Ayla und die Mammutjäger von Jean Marie Auel

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 1985unter dem Titel „The Mammoth Hunters“,deutsche Ausgabe erstmals 1986, 789 Seiten.ISBN 3-453-21524-9.Übersetzung ins Deutsche von Werner Peterich.

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Kurzgefasst:

Im dritten Band aus dem Zyklus „Die Kinder der Erde“ treffen Ayla und Jondalar auf die Mammutjäger, die wie sie zur Gruppe der Cro-Magnon-Menschen gehören. Sie werden von dem Stamm als vollwertige Mitglieder aufgenommen. Das Schicksal scheint ihnen endlich gewogen, doch Ayla steht plötzlich zwischen zwei Männern …

Das meint Histo-Couch.de: „Die Steinzeit-Saga geht in die dritte erfolgreiche Runde“88Treffer

Rezension von stk

An den Grenzen des heutigen Weißrusslands, Russlands und der Ukraine. Es ist die Eiszeit vor zirka 30.000 Jahren. In den weiten Steppen treffen die seltsam anmutende Gruppe aus einer Frau, einem Mann und zwei Pferden auf eine Jagdgruppe der Mamutoi, eines Stammes von Menschen, die diese raue Gegend ihr Zuhause nennen. Die Frau heißt Ayla und für sie sind, bis auf Jondolar neben ihr, diese Menschen die ersten Ihrer Art, die sie zu Gesicht bekommt. Sie selbst ist als kleines Kind von ihrer Familie getrennt worden und wurde von einer anderen Menschenrasse, den Flachschädeln, aufgezogen. Sie erlernte ihre Gebräuche und von ihrer Ziehmutter, einer Medizinfrau, alles über die Heilkunst. Sie war jedoch immer eine Außenseiterin. Sie war größer als jeder Mann im Clan, blond und dünn, und sie hatte die Fähigkeit zu sprechen und Neues zu erlernen und anzunehmen. Das unterschied sie grundlegend von den Flachschädeln, denn diese lebten aus Erinnerungen. Alles Neue konnten sie nur sehr schwer begreifen und Veränderungen traten immer sehr langsam ein. Zudem verständigten sie sich durch Körper- und Zeichensprache. Wieder zu sprechen brachte ihr Jondolar bei, der vor einiger Zeit mit seinem Bruder in Aylas Tal kam, in dem sie drei Jahre alleine gelebt hatte. Der Bruder starb bei einer Löwenattacke. Jondolar aber wurde von Ayla gerettet.

Nach einem kurzen Gespräch und leisen Zweifeln von Ayla entschließen sie sich, das Angebot der Gruppe, sie zu ihrer Behausung zu begleiten, anzunehmen. Im folgenden Jahr leben sie bei den Mamutoi, gehen mit ihnen auf die Jagd, teilen mit ihnen Neuerungen wie den Pyritwürfel, aus dem man Feuer schlagen kann oder eine neuartige Waffe, lernen aber gleichzeitig auch von der Gruppe und ziehen mit ihnen zum Sommertreffen der Mamutoi. Und im ganzen Kampf ums Überleben in der damaligen Zeit verändern Liebe, Freundschaft aber auch Missgunst und Angst vor Veränderung das Leben aller.

Endlich geht es weiter!

Nach „nur“ drei Jahren Warten nach der Veröffentlichung des zweiten Teils, verrät Jean M. Auel endlich, wie es mit der Geschichte von Ayla und Jondolar weitergeht und, so viel vorweg, wer die vorherigen Teile mochte, der wird auch dieses mal nicht enttäuscht. Musste Ayla im zweiten Teil vor allem mit den Unwegsamkeiten der Natur kämpfen, sind das große Problem im dritten Band die zwischenmenschlichen Feinheiten und die kulturellen Gegebenheiten der „Anderen“, die Ayla ständig verunsichern. Besitzt z.B. eine Frau im „Clan“ gar keine eigene Stellung und muss alles tun, was ihr ein Mann sagt, so sind die Frauen bei den Mamutoi größtenteils gleichgestellt und in gewisser Weise sogar höher angesehen, denn sie sind der Wert, den das Herdfeuer eines Mannes besitzt. Zudem kommt noch die grundsätzliche Verachtung, die die Anderen gegen Flachschädel verspüren, sodass Ayla sich ständig gegen Angriffe von einzelnen, aber auch von Gruppen behaupten muss. In Folge dessen stößt sie Reihenweise bequeme Denkweisen um, die sich im Leben der Anderen verankert haben. Gleichzeitig nutzt sie ihre Talente und ihre Wissbegierde so, dass bahnbrechende Erfindungen die Folge sind. Hierbei schafft es Jean M. Auel aber, dass diese ganze Masse an Neuerungen immer in sehr passende Geschichten verpackt wird, sodass die Geschichte um Ayla immer noch glaubhaft bleibt.

