Henryk Sienkiewicz

Der polnische Schriftsteller Henryk Adam Aleksander Pius Sienkiewicz, der auch unter dem Pseudonym Litwos veröffentlicht hat, wurde am 5. Mai 1846 in Wola Okrzejska in der Woiwodschaft Lublin geboren, das heute in Polen liegt, damals aber zum Russischen Reich gehörte. Er war das älteste von fünf Kindern seiner aus dem polnischen Landadel entstammenden Eltern. Weitere Verzweigungen vor allem aus der mütterlichen Seite weisen weitere Schriftsteller aus.

Henryks Vater war ein Patriot und kämpfte für die Unabhängigkeit Polens. Die Familie siedelte bald nach Warschau um, wo Henryk zur Schule ging und an der Universität Geschichte und Literatur studierte. Danach verdiente er sein erstes Geld zunächst als Hauslehrer. Ab 1872 veröffentlichte er kurze satirische Texte und Feuilletons für die Zeitung Gazeta Polska. Während einer langen USA-Reise schickte er der Zeitung auch zahlreiche Reiseberichte, die sich bei den Lesern großer Beliebtheit erfreuten.

1881 heiratete der Maria Szetkiewicz, die nach vier Jahren Ehe allerdings verstarb. Sie hatten zwei gemeinsame Kinder. 1893 heiratete er ein zweites Mal, jedoch verließ ihn seine Frau bereits nach zwei Monaten wieder, und die Ehe wurde 1895 geschieden und 1896 annulliert. 1903 heiratete er ein drittes Mal, dieses Mal eine Nichte zweiten Grades, die bereits in ein Kloster eingetreten war, dieses für ihn aber wieder verließ.

Nach zahlreichen Novellen und Reiseberichten, die er immer wieder auf seinen regelmäßigen Reisen verfasste, schrieb er ab 1883 eine Trilogie über Ereignisse aus der polnischen Geschichte des 17. Jahrhunderts. Diese drei Romane begründeten schließlich Sienkiewiczs Ruhm in der polnischen und der Weltliteratur.

Sein berühmtestes Werk ist allerdings der Roman Quo Vadis, der die Christenverfolgung zur Zeit des römischen Kaisers Nero zum Thema hat und der auch mehrere Male verfilmt worden ist, u.a. 1951 von Melvin LeRoy mit Peter Ustinov, der für seine Darstellung des Kaisers Nero den Oscar erhielt.

„Auf Grund seiner großartigen Verdienste als epischer Schriftsteller“ erhielt Henryk Sienkiewicz 1905 den Nobelpreis für Literatur als insgesamt erst fünfter Preisträger. Nach beginn des Ersten Weltkrieges wanderte er in die Schweiz aus und verstarb am 15. November 1916 in Vevey. 1924 wurden seine sterblichen Überreste in die Krypta der Warschauer Johanneskathedrale überführt.

Historische Romane von Henryk Sienkiewicz:

  • Trilogie des 17. Jahrhunderts:
  • (1884) Mit Feuer und Schwert
    Ogniem i mieczem
  • (1886) Die Sintflut
    Potop
  • (1888) Herr Wolodyjowski, der kleine Ritter
    Pan Wolodyjowski