Dem Himmel entgegen von Katja Maybach

Buchvorstellungund Rezension

Dem Himmel entgegen von Katja Maybach

Originalausgabe erschienen 2016unter dem Titel „Dem Himmel entgegen“,, 320 Seiten.ISBN 3-426-51793-0.

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Kurzgefasst:

1963: Sie sehnt sich nach der Freiheit über den Wolken. Schon immer wünscht sich die Flugbegleiterin Isabelle, als Pilotin in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Doch Frauen ist dieser Beruf verwehrt. Erst eine Zufallsbekanntschaft gibt Isabelle neue Hoffnung: Ein amerikanischer Pilot will sich für sie einsetzen. Sie kann nicht ahnen, dass diese Begegnung alles in Frage stellen wird: ihr Vertrauen in ihre Eltern, ihr Verhältnis zu ihrer Schwester, ihren Glaube an sich selbst. Eine Reise nach Argentinien, das Land ihrer Kindheit, verspricht Klarheit oder setzt Isabelle damit Ereignisse in Gang, die sie für immer bereuen wird?

Das meint Histo-Couch.de: „Wenn es darum geht, Träume zu verwirklichen“88Treffer

Rezension von Rita Dell'Agnese

Emmanuelle hat einen Traum: Sie möchte Modedesignerin werden. Dass sie sich dazu entschlossen hat, das eben erst begonnene Jura-Studium an den Nagel zu hängen, hat sie ihren Eltern jedoch ebenso verschwiegen, wie dass sie von ihrer großen Liebe Julian schwanger ist. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts ist es für eine unverheiratete Frau eine Schande, schwanger zu sein. Außerdem ist Julian wie ihr Vater Pilot bei der Luft Hansa, gerade in einer schwierigen Situation. Als Sohn einer Jüdin und eines Deutschen fällt er dem Nazi-Regime unangenehm ins Auge. Als er dann auch noch den folgenschweren Fehler begeht, Emmanuelle einer vermeintlichen Wette wegen ins Flugzeug zu schmuggeln, in dem der Führer mitfliegt, geraten er und die junge Frau in den Verdacht, Attentäter zu sein. Zwar können sie den Verdacht entkräften, doch sowohl für Julian als auch für Emmanuelles Eltern, die als Nazikritiker entlarvt worden sind, steht die Zukunft in der Schwebe. Noch bevor Emmanuelle Julian vom Kind erzählen kann, taucht er ab und verschwindet spurlos. Die völlig gebrochene junge Frau gibt ihr Kind zur Adoption frei und versucht, ihr Leben neu zu ordnen.  Jahrzehnte später, sie ist eine erfolgreiche Modeschöpferin geworden, sieht Emmanuelle Julian im Kaffee gegenüber sitzen. Die Gefühle aus den Vorkriegsjahren brechen mit aller Gewalt über die Beteiligten herein. Denn viele tragen seither an einer großen Schuld.

Atmosphäre von Verrat

Katja Maybach kann hier mit einem süffig geschriebenen Roman aufwarten, der zwei verschiedene Epochen, aber dieselben Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen umfasst. Sehr schön steigt die Autorin in die Geschichte ein, nimmt die Leser gleich mit und lässt sie in eine Atmosphäre von Verrat Einblick nehmen. Der sich langsam aufbauende Judenhass und die Verfolgung jeder Andersdenken ist bereits nicht mehr aufzuhalten, die Verehrung Hitlers eine prägende Sache. Anhand der Eltern Emmanuelles zeigt die Autorin, wie verunsichert die Menschen jener Zeit sind. Während der Vater spürt, dass sich Unheil zusammenbraut, versucht die Mutter verzweifelt, sich an den bekannten Werten festzuhalten.

Starke Charaktere

Es gelingt der Autorin, ihrem Roman mittels einigen sehr starken Charakteren Leben einzuhauchen. Allen voran ist es Emmanuelle, die schon als junge Frau eine besonnene Denkweise an den Tag legt und bereit ist den Weg zu gehen, der sie ihre Träume verwirklichen lässt. Schön ist dabei, dass Emmanuelle nicht einfach eine Heldin ist, die schön, klug und nahezu unbesiegbar ist. Sie ist eine verletzliche Person, die Fehler begeht. Eine starke Persönlichkeit ist auch Emmanuelles Schwester Isabelle, die just geboren wird, als die Eltern nach Argentinien ziehen – zu einer Zeit, da sie noch aus Deutschland ausreisen können. Isabelle träumt davon, wie ihr Vater Pilot zu werden. Nach der Rückkehr nach Deutschland arbeitet sie bei der Lufthansa als Stewardess, da ihr als Frau der Weg ins Cockpit verwehrt bleibt. Auch hier schafft es die Autorin, alleine durch ihre Figuren das Verständnis für die herrschenden Vorteile und Einschränkungen zu wecken bei einem Publikum, das selber diese Zeit bereits nicht mehr erlebt hat.

Spannende Geschichte

Es ist keine völlig überraschende Geschichte und auch keine absolut ungewöhnliche, die Katja Maybach hier erzählt. In einigen Bereichen ist es gar etwas zu leicht zu durchschauen, wie die Zusammenhänge wirklich sind. Dass der Roman dennoch spannend bleibt, ist dem Erzähltalent der Autorin geschuldet. Sie präsentiert ihre Geschichte in einer angenehm unverschnörkelten und direkten Sprache und lädt die Leser ein, in die verschiedenen Epochen einzutauchen und mit ihr auf Entdeckungsreise zu gehen. 

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