Dazu trägt auch bei, dass die Autorin bei solchen Ereignissen in eine Art Dokumentationsstil wechselt. Dabei hat man das Gefühl, aus der Szene heraus zu zoomen. Aus dieser Position beschreibt sie in einem unglaublichen Detailreichtum den Verlauf der Weltgeschichte und die Flora und Fauna. So ist zwar alles Neue in die Hände von Ayla gelegt, aber es wirkt eher als natürlicher Prozess und Entwicklung, die ohnehin geschehen musste, sodass die Fokussierung auf Ayla nicht lächerlich wirkt.

Die steinzeitliche Seifenoper

Im zweiten Teil begonnen, wird hier auch die Liebesgeschichte von Ayla und Jondolar stark vorangetrieben. Dabei nutzt Auel alles, was man sich in einer Beziehung für Probleme vorstellen kann: zwei Verehrer, für die Ayla die einzig wahre ist, Dickköpfigkeit aller Beteiligten, Streit um Kleinigkeiten, Trennung, Versöhnungen und natürlich Missverständnisse, Missverständnisse und nochmals Missverständnisse. Diese Dinge kombiniert die Autorin geschickt zu einem Netz aus Unverständnis, Selbstzweifel und Schmerz, das gleichzeitig verständlich und auch unverständlich ist. Man kann alles selbst nachvollziehen kann, aber am liebsten möchte man in die Geschichte stapfen, um Ayla und Jondolar die Augen zu öffnen. Aber selbst diesen Part lässt Auel einige Charaktere übernehmen, die sagen : „Das müssen die Beteiligten selbst lösen.“

In einer Seifenoper sind auch die Nebencharaktere wichtig. Für die hatte Auel in den vorherigen Bänden schon ein gutes Händchen und enttäuscht auch hier nicht. Alle, vom Anführer des Löwenlagers Talut, dem riesigen polternden Bären, über Ranec, dem schwarzhäutigen Bildschnitzer und Nebenbuhler von Jondolar oder Frebec, dem oft missgelaunten Zänkers bis zu Rydag, dem kränklich schwachen Kind von gemischten Geistern, haben alle ihren berechtigten Platz in der Geschichte, ohne die irgendetwas fehlen würde. Jeder Charakter wächst einem ans Herz oder wird immer verhasster, sodass dem Leser fast kein Charakter wirklich egal ist.

Mehr vom Bewährten!

Alles in allem bekommt man das, was man von dem Buch erwartet hat. Eine mitreißende Story, eine raue und wunderschöne Welt und einen Einblick, wie das Leben damals ausgesehen haben könnte. Das ganze in einer großen Detailfülle und mit Liebe erzählt. Der Vorteil kann natürlich auch gleichzeitig der Nachteil sein. Wer nicht jeden Grashalm beschrieben sehen will oder jede beziehungsrelevante Handlung analysiert, der kann dazu geneigt sein, hin und wieder mal eine Seite ungelesen zu überblättern. Wer sich aber in solchen Bildern eher verlieren kann, der kann bedenkenlos zugreifen. Und das beste: es warten noch drei weitere Bücher!

 

Ihre Meinung zu »Jean Marie Auel: Ayla und die Mammutjäger«

Viola Tuolewa zu »Jean Marie Auel: Ayla und die Mammutjäger«16.02.2017
@Vorposter
Das mag ja sein, dennoch könnten schon weitaus früher die Menschen einige Tiere als Begleiter dabeigehabt haben, ohne eine Zucht zu betreiben. Immer mal ein Fohlen, oder ein Wolfswelpe. Zudem begann die Domestikation nicht von gestern auf heute, sondern war ein extrem langer Prozess, der sich über Jahrtausende hinzog. Also mal ein bisschen Phantasie, Leute.
Wikipedia zu »Jean Marie Auel: Ayla und die Mammutjäger«11.05.2012
Pferde wurden erst vor 5500 Jahren vom Menschen in der südrussischen Steppe domestiziert . . . . . . . . . . . . . . .
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Ihr Kommentar zu Ayla und die Mammutjäger

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