Die Pilgerin von Iny Lorentz
Buchvorstellung und Rezension
Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel „Die Pilgerin“, , 700 Seiten. ISBN 3-426-66249-3.
Kurzgefasst:
1368: Als ihr Vater stirbt, ändert sich Tilla Willingers Leben mit einem Schlag. Von der Sorge um sein Seelenheil getrieben, hat der Kaufherr bestimmt, dass sein Herz nach Santiago de Compostela gebracht werden soll. Tillas Bruder schert sich jedoch nicht um den letzten Willen des Vaters und auch nicht um dessen Wunsch, Tilla mit Damian zu verheiraten. Stattdessen zwingt er Tilla in eine Ehe mit Veit Gürtler. Dieser stirbt jedoch in der Hochzeitsnacht und Tilla entschließt sich zur Flucht. Sie holt das Kästchen mit dem Herzen ihres Vaters, um es nach Santiago zu bringen. Dabei nimmt sie auch die Schatulle mit, in der sie ihren Heiratsvertrag und das Testament ihres Vaters weiß. Sie ahnt allerdings nicht, dass sich noch weit aus brisantere Papiere darin befinden. Tilla verkleidet sich als Mann, schließt sich Pilgern an und begibt sich auf eine gefährliche Reise.
Das meint Histo-Couch.de: „;Tilla, Sebastian und Santiago de Compostela“;
von af
Iny Lorentz hat mit ihrem neuen Werk „;Die Pilgerin“ einer Geschichte Leben eingehaucht, die anders, aber deshalb nicht weniger schön ist als ihr Bestseller „;Die Wanderhure“.Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation. Die wohlhabende Kaufmannstochter Tilla kümmert sich aufopferungsvoll um ihren kranken Vater, den eine schlimme, kräftezehrende Krankheit ans Bett fesselt. Als er endlich auf dem Weg der Besserung ist, will er sein Testament ändern. Darin soll die Heirat Tillas mit dem Sohn seines besten Freundes festgehalten werden, sowie die Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela, die sein Sohn an seiner Stelle antreten soll. Doch kurz nach dem ersten Testamentsentwurf verstirbt der Kaufmann auf mysteriöse Art und Weise.
Ottfried, sein Sohn und fortan Herr des Hauses, verheiratet seine Schwester Tilla mit seinem neuen Geschäftspartner. Er selbst heiratet dessen Nichte. Als Tillas Ehemann nach der Hochzeitsnacht tot im Ehebett liegt und Ottfried keine Anstalten macht, die Pilgerreise für seinen Vater anzutreten, stiehlt Tilla das in einer Eisenschatulle eingemauerte Herz des Vaters und macht sich allein auf den Weg nach Santiago de Compostela. Der Bürgermeister, dessen Schwiegertochter Tilla eigentlich hätte werden sollen, bemerkt Tillas Verschwinden schnell und schickt aus Sorge seinen jüngsten Sohn Sebastian hinter ihr her.
Klöster, Krieg und ein beschwerlicher Weg zu Fuß
Iny Lorentz bewegt sich mit dem Roman „;Die Pilgerin“ auf für sie noch völlig ungewohntem Terrain. Trotzdem schildert das Autorenehepaar die Pilgerfahrt nachvollziehbar und man versteht, dass eine solche Reise in der damaligen Zeit nicht leicht war, sondern durchaus lang und entbehrungsreich. Auch die Verwurzelung der Menschen mit dem Glauben wird für den Leser deutlich gemacht.
Das Buch reißt den Leser, wie von Iny Lorentz gewohnt, in ein Gefühlschaos. Das Autorenehepaar hat in seinem Roman bewiesen, dass auch eine Pilgerreise spannend, abwechslungsreich und interessant sein kann. Das Buch wirkt keineswegs gezwungen – vielmehr hat der Leser das Gefühl, in eine Welt einzutauchen und die Geschichte wie einen Film zu erleben. Die Welt, die Iny Lorentz erschafft und dem Leser präsentiert, ist wie ein geschlossenes Universum. Es darf und kann alles passieren, ohne dass dieses gekünstelt oder aufgesetzt wirkt. Das Buch fesselt den Leser und entführt ihn gekonnt in eine längst vergessene Zeit.
