Die Krone von Götaland von Jan Guillou

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2000unter dem Titel „Riket vid vägens slut“,deutsche Ausgabe erstmals 2001, 478 Seiten.ISBN 3-492-23382-1.Übersetzung ins Deutsche von Holger Wolandt.

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Kurzgefasst:

Zwanzig lange Jahre währte der Kreuzzug im Heiligen Land. Zwanzig Jahre, die Arn Magnusson von seiner Heimat Götaland und seiner Geliebten Cecilia getrennt war. Nun kehrt der große Tempelritter als wohlhabender und geachteter Mann heim. Doch das Glück des Paares scheint getrübt, denn Cecilia fällt einer Intrige zum Opfer, und der erbitterte Streit um die Krone droht das nordische Götaland in einen verhängnisvollen Krieg zu stürzen… Der letzte, in sich abgeschlossene Roman der großartigen Trilogie um das abenteuerliche Leben des Arn Magnusson. 

Das meint Histo-Couch.de: „Würdiger Abschluss einer großartigen Trilogie“91Treffer

Rezension von Carsten Jaehner

Nach Verbüßung seiner Verfehlung kehrt Arn Magnusson nach zwanzig Jahren als Tempelritter zurück nach Skandinavien und geht zuerst nach Varnhem zu seinem Vater Magnus und seinem älteren Bruder Eskil. Dort erfährt er die wichtigsten Neuigkeiten der letzten zwanzig Jahre und setzt seine mitgebrachten Mitstreiter ein, die Varnhem ausbauen sollen und zudem ein Kirche errichten sollen. Zudem wird er durch Eskil wieder in den Stamm der Folkunger aufgenommen, womit er endgültig wieder in der Heimat angekommen ist.

Zwar herrscht derzeit Frieden in der Heimat, doch kann man sich dessen nie ganz sicher sein. So begleitet er Eskil nach Näs, wo sie mit König Knut und Arns Onkel Jarl Birger zusammentreffen. Auch Arns Geliebte Cecilia wird dort sein, als Begleiterin Köänigin Cecilias, der Frau König Knuts. Mit dem Wissen, einen Sohn namens Magnus zu haben und der Hoffnung, endlich seine Cecilia heiraten zu können, hört Arn weitere Neuigkeiten.

Danach soll er aus politischen Grünen Ingrid Ylva aus der Sippe der Sverker heiraten, während seine Cecilia das Gelübde ablegen soll und Äbtissin des Klosters Riseberga von Jarl Birger werden soll. Die Kirche jedoch befürwortet die Verbindung von Cecilia und Arn, und so steht nicht nur interner Streit ins Haus, auch die Gegner der Folkunger schärfen bereits wieder ihre Waffen …

Nachvollziehbare Handlungen und Wendungen

Jan Guillous dritter historischer Roman, der inzwischen unter Der Kreuzritter – Die Rückkehr neu erschienen ist, bildet den würdigen Abschluss einer rundherum gelungenen Trilogie aus dem skandinavischen Mittelalter. Nach den verbüssten zwanzig Jahren, die der Kreuzritter Arn im Heiligen Land verbringen musste und während denen seine Geliebte Cecilia die Qualen des Klosterlebens durchlitten hat, könnte sich nun alles dem Guten zuwenden, wenn da nicht solche Werte wie Tradition, Ehre und Schwüre wären, dazu kommt noch politisches Kälkül, und somit sind die Konflikte bei Arns Rückkehr bereits vorprogrammiert.

Guillou schafft es mühelos, den Leser in die Geschichte zu holen und ihn zu packen und zu fesseln. Wie ein Film zieht die Geschichte am Leser vorbei, und dies zeigt, was für ein hervorragender Erzähler der schwedische Autor ist. Mit seinem liebevollen Blick für Details schafft er trotz allem mit wenigen Worten ein Bild vom Ende des 12. Jahrhunderts, in das sich der Leser sofort hineinversetzen kann und das wirklich plastisch vor seinen Augen entsteht.

