Die Kinder des Bergmanns von Heidrun Hurst

Buchvorstellungund Rezension

Die Kinder des Bergmanns von Heidrun Hurst

Originalausgabe erschienen 2013unter dem Titel „Die Kinder des Bermanns“,, 310 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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Kurzgefasst:

Unglückliche Umstände zwingen die beiden Bergmannskinder Jakob und Bärbel Selzer am Anfang des 17. Jahrhunderts zu einer abenteuerlichen Reise vom Schwarzwald ins Rheintal. Doch ihre Verwandten sind nicht erfreut über ihre Ankunft. Und so wird das Ende der Wanderung zum Anfang zweier ergreifender Lebenswege. 

Das meint Histo-Couch.de: „Von harter Kinderarbeit, Lieblosigkeit und doch so viel Herzenswärme“89Treffer

Rezension von Daniela Loisl

Schwarzwald, Anfang des 17. Jahrhunderts. Jakob und Bärbel haben ihre Eltern verloren und machen sich auf den weiten Weg nach Straßburg, um dort in der Nähe die letzten Verwandten aufzusuchen, in der Hoffnung, von ihnen aufgenommen zu werden. Beide Kinder, gerade mal 12 und 9 Jahre alt, sind harte Arbeit gewöhnt und müssen, um ein Dach über den Kopf zu haben, all ihre Kräfte mobilisieren, denn ihre Verwandten sind alles andere als begeistert von ihrer Ankunft.

Hartes Schicksal

Heidrun Hurst erzählt in diesem Roman nicht das Leben einer starken Frau, die ihren Weg finden muss und auch nicht die eines Helden, der das weibliche Gegenstück sucht. Es ist die Geschichte zweier Kinder, die durch die harte Schule des Lebens gehen und einer schweren Lebensprüfung unterzogen werden.

Jakobs Mutter stirbt bei seiner Geburt und darüber kommt sein Vater nie mehr hinweg. Er heiratet die beste Freundin seiner Frau, Marie, und bekommt mit ihr noch ein Kind, Bärbel. Maries Liebe entschädigt die beiden Kinder für das harte Leben, denn der Vater würdigt die beiden keines Blickes. Als aber auch Marie verstirbt und sie noch den Vater und ihr Zuhause verlieren, stürzt für die beiden die Welt ein. Sie haben alles verloren, ihre Eltern, ihr Daheim, ihre Freunde und Jakob auch seine Arbeit. Sie müssen schneller erwachsen werden als ihnen lieb ist.

Hurst erzählt mit viel Feingefühl den harten Alltag im Leben eines Mannes der im Bergwerk, dem „Erzkasten“, arbeitet und nur mit viel Mühe seine Familie versorgen kann. Die ganz alltäglichen Dinge sind es, die diese Geschichte zu einem fesselnden Roman machen und einem das Buch kaum mehr aus den Händen legen lässt.

Wunderbare Figuren

Da man hier mit Jakob und Bärbel alles andere als die gewohnten Protagonisten eines historischen Romans begleitet, zeichnet sich schon von Beginn an ein gänzlich ungewohntes Bild. Schon in jungen Jahren schuftet Jakob für das Bergwerk und sogar im Winter hat er nichts anderes an den Füßen als Holzschuhe. Und Bärbel muss schon im zarten Alter von 8 Jahren für den gesamten Haushalt aufkommen. Kein Märchen, keine unwirkliche Geschichte, sondern knallharte Realität zu dieser Zeit. Man friert mit, man leidet mit den beiden und bekommt Hochachtung vor der Jugend der damaligen Zeit, denn oft schon mussten die Kinder in blutjungen Jahren Schwerarbeit leisten.

Heidrun Hurst gelingt es auf wunderbare Weise, das Leben der beiden glaubhaft und realistisch darzustellen, ohne auch nur einmal Gefahr zu laufen, ins Pathetische oder gar Kitschige abzugleiten Wie nebenbei gibt sie auch Einblick in das Seelenleben anderer Figuren wie dem Vater der Kinder oder der Bäuerin Selzers, bei der die beiden auf ihrer Suche landen. Keine Figur ist glatt und oberflächlich, sondern mit vielen Schattierungen ins Leben gerufen, sodass alles Darsteller so lebendig wirken, als sei man ihnen gerade vor kurzem begegnet.