Wo Licht ist, ist auch Schatten
Ottilie Willinger, kurz Tilla, ist für die Zeit, in der das Buch spielt, eine unheimlich moderne junge Frau. Sie lebt eine Mischung aus tiefstem Glauben und Aufklärung. Zudem ist sie auch sehr selbstständig, was daher rührt, dass sie eine Halbwaise ist und früh Verantwortung lernen musste. Die Idee mit den Halbwaisen ist in Iny Lorentz‘ Bücher leider nicht neu. In vielen Lorentz-Romanen, zum Beispiel in der „;Wanderhure“ und in der „;Löwin“, fehlt mindestens ein Elternteil. Dies kann einer Geschichte das nötige Motiv geben, doch könnte es manche Leser unter Umständen auch schnell langweilen. Die Frage ob Stilmittel oder mangelnder Einfallsreichtum kann schnell gestellt werden.
Tilla betritt die Pilgerreise, verfolgt von den Häschern ihres Bruders, verkleidet als Mann. Auch an dieser Stelle lassen sich von Fans des schreibenden Ehepaars schnell Parallelen zu ihren vorherigen Romanen ziehen. Auch in „;Die Goldhändlerin“ und in der „;Kastratin“ ist die sogenannte „;Hosenrolle“ eine elementare Grundlage. Im vorliegenden Roman ist die Geschlechtsverleumdung zwar nicht die Basis, aber trotzdem kann es bei Viellesern von Iny Lorentz schon mal passieren, dass Erwartungen bezüglich neuer Ideen nicht erfüllt werden. Allerdings blieben derlei Verkleidungen in Zeiten wie damals nicht aus, weil es für Frauen keine andere Möglichkeit der Sicherheit gab – obwohl man sich als Leser auch vor Augen führen sollte, dass das Schicksal der Tilla wohl kein Präzedenzfall gewesen sein kann (wie so viele Frauenschicksale, die in historischen Romanen geschildert werden).
Auch die Liebe kommt nicht zu kurz
Die liebe Liebe ist in Iny Lorentz‘ Büchern auch fundamental. Der Leser erwartet schon fast eine romantische, erotisch angehauchte Liebesgeschichte, die in der „;Pilgerin“ aber etwas gezwungen wirken kann, obwohl das Autorenehepaar durch viele Alternativen Abwechslung einzubringen versuchte. Ob dieser Versuch gelungen ist, bleibt jedem Leser selbst zu entscheiden.
Selbst Homosexualität wurde in diesem Roman sehr gekonnt behandelt. Es wird dem Leser schnell klar, unter welchem Zwang sich Homosexuelle im Mittelalter befunden haben müssen, da sie sich vor sich selbst ekelten, was ihnen vor allem durch die Gesellschaft in ihrer näheren Umgebung eingetrichtert wurde. Trotzdem kann man sagen, dass eine Liebesgeschichte eine solche bleibt. Eine Romanze wird immer schön für den Leser sein. Echte Liebe kann zwar trocken wirken, aber Iny Lorentz hat es geschafft, einer Liebe die Gefühle zu geben, die sie braucht, um den Leser zu fesseln, für sich zu gewinnen und zu berühren, ohne ins Klischeehafte abzugleiten.
Alles in allem: Testurteil sehr gut
Bei allen negativen Aspekten ist „;Die Pilgerin“ trotzdem eine wunderbare neue Geschichte, welche zugleich spannend und ergreifend geschrieben ist. Die Pilgerreise war in der damaligen Zeit bestimmt eine wichtige Erfahrung, so wie vielleicht auch heute noch. Dieser Roman macht Lust auf mehr, auch wenn einige Leser womöglich enttäuscht sein könnten.
