Die Ketzerbraut von Iny Lorentz

Buchvorstellungund Rezension

Die Ketzerbraut von Iny Lorentz

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „Die Ketzerbraut“,, 720 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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Kurzgefasst:

München zu Beginn des 16. Jahrhunderts: Die schöne Bürgerstochter Genoveva, genannt Veva, soll nach dem Willen ihres Vaters den Sohn eines Geschäftspartners aus Innsbruck heiraten. Doch auf dem Weg nach Tirol geschieht das Unfassbare: Der Brautzug wird überfallen, Vevas Bruder ermordet und das Mädchen selbst von den Räubern entführt. Zwar gelingt es nach wenigen Tagen, Veva zu retten, doch nun glaubt ihr keiner mehr, dass sie noch unberührt ist. In den Augen der Welt ist sie „beschädigte Ware“, und ihr Vater beschließt, sie an den als Weiberheld und Pfaffenfeind berüchtigten Ernst Rickinger zu verheiraten. Nach Liebe werden die beiden nicht gefragt …

Das meint Histo-Couch.de: „Turbulente Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der Reformation“74

Rezension von Rita Dell'Agnese

Wer Iny Lorentz kennt und mag, wird mit dem Roman Die Ketzerbraut einen typischen „Schmöker“ des Autorenpaares in den Händen halten. Es ist alles da, was einen richtigen Iny Lorentz ausmacht: Liebe, Verrat, Intrigen, Geheimnis, Gefahr und noch einiges mehr. Geschrieben in einer süffigen Sprache, die an die Leserinnen und Leser wenig Ansprüche stellt, aber dazu angetan ist, gute Unterhaltung in einer Form zu servieren, die ein uneingeschränktes Lesevergnügen garantiert. Wie gewohnt, kommt beim Autorenpaar auch ein gewisser Witz nicht zu kurz.

Unschuldig oder nicht?

Ausgerechnet auf dem Weg nach Innsbruck, wo Veva den Sohn eines Geschäftspartners ihres Mannes heiraten soll, wird der Brautzug überfallen. Veva schmerzt der Verlust ihrer Aussteuer weniger als der Umstand, dass ihr Zwillingsbruder dabei sein Leben verliert. Selber von den Räubern gefangen genommen, macht sich Veva über ihr weiteres Schicksal keine Illusionen. Doch da wird sie unerwartet von Benedikt Haselegener gerettet und zurück nach München gebracht. Da die Räuberbande bekannt dafür ist, sämtliche Frauen zu schänden, die ihr in die Hände fallen, gilt Veva nun als „beschädigte“ Ware, obwohl sie stets beteuert, ihre Unschuld sei unangetastet. Ihr Vater verheiratet die widerstrebende Tochter und nunmehr Alleinerbin seines Vermögens aus einer kurzentschlossenen Handlung heraus mit Ernst Rickinger, dem Sohn seines Freundes. Veva sträubt sich vergeblich gegen die unerwünschte Verbindung. Nach und nach kommt sie hinter ein düsteres Geheimnis ihres aufgezwungenen Ehemannes.

Etliche Problembereiche angesprochen

Die leichtfüßige Art, mit der Die Ketzerbraut daher kommt, täuscht etwas über den Hintergrund des Buches hinweg. Denn Iny Lorentz bietet nicht nur gute Unterhaltung, sie hat in ihren Roman durchaus ernste Themen hinein gepackt. So setzten – nicht nur, aber auch – im 16. Jahrhundert Räuberbanden dem Handel massiv zu. Es war gefährlich, ohne genügenden Begleitschutz zu reisen. Ein gefährliches Spiel trieben auch die Anhänger von Martin Luther, die dessen Ketzerschriften in der Stadt München verbreiteten. Das weitaus liberalere Augsburg war nicht nur im Roman Herkunft mancher Schmähschriften. Sehr schön aufgefangen hat Iny Lorentz den Hintergrund der Reformation und lässt gar den Reformator selber in Erscheinung treten. Geschickt webt Iny Lorentz in die Geschichte ein, weshalb sich die Kirchenoberen so sehr gegen die Ansichten Luthers wehrten und wie es um den Ablasshandel jener Zeit bestellt war.

Strahlender Held, kluge Maid

Auch wenn sich Die Ketzerbraut nahtlos in die Reihe der erfolgreichen Iny Lorentz-Romane einreiht, weist sie doch da und dort Schwächen auf. So folgen die Charaktere einem klaren Klischee von Gut und Böse, sind entweder gutherziger und erfolgreicher Held oder dann verschlagener und mit allen Wassern gewaschener Bösewicht. Veva selber ist gar zu makellos, um wirklich Tiefe zu bekommen. Ebenso folgt die Handlung einem bekannten Muster und hält nur wenig wirkliche Überraschungen bereit. Durch diese Leitschienen begrenzt, bewegt sich der Roman also auf einer wohlbekannten Ebene. Allerdings schöpft Iny Lorentz auf dieser Ebene alle vorhandenen Möglichkeiten aus und bietet trotz der enggesteckten Parameter gute Unterhaltung.
Ärgerlich sind einige fehlerhafte Textstellen, die bei einer sorgfältigen Überarbeitung hätten ausgemerzt werden können.