Feingefühl und Empathie

Dass die Autorin sich mit der damaligen Zeit intensiv auseinandergesetzt hat, ist kaum von der Hand zu weisen. Man bekommt nicht nur interessante Einblicke in den Bergbau geboten, sondern auch in die Arbeit und Sorgen der Bauern. Hurst lässt den Leser in sämtliche gesellschaftliche Schichten blicken, beginnend mit den Katen der Bergmannsleute, den Höfen der Bauern und auch die Küchen und Wohnräume reicher städtischer Bewohner. Es entsteht ein vollkommenes Bild zum Leben des beginnenden 17. Jahrhunderts, das nicht nur glaubhaft, sondern auch mit viel Wärme und Authentizität geschaffen ist.

Nicht ganz glücklich wird man vielleicht über den Schluss des Romans sein, aber daraus darf man schließen, dass es einen Folgeband geben wird. Leser, die Geschichten fern des üblichen Mainstreams lieben, werden mit dieser kraftvollen und bildreichen Erzählung voll auf ihre Kosten kommen.

Ihre Meinung zu »Heidrun Hurst: Die Kinder des Bergmanns«

Minna_von_Friesland zu »Heidrun Hurst: Die Kinder des Bergmanns«29.07.2014
Trostlos, dunkel, kalt, unglücklich, zukunftsfeindlich – so sieht die harte Realität der Bergmannsfamilien in Hofsgrund zu Anfang des 17. Jahrhunderts aus. Aufgrund tiefgreifender Schicksalsschläge begeben sich die Geschwister Jakob und Bärbel aus der Hofsgrunder Tristesse zu Verwandten ins Rheintal, um dort ein neues Leben zu beginnen; dabei lernt der Leser einiges über das frühneuzeitliche Straßburg, den Hanfanbau und den Alltag auf einem Bauernhof des 17. Jahrhunderts. Doch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges rücken immer näher und drohen mit neuen schicksalhaften Veränderungen.
„Die Kinder des Bergmanns“ als erster Teil einer Romantrilogie begeistert schon ab der ersten Seite: Der nüchterne, schnörkellose und einfache Schreibstil übermittelt sehr gut die Lebenssituation der Bergleute, deren rationale Akzeptanz des Todes und das nackte Überleben im Hier und Jetzt - Hunger, Sterben und Kinderarbeit gehören zum Alltag. Die fesselnden Schilderungen berühren den Leser spürbar und sind außerdem sehr informativ, zum Beispiel wird von einer Babyklappe erzählt, was ich sehr bemerkenswert fand. Für Liebhaber gut recherchierter, kurzweiliger Romane sehr zu empfehlen. Ich bin gespannt, wie es im Folgeroman „Im Feuer des Lebens“ mit der zuspitzenden Unordnung des Dreißigjährigen Krieges weitergeht, denn dieser wird für beide Geschwister immer greifbarer.
wampy zu »Heidrun Hurst: Die Kinder des Bergmanns«27.07.2014
„Die Kinder des Bergmanns“ von Heidrun Hurst ist als Taschenbuch 2013 bei Media Kern erschienen. Dies ist der erste Band der Trilogie um die Bergmannskinder Jakob und Bärbel Selzer. Die Geschichte beginnt 1606 in einem kleinen Bergmannsdorf bei Freiburg mit der Geburt Jakobs, bei der seine Mutter ums Leben kommt. Zwei Jahre später wird seine Halbschwester Barbara geboren, die alle nur Bärbel nennen. Nach dem Tod ihrer Eltern müssen Jakob und Bärbel ihr Elternhaus verlassen, da es für eine andere Bergmannsfamilie gebraucht wird. Der elfjährige Jakob und seine kleine Schwester machen sich notgedrungen auf, Verwandte in der Gegend zwischen Freiburg und Straßburg zu suchen. Dort werden sie getrennt, Jakob arbeitet als Knecht auf einem Bauernhof und Bärbel wird als Magd bei einer Kaufmannsfamilie untergebracht.