Ihre Meinung zu »Iny Lorentz: Die Pilgerin«
- Irene zu »Iny Lorentz: Die Pilgerin« 14.03.2012
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Bin zwar kein Fan von Iny und ich weigere mich die Wanderhure zu lesen, nicht weil es schlecht ist im Gegenteil ich bin nicht so die Person die gerne Bücher ließt die in den Medien so hoch gelobt werden. Als ich die Pilgerin gekauft habe bin ich ran gegangen mal ein Buch zu lesen von ihr um mir überhaupt ein Bild machen zu können. Die Pilgerin ist eigentlich nicht so schlecht geschrieben wie von den meisten hier dargestellt. Der Unterschied zwischen Iny und Sabine ist halt, das Iny mittelalterliche Geschichten schriebt und Sabine noch echte Begebenheiten einfließen läßt. Allerdings ich werde mir noch ein weiters Buch von Iny holen den ich bin der Meinung ein Buch reicht nicht aus um sich ein Bild von einem Autor zu machen. Die Wanderhure fand ich als Film allerdings langweilig. Habe von vielen gehört die Bücher sind besser als der Film, trotzdem werde ich es nicht lesen. Werde mir als nächstes wohl Die Goldhändlerin von ihr holen nur um ein zweites Werk von ihr gelesen zu haben
- rään zu »Iny Lorentz: Die Pilgerin« 15.09.2011
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Ich habe die Pilgerin gelesen, kann mich kaum mehr an den Inhalt erinnern, ausser dass es vorwiegend um Intrigen, Vergewaltigungen, Mord und Totschlag und doch etliches weltfremde Verhalten geht. Die Hosenrolle für Frauen in der damaligen Zeit ist schon zu oft, gerade von diesem Schriftstellerpaar, bemüht worden. Mit dem Schreibstil der beiden tue ich mich sehr schwer, habe deshalb noch zwei weitere Bücher zu lesen versucht und abgebrochen. Meinen Geschmack haben sie nicht getroffen. Mir kommen die Geschichten wie am Fliessband hergestellt vor. Schade.
Ich bevorzuge den Stil einer Iris Kammerer, Charlotte Lynne, Sabine Wassermann... Diese Frauen haben einfach viel mehr Stil und Gespür für Zwischentöne und Zwischenmenschliches.
- Mandy Frase zu »Iny Lorentz: Die Pilgerin« 20.06.2010
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So, nun habe auch ich mit "Die Pilgerin" mein erstes Buch von Iny Lorentz gelesen. Ich hatte ehrlich gesagt größere Erwartungen. Ich finde es nicht gerade sehr spannend geschrieben. Es fehlt der Bann, der einen an ein Buch fesselt. Auch trifft Iny Lorentz den Zeitgeist irgendwie nicht. Die Geschichte könnte auch 200-300 Jahre später spielen. Ich finde auch vieles sehr ungläubig geschrieben, so wie gewollt und nicht gekonnt. Auch scheint sich alles nur um das Eine zu drehen und für diese Zeit sind alle sehr freizügig. Und plötzlich lieben sich alle in der Gruppe und wollen heiraten. Im Endeffekt gefällt mir die Geschichte schon, da mir das Thema des Jakobsweges gefällt. Ich finde aber, die Reise wirkt eher einfach als anstrengend. Einfach mal so 2000 km zu Fuß zu gehen. Für mich bleibt Sabine Ebert die Königin der Historienromane.
- Barbarin zu »Iny Lorentz: Die Pilgerin« 24.10.2008
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Da ich schön über der Hälfte dieses Buches bin, kann ich das auch noch kommentieren.
Ich habe bis jetzt erst wenige Bücher von Iny Lorentz gelesen, aber ich frage mich doch, ob alle Hauptfiguren den selben Charakter haben?
Anfangs sah ich in Tilla ein gottesfürchtiges, braves Mädchen, mal eine andere Figur, doch bei ihrer Wanderung hat sie sich ganz in Marie aus der "Wanderhure" verwandelt.
Ein vorlautes, übermütiges Mädchen, das im wahren Mittelalter wohl mehrmals eins auf die Schnauze bekommen hätte.
Ich finde sehr unrealistisch, wie sie sich als Frau dieser Zeit benimmt.
