Mit Stock und Hut von Julian Letsche

Buchvorstellungund Rezension

Mit Stock und Hut von Julian Letsche

Originalausgabe erschienen 2013unter dem Titel „Mit Stock und Hut“,, 500 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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Kurzgefasst:

1520. Der Zimmermann Hannes Fritz befindet sich auf der Walz. Unglückliche Umstände verschlagen ihn in die mächtige Seestadt Amsterdam, wo er Opfer einer Intrige wird, die sein Leben bedroht. Zur selben Zeit wird seine Jugendliebe, die Kaufmannstochter Anna Neumann, von skrupellosen Landsknechten verschleppt und als Geisel festgehalten. Bald muss sie zu ihrem Entsetzen feststellen, dass ihr als Mörder gesuchter Noch-Ehemann Kaspar hinter ihrer Entführung steckt. Eine atemberaubende Geschichte um Leben, Liebe und Tod nimmt ihren Lauf.

Das meint Histo-Couch.de: „Das Abenteuer von Hannes Fritz geht weiter“80

Rezension von Rita Dell'Agnese

1520: Noch immer ist der junge Zimmermann Hannes Fritz auf der Walz. Die Zeiten sind schwierig und auch Hannes gerät schnell in Schwierigkeiten. Menschenhändler haben den jungen Handwerker gegriffen. Allerdings gelingt ihm zusammen mit Urs, einem jungen Schweizer, die Flucht. Sie wollen sich vorläufig gemeinsam durchschlagen. Da begegnen sie dem Benediktinermönch Bernhard. Dieser will nach Amsterdam reisen und überredet die beiden jungen Männer, ihn zu begleiten. Ganz so begeistert sind die Beiden zunächst nicht. Bernhard selber ist auf der Flucht und sie müssen fürchten, erneut in Gefangenschaft zu geraten, sollten die Verfolger des Mönchs die kleine Gruppe aufspüren. Dennoch begleiten sie Bernhard, denn sie fühlen sich in seiner Pflicht. Dank ihm konnten sie einer Gruppe ungemütlicher Spießgesellen entkommen. Die Reisenden schaffen es schließlich, nach Amsterdam zu kommen. Da scheint Hannes Glückssträhne aber definitiv zu Ende zu sein. Er fällt einer Intrige zum Opfer. Nicht nur Hannes Fritz hat aber zu kämpfen. Auch seine Jugendliebe Anna gerät in die Hände von üblen Gesellen. Sie wird von einer Gruppe von Landsknechten verschleppt. Drahtzieher ist Kasper, der Ehemann Annas, der als Mörder gesucht wird.

Nicht mehr ganz so rund

Dass es mit der Geschichte von Hannes Fritz noch nicht vorbei ist, ahnte der Leser zum Ende des ersten Bandes unzweifelhaft. Mit dem Roman Mit Stock und Hut legt der Autor Julian Letsche die Fortsetzung auf. Allerdings mag er damit nicht ganz an den ersten Teil anknüpfen. Die Geschichte gerät ihm nicht mehr ganz so rund. Zum einen wirkt sie teilweise arg konstruiert, zum anderen zieht sie sich immer wieder stark in die Länge, so dass es etwas Geduld braucht, am Geschehen dran zu bleiben und weiter am Schicksal von Hannes und Anna teilzuhaben. Besonders bei der Figurenzeichnung scheint dem Autor etwas die Luft auszugehen. Hannes Fritz wirkt nicht ganz so überzeugend, oft scheint er blass und in seinen Handlungen linkisch bis unglaubwürdig. Es fehlt ihm an Konturen und das macht es manchmal schwierig, sich mit dem Protagonisten wirklich identifizieren zu können.

Sehr viel Fachkenntnis

Auch wenn die Story durchaus noch etwas Tempo vertragen könnte, so hat sie doch etwas durchaus Besonders. Denn Julian Letsche weiß, wovon er spricht, wenn er von Walz und Zimmermannsarbeiten erzählt. Und hier kommt die Stärke von Mit Stock und Hut zum Ausdruck. Der Autor kann viel von seinem Wissen auf eine Weise vermitteln, die zu fesseln vermag. Durch sein Fachwissen und eine intensive Auseinandersetzung mit dem 16. Jahrhundert, insbesondere auch dem Schiffbau der damaligen Zeit, vermag er den Leser tatsächlich in die entsprechende Epoche zu entführen und ihm einen Eindruck vom Leben Anfangs des 16. Jahrhunderts zu geben. Hin und wieder glaubt man gar, das Leuchten in den Augen des Autors zu spüren, wenn er von seinem angestammten Metier spricht.

Mit dem Roman Mit Stock und Hut hat Julian Letsche wohl einen soliden historischen Roman konzipiert, aber das gewisse Etwas, das die Geschichte aus der Masse herausheben könnte, fehlt. So ist der Roman vor allem für Leser eine kleine Perle, die dem Schiffsbau zugetan sind oder mehr über die Vergangenheit des traditionellen Handwerks erfahren möchten.

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