Die Autorin Heidrun Hurst zeichnet den Lebensweg der beiden Bergmannskinder an alltäglichen Episoden nach. Dabei sind Jakob und Bärbel „einfach normale“ Menschen. Sie sind weder besonders intelligent oder stark oder schön. Sie müssen in einer schwierigen Welt auf sich allein gestellt ihren Platz finden. Dabei lernen sie Menschen kennen, die sie dabei unterstützen, aber auch solche, die sie ausnützen wollen. Jakob und Bärbel passen sich an diese Gegebenheiten an und versuchen das Beste aus ihrer Situation zu machen. Dadurch werden die beiden jungen Menschen zu Sympathieträgern, denen man auch den ein oder anderen Fehler nachsieht. Man fiebert mit ihnen mit und hofft, dass alles gut wird. Doch auf diesem Weg kommt es immer wieder zu Rückschlägen, die sie verkraften müssen. Wie sie das tun und die Schilderung, welche Hoffnungen und Wünsche sich dabei erfüllen oder auch nicht – das ist es, was dieses Buch so besonders macht. Dabei verzichtet die Autorin vollständig auf bewertende Äußerungen, es wird einfach glaubhaft erzählt,
wie es gewesen sein könnte.
Aus meiner Sicht kann ich das Buch uneingeschränkt empfehlen.
Von mir gibt es 95 Grad.
Sagota zu »Heidrun Hurst: Die Kinder des Bergmanns«27.07.2014
Das cover ist farblich und mit dem Emblem des Bergwerks schlicht, aber sehr passend zu Titel und Inhalt gewählt.
Das Buch ist in 3 Teile gegliedert und Teil 1 einer Trilogie. Es erzählt die Geschichte der Bergarbeiterkinder Jakob und Bärbel kurz vor dem 30jährigen Krieg. Verortet ist die Geschichte im Schwarzwald - Nähe Freiburg - und im Rheinland, über Jahrhunderte ausgewiesene Bergbaugebiete. Durch den frühen Tod der Mutter und später auch den Freitod des Vaters sind die Kinder gezwungen, die Kate zu verlassen und sich ins Rhld. zu Verwandten aufzumachen. Es ist eine gefährliche Reise, dennoch kommen sie wohlbehalten bei den alles andere als erfreuten - wenngleich gutsituierten Bauern, dem Bruder des Vaters, an. Sie müssen sich zwar nicht um ihr tägliches Essen sorgen wie zuvor, jedoch hat Jakob es schwer, trotz aller Mühe, die er sich gibt, es dem Onkel recht machen zu können. Bärbel wird ins benachbarte Straßburg entsandt, um dort - als Hausmädchen - eine alte Rechnung der Bäurin mit der Familie Abendrot - zu begleichen.
Meine Meinung:
Die Sprache der Autorin ist leicht und flüssig zu lesen, die Schilderung bildhaft und einfühlsam. Der Leser wird von der ersten Seite an die harte und kalte, düstere Welt der Bergarbeiterkinder Anfang des 17. Jhd. miterleben und sie begleiten: Durch Schicksalsschläge wie der frühe Verlust der Eltern müssen die Geschwister bereits von kleinauf um ihr Überleben kämpfen. Die für Kinder sehr harten Bedingungen, unter denen sie aufwachsen, sind erschreckend und von Heidrun Hurst sehr gut und empathisch nacherzählt. Auch der aufkommende Beginn des 30jährigen Krieges, der die Geschwister voneinander trennt, wird in Bd. 2 eine tragende Rolle spielen - und das Leben der beiden mitbestimmen...
Fazit:
Das Début von Heidrun Hurst ist von der Thematik her keine leichte Kost - durch den gelungenen, flüssig zu lesenden und klaren, spannenden Schreibstil gelingt es ihr gut, Interesse beim Leser zu wecken.
Sehr gut gefallen hat mir an der Geschichte um Jakob und Bärbel, dass sie - trotz ärgster Not, in die sie geraten - "Hoffnung" transportiert wird: Durch ihre Klugheit und Intelligenz stellen sich beide mit Mut ihrem Schicksal, gehen es aktiv an und können dadurch so manches zum Guten wenden.