Ich werds natürlich weiterlesen, obwohl mir etwas die Spannung fehlt.
- Pekat zu »Iny Lorentz: Die Pilgerin« 19.10.2008
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Auch "die Pilgerin", die junge Tilla, muss sich in einer von Maennern dominierten Welt durchsetzen. Wer einige Buecher von Lorentz zuvor gelesen hat, wird feststellen, dass die Thematik nicht grundsetzlich neu ist. Vergewaltigung, Mord und Totschlag werden auch hier thematisiert. Triebhafte Maenner, unschuldige Frauen vom Schicksal gebeutelt - all das wird hier deutlich. Tilla schlaegt sich als Mann verkleidet durch und hat allerlei Abenteuer mit ihren neu gewonnenen Freunden und Begleitern zu bestehen. Die Beschreibung einer langen, anstrengenden und zehrenden Pilgerfahrt gelingt Lorentz recht gut. Auch das Ende ist vorhersehbar. Insgesamt ein lesenswerter Roman, der meiner Ansicht nach an die Wanderhuren-Buecher nicht heranreicht. Ich bin auf die restlichen Buecher der Autorin gespannt.
- Ellen_702 zu »Iny Lorentz: Die Pilgerin« 05.10.2007
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Ich habe das Buch vor einigen Tagen beendet und war recht zufrieden mit dem Werk. Ich habe von Iny Lorentz schon mehrere Bücher gelesen, am meisten hat mir die Wanderhurentrilogie gefallen. "Die Tatarin" und "Die Löwin" waren nicht so mein Fall. Dieses Buch hat mich mich wieder überzeugt und ich fühlte mich gut unterhalten. Besonders die Veränderungen der einzelnen Pilgermitglieder fand ich interessant und auch die Beschreibungen der einzelnen Pilgerstädten. Ich werde auf jeden Fall wieder ein Buch von dem Autorenpaar lesen.
- Blacky2005 zu »Iny Lorentz: Die Pilgerin« 02.10.2007
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"Die Pilgerin" ist das 5. Buch, das ich von Iny Lorentz gelesen habe. Mich haben bis jetzt alle Bücher überzeugt und könnte keines als schlecht bezeichnen. Meine Favoriten: Die Wanderhurentrilogie, Die Tatarin, Die Löwin, Die Pilgerin
- olympia zu »Iny Lorentz: Die Pilgerin« 07.09.2007
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Ich muss sagen, dass mir das Buch nicht so schlecht gefallen hat, wenn gleich ich schon bessere gelesen habe. Die Passagen die in der Stadt spielen sind hervorragend! Unterwegs am Pilgerweg..naja. Mich stört es auch schon etwas, dass alle "Iny-Frauen" sich immer in Männerkleider werfen. Trotzdem war dieses Buch für mich sehr kurzweilig und schnell gelesen. Nur, ich werde mir mit dem nächsten Iny Lorenz Buch sicher etwas Zeit lassen.......
- Lara zu »Iny Lorentz: Die Pilgerin« 01.08.2007
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An "Lesemoni"
Also, ich finde, Beate (und jeder/jede andere) kann jedes beliebige Buch genauso gut und schlecht finden, wie er/sie will. Mir hat "Die Pilgerin" übrigens auch nicht gefallen, so wenig, dass ich nicht mal Lust hatte, die Kraft f. eine unfreundliche Rezension aufzubringen.
Geschmack ist in einem freien Land immer noch die Angelegenheit jedes einzelnen - und das ist auch gut so!
- lesemoni zu »Iny Lorentz: Die Pilgerin« 01.08.2007
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An Beate,
ich finde es echt nicht mehr schön,das du ein ums andere Buch schlecht machst ( falls du auch die Rezi bei Sabine Ebert geschrieben hast) Da hast du sogar die Fans von Sabine beleidigt.
Im Einband von Die Pilgerin steht ausdrücklich daß sich Tilla als Mann verkleidet.Hättest es dir ja nicht kaufen brauchen und erst recht nicht lesen ,wenn dich die verkleidungen so stören.
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