblicke in die „englisch-indische“ Gesellschaft, mit all ihren Konventionen. Das hat mir äußerst gut gefallen und in meinen Augen hat „Tage des Monsuns“ viel von einem Gesellschaftsroman.
Das Ende des Romans hat mich leider überhaupt nicht glücklich gemacht und konnte mich nicht überzeugen. Sehr enttäuscht, dass sich viele Handlungsstränge einfach im Sand verlaufen haben und so manche Frage offen bleibt, habe ich das Buch beendet. Ich brauche kein bis ins kleinste Detail erklärendes, rundes Ende, aber dieser Roman blieb mir einfach zu offen und auch zu wenig emotional. Einen Epilog hätte ich schön und nützlich gefunden.

Die Figuren fand ich sehr schön ausgearbeitet, und ich konnte zu allen äußerst schnell eine Beziehung aufbauen, was mir ungeheuer wichtig ist. Sehr gelungen fand ich die Entwicklung einiger Figuren im Handlungsverlauf und dass sich Laila El Omari nicht nur Mühe mit ihren Protagonisten gemacht hat, sondern auch ihren Nebenfiguren und Antagonisten viel Tiefe und Facetten gegeben hat. Jede Figur hatte ich deutlich vor Augen. Zwar konnte ich nicht jede Handlungsweise der Charaktere nachvollziehen, aber das machte sie eigentlich nur interessanter. Allerdings gingen mir Katrina und Aidan mit ihrem ewigen Hin und Her doch manchmal auf den Nerv. Hier wäre weniger vielleicht mehr gewesen.

Insgesamt ein schöner Schmöker, der mit Kartenmaterial und Personenverzeichnis gelungen abgerundet ist.
Nomadenseele zu »Laila El Omari: Tage des Monsuns« 15.04.2008
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, da es die Gesellschaft Indiens zur Kolonialzeit wunderbar ablichtet. Besonders beeindruckt hat mich, wie die Menschen zueinander gestanden haben (in dem Buch), auch wenn die Umstände gegen sie sprachen. Leider gibt es so etwas in Wirklichkeit gar nicht.
Was ich ein wenig abrupt fand, war das Ende des Buches:
Über das weitere Schicksal von Gillian (einer abgelegten Gebliebten des besten Freundes von Aidan) erfährt man gar nichts. Sie geht zurück nach Kalkutta, aber ob ihre Eltern sie wieder aufnehmen, hätte in Form eines Briefes beantwortet werden können.
Auch über das weitere Leben von Aidan und Katarina nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft erfährt man gar nichts. Mir kommt es so vor, als wären der Autorin entweder die Ideen ausgegangen oder sie hätte vor Abgabedruck das Buch schnell fertig schrieben müssen. So bleibt ein fader Nachgeschmack eines an sich nicht schlechten Buches.

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