Dezembersturm von Iny Lorentz
Buchvorstellung und Rezension
Originalausgabe erschienen 2009 unter dem Titel „Dezembersturm“, , 448 Seiten. ISBN 3-426-50405-7.
Kurzgefasst:
Ostpreußen 1875: Die junge Lore lebt nach dem Tod ihrer Eltern bei ihrem Großvater Nikolaus von Trettin. Lore hält diesen für verarmt und ahnt nicht, dass er sein Geld beiseite geschafft hat, um es ihr nach seinem Tod zu vererben – sehr zum Ärger seines Neffen, der die Rivalin aus dem Weg schaffen will. Um sie zu retten, schmiedet Nikolaus einen tollkühnen Plan: Lore soll nach Amerika auswandern und so ihrem geldgierigen Verwandten entkommen …
Das meint Histo-Couch.de: „Eine ostpreussische Kindheit auf dem Rittergut“
von Kirsten Lambeck
Ostpreussen in den 1870er Jahren: Die adlige Waise Lore lebt nach dem gewaltsamen Tod ihrer Eltern und Geschwister bei ihrem Großvater Nikolaus von Trettin im alten Jagdhaus des ehemaligen Familiengutes, das nun von Lores Cousin Ottokar bewohnt wird. Als Nikolaus merkt, dass er nicht mehr lange Lore und sein vor Ottokar verstecktes Vermögen wird schützen können, beschließt er, seine Enkelin nach Amerika zu schicken. Dort soll sie sich eine eigene Existenz in Sicherheit aufbauen.
Reise mit Hindernissen
Doch alles kommt anders als geplant: Lores Reisebegleiterin und Zofe Elsie türmt noch vor der Abfahrt aus Bremerhaven mit dem Gepäck, und so tritt Lore allein die Reise in die neue Welt an. An Bord freundet sie sich mit der kleinen Komtess Natalia an, einem aufgeweckten und verwöhnten kleinen Mädchen, das mit seinem Großvater und Onkel in der ersten Klasse reist. Doch die Reise ist bald schon zu Ende: Ihr Schiff, die Deutschland, sinkt in der Themsemündung. Lore kann Nati retten, doch der Großvater der Mädchens stirbt durch die Hand seines Neffen. Als Lore mit Nati an Land gebracht wird, gelingt es ihr, das Mädchen vor dem Zugriff des bösen Neffen zu schützen. Doch Nati und Lore müssen die geldgierigen und mordlüsternen Verwandten weiter fürchten.
Viel Dramatik, aber wenig Spannung
Der Roman der beiden Autoren hinter dem Pseudonym der Iny Lorentz hält nicht, was er verspricht. Der Klappentext suggeriert eine spannende Auswanderergeschichte, aber Lores Reise endet bereits nach wenigen Tagen. Die Geschichte spielt in Ostpreußen, London und Bremen und beschreibt doch keinen der Orte umfassend. Warum Lore in der Betreuung des kleinen Mädchens, das sie nur wenige Tage kennt, vollständig aufgeht und für die Kleine sogar ihr Leben riskiert, bleibt unverständlich. Die junge Frau gerät von einer Familienintrige in die nächste, wobei diese alle fast identisch sind. Spannung baut sich nur selten auf – meist ist der Ausgang einer Szene absolut vorhersagbar.
Fiktive Geschichte vor historischem Hintergrund
Immerhin ist die Handlung in einen realen Kontext eingebettet: Die Deutschland ist tatsächlich 1875 vor in der Themsemündung auf eine Sandbank gelaufen und zerbrochen – und auch einige der folgenden Entwicklungen sind historisch belegt.
Tapfere Heldin und abgrundtief böse Schurken
Die Charaktere sind flach und strapazieren schnell die Geduld der Leser: Lore ist rehäugig-unschuldig, dabei aber doch edelmütig und heldenhaft, die beiden Bösen, Ruppert und Ottokar sind abgrundtief böse und handeln absolut stereotyp. Nati, die verwöhnte kleine Komtess, nervt besonders mit ihren immer altklugen Kommentaren. Auch die Nebenfiguren sind kaum aushaltbar klischeehaft: der treue Kutscher, der bigotte Pfarrer, die lebenstüchtige Prostituierte, die einfachen, aber herzensguten armen Leute …Konsequent: Eine Entwicklung der Hauptfigur Lore findet nicht statt, sie wartet standesgemäß darauf, gerettet zu werden – und verliebt sich am Ende natürlich in genau den richtigen Mann.