Die Protagonisten sind stets glaubwürdig dargestellt und der Roman ist stilistisch von Emotionalität und Sensibilität geprägt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass auch jugendliche Leser sich von dieser Geschichte angesprochen fühlen könnten: Auch wenn es in Europa keine Kinderarbeit mehr gibt bzw. diese gesetzlich verboten ist: Europa ist nicht überall! (siehe Kolumbien)... und könnte für Diskussionsstoff in Fächern wie Sozialkunde oder Geschichte in den Schulen sorgen!
Orange zu »Heidrun Hurst: Die Kinder des Bergmanns«24.07.2014
Erzkasten, nahe der Stadt Freiburg. Hier leben Johann und Anna Stelzer, nachdem beide das heimatliche Rheintal verlassen haben um ihr Glück und eine Arbeit zu finden. Im Dezember 1606 liegt Anna in den Wehen um ihr erstes Kind zu gebären. Doch noch vor der Geburt stirbt sie und die Hebamme entscheidet sich, das im Leib der Mutter noch lebende Kind auf die Welt zu holen. Johann, der seine Frau über alles liebt, steht nun allein mit dem kleinen Jakob da. Aus reiner Not heraus heiratet er daraufhin die alleinstehende Marie, Annas beste Freundin und Nachbarin.
Auch Marie erhofft sich ein bisschen Glück im Leben doch Johann ist in seiner Trauer gefangen. Schließlich bringt Marie Bärbel zur Welt. Die Kinder wachsen in Armut heran und müssen schon früh ihren Beitrag zum Lebensunterhalt leisten. Nach einer weiteren Geburt stirbt auch Marie. Johann verkraftet dieses Leben nicht länger und fortan sind Jakob und Bärbel auf sich gestellt. Als sie auch noch ihre Kate verlassen müssen, machen sich die beiden auf den Weg zu den einzigen Verwandten. Auf den Weg dahin lernen sie viele neue Eindrücke und Menschen kennen, welche es nicht immer gut mit ihnen meinen. Als sie in Odelshofen ankommen, werden sie alles andere als mit offenen Armen empfangen. Da aber sowieso grad ein Knecht fehlt, darf wenigstens Jakob bleiben. Marie wird in Straßburg in Stellung gegeben. Die Trennung schmerzt die Geschwister, aber sie fügen sich und versuchen das Beste daraus zu machen. So vergehen die Jahre und das Schicksal hält noch viele Wendungen für die beiden parat.
Mit ihren Roman hat mich Heidrun Hurst gefangen genommen und berührt. Er ist flüssig und ohne Schnörkel geschrieben und viel zu schnell flogen die Seiten dahin. Dabei schreibt die Autorin eher ruhig und ohne große Dramatik. Aber genau dies macht für mich den Reiz dieses Buches aus und lässt mich auf den 2. Band warten, denn noch ist die Geschichte um Jakob und Bärbel nicht zu Ende erzählt und auch die geschichtlichen Ereignisse um den 30jährigen Krieg werfen ihre Schatten voraus und werden hier schon angedeutet.
allegra zu »Heidrun Hurst: Die Kinder des Bergmanns«24.07.2014
Mit diesem sehr gefühlvollen und bildstarken Roman zeigt Heidrun Hurst sehr anschaulich auf wie hart und entbehrungsreich das Leben der Bergarbeiterfamilien war. Die einzelnen Arbeiten bei der Gewinnung von Silbererz sind sehr anschaulich beschrieben. Besonders beeindruckt hat mich aber die Art und Weise wie die Autorin die Stimmung, die Kälte, die Ängste und trotzdem die Wärme der Familie vor dem Leser ausbreitet. Ich konnte die eisige Kälte förmlich spüren, wenn Jakob im dünnen Hemd und in seinen Holzpantinen ohne Socken durch den Schnee stapft. Auch die Verzweiflung wenn Krankheit und Kindbettfieber die Mutter raubt, ging mir wirklich unter die Haut.