Auf der sicheren Seite

Die Fans von Iny Lorentz werden mit diesem Buch wieder auf der sicheren Seite sein und sich einige Stunden entspannende Lektüre gönnen können. Wer komplexere Lektüre bevorzugt, wird aber mit Vorteil auf einen anderen Roman ausweichen, will er nicht enttäuscht werden. Wer Iny Lorentz bisher ausschließlich mit dem Bestseller Die Wanderhure identifiziert, sollte sich darüber klar werden, dass er hier eine andere Geschichte in Händen hält. Nur so lassen sich unnötige Enttäuschungen verhindern und wird dem Buch Die Ketzerbraut das Recht eingeräumt, für sich selber zu stehen und eine eigene, spannende Geschichte zu erzählen.

 

Ihre Meinung zu »Iny Lorentz: Die Ketzerbraut«

Klaus Kröger zu »Iny Lorentz: Die Ketzerbraut«04.07.2012
Die "Ketzerbraut" hat die üblichen Zutaten eines Iny Lorentz - Romans.
Bedauerlich ist wie immer die mangelhafte Recherche: Beim Ablasshandel geht es nicht um die
Vergebung der Sünden, sondern um den Erlass von Kirchenstrafen. Ein kurzer Blick in Wikipedia hätte ausgereicht. Aber dazu ist ja wie immer keine Zeit. Schließlich soll der nächsten Roman ja schon im Oktober erscheinen. Das wird sicherlich ausreichen, um sich intensiv in die irischen Geschichte einzuarbeiten.

Zum Romaninhalt: Es bleibt mir schleierhaft, wie leicht sich Ernst Rockiger übertölpeln lässt. Hat er in Augsburg nichts gelernt? Und am Ende lösen sich die Probleme viel zu leicht. Insofern sind die Figuren - die Guten wie die Bösen - ziemlich oberflächlich gezeichnet.
Diane zu »Iny Lorentz: Die Ketzerbraut«01.07.2012
ich bin eigentlich immer eine begeisterte Leserin von Iny Lorentz ... aber ich muss hier meiner Vorschreiberin recht geben ... dieses Mal sehr einfach geschrieben,sprachlich nicht anspruchsvoll. Leider auch schlecht lektoriert, da einige zeitlichen Abläufe nicht passen, so ist Ernst schon irgendwann auf Reisen, obwohl er erst in ein paar Tagen reisen sollte etc. - war an drei stellen nicht so schlüssig. Nichts desto trotz hat mir die Geschichte sehr gut gefallen, als in München lebende und geschichtlich interessiere Person. ;-) München im 16. Jhdt, Augsburg als Handelsstadt -interessante Personen und eine spannende Geschichte. Sehr schöne Unterhaltung.
Martina zu »Iny Lorentz: Die Ketzerbraut«16.03.2012
Mit gemischten Gefühlen ging ich an "Die Ketzerbraut" heran (Denn von den letzten Iny Lorentz- Büchern war ich eher enttäuscht.) und wurde positiv überrascht. Zwar ist dieser Roman sprachlich eher einfach, oder besser gesagt wenig abwechslungsreich gestaltet und manche Wendung in der Geschichte ziemlich arg an den Haaren herbei gezogen. Doch er liest sich flüssig, und vor allem auf den letzten 200 Seiten fehlt es nicht an Spannung.
Schnagg zu »Iny Lorentz: Die Ketzerbraut«27.01.2012
Also ich konnte das Buch - einmal angefangen zu lesen - kaum mehr aus den Händen legen. Es war gleich zu anfangs spannend. An Intrigen fehlte es hier nicht u. gerne hätte man selbst mal Tacheles geredet um alles aufzuklären. Es war ein superinteressantes Buch welches ich gerne weiterverliehen habe. Erst zum Ende hin des Buches wird es ab & an etwas zu unwirklich aber im großen u. ganzen ein super Buch.
Tina zu »Iny Lorentz: Die Ketzerbraut«04.02.2011
Habe das Buch gestern durchgelesen. Ich fand es ganz gut. Ea war nicht so schlecht wie die letzten Bücher des Autorenpaares in letzter Zeit. Veva tat mir ein bisschen Lied, weil niemand ihr glauben wollte, dass die Räuber ihr nichts angetan haben. Nicht einmal ihr eigener Vater glaubte ihr. Auf die Idee sie untersuchen zu lassen kam man nur um zu sehen, ob sie schwanger war. Das hätten die schon viel früher machen sollen, dann wäre ihr einiges erspart geblieben. Warum die Hebamme nicht gesagt hat versteh ich auch nicht ganz. Jedenfalls gefällt mir die Story besser als die der Pilgerin oder in Aprigewitter. Sie haben sich mal etwas anderes ausgedacht, als die Frau verkleidet sich als Mann Sache, obwohl ich das eigentlich ganz gern mag, wenn es gut geschrieben ist, aber I.L. haben das schon zu oft durchgekaut. Alles in Allem ein gut zu lesendes Buch.
MaidSosooo* zu »Iny Lorentz: Die Ketzerbraut«02.01.2011
Das Buch ist echt der Hammer!
Ich wusste erst nicht recht ob ich es lesen soll , als meine Mutter es mir gab weil ich nichts mehr zu lesen hatte , vor allem weil sie es zu Weinachten geschenkt bekommen hatte .Als ich dann erst mal anfing konnte ich gar nicht mehr aufhören zu lesen , und bin jetzt fast traurig wo ich schon durch bin ...;D
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