Von einer Platitüde zur nächsten
Gut, hohe Literatur ist von Iny Lorentz nicht zu erwarten, aber einige der im Mittelalter angesiedelten Roman des Duos weisen doch immerhin eine spannende Geschichte und eine fesselnde Umgebung auf. Hier aber ist die Verwandtschaft zu banalen Groschenromanen a la Courts-Mahler schon durch die Kulisse des 19. Jahrhunderts allzu offensichtlich. Auch sprachlich bewegen wir uns auf sehr niedrigem Niveau. Immer gleiche Platitüden jagen einander und machen das Lesen anstrengend. Ein Lesesog wie in anderen historischen Romanen ähnlicher Art stellt sich dadurch nicht ein bzw. wird immer wieder gestört.
Insgesamt eine enttäuschende Geschichte, die viel Potential gehabt hätte, hätten die Autoren sich die Mühe gemacht, sie handwerklich gut und spannend zu erzählen.
Ihre Meinung zu »Iny Lorentz: Dezembersturm«
- KitKat zu »Iny Lorentz: Dezembersturm« 25.03.2013
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Nette Unterhaltung aber wenig historisch!
Meine Mutter hat mir dieses Buch gegeben, als ich etwas seichtes zur Unterhaltung suchte und dafür ist es genau richtig. Die Geschichte im 19. Jahrhundert ist nett erzählt, unterhaltend aber weder anspruchsvoll, noch übermäßig spannend oder besonders historisch.
Lore wird mit gerade mal 15 Jahren von ihrem Großvater ausgeschickt nach Amerika zu reisen, um vor ihrem niederträchtigen Vetter zu fliehen, gerät in ein Schiffsunglück, um dabei in eine andere Familienfehde mit einem ebenso gewissenlosem Schurken hineingezogen zu werden. Es folgt nach einigem hin und her ein neues Schiffsunglück und zu guter letzt ein neuer Familiendrache gegen den man sich zur Wehr setzten muss.
Alle Figuren sind entweder schwarz oder weiß, Graustufen sind quasi nicht vorhanden. Lore ist ein selbstloser Engel, die fiese Verwandtschaft ist durch und durch egoistisch und böse.
Ich kann nicht behaupten mich beim lesen gelangweilt zu haben, aber als Anwechslung zu einer Hausarbeit für die Uni ist glaube ich alles interessant, was nichts mit dem Thema zu tun hat.
- Schnagg zu »Iny Lorentz: Dezembersturm« 02.08.2012
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Der historische (?) Roman fing interessant & gemein an. Dennoch war ich etwas überrascht. Ich habe schon einige Bücher des Autorenpaares gelesen u. hatte evtl. ein wenig mehr erwartet als nur einen Familientragödien-Roman. Nun gut nach dem 1/3 war eigentlich klar, dass der historische Aspekt im Hintergrund bleiben wird. Zwar fand das Schiffsunglück tatsächlich statt (s.a. Autorennachwort) u. wurde recht nett/kurz geschildert aber ansonsten gab der Roman recht wenig Einblicke in das damalige Leben. Es gibt unheimlich viele fiese Charakterien u. dann wiederum Lore die der reinste selbstloseste Engel überhaupt zu sein scheint. Bereits zu Beginn fängt es mit den fiesen Familienangehörigen an, die einem nach dem Leben & Erbe trachten aufgrund von Habgier & Neid. Liest sich auch recht interessant. Allerdings wiederholt sich dies dann in der späteren Geschichte erneut nur mit anderen Personen. Das mag dem einen langweilig erscheinen dem anderen vielleicht nicht. Alles in allem war der Roman trotzdem unterhaltsam ... fällt m.E. aber eher unter die Rubrik Unterhaltungsroman als historischer Roman; mich hat das nicht unbedingt gestört lediglich überrascht. Hätte ich es aber vorher gewußt hätte ich wohl die Trilogie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht gekauft. Es ist kein Buch welches ich ein zweites Mal lesen würde. Man meint auch nicht vor Spannung in den Dramen unbedingt sofort weiter lesen zu müssen u. kann das Buch auch mal beiseite legen. Was mich allerdings etwas irritiert bzw. gestört hat war zum einen die doch recht einfache Ausdrucksweise sowie Nati, die einfach nervte. Dies war wohl auch beabsichtigt aber die Art u. Weise sowie die Sätze an sich wollten mir auch nicht recht gefallen. Ich hoffe die Fortsetzung wird besser ... die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Wie bereits erwähnt, es war ja trotzdem recht nett zum lesen wenn man lediglich etwas Unterhaltung sucht u. Familienkriege mag :-)
- Inge Arndt zu »Iny Lorentz: Dezembersturm« 03.07.2012
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Ich habe mich wirklich auf ein gutes Buch gefreut. Immerhin wird dieser Roman groß als Spiegel Bestseller beworben.