Das Buch ist aber nicht nur geprägt von Hunger und Düsternis. Als sich die Kinder aufmachen, um ihre Verwandten zu suchen, sind sie voller Hoffnung und Zuversicht. Trotz einiger herber Rückschläge finden sie so zu einem Leben, wie es für die Zeit des Dreißigjährigen Krieges typisch war. Jakob arbeitet als Knecht auf einem großen Hof, wo Hanf angebaut und verarbeitet wird. Sowohl der Hanfanbau auch die Arbeiten der Futtergewinnung für die Kühe sind sehr detailliert erklärt, so dass man eine gute Vorstellung des Lebens auf einem Bauernhof gewinnen kann.

Das Buch kommt relativ ruhig daher, dennoch gibt es immer wieder Phasen von Spannung. Das Leben der beiden Geschwister läuft nicht geradlinig, so dass es zu unerwarteten Wendungen kommt. Die Liebe – auch Jakob und Bärbel lernen sie kennen – kommt nicht zu kurz, bildet aber nicht das Zentrum des Buches, das eher durch die Beziehung der beiden Geschwister getragen wird.

Die sprachliche Ausdrucksweise ist sehr passend gewählt für ein Buch aus der betreffenden Zeit. Die Sprache lässt sich leicht und flüssig lesen. Einige ungewohnte Ausdrücke sind hinten in einem Anhang erklärt, so dass das Verständnis nicht aufgrund von Fachbegriffen leidet.

Das Ende des Buches finde ich ausgesprochen gelungen. Ich bin nicht der Fan von offenen Enden und aufgedrängten Cliffhängern, aber in diesem Fall ist das hervorragend gelöst. Das Buch endet nicht im Happy End für alle Beteiligten, aber es zeigt mit Hilfe einer sehr netten Geste, an der ein Hund beteiligt ist, so viel Hoffnung auf, dass man den Folgeband einfach lesen muss.


Mein Fazit

Ich habe in diesem Buch viel vom Erzabbau im Schwarzwald (heute: Schauinsland) sowie vom Hanfanbau gelernt. Der Roman enthält nur am Rande historisch belegte Persönlichkeiten, ist aber zeitlich und örtlich sehr genau festgemacht und zeigt auf authentische Weise die Welt von einfachen Menschen wie Bergarbeitern, Knechten und Dienstmädchen.
Für Liebhaber von historischen Romanen mit lokalem Bezug sehr zu empfehlen.
Jana68 zu »Heidrun Hurst: Die Kinder des Bergmanns«19.07.2014
"Die Kinder des Bergmanns" ist der erste Band einer Trilogie, auf die wir uns freuen dürfen. Es wird die bewegende Geschichte zweier Geschwister erzählt, die bereits ihre Mutter verloren haben und sich nach dem Freitod ihres Vaters alleine zu ihren Verwandten durchschlagen müssen. Es ist ein Überlebenskampf und wir begleiten beide auf ihren unterschiedlichen Wegen des Erwachsenwerdens. Wir durchleben mit ihnen alle Höhen und Tiefen, oft leiden wir mit ihnen, manchmal staunen wir mit ihnen. Dabei kommt der Roman völlig ohne reißerische Szenen oder unrealistische Wendungen aus. Die Autorin bedient sich der emotionalen Ebene und läßt uns in die Seelen der Kinder blicken, nicht nur das zieht den Leser in den Bann. Der beginnende 30jährige Krieg ist in diesem Band noch ein Randereignis, das Ende des Buches läßt aber vermuten, dass dieser im Folgeband eine Rolle spielen wird. Der Roman ist unkompliziert geschrieben und liest sich sehr flüssig. Nebenbei war für mich allerhand neues zu lernen über Kaiserschnitt und Taufe im Mutterleib oder über Hanfanbau im frühen 17. Jahrhundert.
Von mir gibt es ein klare Leseempfehlung und ich freue mich auf den nächsten Band.
lesemoni zu »Heidrun Hurst: Die Kinder des Bergmanns«31.05.2014
Dieses Buch mußte ich einfach lesen,weil ich einige Handlungsorte des Romans ,ganz besonders das Bergwerk ( heute Museumsbergwerk auf dem Schauinsland und das Dörfchen Hofsgrund unterhalb des Museumsbergwerks) von jährlichem Schwarzwaldurlaub im Dorf Hofsgrund sehr gut kenne :-)
Die Autorin hat diese Schauplätze sehr gut beschrieben und ich konnte mir sehr gut vorstellen wie es zu dieser Zeit in der die Geschichte des Buches spielt dort ausgesehen hat.

Es geht in diesem Buch um das Halbgeschwisterpärchen Bärbel und Jakob,das nach einigen Schicksalsschlägen ganz alleine auf sich gestellt ist und sich zu den einzigen Verwandten,die in der Nähe von Straßburg wohnen durchschlagen. Der Weg dahin ist beschwerlich und sie müssen erfahren dass es nicht nur gute Menschen gibt ,die einem helfen ,sondern auch solche die ihnen böses wollen .