Vor allem versteht es der Autor auch, dem Leser die komplizierten politischen Verhältnisse mit Leichtigkeit plausibel zu machen, webt dazu noch kleinere Schwierigkeiten ein und erklärt auch die Konsequenzen aus zu erwartenden Schachzügen. Somit nimmt er den Leser immer mit und lässt ihn nie im Dunkeln des finsteren Mittelalters.

Hervorragende Personenzeichnung

Auch die persönlichen Beziehungen der Hauptfiguren untereinander, wie Arn, Cecilia und natürlich deren Sohn Magnus werden stets angemessen beleuchtet, nie aber heroisiert, jedenfalls nicht mehr als nötig. Intriganten schleimen sich gerne ein, Krieger zücken die Waffen und Kirchenoberhäupter sind immer schwer einzuschätzen. Trotz mancher bekannter Personenkonstellation wird das Gefüge nicht langweilig, und man folgt der Erzählung so mühelos wie gern.

Dieser dritte Teil ist ein perfekter Abschluss der Kreuzritter-Trilogie, und fast wird man ein wenig wehmütig, seine lieb gewonnenen Figuren verlassen zu müssen. Aber Jan Guillou hat ja mit einem weiteren, vierten Teil bereits für Nachschub gesorgt. Wenn am Ende die Entstehung des Landesnamens von Schweden „Sverige“ noch erklärt wird, bekommt die gesamte Erzählung einen realen Anstrich, der dem Leser das Gefühl gibt, an etwas wirklich großem, historischem teilgehabt zu haben. Eine Karte des westlichen Götalandes rundet den Roman und die Trilogie ab. Sehr empfehlenswert. Herr Guillou, bitte mehr davon.

Ihre Meinung zu »Jan Guillou: Die Krone von Götaland«

Silky zu »Jan Guillou: Die Krone von Götaland«26.02.2012
Für mich bisher das beste Buch dieser Reihe, obwohl mir alle sehr gut gefallen haben. Doch umso länger man die Protagonisten kennt, umso mehr lacht, fühlt und leidet man mit ihnen. Aufgrund des tollen Schreibstils und der super Beschreibungen hatte ich schnell alles bildlich vor Augen.
Forsvik vom Aufbau bis zum Ende, ich hatte das Gefühl dabei gewesen zu sein. Ich konnte den Rauch der Schmieden schmecken, die Mühlräder sehen und die Schwerter der Jungherren hören.
Sehr interessant waren auch die guten Erklärungen der damaligen Sitten und Gebräuche der verschiedenen Kulturen.
Gefehlt hat mir ein Personenregister und vielleicht des öfteren eine Jahreszahl, um noch einen besseren Überblick zu behalten.
Doch dies tat der Spannung keinen Abbruch. Ich werde diese Reihe auf jeden Fall weiter empfehlen.
maupe zu »Jan Guillou: Die Krone von Götaland«30.12.2009
Alle drei Romane habe ich jetzt in der Neuauflage gelesen. Sie sind gut, anders kann man es nicht nennen. Leider fehlt etwas. Und das ist ein mitziehender Hauptcharakter.

Schwierig ist es zu benennen, was es ist was mich irritierte. Aber ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, ein Beobachter in einer gewissen Distanz zu sein, statt mitten drin die Geschichte zu erleben.

Sicher, der Autor nutzte die Figur Arn um die Entstehung Schwedens zu schildern. Doch so sehr ich mich bemühte, ich konnte mit den Personen nicht warm werden.

Schlecht will und kann ich die Bücher nicht nennen. Sie sind im Detail geschrieben und umspannen eine lange Zeit und einen großen Bogen. Für einen Schweden sicher leichter zu verstehen und waren dort wohl auch sehr erfolgreich.

Vielleicht wird ein zweites Lesen irgendwann einen Zugang gewähren.
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