Ich lese immer jedes Buch zu Ende, so schlecht es auch sein mag. Habe das mit diesem also auch gemacht.
Wenn ich einen Groschenroman lesen möchte, würde ich mir einen kaufen. Dieses Buch als historischen Roman zu bezeichnen, ist wirklich eine Frechheit.
- PrinzessinPing zu »Iny Lorentz: Dezembersturm« 04.01.2012
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Es ist mein erstes Iny-Lorentz-Buch und wird wohl auch mein letztes sein - nach Lesen der kompletten Ostpreußen-Trilogie. Die handelnden Personen sind entweder nur unendlich gut oder entsetztlich schlecht, keine Zwischentöne, keine Entwicklung der einzelnen Personen. Nicht eine Erklärung, warum der Onkel Lores und der Verwandte Nathis so geworden sind.
Ich werde die drei Bücher natürlich bis zum Ende lesen - weitere Bücher des Iny-Lorentz-Duos stehen aber nicht auf meiner Wunschliste
- Britta F. zu »Iny Lorentz: Dezembersturm« 05.07.2011
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Ich habe schon viele Bücher von Iny Lorentz gelesen, und Dezembersturm ist auch eines meiner Lieblingsbücher! Es ist spannend erzählt die Figuren Ottokar, Lore usw. werden sehr identisch erzählt. Man braucht gar nicht die einzelnen Personen am Ende des Buches nachzulesen, man kann sie auch so gut einordnen. Mir ist nicht ein einziges Mal langweilig gewesen, die einzige Person, der ich beim Lesen eins auf die Rübe hätte geben wollen, war Nathi, ich kann altkluge Kinder nicht ab!
- adhara zu »Iny Lorentz: Dezembersturm« 05.06.2010
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Ich gehöre nicht zur Gemeinde jener, die aus Prinzip jedes IL-Buch schlecht machen, hat mir das Autorenpaar doch schon etliche spannende Lesestunden "serviert". Doch mit "Dezembersturm" bin ich ganz und gar nicht warm geworden. Dies, obwohl ich für das 19. Jahrhundert durchaus ein Faible habe. Hier wird einfach zu dick aufgetragen. Nicht nur, dass Lore ein "Übermädchen" ist - sie entwickelt sich vom verschreckten Hascherl zur souveränen Gouvernante und besteht auch in Gefahrensituationen. Es treten auch gleich zwei sehr böse Bösewichte auf und die armen Waisen müssen von zwei sehr lieben Onkels vor ihnen beschützt werden. Es gibt ausserdem noch eine ganze Reihe von furchtbaren Unglücken und wiederwärtigen, weil geldgierigen und mit allen Wassern gewaschene Frauen - und immer stehen die Protagonistinnen mitten drin. Nein, hier wird mit so grosser Kelle angerührt, dass die Geschichte unglaubwürdig, klischeehaft und nicht wirklich überzeugend ist. Schade! Wirklich schade.