Überglücklich den beschwerlichen Weg gemeistert und endlich angekommen zu sein,werden die beiden getrennt ,was Jakob sehr schwer fällt,denn er hat Bärbels Mutter versprochen auf seine kleine Schwester aufzupassen. Ob die beiden sich nach der Trennung wiedersehen und wie Bärbel und Jakob ihr Leben in den nächsten Jahren meistern ist sehr berührend,realistisch und sehr spannend erzählt. Ich jedenfalls konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen ,bis ich es zu Ende hatte. Nun lechze ich auf die Fortsetzung " Im Feuer des Lebens " die im Juli erscheinen wird .

Ich hoffe sehr,dass ich nun die Neugier zu diesem wirklich wunderschönen,spannenden und berührenden Roman wecken konnte. Für mich ist dieses Buch ein heimlicher Bestseller der noch sehr viele Leser verdient hat. Ich habe jedenfalls jede Seite genossen und das Buch innerhalb von 2 Tagen verschlungen.Darum vergebe ich sehr sehr gerne 100 Punkte
Smilla507 zu »Heidrun Hurst: Die Kinder des Bergmanns«21.04.2014
Hinter diesem schlichten Cover verbirgt sich eine wahre Perle! Heidrun Hurst hat einen Roman geschrieben, der unter die Haut geht, mitreißt und mich mit überraschenden Wendungen zum Weiterlesen verführte, obwohl ich eigentlich gerade nicht die Zeit dazu hatte. In einfühlsamer, aber auch sehr anschaulicher Schreibweise schildert die Autorin das Leben der etwas ärmeren Gesellschaft zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Damals gab es nichts zu lachen, selbst Kinder mussten schon früh mit anpacken. So ergeht es Jakob und Bärbel. Ihr Leben wirkt sehr trostlos, auch wenn es ihnen selbst sicher nicht bewußt war. In Odelshofen und Straßburg wendet sich das Blatt für die Geschwister, sie bekommen bessere und nahrhaftere Mahlzeiten. Als sie älter werden, treffen die Beiden Entscheidungen, die ihr ganzes Leben anders verlaufen lassen, als sie es sich ausgemalt hätten. Zum Glück hilft ihnen der Glaube an Gott, der sie von Kindesbeinen an begleitet. Das hat mir an diesem Buch auch so gut gefallen: Wie der Glaube die Handlung umrahmt und wie die Autorin mit unerwarteten Wendungen aufwartet. Die historischen Hintergründe wurden sehr gut recherchiert. Ich habe wieder einmal viel Neues hinzu lernen können, z.B. dass es damals schon Kaufhäuser und Findelklappen gab.
Jakob und Bärbel sind mir während des Lesens immer mehr ans Herz gewachsen, wobei Jakob etwas mehr im Vordergrund steht als Bärbel. Ich möchte unbedingt wissen, wie es mit ihnen weiter geht! Gut, dass die Autorin bereits den 2. Band schreibt. Doch nun genug der Schwärmerei! Wer historische Romane liebt sollte dieses Buch UNBEDINGT LESEN!!
unclethom zu »Heidrun Hurst: Die Kinder des Bergmanns«19.04.2014
Bisher war die Autorin für mich ein unbeschriebenes Blatt. Dies ist nicht so geblieben und ich freue mich schon heute auf die Fortsetzung des Buches. Für mich ist die Autorin die Entdeckung des Jahres.
Flüssig geschrieben macht es Spaß nur so durch die Seiten zu fliegen. Glaubhafte Protangonisten und sehr plastisch Beschriebene Schauplätze ließen mich regelrecht an den Schauplätzen anwesend sein. Spannende Unterhaltung wurde geboten in einer Form die es nicht zuließ das Buch aus den Händen zu legen. Dazu ein Finale, mit dem, so nicht zu rechnen war. Langsam, aber stetig stieg die Spannung an bis eben zu dem furiosen Finale. Ich bin davon überzeugt von dieser Autorin noch sehr viel zu hören bzw. zu lesen.
Daher von mir 5 von 5 Sternen.
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