- leseratte54 zu »Iny Lorentz: Dezembersturm« 29.04.2010
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Ich hatte mich gefreut endlich mal ein Buch von Iny Lorentz zu lesen, in dem das Mädchen sich nicht als Mann verkleidet. Aber ich kann mich leider nur anschliessen, die Protagonisten ist einfach nur langweilig bis nervig. Mir fällt es schwer zu sagen was ich schlimmer fand: das nervige Kind (welches trotz ihrer Art doch von allen gemocht wird), der nette Onkel (der sein Geld jedem Dahergelaufenen schenkt...), oder das tapfere Mädchen (das trotz ihres Alters schon so reif ist).
Ein wenig Realität bei den Charakteren hätte die Vorhersehbarkeit der Handlung ausgleichen können.
Dieses Buch hat mich nun endgültig dazu gebracht kein Buch mehr von Lorentz zu kaufen, leider denn die Wanderhure-Reihe hab ich nur so verschlungen.
- Lena-Sunshine zu »Iny Lorentz: Dezembersturm« 21.03.2010
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Der Anfang des Buches fand ich langatmig und ich habe es daher eine Zeit lang enttäuscht beiseite gelegt. Doch umso mehr freut man sich, wenn man ein Buch nach langer Zeit wieder aufnimmt und mitgerissen wird -und das wurde ich.
Lore ist wiedereinmal eine starke, junge Frau, die sehr viel miterleben muss. Dennoch ist sie ein bisschen introvertierter als die meisten Romanfiguren, was sie somit von dem Durchschnitt abtrennt. Auch sonst entfernt Iny Lorentz sich hier von der Gewohnheit - neue Epoche, andere Charaktäre; umso nachvollziebarer wird für den Leser die Handlung.
Auch die Figur der Nati ist eine Premiere, zumindest sind Kinder in historischen Romanen - wenn sich nich die Hauptprotagonisten bilden - eher eine Seltenheit, meiner Erfahung nach. Daher ist man umso erfreuter, die Bekanntschaft der frechen, aber dennoch sehr charmanten jungen Dame zu machen, deren Streiche und Kommentare mich durchaus amüsiert haben und von beklemmenden Geschehnissen lösen.
Das Ende des Buches ist - ganz im Gegensatz zum Anfang - leider sehr kurz gehalten, macht aber damit umso mehr Freude auf die Fortsetzung.
Im Großen und Ganzen erinnert mich das Buch ein wenig an einen Jugendroman, was sich im zweiten Band höchstwahrscheinlich ändern wird - aber ich lasse mich überraschen.
- Dani zu »Iny Lorentz: Dezembersturm« 15.11.2009
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Also ich kann mich der Meinung meiner Vorredner nicht anschließen. Gut die ersten Kapitel waren nich sehr spannend, aber wenn man sich richtig reingelesen hat, kommt man meiner Meinung nach nicht mehr von dem Buch los. Natürlich nimmt man am Anfang an, dass Lore wirklich nach Amerika auswandert, aber ich finde es nicht schlimm, dass es am Ende doch nicht so ist. Ich würde mich sogar sehr über eine Fortsetzung freuen, da bei mir noch einige Fragen am Schluss geblieben sind. Was ich auch großartig finde, dass sie wiedermal ein historisches Ereignis aufgegriffen haben.
- Anna24 zu »Iny Lorentz: Dezembersturm« 11.11.2009
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Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude, und die war auch die Einzige, die zu "Dezembersturm" bei mir aufkommen wollte!
Ich habe mich wirklich auf dieses Buch gefreut, weil ich fast alle anderen Bücher von ihr, bzw. ihnen, gut fand.
Aber von "Dezembersturm" bin ich persönlich wirklich enttäuscht, habe es nur ungern zu Ende gelesen.
Die Charaktere sind alle sehr oberflächlich beschrieben, und die Handlung hat mir auch nicht besonders gefallen, hatte mich wie Eri schon geschrieben hat auf eine ostpreussische Familiengeschichte gefreut, aber dem war nicht der Fall.
SCHADE, von mir 20°
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